AUF DEN SPUREN VON KOMMISSAR DUPIN DURCH CONCARNEAU, FLUCHT AUS PONT-AVEN BIS CARNAC

Vom schönen Campingplatz „Camping Le Helles“ in Combrit fahren wir heute zunächst knapp 30 km in südöstliche Richtung und erreichen das hübsche Hafenstädtchen Concarneau. Auf den Spuren von Kommissar Dupin wandeln wir durch die Altstadt, sichten sein Lieblingsrestaurant und auch das Kommissariat. Den anschließenden Besuch von Pont-Aven brechen wir nach kurzer Zeit ab und flüchten nach Carnac um uns auf einem Spaziergang ans Meer davon zu erholen. Auf geht´s!

 

CONCARNEAU – DIE MEISTBESUCHTE STADT IN DER BRETAGNE

 

Der Ort des heutigen Concarneau wurde im 10. Jahrhundert zunächst von Mönchen der Abtei Landévennec besiedelt.

 

 

Diese errichteten auf einer Insel an der Mündung des Flusses Moros ein kleines Kloster und seit dem 12. Jahrhundert ist die Altstadt „Ville Close“ über eine Brücke mit dem Festland verbunden.

 

Die befestigte Stadt ist einer der am häufigsten besichtigten Orte der Bretagne. Im Sommer sollte man sie am besten am Morgen besichtigen. Und genau das machen wir heute. Es ist zwar schon fast Mittag, aber dennoch nicht überlaufen.

 

Vielleicht hätten wir die schöne Hafenstadt Concarneau auf unserer Frankreichrundreise unbemerkt übersehen, aber seit dem ersten Hörbuch aus der „Kommissar Dupin Reihe“ stand ein Besuch ganz oben auf der TO GO Liste.

 

Der aus Paris strafversetzte Kriminalkommissar Georges Dupin ist eigenwillig und hin und wieder auch mürrisch, zuweilen und ohne Kaffee hin und wieder sogar ungenießbar.

In den ersten Folgen weiß er anfangs gar nicht so recht, wie ihm im Finistère (Finis Terrae = Ende er Erde) geschieht. Der bretonische Name dieses Department lautet allerdings „Penn ar Bed“ was soviel wir Anfang, Spitze oder auch Haupt der Welt bedeutet. Also eher genau das Gegenteil.

 

 

Fünf Jahre und einige Mordfälle später ist Dupin weitgehend bretonisiert. Unermüdlich haben seine Assistentin Nolwenn und Inspektor Riwal ganze Arbeit geleistet. Dupin, Genussmensch durch und durch, lernt bei seinen Ermittlungen reichlich über die Mentalität der Bretonen kennen.

Der Leser oder in meinem Fall Zuhörer erfährt viel über die bretonische Landschaft und die Eigenarten ihrer Bewohner. Bei all den detaillierten Beschreibungen ist Fernweh fast vorprogrammiert.

 

Schon beim Hören hält es mich kaum noch auf dem Sofa, ich kann die Bretagne riechen, hören, schmecken. Das Salz, die Brandung, das unendliche Blau des Meeres.

Nachdem ich fünf Hörbüchern gebannt gelauscht habe, einigen davon mehrmals, ist es heute also endlich soweit. Wir besuchen die Wirkungssätte von George Dupin. Auf geht´s!

Wir parken den Pössl, mit Keilen doppelt gesichert, an einer ziemlich steilen Ortseingangsstraße und laufen Richtung Meer.

 

Als erstes entdecken wir einen riesigen und feinsandigen Strand. Wie schön, dass wir zeitig hier sind denn am Strand ist es noch recht ruhig und bis auf wenige Jogger kaum besucht.

Die feinen Sandstrände und der Jachthafen sind übrigens beliebte Orte für Wassersportaktivitäten und Badevergnügen.

 

Die mit der Küste und der befestigen Stellung verbundene Vergangenheit erschließt sich in den Mauern aus dem 14. Jahrhundert, die Vauban im 17. Jahrhundert vollendete.

