SKYWALK AUF EUROPAS HÖCHSTER STEILKLIPPE UND DIE NATURSCHWIMMBECKEN IN PORTO MANIZ

An diesem Reisetag ist der Nordwesten der Insel das erklärte Ziel des Tages. Wir fahren zum Skywalk Cabo Girão (Europas höchste Steilklippe), bestaunen die Naturschwimmbecken in Porto Moniz, essen im Restaurante Vila Do Peixe mit toller Sicht auf den Hafen und schauen kurz am Monte vorbei. Wieder ein lohnenswerter Reisetag der euch einige sehenswerte Orte auf Madeira zeigt. Kommt ihr mit auf Entdeckungsfahrt?

 

 

 

Ihr habt den Reisebericht des gestrigen Tages gelesen? Fein! Für all die anderen: Nach einer Rundtour entlang der Südküste bis zum Leuchtturm in  Ponta do Pargo sind wir gestern ganz zufällig in der Altstadt von Funchal mitten in einem Livekonzert gelandet.

Wir konnten uns einfach nicht losreißen und daher wurde es gestern eeeetwas später und heute früh entsprechend auch… Nun denn, was soll´s? Man soll feste (absichtlich klein geschrieben) feiern wenn es sich anbietet – oder?

 

 

In der Nähe des kleinen Fischerdorfes Câmara de Lobos liegt das Cabo Girão. Es ist 580 Meter hoch und damit die höchste Steilküste Europas. Und genau das schauen wir uns heute als erstes an.

Nicht nur in jedem Reiseführer leicht zu finden sondern auch gut beschildert führt der Weg ab der Autobahnausfahrt zum Cabo Girão kurvig bergauf.

Die Parkplätze sind bereits gut gefüllt und die Reisebusse stehen ebenfalls zahlreich in Reih und Glied. Nun denn, einen kurzen Blick werden wir uns gönnen. Die typischen Touristen Highlights sind eher nicht so unser Ding.

 

 

Das Kap der Umkehr, so der Name ins Deutsche übersetzt, gehört laut Wikipedia zu den höchsten Steilküsten Europas, dessen Wand fast senkrecht zum Meer abfällt.

Einer Legende nach brachen die portugiesischen Entdecker der Insel unter João Gonçalves Zarco hier ihre Erkundung der Küstenlinie ab (deshalb Kap der Umkehr), weil die imposanten Klippen eine Landung unmöglich machten.

 

 

 

Der Skywalk als solcher ist erfreulicherweise nicht überfüllt und ich schaue erst einmal durch die Gitterroste und versuche das „unten“ in Bildern einzufangen. Das geht natürlich auch über die Brüstung, doch dort herrscht noch ein wenig Gedränge.

Die Anbauflächen unten am Meer in 580 m Tiefe stellten in früheren Zeiten eine nur beschwerlich zu erreichende Grundversorgungsmöglichkeit der Bevölkerung dar.

 

 

Es ist ja ganz nett hier, doch wer in den USA am Grand Canyon und am Bryce Canyon ohne Netz und doppelten Boden an der Steilklippe stand hat hier nur ein „ok, ganz nett“ übrig und fährt nach kurzer Zeit weiter.

Unser Fazit: Kann man besuchen wenn es am Wege liegt, weite Wege lohnt es aus unserer Sicht nicht. Der Leuchtturm gestern hat uns irgendwie besser gefallen (weniger touristisch) – Stand der Dinge Dezember. Wie es an diesen Orten im Sommer ausschaut möchte ich mir gar nicht erst vorstellen.

 

 

Der Tag ist jung und wir, naja wir haben jedenfalls noch reichlich Zeit und steuern Porto Moniz und seine Naturschwimmbecken an. 

Über die VE 3 fahren wir wieder gen Osten und bei Ribeira Brava knapp 40 km in Richtung Norden einmal quer über die Insel bis Sao Vicente.

Hier folgen wir nicht den Verkehrsschildern, denn die würden uns durch Tunnel und über die neue Strecke führen. So oft es möglich ist wählen wir den Küstenweg ER101 und fahren direkt am Atlantik entlang Richtung Westen.

