WOHNMOBILTOUR ZUM NORDKAP – TEIL 3 VOM TROLLSTIGEN BIS ZU DEN LOFOTEN

Wohnmobiltour vom Münsterland zum Nordkap – Im dritten Teil fahren wir den Trollstigen hoch und wieder runter, über die spektakuläre Atlantikstraße nach Trondheim, besuchen den Torghatten, den , bestaunen die Strudel unter der Saltstraumbrua und erreichen mit der Fähre von Bodo aus den Ort A auf den Lofoten. Auf dieser Strecke ist ganz gewiss der Weg das Ziel.

 

 

6. REISETAG – MONTAG TROLLSTIGEN UND ATLANTIKSTRASSE
1786 KM GEFAHRENE KM AB MÜNSTERLAND

 

In den vergangenen sechs Tagen sind wir vom Münsterland über Hamburg bis Mandal im Süden von Norwegen gefahren (Teil 1).
Im zweiten Teil waren wir auf dem Preikestolen, leider nicht ganz oben, dafür haben wir Bergen vom 320 m hohen Hausberg Fløyen aus bestaunt.

In Geiranger haben wir uns nur ganz kurz umgeschaut und den Blick auf den gleichnamigen Fjord vergessen wir ganz sicher nie wieder.

Mittlerweile sind wir 1786 km gefahren und freuen uns auf den Trollstigen und die Lofoten. Doch alles der Reihe nach…

 

 

Leider haben wir gestern nicht gemerkt, dass wir quasi schon übers Ziel hinaus geschossen sind. Ursprünglich wollten wir vom Geiranger aus über den Trollstigen nach Andalnes fahren.

Scheinbar waren wir am gestrigen Reisetag derartig von der Strecke und der umliegenden Landschaft begeistert, dass wir schon viel zu weit gefahren sind.

 


Die Frage „Wollen wir die Strecke noch einmal zurück fahren?“ wird mit einem „Wenn es Alternativen gibt muss das nicht unbedingt sein“ beantwortet.


Ehe wir die Trollstigen hochfahren füllen wir in Andalnes den Dieseltank wieder auf randvoll – 48,71 l je 12,29 NKR.

 

TROLLSTIGEN – FASZINIEREND UND UNVERGESSLICH

 

Der Trollstigen (norwegisch für die Trollleiter) ist eine der bekanntesten Touristen-Strecken in Norwegen und liegt etwa 20 km südlich von Åndalsnes.

Der Trollstigen ist Teil der Provinzstraße 63 und führt vom Isterdal in elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung hinauf zur Passhöhe.


Dabei überwindet er eine Höhendifferenz von 405 m und erreicht final 700 meter über Meeresspiegel.


Auf halber Strecke führt die Straße, die Teil der Goldenen Route ist, über einen eindrucksvoll rauschenden Wasserfall, den 320 Meter hohen Stigfossen.

 


Die Passstraße wird umrahmt von den Bergen Bispen (dt. „der Bischof“, 1.450 m), Kongen (dt. „der König“, 1.614 m) und Dronninga (dt. „die Königin“, 1.701 m).

 


Die Strecke ist witterungsbedingt nur im Sommer geöffnet und kann von etwa Mitte Mai oder Anfang Juni bis Ende September befahren werden.


Nach acht Jahren Bauzeit wurde die Straße am 31. Juli für den Verkehr freigegeben. Die Strecke ist auch heute noch nur wenige Meter breit, manchmal fast einspurig, so dass man entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen muss.

Oben angekommen erwartet uns eine riesige Baustelle (Stand Juni 2011!) doch mit nur wenig Phantasie lässt sich erkennen wie schön es hier nach Fertigstellung aussehen wird.

 


Vom Parkplatz aus gelangt man über schöne Wege und Treppen zu den Aussichtspunkten.

