VON CARNAC ÜBER QUIBERON ZUR ILE DE RE – HERRLICH!

An diesem Reisetag bestaunen wir Carnac und die weltweit einmaligen Menhire. Die Halbinsel Quiberon hat viel zu bieten und wir wären gerne länger geblieben, aber das Tagesendziel ist die wunderschöne Ile de Ré. Ein Reisetag wie er sein sollte – lasst euch davon berichten…

 

CARNAC UND DIE MENHIRE

 

Um kurz nach halb sieben schleiche ich mich an diesem Reisetag in Carnac aus dem Wohnmobil (Stellplatz mitten in der Stadt) und mache mich auf leisen Sohlen auf den Weg in zu den Menhiren. Den ersten Stop lege ich direkt an der Kirche St. Cornely ein.

 

Die Kirche stammt aus dem 17. Jh. Im Innenraum bedecken seltsame Malereien aus dem 18. Jh. die Gewölbe aus Holz.  So steht es im Reiseführer, aber so früh am Tag sind die Türen leider noch verschlossen. Mir reicht auch der Anblick von aussen.

 

 

Kein einziger Mensch kommt mir so früh am Morgen entgegen, die Stadt wirkt verlassen und lediglich das Gezwitscher der Vögel ist zu hören. Ach, ich liebe diese frühen Morgenstunden wenn die Sonne die Welt gülden leuchten lässt.

 

 

Am Friedhof und so mach üppig bepflanztem Vorgarten vorbei laufe ich weiter in Richtung Steinfelder.

 

 

Hurra, auch hier bin ich ganz alleine. Der frühe Vogel fängt den Wurm, ich sag´s doch immer wieder. Frank schläft noch tief und fest und hält sich eher an die andere Theorie „Der frühe Vogel kann mich mal!“

 

DIE MENHIRE VON CARNAC

 

Das Rätsel der rund 3000 Menhire (Keltisch: „lange Steine“) ist nach wie vor ungelöst. Waren die grob behauenen Blöcke Ausdruck eines religiösen Kultes, dienten sie astronomischen Berechnungen?

 

 

Wie konnten die tonnenschweren „Hinkelsteine“ transportiert werden? Fragen, die bis heute kein seriöser Wissenschaftler beantworten kann.

 

Ebenso wenig weiß man über die Menschen, die diese Steine gesetzt haben, deren Alltag und Kultur. Es mag ein Seefahrervolk gewesen sein, das sich ab ungefähr 4500 v. Chr. formierte.

 

Ähnliche Setzungen und Steinkreise findet man seit dieser Zeit überall in Europa, und zwar ausschließlich in Küstennähe. Dolmen, jene Gebilde aus Stützsteinen und Deckplatten, stellten wahrscheinlich Grabkammern dar.

 

Das Musée de la Préhistoire an der Place de la Cha-pelle in Carnac schildert die menschliche Vorgeschichte anhand von 6000 Exponaten und trägt zusammen, was man bisher über die Steinsetzungen weiß Bretagne Museum in Carnac. (Führungen auch in Deutsch).

 

Heute sind davon noch weit über 2800 Steine in mehreren Gruppierungen zu sehen, auf einer Fläche von 40 Hektar und einer Länge von 4 Kilometern.

Die Anlagen sind mittlerweile eingezäunt und können von April bis September nur im Rahmen von Führungen betreten werden. In den übrigen Monaten ist der Zugang frei.

 

Die Menhire von Carnac bestehen grösstenteils aus dem regionalen Granitgestein der Bretagne. Es handelt sich um ursprünglich über 3000 Menhire, die in Steinreihen errichtet sind.

 

Die meisten Steinoberflächen sind mittlerweile stark verwittert und von Geflecht bedeckt. Um ehrlich zu sein, mir gefallen bei den ersten Bildern oben die Wolken im Hintergrund genauso gut wie die Steine im Vordergrund. Wie seht ihr das?

