VON PORT LEUCATE AN DER KÜSTE ENTLANG BIS MATARO UND EINE ABENDLICHE ODYSSEE

Wir zeigen euch Port Leucate, fahren durch herrliche Weinberge und an der Küste entlang über Argelès-sur-Mer und Cerbère. Hier bestaunen wir die dortige Eisenbahnanlage und erreichen am Nachmittag fast Barcelona. Eine Odyssee im Dunkeln “krönt” diesen Reisetag. Habt ihr Lust uns zu begleiten? Dann mal los…

 

Am frühen Morgen mache ich mich, wie ihr es schon vorherigen Reisetagen kennt, alleine auf Erkundungsgang. Das Wetter ist heute früh noch nicht so berauschend, aber dafür bin ich ziemlich alleine unterwegs und das ist genau das Richtige.

 

PORT LEUCATE – YACHTHAFEN

 

Auf dem Weg zum Hafen kommen mir einige Angler entgegen und andere stehen noch am Ufer und warten auf einen Biss. Um halb neun kann ich noch einige Fotos im Yachthafen einfangen ehe ich wegen des einsetzenden Nieselregen die Kamera vorsichtshalber wieder einpacke.

Der Yachthafen verfügt über mehrere integrierte Becken und bietet bis zu 1270 Liegeplätze für Boote bis 20 Meter Länge und einem maximalen Tiefgang von 4 Metern. Im Trockendock, Kapazität für 350 Boote, schauen wir uns heute Nachmittag noch um.

 

Ehe wir uns um halb zwölf gemeinsam auf den Weg machen schauen wir uns auf dem Campingplatz am Pool um. Im Sommer ist hier gewiss mehr los… und wir möchten uns das eigentlich überhaupt nicht vorstellen. Wir genießen die Ruhe hier.

 

DAS TOURISTISCHE PORT LEUCATE

 

Das Neubaugebiet Port Leucate ist eine von staatlichen Planern in den 1960er-Jahren entworfene Stadt für preisbewusste Reisende, die fast vollständig von Wasser umgeben ist.

Ein kleiner „Ortskern“ am Rand eines der beiden Hafenbecken bietet das übliche touristische Angebot an einfachen Restaurants, Schnellimbissen, Strandbedarf, Kinderbelustigungen und ein Fremdenverkehrsbüro, in dem auch Deutsch gesprochen wird.

 

Kurz vor zwölf erreichen wir die hübschen buntgefliesten Sitzbänke die ganz stark an die Bänke im Park Güell erinnern. Oh wie ich mich auf Barcelona freue…

 

Die Bänke mitten im 10 cm tiefen Wasser machen wahrscheinlich im Hochsommer noch mehr Sinn.

Hübsch anzuschauen sind sie auf jeden Fall. Und kein Mensch weit und breit! Das gefällt uns am allerbesten.

 

Zehntausende weitere Sommerurlauber sind in einem weitläufigen Kranz von überwiegend gleichförmigen Feriensiedlungen und Appartementhäusern rund um den Ortskern untergebracht, die meist von Immobilien-Agenturen gebaut, verwaltet und vermietet werden.

 

Die angebotenen Immobilien präsentieren sich teilweise in recht ansprechenden Bilderrahmen, passend zur maritimen Gegend. Wir studieren die Aushänge stellen aber schnell fest, dass wir so schnell nicht sesshaft werden wollen. Irgendwie haben wir einen “Unterwegs-sein-wollen-Gen-Defekt”. Und das ist gut so!

 

Von weitem entdecken wir dann den Turm und den langen Laufsteg ins Wasser. Das müssen wir uns auf jeden Fall aus der Nähe anschauen.

Aber vorher gönnen wir uns erst einmal pünktlich um 12 Uhr ein Bierchen in der Sonne. Die Schatten weisen auf eine exakte Nord-Süd Ausrichtung hin.

 

 

TRAUMSTRAND LEUCATE

 

Soweit das Auge reicht keine Menschenseele, da hat man am Strand tatsächlich die Qual der Wahl.

 

Von der langen Brücke laufen wir direkt geradeaus, entlang beeindruckender Katamarane zur Werft. Hier sind einige Einheimische emsig damit beschäftigt ihr Boot für die Saison startklar zu machen.