Die größte Aussichtsplattform ragt über eine Kante und schwebt 200 Meter über dem Trollstigen, der sich den steilen Berghang in Serpentinen hinaufschlängelt.

 

 


Die Plattform hat verschiedene Aussichtspunkte sowohl für waghalsige als auch für vorsichtige Besucher.

 

Wie winzig die Fahrzeuge dort unten aussehen? Es ist für mich wieder solch ein Ort auf Erden an dem man sich als Mensch doch recht klein findet.

 

Die hohen Berge rechts und links und dort unten die Miniaturfahrzeuge ergeben einen herrlichen Kontrast.

 

Vor lauter Aufregung weiß ich wieder einmal nicht wo ich zuerst und wo zuletzt hin hüpfen soll.

Mich begeistert Höhe und Aussicht immer ganz besonders und es dauert eine Weile bis ich bereit bin mich von hier los zu reißen.

 

 

 

Da wir hier oben nicht übernachten wollen und der Weg weiter hoch noch nicht freigegeben ist bleibt uns nichts anderen übrig als den Trollstigen wieder bergab zu fahren. Welch Glück, dass wir solche Strecken lieben!

Witzigerweise registrieren wir den aktuellen Preis an der Tankstelle: 13,46 NKW, also 1,17 NK mehr als 2 Std. zuvor. Über solche Kleinigkeiten können wir uns echt freuen.


Ab Andalnes fahren wir 32 km auf der Rv64 um den Romsdalfjorden herum und am Pier in Åfarnes setzen wir mit der Fähre über den Langfjorden und erreichen Sølsnes Ferjekai.


Nach weiteren 60 km auf der Rv64 erreichen wir Vevang und somit die Atlantikstraße, leider bei Nieselregen.

 

ATLANTIKSTRASSE

 

Die Straße ist kaum zehn Kilometer lang, trotzdem ist die Strecke an Norwegens Atlantikküste einzigartig.

Der Slalom zwischen Felsen und Wellen ist so spektakulär, dass die Straße in Norwegen zum “Bauwerk des Jahrhunderts” gekürt wurde.

 

 


Die acht Brücken der Atlantikstraße (auf Norwegisch: Atlanterhavsvegen) schlängeln sich zwischen Inseln, Holmen und Schären und sind untereinander durch herausfordernde Straßenabschnitte verbunden, die im Gestein dieser Küstenlandschaft fest verankert sind.

 


2007 wurde die Atlantikstraße von der englischen Zeitung „The Guardian“ zur schönsten Autostrecke der Welt gekürt.

Bei dieser Wahl ließ die Atlantikstraße international bekannte Straßen in Australien und im Himalaja deutlich hinter sich.

 


Genau genommen umfasst die Atlantikstraße einen 8274 Meter langen Abschnitt zwischen Vevang in der Kommune Eide und dem auf einer Insel gelegenen Kårvåg in der Kommune Averøy.

 


Durch ihren Verlauf mit acht Brücken über mehrere kleine Inseln ist die zu den Norwegischen Landschaftsrouten zählende Straße eine Touristenattraktion und auch bei einheimischen Anglern sehr beliebt.

Da die Atlantikstraße genau am Ausgang eines Fjords liegt, treten bei Tidenwechsel zwischen den einzelnen, kleinen Inseln, über die die Atlantikstraße führt, gewaltige Strömungen auf, weswegen alle Angelplätze und Aussichtsplattformen mit Absperrungen gesichert sind, um Unfälle zu vermeiden.

 

Unseren Schlafplatz für diese Nacht finden wir an einer wirklich traumhaften Stelle an der Atlantikstraße auf einem Parkplatz in der hintersten Ecke.

 


Während des Abendessens können wir direkt auf das Meer sehen und bis auf Vogelgezwitscher und Meeresrauschen hören wir hier so weit draußen überhaupt nichts.


Nach dem Essen taucht die Sonne die ohnehin schöne Landschaft noch in ein sanftes Licht und wir machen noch einen kleinen Spaziergang.