 

Der Ursprung der Menhire von Carnac stammt aus der mitteleuropäischen Jungsteinzeit, die um 4500 vor Christus begann. Genutzt und erweitert wurden die Megalithanlagen bis ca. 2300 vor Christus.

 

Laut einer Legende entstanden die Menhire von Carnac, als der Römer Cornelius fliehen musste, weil er sich wehrte, dem Kriegsgott Mars ein Opfer zu spenden. Cornelius floh aus Rom bis an die Atlantikküste der Bretagne.

Die Menhire von Carnac sind mehr als eine archäologische Stätte und locken jedes Jahr zahlreiche Pilger an.

Eine Stunde laufe ich ungestört alleine um diese Steinansammlung herum und bin tief beeindruckt. Wie singt Materia so schön „WELT DER WUNDER: es bleibt ein mystischer Ort“.

 

 

Wunder hin oder her, das Handy piept und verkündet „Der Kaffee ist fertig“ und mir fällt auf, dass ich mir echt nach einer, besser zwei Tassen Kaffee ist.

Ich mache auf dem Absatz kehrt und laufe zügig zum Wohnmobil zurück. Wir haben heute schließlich noch so einiges vor.

 

Kaffeegestärkt machen wir uns um halb zehn auf den Weg zur Halbinsel Quiberon. Auf dem Weg dorthin fahren wir noch kurz entlang der anderen Steinfelder.

 

 

Die über 3 km langen Steinreihen der Menhire bilden drei Gruppen: Kerlescan, Le Menec und Kermario. Die Höhe der Steine schwankt zwischen einem halben Meter und 4 Metern, wobei die höchsten Menhire jeweils auf der westlichen Seite stehen. Das mal kurz so am Rande – weitere Info zu den Steinfeldern gibt es hier:

Menhire von Carnac  und hier Wikipedia – Carnac  

 

QUIBERON – STADT UND HALBINSEL

 

 

Die Stadt Quiberon liegt nur knapp 18 km von Carnac entfernt und so erreichen wir unser erstes Reiseziel bereits um 10 Uhr morgens.

 

Quiberon ist eine französische Hafenstadt, ein Kanton und eine Halbinsel im Département Morbihan in der Region Bretagne. Fischerei spielte einst eine große Rolle in der Wirtschaft Quiberons.

 

 

Weit ins Meer hinaus ragt die Halbinsel von Quibéron in der Bretagne und präsentiert mit der wilden Küste, der Côte Sauvage„, eine herausragende Bretagne-Sehenswürdigkeit.

Doch bevor man dorthin gelangt, durchfährt man erstmal den Dünenstreifen der Landenge von Penthievre, deren Sand die ehemalige Insel zur Halbinsel gemacht hat.

 

Hier im seichten Wasser, dem Westwind ungebremst ausgeliefert, tummeln sich Kitesurfer oder Windsurfer, während am Strand die Strandsegler dahinfegen. Den Strandseglern schauen wir später noch ein wenig länger zu – herrlich spannend!

Den Ort Quiberon erreichen, einmal im Kreis und schnell wieder heraus sind eins. Nein, hier bekommt man keinen Fuß an den Boden und erst recht keinen Parkplatz. Und was sollen wir in der Stadt wenn unweit die natur so viel schönes zu bieten hat?

 

Man kann mit der Fähre vom Hafen von Quibéron zur Schönheit im Atlantik, der bretonischen Insel Belle-Île-en-Mer fahren. Aber diese weitere spektakuläre Sehenswürdigkeit ist zumindest einen eigenen Tagesausflug wert, zu dem man besonders früh aufstehen sollte.

Man darf nicht unterschätzen, dass die Hauptstraße der Halbinsel von Qibéron besonders während der Hauptsaison sehr stark befahren ist.

 

Eine spektakuläre wilde Küste im Westen, schöne feine Sandstrände im Osten – auf 14 Kilometern bietet die Halbinsel Quiberon eine Vielfalt an Landschaften, die sofort begeistert.