Und ich träume mich ein ganz klein wenig auf die Sommerliebe nach Lemmer und ans Ijsselmeer. Es wird mal wieder Zeit für einen Segeltörn zu viert – mit oder ohne Wind, aber ohne Regen! Beste Grüße ins Sauerland und bis bald.

 

„Hast du Lust zu grillen?“ Auf diese Frage kann es nur ein „Na klar!“ zur Antwort geben. Und während die beste Ehehälfte den Grill startklar macht schnibbel ich das frische Gemüse zurecht und kurze Zeit später lassen wir uns bei einem Gläschen Wein das Gegrillte gut schmecken.

 

BILDERBUCH LEUCATE – mit Klick hierund hier sind noch einige vom Vortag

 

 

 

VON PORT LEUCATE AUF DER KÜSTENSTRAßE NACH SPANIEN

 

 

Am nächsten Morgen werfen wir um halb zwölf noch einen letzten Blick auf Port Leucate und fahren an Perpignan vorbei mit Kurs Barcelona gen Süden.

 

Na klar hätte man direkt auf die A9 / AP 7 fahren können, aber dann wäre uns die wunderschöne Strecke entlang der Küste entgangen. Und mal so unter uns und ganz ehrlich – wer will Autobahn, wenn er diese Landschaft und Aussicht haben kann? Wir jedenfalls nicht!

Streckenweise führt uns die heutige Strecke entlang der “Route des Vins” hier gibt es mehr Info für die Wein begeisterten unter euch.

 

Also fahren wir ab Argelès-sur-Mer völlig begeistert die kurvige Strecke direkt an der Küste entlang.

 

CERBÈRE UND DIE D914 = EINE GRANDIOSE AUSSICHT

 

Die kurvige Fahrt auf der D 914 hinunter in den kleinen Ort Cerbère macht uns so viel Spaß, dass wir direkt im ersten Kreisverkehr wenden und wieder auf den Berg fahren um die Aussicht auch ein zweites Mal zu genießen. Anhalten kann man an dieser Stelle leider nicht.

 

 

Im Ort selber ist kein Parkplatz zu finden, aber am Ortsausgang lässt sich der Pössl abstellen und wir laufen kurz in den Hafen, der auch gleichzeitig ein Strand ist, hinunter.

Der Personenbahnhof befindet sich auf einem gemauerten Viadukt in 21 Meter Höhe am westlichen Rand der Altstadt. Der umfangreiche Güterbahnhof wurde in den Berg „hineingebaut“.

 

Diese Wasserfarbe lässt sich kaum beschreiben, türkisblaugrünkitschigschön trifft es schon recht gut! In “echt” natürlich noch viel beeindruckender…

 

Cerbère hat weniger als 1500 Einwohner, liegt an der Südküste des Golfe du Lion und unmittelbar an der Grenze zu Spanien. Dieser südlichste Festlandsort Frankreichs hat als Grenzbahnhof noch eine weitere und besondere Bedeutung.

 

Der Bahnhof wurde 1878 vom Architekten Gustave Eiffel entworfen. Die von Banyuls-sur-Mer kommende zweigleisige Hauptbahn führt unmittelbar südlich des Bahnhofs Cerbère eingleisig in einem Tunnel in den spanischen Grenzort Portbou. Das zweite Gleis in diesem Tunnel ist das in Cerbère endende Breitspurgleis von Barcelona.

Rechtwinklig zur Durchgangsstrecke erstreckt sich ein großer Abstell-, Rangier- und Verschiebebahnhof. Von weitem sieht das Ganze aus wie eine riesige Modelleisenbahn.

 

 

Hinter Cerbère legen wir an einem ruhigen Plätzchen noch eine Kaffeepause ein. Irgendwie mag ich mich von diesem schönen Ort und der Küste kaum trennen.

 

 

Der eiskalte, im Winter und frühen Frühjahr von Nordwest aus den Pyrenäen kommende, mit dem Mistral und Tramontana verwandte Landwind, erreicht oft Sturmstärke und davor warnen etliche Verkehrsschilder.

 

SPANIEN – HERE WE ARE!

 

Noch einmal kurz „übern Berg“ und um kurz vor 14 Uhr erreichen wir spanischen Boden.