 


Mittlerweile ist es 22:22 Uhr und ich sitze draußen irgendwo im nirgendwo und halte in Stichworten das Tagesgeschehen fest, sortiere Bilder und bin einfach dankbar, glücklich und sehr froh diesen schönen Flecken Erde zu bereisen.


Wir müssen uns mittlerweile einen Wecker stellen damit wir abends nicht vergessen ins Bett zu gehen. Es wird überhaupt nicht mehr dunkel und wir irgendwie dementsprechend nicht müde.

 

7. REISETAG – MONTAG ATLANTIKSTRASSE BIS TRONDHEIM
2086 KM GEFAHRENE KM AB MÜNSTERLAND

 

In den vergangenen sechs Tagen sind wir gut 2000 km gefahren und die durchschnittliche Geschwindigkeit fällt stetig.

Für 300 km sind hier im Fjorden Land sechs Stunden durchaus nötig, es sei denn man rast durch dieses wunderschöne Land.
Wir fahren jedenfalls gemütlich und lassen LKW und andere, die drängeln gerne an uns vorbei fahren indem wir einfach kurz rechts ran fahren.

Schon kurz nachdem wir an diesem Morgen losfahren erreichen wir den 2009 erbauten Atlantiktunnel.

Die Steigung im Tunnel beträgt bis zu 10% und es geht 243 m unter den Meeresspiegel. Dem ein oder anderen von euch mag diese Vorstellung seltsam vorkommen mich faszinieren die baulichen Leistungen.

Nach 5469 m sind wir wieder oben bzw. draußen und wollen ab Kristiansund über die Nebenstrecke nach Trondheim. Doch die Fähre fährt uns ohne rot zu werden direkt vor der Nase weg.
Also fahren wir wohl oder übel über die E 70, E 39 und E6.

Die Strecke ist „ganz nett“ doch uns gefallen die einsamen Strecken, auch wenn man kaum von der Stelle kommt, besser!

 

TRONDHEIM – DRITTGRÖSSTE STADT VON NORWEGEN

 

Am Nachmittag erreichen wir Trondheim, die Stadt die für ihren grandiosen Dom und das gemütliche Flair bekannt ist.

In der Geschichte und Kultur Norwegens nimmt Trondheim einen besonderen Platz ein. Es war die erste Hauptstadt des Landes und ist bis heute der Ort, an dem neue Könige gesegnet werden.

Mit einer Bevölkerung von 193.000 ist Trondheim, verglichen mit anderen europäischen Städten, eher klein. Für norwegische Verhältnisse ist sie jedoch groß: Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens und wird sehr durch die mehr als 30.000 Studenten geprägt.

Trondheim bietet reichlich beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Nidarosdom.

 

 

 

Die Kathedrale wurde über dem Grab des Heiligen Olav errichtet und ist das Nationalheiligtum Norwegen.

Der Bau des Nidarosdoms begann im Jahr 1070, die ältesten der noch erhaltenen Teile stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.

 

 

Die alte Stadtbrücke (norw. Gamle Bybroen) aus dem Jahre 1862 verbindet die Zentrumshalbinsel mit dem Stadtteil Bakklandet, der für seine kleinen Holzhäuser bekannt ist, die heute Cafés, Werkstätten und Boutiquen beherbergen.

 

 

Der Stadtteil entstand im 17. Jahrhundert mit dem Bau der ersten neuen Stadtbrücke, die das Zentrum mit der Festung Kristiansten verband.

 

 

Am Ostufer des Flusses entstand das Industrieviertel der Stadt. Südlich der Stadtbrücke befand sich seit dem 13. Jahrhundert eine Ziegelei, die bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb war.

Auch ein Teil des Hafens wurde an der Ostseite des Flusses angesiedelt. Um neue Stadtbrände zu verhindern, lagerte man hier seit dem 18. Jahrhundert brennbare Güter. Schiffe, die Feuer an Bord hatten, mussten hier ihre Waren löschen.