Ist euch auch schon aufgefallen, dass die Möwen in Frankreich und Spanien viel relaxter sind als die „Nordseemöwen“? Sie kreischen nicht so und flattern auch nicht ständig fort wenn man sie fotografieren will. Dazu noch mehr im „Barcelona Reisebericht“

 

Die nach Westen ausgerichtete, herrlich wilde Küste erstreckt sich auf 8 Kilometern vom Château Turpault bis zur Landspitze Percho. Zerklüftete Klippen, von den Fluten gegrabene Bögen…

Selbst bei ruhigem Wetter ist der Anblick der auf die Felsen donnernden Wellen faszinierend.

 

Weißer Sand, ein smaragdgrünes Meer, braune Felsen… hier könnte ich stundenlang sitzen oder noch lieber den ganzen Tag entlang laufen.

 

Die Halbinsel ist einer der schönsten Surf-Spots der Bretagne, so steht es im Reiseführer und davon können wir uns vor Ort ausgiebig überzeugen.

 

Gerne hätte ich die Halbinsel noch auf dem Fernwanderweg umrundet aber wir haben uns für die Ile de Ré entschieden und bis dorthin sind es noch einige km zu fahren.

Ehe wir Quiberon allerdings au revoir sagen kann ich der Versuchung nicht widerstehen und kaufe Karamellbonbons mit gesalzener Butter, Sardinenkonserven in nostalgischer Verpackung, Kekse in schönen, bunten Blechdosen mit Motiven der Halbinsel Quiberon und natürlich noch ein Magnetschild zur Erinnerung. Ab und zu macht mir einkaufen tatsächlich Spaß. Heute ist so ein Tag!

 

ILE DE RÉ – BESSER ZWEIMAL ALS KEIN MAL!

 

Gut 300 km trennen uns allerdings noch vom Tagesendziel, aber wir freuen uns „wie geck“ auf die Ile de Ré! Hier haben wir bereits vor vier Jahren eine wunderschöne Woche erlebt. An die Radtour „Petra allein nach La Rochelle“ werde ich mich sicher ewig erinnern.

 

 

 

Unterwegs fällt uns auf Höhe Nantes die Abfahrt in Richtung Châteaubriant auf und uns stellt sich die Frage ob hier das bekannte Steak erfunden wurde und recherchieren – also:

ChateaubrianD –  das Fleisch

Chateaubriand oder Doppellendensteak ist ein doppeltes Steak aus der Mitte des Rinderfilets. Es wird vier Zentimeter dick geschnitten und wiegt etwa 400 bis 600 Gramm. Der Name geht auf den französischen Schriftsteller und Politiker François-René de Chateaubriand (1768–1848) zurück.

ChâteaubrianT – die Stadt

Châteaubriant (Bretonisch Kastell-Briant) ist eine französische Gemeinde mit ca. 12.000 Einwohnern im Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire.

 

 

 

Solche weltbewegenden Fragen stellt man sich halt unterwegs um sich die Zeit zu vertreiben. Aber meistens hören wir Musik, laut bzw. sehr laut..

Um meinen grauenhaft schrecklichen Gesang nicht hören müssen könnte ein Grund dafür sein. Denn ich kann eines ganz besonders gut: falsch und laut mitsingen! Unddann kommt die wunderschöne Brücke von La Rochelle rüber zur Ile de Ré in Sicht. Oh wie schön sie doch ist!

 

 

 

Seit 1988 verbindet eine 2,9 Kilometer lange mautpflichtige Brücke die Insel mit dem Festland. Der Mittelteil der Brücke lässt einen Freiraum von 27 m über dem Meeresspiegel, um den Kriegsschiffen der französischen Marine die Einfahrt nach La Rochelle in den Hafen von La Pallice zu ermöglichen.

 

Auf dem Weg in den Norden der Insel kommen uns unglaublich viele Fahrzeuge entgegen. Mehr als drei km eher fünf km Stoßstange an Stoßstange scheinen die Urlauber die Insel fluchtartig zu verlassen. So ist es wenn alle Urlauber auf einmal die Pfingsferien beenden. Da ist Geduld gefragt.