 

 

 

Um halb eins legen wir kurz vor Seixal an einem Aussichtspunkt einen kurzen Stopp ein. Die Sicht auf Seixal ist traumhaft schön und die Brandung entspricht unserem Geschmack. So muss der Atlantik sein – rau und wild!

Ach, ich liebe diese Brandung und das Blau des Meeres. Liegt Seixal auf der linken Seite lässt sich an den Felsen zur Rechten ein Wasserfall entdecken.

 

SEIXAL

 

Die Bevölkerung von Seixal  lebt hauptsächlich von Landwirtschaft und Weinbau. Der vom Tourismus spärlich beachtete Ort zeigt noch viel vom ursprünglichen Leben auf der Insel. Obwohl bereits 1553 gegründet, wurde er erst Mitte des letzten Jahrhunderts vom Straßenbau erschlossen.

Im Nachhinein tut es uns leid an diesem Ort vorbei gefahren zu sein, denn in Porto Moniz ist es uns ein Weilchen später (wieder einmal) sehr touristisch. Das wissen wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Gespannt und erwartungsvoll fahren wir nach diesem kleinen Stopp an Seixal vorbei und erreichen Porto Moniz um kurz vor eins über die ER101.

 

PORTO MONIZ

 

Bevor sich auf Madeira moderne Küstenstraßen mit Tunnel durch das Vulkangestein schlängeln galt Porto Moniz als abgeschiedenster Ort der Insel. Heute ist er in einer Stunde von Funchal aus mit dem Auto oder Bus zu erreichen.

Bis zum 19. Jahrhundert waren die dortige Walfangstation und der Handelshafen nur mit dem Schiff zu erreichen. Seinen Namen erhielt der Ort von Francisco Moniz, der im 16. Jahrhundert vom portugiesischen König zum Verwalter der Ländereien in dem neu besiedelten Küstenort bestellt wurde.

Die Parkplätze in der Nähe der Naturschwimmbecken sind, wie zu erwarten, trotz Gebühr alle belegt. Wir finden zwei Straßen weiter auf einem großen Schotterplatz eine kostenlose Parkmöglichkeit und laufen direkt zur Promenade und sind vom Wellengetöse mehr als begeistert.

„Woooow, ist das geil! Wollen wir hier erst einmal einen Kaffee trinken?“ Die Frage wird wie vermutet mit „tolle Idee“ beantwortet und wir suchen uns ein windgeschütztes Eckchen mit Sicht auf das Meer und die Naturschwimmbecken.

 

 

Die Hauptattraktion von Porto Moniz sind zweifellos seine natürlichen Meeresschwimmbecken, die von bizarren Felsformationen aus Lavastein eingerahmt und von der Flut mit kristallklarem Wasser gefüllt werden.

Die  Pools im Vulkangestein berühmt, die ihr Entstehen verdanken die Pools einer Lavazunge, die hier vor Jahrtausenden ins Meer floss und durch Wind- und Wellenkraft ihre poolartige Form erhielten.

 

 

Diese Schwimmbecken sind nicht nur wegen der ausgezeichneten Bademöglichkeiten sondern auch wegen ihrer Schönheit ein idealer Ort zum Erholen, Schwimmen oder Sonnenbaden.

Sonnenbaden ist eh nicht unser Ding und das Wetter lädt nicht wirklich zum Schwimmen ein.

Das Naturschwimmbad ist während unseres Besuches geschlossen bietet dem Besucher an anderen Tagen Umkleidekabinen, ausgezeichnete Duschen, Kindergarten, Erste-Hilfe-Zentrum, Behinderteneinrichtungen, Snackbar und einen Parkplatz. In der Hauptbadesaison kümmern sich fünf Bademeister um eure Sicherheit.

Egal ob ihr (im Sommer) schwimmen oder sonnenbaden möchtet oder Porto Moniz einfach nur besuchen möchtet, eine Fahrt dorthin lohnt sich allein schon wegen der überwältigenden Landschaftsszenerie! Ich denke die Aufnahmen können das ein wenig untermalen.