 

 

Durch die Industriegründungen entstand an der Ostseite des Flusses das Arbeiterviertel Bakklandet mit Häusern, die ineinander verschachtelt waren und dicht aneinander lagen.

Mitte des 20. Jahrhunderts gab es Pläne, den Stadtteil zu sanieren.

 

Diese wurden jedoch auf Grund der Proteste der Bakkländer nicht verwirklicht. Viele Häuser sind im Laufe der letzten Jahrzehnte restauriert und in Geschäfte, Cafés und exklusive Wohnungen umgewandelt worden.

Dadurch ist der Stadtteil zu einem Magnet für Einheimische und Touristen geworden.

Ab Trondheim quälen wir uns noch ein wenig auf der stark befahrenen E6 bis Steinkjer und wechseln dort wieder auf die Rv17 Richtung Küste und grobe Richtung Lofoten.

 

KYSTRIKSVEIEN VON STEINKJER BIS BODO

 

Die Küstenstraße Fv17 (Fylkesvei 17) verläuft zwischen Steinkjer und Bodø nahe bzw. direkt an der norwegischen Atlantikküste. Die Straße führt durch die Landschaften Namdalen, Helgeland und Salten.

Wir durchfahren wieder einmal reichlich Tunnel und etliche Fähren bringen uns auf der 650 km langen Strecke zuverlässig über die Fjorde.

Auf der Fährfahrt von Kilboghamn nach Jektvik überqueren wir sogar den Polarkreis.

Der Fv17 ist nicht nur eine Alternative zur Europastraße 6 (E6) auf der Fahrt in den Norden sondern wegen der landschaftlichen Schönheit auch ein eigenständiges Reiseziel.

Der Fv17 ist durchweg asphaltiert und als Landschaftsroute ausgebaut.

Bis zum 31. Dezember 2009 war die offizielle Bezeichnung Rv17. Unter der Bezeichnung Kystriksveien haben sich die anliegenden Gemeinden zusammengeschlossen, um sich zusammen besser vermarkten zu können.

Plötzlich und eher unerwartet entdecken wir unterwegs einen Dieselpreis von 11,61 NKR und trauen unseren Augen kaum. Für sensationelle 533,13 NKR tanken wir für 45,92 l den Pössl wieder randvoll. Das ist der neue Billigrekord (umgerechnet 1,48 Euro/l) (2011!!)

2439 km sind wir jetzt schon gefahren und wissen noch nicht, dass wir am Ende der Tour mehr als 8000 km gefahren sein werden.

 

 

 

Kurz vor Namsos schlagen wir unser Nachtquartier auf und sind um Mitternacht froh, dass man den Pössl komplett abdunkeln kann. Draußen ist es immer noch hell.

 

 

 

8. REISETAG – AN DER KÜSTE ENTLANG BIS LEVANK-NESTA
2471 KM GEFAHRENE KM AB MÜNSTERLAND

Am nächsten Tag fahren wir von Namsos aus konsequent auf der FV17 immer nur geradeaus Richtung Norden.

Diese Gegend ist so herrlich anzuschauen, satte grüne Wiesen und im Hintergrund nackte teilweise noch schneebedeckte Felswände.

 

 

Drei Fährfahrten unterbrechen unseren Weg von Namsos bis kurz hinter Tjotta und kosten 390,00 NKR/50,00 Euro.

Unterwegs machen wir einen Abstecher nach Bronnoysund da unsere Bargeldreserven zur Neige gehen und die Vorräte auch.

Kaum erreichen wir das Hafenbecken läuft direkt vor unserer Nase ein Schiff der Hurtigrouten ein, riesig groß und schön anzuschauen.

 

 

Nachdem wir die Bank überfallen und die Einkäufe erledigt haben fahren wir noch zum Torghatten – dem „Berg mit Loch“.

