VON DEN BURGEN IN BELLINZONA ZUM UFER DES LAGO MAGGIORE IN LOCARNO

Habt ihr Lust mit uns auf die mächtigen Festungsmauern in Bellinzona zu klettern? Oder doch lieber ein wenig entspannt am Ufer des Lago Maggiore durch Locarno schlendern? An diesem Reisetag machen wir beides und nutzen wieder unser Gratisticket für die öffentlichen Verkehrsmittel durch das schöne Tessin. Ein weiterer Reisetag, der uns abends nach der Rückkehr den Aufenthalt auf dem Campingplatz direkt auf eine Woche verlängern lässt. Wir zeigen euch gerne was uns im Tessin so begeistert hat.

 

 

 

Kurze Zusammenfassung oder „was bisher geschah“. Wir sind vor drei Tagen mit unserem Pössl im Münsterland gestartet mit dem Ziel Ostern im schönen Italien zu verleben.

Eigentlich, welch faszinierendes Wort, wollten wir auf dem Campingplatz in Cugnasco nur eine Nacht bleiben doch wie sich im Teil 1 nachlesen lässt haben wir unseren Aufenthalt am Anreisetages direkt auf vier Tage verlängert.

Ein völlig neues und ungewohntes Verhalten. Doch es kommt noch besser…

 

 

 

Wir, also mehr ich als Frank, sind zwar total gespannt auf unsere Wanderung durch das Valle Verzasca doch die Sorge dort am Wochenende „keinen Fuß an den Boden zu kriegen“ lässt uns dieses Unternehmen auf einen Wochentag verlegen.

Keine Sorge auch dazu folgt der Bericht so schnell wie möglich.

Wenn man am Sonntag gemütlich ausschläft und sich um 11:53 Uhr auf den Weg zur 650 m entfernten Bushaltestelle macht kann es passieren, dass man den Bus zwar noch an der Haltestelle sieht ihm jedoch nur noch nachwinken kann.

 

 

 

Knapp vorbei ist bekanntlich auch daneben. Die Frage „Wollen wir zum Platz zurück und noch einen Kaffee trinken?“ wird direkt mit einem „Nö, lieber laufen und auf den nächsten Bus warten!“ beantwortet.

Ok, die Strecke an der Straße entlang ist es eher nicht so prickelnd doch das Wetter könnte strahlender nicht sein.

Wir biegen kurz in einen Feldweg ein und schon hat sich auch dieser Weg gelohnt. Liegen dort doch etliche Hochlandrinder friedlich grasend in der Sonne. Meine kleine Welt ist wieder in Ordnung.

Den Bus um 12:57 Uhr verpassen wir natürlich nicht. Für die knapp 10 km benötigt der Bus 21 Minuten und wir treffen pünktlich um 13:17 Uhr am Bahnhof in Bellinzona ein.

 

BELLINZONA

 

Bellinzona liegt in der Tal Ebene östlich des Flusses Tessin am Fuße des Gotthardmassivs.

Bellinzona wird erstmals 590 als ad Bilitionem erwähnt und Archäologen vermuten, dass die Stadt seit 4000 Jahren bewohnt wird.

 

 

 

Hier laufen die drei wichtigen Alpenpässe St. Gotthard, Lukmanier und San Bernardino zusammen.

Wer von dort kam oder wer dorthin wollte, sei es mit friedlichen Absichten als Rom-Pilger oder mit bösen Absichten als Heerführer, der musste durch diesen Engpass hindurch.

 

 

 

Kein Wunder, dass sich Schweizer und Italiener immer wieder um diesen strategisch wichtigen Platz stritten.

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert wurden von Italienern und Schweizern die drei Burgen, von denen aus das Tal des Ticino kontrolliert werden konnte, errichtet bzw. weiter ausgebaut.

Obwohl Lugano, Locarno und sogar Ascona weit bekannter sind ist Bellinzona seit 1803 die Hauptstadt des Tessins.

 

 

CASTELGRANDE

 

Im Zentrum von Bellinzona fällt uns direkt ein gigantischer Felsklotz auf. Oben thront die älteste der drei Burgen, das Castelgrande. Dort schauen wir uns als erstes um. Kommt ihr mit auf eine kleine Klettertour?

 

 

 

Das heutige Aussehen des Innenhofs, die Wiederherstellung der Zugänge, der Lift und die Treppe zur Stadt sowie der teilweise neue Innenausbau sind das Resultat der Restaurierung von 1984-1911 die der Architekt Aurelio Galfetti geleitet hat, eine gekonnte Kombination aus moderne Formen mit altem Gemäuer.

