MADEIRA – SÜDKÜSTE UND DER WESTEN

An diesem Reisetag fahren wir in die Berge zum Caminho Real da Encumeada, entlang der Südküste nach Ponta do Sol und bis an den westlichen Zipfel der Insel zum Ponta do Pargo Lighthouse. Abends schlendern wir in die Altstadt von Funchal und sitzen unerwartet mitten in einem Livekonzert.

Erst um halb elf machen wir uns heute auf den Weg und erreichen um halb zwölf den Parkplatz am Caminho Real da Encumeada (PR12).

 

 

Vielleicht, ganz vielleicht hätten wir eher aufstehen und losfahren sollen denn der kleine Parkplatz ist schon, bis auf einen einzigen Parkplatz, zugeparkt.  Und diese, eher zu kleine, Parklücke ist dem lieben Ehegatten „nicht ganz geheuer“.

Unnötigerweise lungern zusätzlich noch „seltsame Gestalten“ herum, die ganz offensichtlich nicht wandern wollen. Manchmal muss man einfach auf sein Bauchgefühl hören. Also hält die bessere Ehehälfte die Stellung (und hofft auf einen richtigen Parkplatz) und ich erkunde den Wanderweg.

 

CAMINHO REAL DA ENCUMEADA

 

Diese Strecke verläuft am Fuβe der höchsten Gipfel Madeiras und überquert einen Teil des majestätischen Zentralgebirges. Die Perspektive, die diese Strecke anbietet, wechselt mit jeder Kurve, jedem Aufstieg und jedem Abstieg, um die Augen und Seele des Wanderers in Erstaunen zu versetzen.

Entlang dieser Strecke gibt es wunderschöne Ausblicke auf den Encumeada-Pass und auf den Ort Curral das Freiras (das „Nonnental“), der sich fast im Mittelpunkt der Insel befindet. Die Strecke war in der Vergangenheit einer der wichtigsten Verkehrswege der Insel.

 

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Die Aussicht, die sich uns in der näheren Umgebung des Parkplatzes bietet lässt erahnen welch Augenschmaus die komplette Wanderung zu bieten hat.

Uns ist dieses Vergnügen an diesem Tage nicht vergönnt und so entscheiden wir uns spontan gegen die Berge und für das Meer. Was willst du mehr? Meer!

Wir fahren noch ein wenig „kreuz und quer“ durch die Berge und ihre Dörfer und erreichen um halb zwei den Hafenort Ponta so Sol.

 

PONTA DO SOL

 

Das kleine Fischerdorf Ponta do Sol liegt zwischen Ribeira Brava und Calheta und somit im Südwesten der Blumeninsel Madeira. Der Ort hat sich seine Urtümlichkeit bewahrt und beschränkt sich nicht nur auf seine steinige Badebucht. Gemeinhin wird behauptet, es sei der Ort mit den meisten Sonnenstunden der Insel.

 

 

Ponta do Sol findet bereits seit dem 15. Jahrhundert Erwähnung in den Chroniken. Damals erlangte Ponta do Sol durch die Zuckerproduktion großen Reichtum.

Das “weiße Gold” war zu dieser Zeit ein begehrter Handelsartikel und zog reiche Händler und Kaufleute von überall her an.

Früher konnte Ponta do Sol nur mühsam auf holprigen Landwegen erreicht werden. Heute ragt ein Steg weit in das Meer hinein und erleichtert den Zugang zum Ort erheblich.

 

 

 

 

Das beschauliche Fischerdorf macht schon beim Betreten einen sympathischen Eindruck. Kleine Häuschen drängen sich in den schmalen Küsteneinschnitt.

Weiter bergauf sowie an der Hafenfront gibt es auch neuere Hotelbauten und hübsche Villen. Insgesamt wirkt der Ort eher verschlafen und noch ziemlich urtümlich.

Am Ende der Bucht sind die dort vorgelagerten Felszacken über eine steinerne Brücke mit dem Hafen verbunden. Unter ihnen bohrt sich der Tunnel der ehemaligen Uferstraße ins Gestein, der heute nur noch als Parkplatz am Meer genutzt.

 

 

Die begehbaren, dem kleinen Hafen vorgelagerten Klippen bieten eine weite und spektakuläre Aussicht auf die ganze Südküste Madeiras, der Balkon des kleinen Restaurants wahrscheinlich unvergessliche Sonnenuntergänge.

In den ins Meer ragenden Klippen sitzen die Hobbyfischer mit ihren Angelruten wie Möwen auf der Lauer. Darüber erhebt sich eine Steilwand, in die sich sehr pittoresk die Felswand entlang schmiegt.

Schon von weitem lacht uns der Balkon des Restaurants Restaurante Sol Poente“ entgegen. Sein Balkon an der Klippe über dem Hafenbecken erinnert an ein Vogelnest, das sich der untergehenden Sonne förmlich entgegenstreckt.

Das leuchtendgelb gestrichene Restaurant thront oben auf den Felsen und ganz automatisch wächst der Wunsch hier gemütlich mit einem Glas Rotwein auf den Sonnenuntergang zu warten. Dazu ist es mittags um zwei Uhr vielleicht doch noch ein wenig früh.

Wir begnügen uns mit einer Tasse in der Sonne auf eben diesem Balkon und schauen uns danach noch ein wenig im Ort um. Wir laufen auf den Kaimauern, schauen den Anglern zu und ja, hier könnten wir uns auch durchaus einen Aufenthalt vorstellen.