 

Wer Esel mag wird diese lieben…

Freizeittipp Ile de Ré: Früher wurden bei der Arbeit für die Salzgewinnung in den Salzgärten bei Loix großteils Esel eingesetzt, deren Beine zum Schutz vor Insekten mit karierten Hosen bekleidet wurden.

Die hosentragenden Esel sind eines der Wahrzeichen der Insel. Eine große Herde gibt es noch auf dem Gelände der Festung von Saint-Martin-de-Ré.

 

Den Campingplatz „CAMPING ILE DE RÉ LES BALEINES“ haben wir vor einigen Tagen bereits für zwei Tage gebucht. Hin und wieder muss auch einmal ein wenig Ruhe und Erholung sein. Vermutlich wird mir oder uns aber bereits am zweiten Tag schon langweilig… Warten wir es ab.

 

 

Die Sonne scheint zwar noch als wir den Pössl um 18 Uhr auf dem Campingplatz abstellen. Aber es ist windig um nicht zu sagen sehr windig bis stürmisch. Vorzelt aufbauen oder nicht lautet die Frage.

 

 

Wortwechsel: „Ach, Zelt aufbauen macht doch Spaß!“  „Zur Not bauen wir es später einfach wieder ab“.

Wer von uns Beiden welchen Satz von sich gegeben hat weiß ich nicht mehr, aber genau so haben wir es im Laufe des Abends noch gemacht. Aber jetzt erst einmal zum Strand!

 

Der Pössl wird ziemlich durchgeschüttelt und die Wetter App sagt für die kommende Nacht Sturmböen mit 110 km/h voraus.

 

Freundlicherweise kommt noch ein französischer Nachbar vorbei um uns ebenfalls zu warnen, aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Abbau des Vorzeltes schon selber beschlossen.

 

Naja, das Vorzelt leistet ca. zwei Stunden gute Dienste. Bleibt doch der Grill bei einsetzendem Regen wenigstens trocken.“Das Zelt trocknen wir auf dem nächsten Campingplatz oder spätestens in Barcelona!“ (Und genauso wird es kommen… in ein paar Tagen) Fortsetzung folgt!

 

Gibt es etwas gemütlicheres als bei Regen und Sturm im warmen Wohnmobil aus dem Fenster zu schauen? Wir finden nicht! Und wenn ein Tag so herrlich wie dieser war darf es am Abend auch gerne einmal regnen.

Die Nacht wird tatsächlich stürmisch, richtig stürmisch – das Wetter hält was die App versprochen hat. Gut, dass wird das Vorzelt abgebaut haben, denn am nächsten Morgen können wir bei etlichen Wohnmobilen die zerfetzten Markisen und Vorzelte bedauern.

Fahrtstrecke heute: 409km,  insgesamt auf dieser Tour bisher 2544 km

Kosten:  50,00 Euro Souvenirs in Quiberon, 8,00 Euro Maut und 0,80 Euro für 1 Croissant am Morgen als Wegzehrung zu den Menhiren.

 

Das Bilderbuch dieses Reisetages ist nur einen KLICK entfernt.

Eine Liebeserklärung an eine Insel? Ja, das geht! Denn morgen wandern wir sechs Stunden bzw. 17 km für zwei Baguette auf der schönen Ile de Ré.

Sightseeing in Saint-Clément-des-Baleines und Ars-en-Ré ergeben keinen Highlighttag als solchen, aber wird uns wieder einmal erleben wir morgen einen unvergesslicher Tag an der frischen Luft und haben das Glück, dass Regenwolken wieder einmal einen großen Bogen um uns machen. Klickt euch gerne rüber!

Ob wir Barcelona je erreichen werden? Noch trennen uns 882 km, aber bis zum 14.6. bleiben uns ja noch neun Reisetage.

Wir sind jedenfalls mehr als gespannt und werden berichten – schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag!

 

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:


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