 

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Nach dem Kaffee laufen wir zunächst bis zum Naturfreibad und sogar noch durch einen kleinen Pfad dahinter so weit wie die Felsen es zulassen.

 

 

Wir (also eher ich) fangen unzählige Eindrücke in Bildform ein und wir (diesmal beide) sind echt begeistert. Die schwarzen Felsen und dazu das kitschig blaue Wasser zaubern Eindrücke, die wir ganz gewiss nicht vergessen werden.

An der Promende entlang spazieren wir von dort aus wieder zurück in Richtung Hubschrauberlandeplatz. Ja, richtig gelesen – hier am nordwestlichen Zipfel von Madeira gibt es einen Hubschrauberlandeplatz und wir fragen uns wer ihn wie oft nutzt. Irgendwie wirkt er sehr, sehr verlassen und vergessen.

 

 

An den Naturschwimmbecken nahe des Landeplatzes (von der Landseite aus gesehen rechts) führen Wege bis an die Becken heran.

Und tatsächlich hüpfen drei oder mehr Jugendliche in Schwimmkleidung herum. Und was machen sie jetzt?? Sie klettern barfuß auf die Lavafelsen… und? Sie haben scheinbar vor von dort in die Pools zu springen… Na, wenn das mal gut geht?!

 

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Keine Sorge meine lieben Leser, es geht gut und das nicht nur einmal. Wieder und wieder klettern sie auf die Felsen und springen mit Begeisterung in die Tiefe. Herrlich!

„Können wir noch auf den Berg fahren? Ich möchte das gerne noch von dort aus sehen und fotografieren“ frage ich im Liebguckmodus und, wie zu erwarten, fahren wir kurze Zeit später die kurvige wie Steile Strecke hoch auf den Berg.

 

 

Hier stehen vereinzelnd einige Häuser und ganz offensichtlich lebt man hier oben von der Landwirtschaft und es wirkt alles wie vor hundert Jahren.

Der Weg ist das Ziel und an einer sehr übersichtlichen Stelle fangen wir die nachfolgenden Aufnahmen für uns und euch ein. Der ein oder andere von euch wird vielleicht nie nach Madeira reisen – euch seien diese Bilder gewidmet.

 

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CAMARA DE LOBOS

 

Von hier oben aus machen wir uns um kurz nach 15 Uhr auf den Heimweg. Im Reiseführer wird das „Restaurante Vila Do Peixe” in Câmara de Lobos sehr lobend erwähnt und uns ist nach “etwas Leckeres Essen”.

Câmara de Lobos liegt im Süden von Madeira, gut 10 km östlich von Funchal. Sie gilt als der madeirensische Fischerort schlechthin und erlangte Berühmtheit, da der britische Premierminister Winston Churchill den Ort auf einem Gemälde verewigt hat.

 

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Knapp eine Dreiviertelstunde später finden wir um 16 Uhr einen Parkplatz direkt gegenüber der Eingangstür. TIPP: Solltet ihr dieses empfehlenswerte Lokal besuchen – fahrt daran vorbei und biegt direkt danach scharf nach rechts ab – in der Tiefgarage gibt es für Besucher Gratisparkplätze. Tische lassen sich übrigens online reservieren.

Wir werden freundlich begrüßt und da 16 Uhr nicht wirklich die typische Essenszeit ist haben wir das Lokal fast für uns alleine und freuen uns über einen tollen Platz am Fenster.

Frank entscheidet sich für das, im Reiseführer lobend erwähnte, „Steak vom heißen Stein“ und ich suche mir an der Fischtheke den freundlichsten Fisch von allen aus.

 

 

Als die Dorade ein Weilchen später heiß dampfend und köstlich duftend vor mir steht muss ich lachen „Schau mal, die lacht mich doch an – oder?“

Ich bekomme recht keine Antwort da die beste Ehehälfte sich völlig dem Steak und dessen Zubereitung gewidmet hat. Ich höre nur noch aaaahh,  hmmmmm und lecker von der anderen Seite des Tisches und schlussfolgere, dass es dem Herrn Gemahl gut mundet.