 

 

 

Die drei Burgen von Bellinzona sind im ganzen Alpengebiet die einzige noch vorhandene mittelalterliche Militärarchitektur.

Diese Tatsache ist beeindruckend doch „in echt und vor Ort“ gefällt mir die Kletterei über Stufen, Treppen und Ringmauer mit Zinnen natürlich am besten.

Es fühlt sich an wie eine Zeitreise um etliche Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit. Begünstigt durch die Tatsache, dass wir die Burg fast für uns alleine haben.

 

 

 

An jeder Ecke bietet sich ein neuer Ausblick auf die unter uns liegende Stadt. „Läufst du mit über die Mauer bis ganz nach unten?“ frage ich Frank völlig begeistert doch dem Herrn Gemahl ist ein Päuschen im Schatten genauso lieb. Egal, laufe ich halt alleine.

 

 

 

Während ich über unzählige Stufen abwärts hüpfe scheuche ich etliche Eidechsen auf. Sie flitzen über die sonnengewärmten Steine und verschwinden trotz beträchtlicher Größe ratz fatz in den Fugen.

Jedesmal bin ich Sekunden zu spät um euch hier ein Bild der flotten Tierchen zu zeigen, schade.

Als ich um die Ecke biege kann ich das untere Ende dieser Ringmauer genauso wenig ausmachen wie am oberen Ende meine beste Ehehälfte. Ach nö, da vergeht mir plötzlich die Lust und ich mache auf dem Absatz kehrt und eile wieder zum Gatten zurück.

Kann man auf dem Absatz kehrt machen auch wenn die Wanderschuhe eine flache Sohle haben?? Da bin ich auf eure Antworten gespannt!

 

 

 

 

In der Altstadt mit ihren Gassen und Arkaden um die Piazza di Indipendenza und die Piazza Collegiata geht es ruhig zu.

In einem Straßencafé am Plaza de la Independencia genießen wir einen Kaffee in der Sonne ehe wir uns auf den Weg zur zweiten Burg – Montebello – machen.

 

 

 

 

MONTEBELLO

 

Die Tre Castelli, jene mittelalterlichen Festungen, mit denen die Mailänder Visconti die Talenge abriegeln wollten, gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Hoch über Bellinzona thront 313 m ü. M. auf dem Hügel Montebello das romantische Castello di Montebello.

Die Burg liegt auf einem felsigen Vorsprung östlich der Altstadt und ist mit der Stadtmauer verbunden.

 

 

 

 

1803 ging die Burg in den Besitz des neu gegründeten Kantons Tessin über und wurde im 19. Jahrhundert allmählich dem Verfall überlassen.

Um 1900 gab es erste Bestrebungen, die Burg als Baudenkmal zu erhalten, von 1920 bis 1955 fanden umfassende Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten statt.

 

 

 

Da die Burganlage relativ leicht zugänglich ist, vor allem von Osten her, mussten zusätzlich tiefe Gräben ausgehoben werden.

Der Grundriss hat die Form einer verschobenen Raute, wobei an den beiden stumpfwinkligen Ecken die Stadtmauern anschließen.

Die Kernanlage, ein länglicher und unregelmäßiger Bering, stammt aus der ersten Phase am Ende des 13. Jahrhunderts.

 

 

 

In dessen nordöstlichen Ecke ragt ein Turm mit Zinnen Kranz und flachem Walmdach auf.

Hier bleiben wir nur kurz obwohl die Aussicht und das schöne Wetter auch zu einem längeren Aufenthalt verlocken.

 

 

 

Nach der Besichtigung des Castel di Montebello laufen wir noch ein Stückchen weiter bergauf in Richtung der dritten Burg.

Während Frank in der Sonne parkt (könnt ihr ihn dort unten am Baum mittig stehen sehen?) laufe ich noch ein paar Stufen bergauf doch die Waden erinnern mich an die Wanderung von gestern.

 

 

Zwei Burgen reichen auch mir für heute und nach unzähligen Aufnahmen der strahlend gelben Schlüsselblumen machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.

 

 

 

Weiterführende Info zu Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Burgen und Bellinzona allgemein gibt es hier: bellinzonaturismo.ch

„Warum sollen wir 40 Minuten auf den Bus warten wenn der Zug auf Gleis 2 in fünf Minuten in die gleiche Richtung fährt?“ frage ich Frank unten am Bahnhof angekommen.

Kurze Zeit später (pünktlich) fährt uns der Zug um 16:35 Uhr kostenlos von Bellinzona nach Locarno. So einfach geht das! Mehr Info zum Gratis Ticket Tessin gibt es mit Klick hier.