Um halb drei machen wir uns wieder auf den Weg und fahren entlang der Küste Richtung Westen. Ach ist das schön hier!

 

 

PONTA DO PARGO

 

Es eine recht verlassene Gegend die wir um kurz vor sechszehn Uhr erreichen. Ponta do Pargo, die am Westlichsten gelegene Gemeinde Madeiras, thront auf schroffen Klippen mit weitem Blick auf den Atlantik.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Im Vergleich zu anderen Orten hat Ponta do Pargo wenig Spektakuläres zu bieten, so dass die meisten Besucher den Ort allenfalls im Rahmen einer Inselrundfahrt kennen lernen.

Unser Ziel ist der Leuchtturm Farol Ponta do Pargo, der 1922 auf einer Landzunge ca. 2 km westlich der Ortschaft und 300 über dem Meeresspiegel erbaut  wurde. 

 

 

Den Leihwagen parken wir an einem Aussichtspunkt nahe der Steilküste und von dort laufe ich die ca. 800 m zum Leuchtturm. Der Chauffeur möchte lieber die Augen pflegen, soll er doch…

 

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Die Aussicht entlang des Weges und die am Leuchtturm sind atemberaubend. Nach einem Weilchen mache ich mich vergnügt wieder auf den Weg zurück am Leihwagen.

Im Laufe unseres Aufenthaltes haben wir den östlichsten Zipfel Madeiras besucht, den dritthöchsten Berg bestiegen (wenn auch nur vom Parkplatz aus) und heute ist es der westlichste Punkt. Wo auch immer wir uns umschauen – Madeira gleicht einem Bilderbuch in dem der Leser beim Umblättern der Seiten stets gespannt ist was die nächste Seite zu bieten hat.

Daheim in der Ferienwohnung wird die Frage „wollen wir noch in die Stadt laufen?“ lachend mit „ Na klar, wir sind ja heute noch gar nicht gelaufen“ beantwortet.

 

 

 

Unverhofft kommt oft landen wir nach einem Spaziergang durch Funchal rein zufällig (ja nee is klar…) in der Altstadt als eine Liveband gerade ihre Instrumente auf dem Gehweg vor der Barreirinha Bar aufbaut.

 

 

Wir lieben Livemusik! Als die Band zwei Bierchen später Musiktitel von Police anstimmt reicht ein Blickwechsel der in etwa sagt „Wieder alles richtig gemacht… ist das schön hier!“

 

 

Wir schreiben den 28.12.2017, daheim ist es kalt, nass und grau in grau. Weihnachten und Silvester im Süden könnte schon zur Gewohnheit werden…

 

 

Sehr glücklich und super gut zufrieden müssen um kurz vor Mitternacht nur noch die knapp zwei Kilometer bergauf zur Wohnung geschafft werden. Da kommt mittlerweile Routine auf und tut gar nicht mehr so weh in den Waden. Gute Nacht!

Am nächsten Morgen werden wir feststellen, dass es doch etwas spät geworden ist – getreu dem Motto „Bei einer guten Party schaut man nicht auf die Uhr!“

Haben wir früher oft und gerne bis zum Morgengrauen durchgehalten sind die Tage nach einer Party mittlerweile schon ein wenig anstrengend und die Partys dauern nur noch selten bis zum Sonnenaufgang. Auf das Leben ihr Lieben!   

Am nächsten Reisetag ist der Nordwesten der Insel das erklärte Ziel. Wir fahren zum Skywalk am Cabo Girão (Europas höchste Steilklippe), bestaunen die Naturschwimmbecken in Porto Moniz und schauen uns den Nordwesten von Madeira an.

Schaut gerne wieder vorbei oder klickt euch direkt zur Fortsetzung,  denkt jedoch wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie gewohnt am Seitenende!

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13 Kommentare

  1. Wieder mal oder auch wie immer ein toller Bericht, liebe Petra! MADEIRA haben wir auch Visier und wer weiß, ob wir da nicht zum Jahresende hin fliegen! Könnten wir uns sehr gut vorstellen. Deine Fotos laden ja geradezu ein, dort eine Woche zu verbringen. Wir haben gerade wieder ein Wohnmobil gebucht für September in Frankreich. Ein größeres mit Längsbetten, mehr Platz und Komfort. Wir freuen uns schon jetzt und vorher geht’s zum Wandern nach Österreich. Ein schönes Wochenende wünsche ich dir, Sigrid

    1. Liebe Sigrid, herzlichen Dank für deinen netten wie motivierenden Kommentar Madeira für den Jahreswechsel ist sehr empfehlenswert, gerne gebe ich dir Tipps und Info falls gewünscht. Für Frankreich mit dem Wohnmobil ebenso gerne ein schönes Wochenende für euch

    1. Hallo Petra, das liest sich nett, freut mich sehr. Ich bin immer noch begeistert und falls du auch in Porto Moniz bei den Naturschwimmbecken gewesen bist kannst du dich schon auf die Fortsetzung freuen… ie Wellen dort haben mir besonders gut gefallen… Liebe Grüße aus dem ebenso stürmischen Münsterland

    1. Hallo Andrea, man nennt sie nicht umsonst Blumeninsel oder ewig grüne Insel. Wer Landschaft mag wird Madeira lieben… und im Dezember lagen die Temperaturen tagsüber zwischen 15-22 Grad, ideal für Wanderungen und Sightseeing vom grandiosen Silvesterfeuerwerk ganz zu schweigen… Ach.. ich könnte schon wieder

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...

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