 

 

 

TORGHATTEN – DER BERG MIT LOCH

 

Der Berg durch den ein Loch geht ist nicht nur ein schöner Berg und ein bekanntes Wahrzeichen!

Dorthin führt auch eine einfache Wanderung, an deren Ziel wir mit einem weiten Ausblick über die Küstenlandschaft belohnt werden.

 

 

Das Tageslicht durch den Torghatten sehen zu können ist nicht nur ein wunderschöner Anblick, es zeigt auch, dass die Natur Kreativität und Humor besitzt.

Das 160 Meter lange, 35 m hohe und 20 m breite Loch entstand in der Eiszeit. Eis und Wasser gruben geduldig die weichen Steinarten heraus, während die härteren auf der Spitze des Berges stehen blieben.

Das Ergebnis war ein Loch, groß wie eine Kathedrale.

Das Loch an sich ist ziemlich groß. Zwischen den Felsblöcken führt der Pfad durch das Loch.

 

 

 

Von hier kann man nach Süden auf den langen Strand und über die kleinen Inseln nach Leka schauen. Das kann man sicher allerdings nicht wenn die Sonne stark aus genau dieser Richtung scheint.

Auf der anschließenden Weiterfahrt überrascht uns zunächst eine Schafherde die gemütlich die Fahrbahn kreuzt bzw. in Beschlag nimmt und kurze Zeit später ist es gleich eine ganze Kuhherde.

Zahlreiche Warnschilder „Vorsicht Elch“ versprechen zwar Elche doch leider wollen sich diese Tiere nicht zeigen…. Vielleicht morgen?

Kurz vor der Fähre Levang-Nesna schlagen wir unser Nachtlager auf und es wird eine unruhige, sehr stürmische Nacht. Der Pössl wird “ganz schön” hin und her gerüttelt.

 

 

 

 

9. REISETAG –VON LEVANK-NESTA AN DER KÜSTE ENTLANG BIS BODO
2789 KM GEFAHRENE KM AB MÜNSTERLAND

Frank hat mehr schlecht als recht geschlafen und so dauert es bis 10 Uhr ehe er sich zum Kaffeekochen aus dem Bett quält.

Gestern sind wir (also er) bis auf den Stopp am Torghatten wieder den ganzen Tag gefahren und hätten wir uns nicht den Wecker zum „ins Bett gehen“ gestellt, wer weiß wie lange wir dann noch wach geblieben wären.

Es wird einfach nicht mehr dunkel. Um halb eins lagen wir im Bett und draußen war es immer noch oder schon wieder taghell.

Wir starten den nächsten Reisetag direkt mit der Fahrt über die Helgelandsbrücke, eine architektonische Glanzleistung!

 

HELGELANDBRÜCKE

 

Mit einer Länge von 1065m ist die Helgelandbrücke über den Leirfjord eine der größten Schrägstrebenbrücken der Welt.

 

 

Der Bau begann 1989 und seit Juli 1991 verbindet sie Sandnessjøen und die Insel Alsta mit dem Festland. Das Hauptelement der Brücke ist 425 Meter weit, die ungleichen Türme sind 127m und 138m hoch.

2010 wurde die Helgelandsbrücke von der Fachzeitschrift Teknisk Ukeblad zur schönsten Brücke Norwegens gewählt.

 

 

Heute ist es warm, richtig warm! Kurz nachdem wir losgefahren sind müssen wir anhalten um die Garderobe in kurze Hosen und T-Shirt zu wechseln.

Ein Weilchen später schalten wir sogar die Klimaanlage an, wunderbar! Wir haben bisher sowieso viel Glück mit dem Wetter! Unverschämt viel Glück.

 

 

Wir waren von nicht ganz so gutem Wetter ausgegangen, doch die erste Woche war viel besser als erwartet. Fast immer Sonne, nie kalt und nur ganz selten Regen.