Als der letzte Fitzel verspeist ist wird die Zufriedenheit  mit einem einem „das beste Steak ever!“ gekrönt und ich schließe mich dieser Aussage gerne an. Mein Fisch hat nicht nur gelächelt sondern war auch super lecker zubereitet.

Im  „Restaurante Vila Do Peixe” stimmt einfach alles – gute Auswahl “an frische Fische” ( fischt Fischers Fritze), der an einer offenen Theke präsentiert wird, freundliches Personal, tolles Ambiente und eine herrliche Sicht auf den Hafen.

Nein, keine Schleichwerbung, sondern nur unser ganz privater Eindruck. Diese Reiseseite ist und bleibt werbefrei. Auf den kleinen Verdauungssparziergang durch Câmara de Lobos nehmen wir euch natürlich auch noch mit.

Charakteristisch sind die vielen bunten Fischerboote am Hafen. In den engen Gassen leben heute noch kinderreiche Fischerfamilien. Gegen Abend kann man dann die Vorbereitungen der Fischer für die Ausfahrt vom Kai aus beobachten. Wir beobachten bei uns eher etwas Müdigkeit…

 

 

Auf dem Nachhauseweg fahren wir noch kurz auf den Monte. Der Ort Monte liegt 600 bis 800 m ü. M. oberhalb der Inselhauptstadt Funchal. Im Zentrum befindet sich die katholische Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte.

 

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Es macht keinen Sinn Bilder „im Dunkeln und auf die Schnelle“ einzufangen, daher muss ich die Aufnahmen betreffend an dieser Stelle auf den nächsten Reisebericht vertrösten.

Wenn ich allerdings daran denke könnte ich schon direkt anfangen zu jammern… So viel sei verraten, wir fahren Seilbahn (toll!), besuchen Monte (sehenswert!) und den Botanischen Garten (erholsam!) und gehen wieder lecker essen (vorzüglich!) – bis es allerdings so weit ist fließen fast Tränen. Himmel die Berge, was ein Tag!

Schaut gerne wieder vorbei (Fortsetzung folgt schnellstens) und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

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6 Kommentare

  1. Die Meeres Schwimmbecken haben mir auch sehr gefallen, vorallen die gemütlichen und lauschigen Plätzchen
    mit Blick in die Brandung. Schwimmen konnten wir nicht, weil das Wetter um den Jahreswechsel zu kühl war.
    Ich denke im Frühjahr bzw. Sommer wird es zu voll sein. Zu viele Leute wissen wo es schön ist .
    Herzliche Grüsse

  2. Hallo Petra, habe die Fortsetzung gelesen und bin schwer beeindruckt, denn die Insel gefällt mir sehr gut, jedenfalls was auf den Fotos zu sehen ist. Diese Meeresschwimmbäder sind schon klasse, gibt’s auf Teneriffa auch und da plantschen die Leute echt auch zwischen den Felsen herum und der Atlantik schwappt immer schön drüber! Madeira ist echt eine Reise wert und wie ich gelesen habe, habt ihr wohl eine Ferienwohnung gebucht und seid nur geflogen und dann mit dem Mietwagen gefahren. So machen wir das auch auf Teneriffa, aber da waren wir nun schon zweimal und sind bereit, neue Inseln zu erkunden. November ist sicher auch noch ein warmer Monat dort. Muss mich mal genauer erkundigen.
    So, nun mache ich mal meinen Beitrag fertig #reisen 🙂 Du bist ja überall “vertreten”. Ich zwischenzeitlich auch auf Twitter @sminki52. Facebook Account dagegen habe ich gelöscht. Herzliche Grüße, Sigrid
    P.S. Seid ihr mit eurem Pössl auch schon mal hier im Südwesten unterwegs gewesen? Sorry, ich habe jetzt nicht nachgeschaut auf deinem Blog!

  3. Also die Fotos der Steilküste sind schon sehr beeindruckend. Da bekommt man vom anschauen schon weiche Knie !!!
    Ganz tolle Aufnahmen und gut fotografiert damit man auch das Gefühl der enormen Höhe sieht und spürt

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...