 

LOCARNO AM  LAGO MAGGIORE

 

2300 Sonnenstunden im Jahr und eine Kirche, deren Gründung auf eine Marienerscheinung zurückgeht – das ist Locarno, die wärmste Stadt der Schweiz.

 

 

 

Die Stadt liegt am Nordufer des Lago Maggiore, beheimatet zahlreiche südländische Pflanzen und begrüßt uns bei strahlendem Sonnenschein.

Das Herzstück ist die Piazza Grande, auf der jährlich das bekannte Internationale Filmfestival stattfindet.

 

 

 

Die engen Altstadtgassen laufen alle auf diese Piazza zu und laden zum gemütlichen Durchschlendern ein. So steht es im Reiseführer doch uns zieht es direkt ans Ufer des Lago Maggiore.

 

LAGO MAGGIORE

 

Der Lago Maggiore, auch Langensee genannt, ist nach dem Gardasee der zweitgrößte der oberitalienischen Seen und liegt 194 m über dem Meer. Seine Gesamtlänge beträgt 65 km, seine Breite liegt zwischen 2 – 4,5 km und seine größte Tiefe 372 m.

 

 

 

Und wenn schon Lago Maggiore dann wollen wir auch direkt erst einmal an den See. Für eine Fährfahrt ist es heute leider schon etwas spät doch die Idee werden wir in einer paar Tagen in die Tat umsetzen und berichten.

Das gleiche gilt für die Fahrt mit der Drahtseilbahn auf den Berg zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso in Orselina.

An dieser Stelle sei direkt erwähnt, dass uns beide Ausflüge sehr gut gefallen hat, Details folgen.

 

 

 

Wir schlendern vom Fähranleger gemütlich entlang der Seepromenade mit zahlreichen mediterranen und subtropischen Pflanzenarten.

Im Frühjahr lädt die Promende auf leuchtend roten Parkbänken zum Verweilen ein und im Sommer spenden Linden den nötigen Schatten.

 

 

 

Da wir uns am Bahnhof schon auf „Abfahrt Bus 18:00 Uhr Linie 311“ geeinigt haben bleibt nicht mehr viel Zeit für Sightseeing. Die nachfolgenden Bilder vermitteln nur ein wenig unsere Eindrücke.

 

 

 

Zurück am Wohnmobil reicht die Sonne noch um ein Stündchen in der Sonne zu sitzen. Bei einem kühlen Feierabendbierchen kommen wir zu dem Entschluss unseren Tessin Aufenthalt nicht nur bis Dienstag zu verlängern sondern einen kompletten Haken an Italien zu machen.

Wir beschließen bis Freitag auf diesem schönen Campingplatz zu bleiben um uns noch weitere vier Tage im Tessin umzuschauen.

Morgen fahren wir endlich ins Verzascatal, Vorfreude pur! Seid ihr schon genauso gespannt wie ich es am Vortag der Wanderung bin?

An dieser Stelle kann schon einmal verraten werden, dass wir uns auf der Wanderung plötzlich im Schnee wieder finden, binnen vier Stunden unterwegs nur einem Ehepaar und einem älteren Herrn mit Hund begegnen und von Natur und Landschaft nachhaltig begeistert sind.

Schaut also gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES
AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie gewohnt am Seitenende!

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8 Kommentare

  1. Die Fotos sehen genau so aus wie bei unserem Urlaub am Maggiore… Damals hat das ein Busunternehmen Bielefeld für uns angeboten und so konnten wir dort ganz entspannt hingefahren werden… Das ist genau der richtige Ort für Leute die eine abwechslungsreiche und vielseitige Natur erleben möchten…

    1. Hallo Tanja, ja genau, die Gegend ist wirklich faszinierend und wir werden gewiss wieder hinfahren. Jetzt waren wir 4 Wochen mit dem Wohnmobil “einmal um Italien herum” – Kalabrien (ganz m Süden) und Apulien (weiter im Norden) haben uns auch sehr beeindruckt. Italien ist auf jeden Fall immer wieder eue Reise wert.
      Liebe Grüße
      Petra

  2. Tolle Fotos und der reinste Burgenmarathon ! Ich lieb ja die Schlösser und Burgen und bin auch somit auf keine Kosten gekommen. Lago Maggiore war ich einmal in “Brissago” ! glaub so hieß das !!!! Ansonsten nie wieder !!!

  3. Danke für Deinen Bericht.
    Kann alles nur bestätigen,denn wir waren vor einigen Jahren eine Woche im Herbst
    im Verzascatal (Sonogno).
    Du frischt mit Deinem Blog immer wieder Erinnerungen auf.

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...

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