Doch heute ist es sooo warm, ja fast heiß, das wundert uns jetzt doch. Schneebedeckte Bergkuppen und dazu kurze Hose und T-Shirt sind schon ein Grund zur Freude! Liegt das am Golfstrom?

Laut Legende stammt der Name Norwegen von dem altnordischen Wort Norðrvegr – „der Weg nach Norden“. Die lange, zerklüftete Küste wurde so genannt, weil sie im Winter zum größten Teil eisfrei war.

Dafür, dass das Land auf demselben Breitengrad wie Alaska, Grönland und Sibirien liegt, herrscht in Norwegen ein relativ angenehmes Klima – dem Golfstrom und warmer Luftströmungen sei Dank.

 

 

Die Regionen, in denen es im Winter am kältesten ist, sind zumeist im Binnenland oder hoch im Norden.

Wenn der Sommer zwischen Ende Juni und Anfang August mit Temperaturen von bis zu 25° bis 30° C seinen Höhepunkt erreicht hat, ist die Luftfeuchtigkeit besonders niedrig.

Oft bleibt es bis tief in die Nacht angenehm warm. So steht es im Reiseführer und wir können diese Aussage bestätigen.

Unterwegs machen wir zwischen 2 Fährfahrten Rast am „besten Rastplatz unseres Urlaubes“. Die komplette Anlage des “Hellåga picnic” ist wunderschön angelegt und ein besonders schöner Wohnmobilstellplatz – mehr Info gibt es mit Klick hier.

 

 

Zahlreiche Essplätze verteilen sich großzügig auf die zum Fjord abfallenden Felsen, Frischwasser und Entsorgung sind vorbildlich und selbst bei den Toiletten haben sich die Planer richtig viel Mühe gegeben. Der Gesamteindruck ist jedenfalls überwältigend.

 

 

Einige Angler stehen direkt unterhalb dieses Rastplatzes und versuchen ihr Abendessen zu fangen. Sollten wir je wieder in die Nähe kommen werden wir hier übernachten!!

Doch für uns ist für eine Übernachtung noch zu früh am Tag. Wir wollen noch ein wenig weiter fahren. Manchmal, besonders an solch schönen Orten, stellen auch wir uns die Sinnfrage “Warum fahren wir den lieben langen Tag durch die Gegend?” und wirklich logisch können wir sie selten beantworten.

Bleiben wir schon am Nachmittag irgendwo stehen wird uns nach zwei Stunden langweilig und wir fahren weiter…

 

Grønsvik Kystfort Helgelandmuseum

 

2012 wurde das Museum neu eröffnet. Hier gibt es Ausstellungen zu den Themen Krieg und Menschenrechte, einen Museumsladen und eine Cafeteria.

Wir laufen durch das angrenzende und sehr schöne Wandergebiet und genießen den prachtvollen Rundblick über die Helgelandküste bei strahlendem Sonnenschein.

 

 

Danach geht die Fahrt weiter auf der RV17 Richtung Bodo. Um 17.00 Uhr legt die Fähre in Kilbognhamn nach Jekvik ab – eine Stunde Fahrt kostet 202 NKr und ist ein Augenschmaus!

 

 

Zwischen einigen kleinen Inseln rauscht die Fähre hin und wir sitzen auf Deck und genießen die Sonne.

Auf dieser Fahrt passieren wir den Polarkreis und haben Sorge ob wir uns nicht ohne Sonnenschutz einen Sonnenbrand einfangen.

 

 

Kurze Zeit später noch eine kurze Fährfahrt von Agskardet nach Foroy und dann haben wir alle sechs Fähren auf diesem Streckenabschnitt geschafft.

Eigentlich wollen wir die 3000 Gesamt-km heute noch schaffen, doch kurz nach dieser Fährfahrt lädt uns in Meloy ein weiterer Rastplatz mit Blick auf den sonnenbeschienenen Gletscher Svartisen zum Bleiben.