 

 

Auf dem obigen Landkartenausschnitt ist in etwa die kurvige Strecke zu erkennen. Real war es natürlich noch viel abwechslungsreicher.

 

 

Der weitere Verlauf der Strecke ist weniger reizvoll und so erreichen wir am späten Nachmittag das letzte Reiseziel des Tages und gleichzeitig den Campingplatz auf dem wir sechs Tage bleiben werden – CAMPING BARCELONA!

 

 

Erst einmal den Grill aufbauen und ein kühles Bierchen, das haben wir uns nach fast 300 km doch verdient – oder?

Bei all unseren Planungen haben wir nicht bedacht, oder ignoriert, dass Franks Flieger nach Mallorca am Montag sehr, sehr zeitig fliegt. Er (Frank, nicht der Flieger) muss schon um halb sieben am Flughafen in Barcelona sein. Der liegt jedoch genau am anderen Ende von Barcelona, fast 60 km vom Campingplatz entfernt.

 

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es fast 2 Stunden plus einige Male umsteigen zusätzlich. Nicht so dolle… Taxi? In Spanien und Barcelona im Besonderen recht teuer, muss nicht sein!

Nach dem Grillen googeln wir uns die Finger wund. Frank läuft zweimal zur Rezeption und lässt sich die verschiedenen Varianten noch einmal erklären. Aber es lässt ihm keine Ruhe, er will nach Mataró zum Bahnhof und sich dort informieren.

 

„Ok, dann laufen wir da jetzt hin! Laut der Dame in der Rezeption können wir den Bahnhof nicht verfehlen. Wir laufen die ganze Zeit an den Bahngleisen entlang.“

Das wir aber so dicht an den Gleisen laufen, hin und wieder sogar mit Gegenverkehr, dass uns die vorbeifahrenden Züge „fast den Schlüpper“ ausziehen hat sie nicht dazu gesagt.

Wir sind jedenfalls froh und erleichtert als wir den Bahnhof erreichen.

Ob und wie Frank am Montag letztendlich seinen Flieger erwischt erzählen wir euch im nächsten Bericht.

 

Viel wichtiger ist heute noch. wie kommen wir vom Bahnhof in Mataro wieder zum Campingplatz zurück?

Die Strecke ist einfach, aber da wir erst einmal in Ruhe ein (oder zwei?) Bierchen am Strand im BULULU getrunken haben setzt langsam die Dämmerung ein.

 

„Wieder entlang der Schienen?“ frage ich und bekomme ein „Auf keinen Fall!“ zur Antwort. Na dann eben über die Straße. Das geht zunächst auch ganz gut denn der Seitenstreifen ist recht breit. Noch!

 

Als er allerdings fast so schmal wie wir selbst wird suchen wir einen Durchgang zum Strand.

 

Mit der handyeigenen Taschenlampe leuchten wir uns den Weg durch die Unterführung und stehen direkt am Meer. Kein Strand und kein Weg = Sackgasse. So ein Sch…!

 

Manchmal sind wir echte Experten! Also wieder zurück zur Straße. Der Versuch weiter „landeinwärts“ eine Alternativstrecke zu finden scheitert ebenfalls.

Augen zu und durch muss ersetzt werden durch Augen weit auf und durch und genauso machen wir es schlussendlich.

Leider wird mein Versuch diese bizarre Wanderung zu fotografieren oder versuchsweise zu filmen vom Alphatier (Frank vorneweg) mit den Worten „Pack jetzt das Handy ein und bleib dicht hinter mir!“ im Keime erstickt. Zwischen uns und den im Dunkeln vorbeirauschenden Fahrzeugen ist kaum eine Handbreite Luft.

Wenn wir ein Fahrzeug ausmachen quetschen wir uns an die Leitplanken und halten die Luft an. Aber wie gewohnt geht auch diese Odyssee gut aus und wir erreichen den Campingplatz müde, aber unbeschadet.

Sollten die Fahrer der entgegenkommenden Fahrzeuge gedacht haben „Was für Idioten!“ können wir nur kleinlaut zugeben „Ja, ihr habt vollkommen Recht!“ Der kostenlose Shuttle vom Bahnhof zurück zum Campingplatz wäre die bessere Alternative gewesen.

Morgen schauen wir uns Barcelona an und sind gespannt wie ein Flitzebogen. Schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende!

 

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