 

 

Ein kurzer Blickwechsel und zack entschieden: unser Nachtquartier für diese Nacht ist gefunden. Die Aussicht ist grandios und ich kann einfach nicht aufhören die Eindrücke in zahlreichen Bildern festzuhalten.

Zur Feier des Tages gönnen wir uns ein Gläschen Rotwein, oder zwei?

 

GLETSCHER SVARTISEN

 

Der Svartisen ist mit 370 km² der zweitgrößte Gletscher Norwegens, der Name leitet sich aus dem altnorwegischen Wort “svartis” ab und bedeutet so viel wie “schwarzes Eis”.

Damit ist der Kontrast von frischem Schnee zu altem, dunkelblauen Eis gemeint.

Noch ein Gläschen Wein, ein kleiner Spaziergang, lecker Essen kochen und zu all dem diese Aussicht…. Mensch was brauchst du mehr?

 

 

 

10. REISETAG – MELOY BIS ZU DEN LOFOTEN
2953 KM GEFAHRENE KM AB MÜNSTERLAND

 

Frühmorgens um 7:15 Uhr kann ich schon nicht mehr schlafen und mache den ersten kleinen Spaziergang hinunter zum Wasser.

Bei strahlendem Sonnenschein erkunde ich die Gegend und als ich nach einer Stunde das Wohnmobil erreiche ist, welch Freude, der Kaffee schon fertig.

Bei dieser grandiosen Aussicht und mit „eigenem Frühstückstisch“ vor dem Wohnmobil schmeckt der Kaffee noch besser. Danach müssen noch schnell die üblichen Arbeiten wie Betten machen, Wassertank auffüllen und Entsorgung erledigt werden und schon kann um halb zehn die Reise weitergehen. Heute werfen wir die Lofoten erreichen!

 

 

Es wird heute wieder richtig heiß! Die Sonne scheint und wir sind bester Laune. Hinter jeder Kurve erwartet uns ein anderes tolles Panorama – die Strecke ist einfach zu schön!

 

 

Und um kurz vor 12 Uhr sichten wir den ersten freilaufenden Elch.

Obwohl ich seit Tagen ständig die Kamera schussbereit in der Hand halte und bei jedem Warnschild x Mal gesagt habe „Elch, jetzt kannst du kommen, ich wäre dann soweit…“ bin ich dermaßen überrascht und hin und weg, dass ich vergesse Bilder zu machen. Egal, wir haben ihn gesehen!

 

 

 

SALTSTRAUMEN – STÄRKSTER GEZEITENSTROM

 

Um kurz vor eins kommen wir am Saltstraumen an. Der südöstlich von Bodo gelegene Saltstraumen gilt als der stärkste Gezeitenstrom der Welt.

Alle sechs Stunden werden 400 Millionen Kubikmeter mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten durch die 3 km lange und nur 150 m breite Meerenge gepresst.

Das schnell fließende Wasser und die Strudel sind unter der Saltstraumenbrücke gut zu beobachten.

 

 

Auf einer Brücke führt die Küstenstraße Rv17 (Riksvei 17) über den Strom und bietet eindrucksvolle Aussichten.

Die Ufer des Saltstraumen sind ein beliebter Angelplatz, da mit dem nährstoffreichen Wasser auch die Fische angelockt werden, zum Beispiel wurde hier der Weltrekord Seelachs gefangen, der 22,3 Kilogramm wog.

Kurz vor der Fähre füllen wir unseren Dieselvorrat noch einmal auf (wer weiß was uns auf den Lofoten Dieselpreis technisch erwartet…)

Diesmal zahlen wir auf jeden Fall für 3,82 l insgesamt 713,12 NKR. Und der Pössl hat dank Franks wirtschaftlicher Fahrweise einen Verbrauch von 8,0 l auf 100 km geschafft. Toll!

Um halb drei stehen wir endlich in Bodo am Fähranleger und sind noch der Meinung, dass um 15 Uhr die nächste Fähre Richtung Lofoten abfährt. Dieser Meinung sind auch zahlreich andere Urlauber.

Doch es kommt anders. Die 15 Uhr Fähre fährt nicht und es dauert eine Weile bis wir die aushängenden Fahrpläne komplett durchschaut haben.

 

 

Es bieten sich zwei Alternativen – entweder die Fähre um 16:30 Uhr mit Zwischenstationen und Ankunft Lofoten um Mitternacht oder die Fähre um 17:45 Uhr und Ankunft 21 Uhr Lofoten??

Variante zwei kommt zum Tragen und wir vertreiben uns die verbleibene Zeit mit Kaffeetrinken und einem Hafenrundgang. Bei diesem herrlichen Wetter ist es einfach nur schön in der Sonne zu sitzen.

 

 

Und endlich legt die Fähre um 18:20 Uhr mit etwas Verspätung ab. Um ca. 22 Uhr kommen wir nach 3070 gefahrenen km ab Heimat an unserem ersten Lofoten Ziel in Å an.

Å i Lofoten oder kurz Å hat rund einhundert Einwohner und liegt an der Ostseite der Insel Moskenesøy. Der Name bedeutet so viel wie Bach.

Å ist nicht nur der kürzeste aller Ortsnamen, sondern auch ein extrem fotogener Ort. Dazu mehr im nächsten Bericht!

 

 

Zur Übersicht der besuchten Orte und der bisher gefahrenen Strecke gelangt ihr mit Klick hier.

Von unseren Erlebnissen auf den Lofoten, der Weiterfahrt auf die Vesteralen und dem Erlebnis “Whalewatching” berichten wir im nächsten Bericht.

Mit einem Klick hier könnt ihr euch direkt zur Fortsetzung klicken. Nachfolgend einige Bilder zum “sich drauf freuen”.

 

 

Schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES
AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie gewohnt am Seitenende!

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13 Kommentare

  1. Interesting trip, since I was born at Gravdal in Lofoten and grew up in Isfjorden, close to Åndalsnes. So I’ve driven that trip many times. The last time was in August 2007, in a Mercedes 209D Westfalia camper. So it has been a few years. Should definitely do it again, but most of my relatives in Lofoten are dead now, so there are less reasons to go there. And so much have changed and I’m afraid destroying my memories… It was bad enough when going back in 2007. But in general, the nature is spectacular. Seeing the midnight sun out at Eggum and visiting the beautiful Haukland beach, with the icy-cold water…

    1. Dear Ronny,

      I can understand you very well! We also do not want to destroy our memories because our tour was just perfect and beautiful.
      Maybe we will go there once in winter – that’s certainly spectacular and unforgettable.
      However, the Lofoten and Norway remain unforgettable and for us one of the most beautiful destinations.
      best regards
      Petra

  2. Es ist liegt schon sechs Jahre zurück, das wir diese Reise gemacht haben . Eindrück die einem auf dieser Reiset begegnen,die man erlebt hat, kann man eigentlich nicht in Worte wiedergeben. Du machst das hier in einem tollen Tagebuch, wie man es besser nicht machen kann . Ich wäre damals vor meiner Reise froh gewesen, soiche Infos gehabt zu haben. Ich habe überall im Net nach Reiseberichten über Norwegen gesucht und habe auch welche gefunden .Aber bei weitem nicht von dieser Klasse und Details .Tolle Doku mit beeindruckenden Fotos .LG Werner

  3. Was für irre Serpentinen! Aber überhaupt ein toller Bericht über dieses doch recht nördlich gelegene Reisegebiet. Ihr seid ja wirklich unglaublich viel unterwegs und euer Pössl macht alles mit. Klasse! LG Sigrid

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...

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