 

Auf einer 350 m langen und 100 m breiten Insel gelegen erkennt man sie an ihrem freundlichen Glockenturm und dem Zifferblatt der Sonnenuhr. Halb eins in Concarneau…

„Rapunzel, Rapunzel, lass mir dein Haar herunter!“ kommt mir bei diesem Anblick in den Sinn.

 

 

Zwei kleine Brücken erschließen uns den Weg durch die Tore der Stadtmauern. Die Hauptverkehrsader, die Rue Vauban, wird von bezaubernden Häusern mit der Stadt entsprechenden Schildern gesäumt.

Und bis zu dieser Stelle habe ich bereits mehrmals ein „Oh, ist das schön hier!“ von mir gegeben.

 

Von der Rue Vauban gehen gepflasterte Gassen ab, die sich schließlich zum Fischereihafen hin öffnen.

Durch die Gassen und noch begeisterter über die Festungsmauern laufen wir kreuz und quer und sind von der Aussicht fasziniert. Ich denke, die nachfolgenden Aufnahmen können einen Eindruck vermitteln.

 

 

Eigentlich wollen wir uns während des Rundganges nur ein Bierchen in der Sonne gönn en, aber die Portionen „Fisch & Chips“, die am Nachbartisch serviert werden wecken auch unseren Appetit.

 

Ruhe zum Nachdenken und Erholung nach einem kniffligen Fall findet Kommissar Dupin übrigens im Restaurant „L’Amiral“ direkt gegenüber der Altstadt Ville Close (Eckhaus mit roter Markise).

 

Wer mag kann hier Dupins Lieblingsgericht Entrecôte genießen. Das Steak à la Commissaire steht mittlerweile tatsächlich auf der Karte. Uns reicht die Portion Fish & Chips.

 

 

Jenseits der Mauern gönnen sich die Fischkutter eine wohlverdiente Pause, und zwar sowohl die Hochseeschiffe als auch die Boote der Küstenfischer.

Beim nächsten Besuch werden wir (oder ich alleine) noch früher aufstehen und das dynamische Erwachen des Fischmarktes ab 6.30 Uhr beobachten.

 

Der Hafen ist der führende Thunfisch-Hafen Europas und der drittgrößte Frischfischhafen Frankreichs. Redlicher Betrieb und Abwechslung sind garantiert.

So steht´s im Reiseführer,  allerdings habe diese Passage vor der Reise tatsächlich überlesen. Ich liebe solche Märkte und „nah an der Front bzw. an den Einheimischen“,  dafür lasse ich jede Kirche oder Kunsthalle links liegen.

Und ehe wir nach zwei Stunden „auf den Spuren von Dupin durch Concarneau“ wieder zum Pössl zurück laufen muss natürlich noch ein Foto vom Polizeirevier eingefangen werden.

 

 

Fragt der deutsche Gast im „Office de Tourisme“ von Concarneau nach einem Stadtplan, bekommt er ungefragt zwei Punkte eingezeichnet: das Kommissariat und das Restaurant „l’Amiral“.

Vor der Polizeistation kann es einem passieren, dass man den Hinweis bekommt: „Dupin ist heute nicht da.“ Nun denn…

 

Ein letzter Blick auf den Strand und dann heißt es Abschied nehmen. Schön war´s in Concarneau und obwohl wir diese Hafenstadt an einem Sonntag besucht haben wurde uns weder auf die Füße getreten noch bekamen wir in den Gassen der Altstadt Platzangst. Das schaut in Pont -Aven gleich anders aus, ganz anders!

 

PONT-AVEN – DIE MEISTBESUCHTE STADT IN DER BRETAGNE

 

 

Nicht erst der Krimi Bretonische Verhältnisse von Jean-Luc Bannalec hat Pont-Aven bekannt gemacht.

 

Diese in die grüne Flussmündung des Aven geschmiegte kleine Stadt verdankt ihre Bekanntheit Gauguins Malerschule.

Schlendert man an der Bucht entlang und überquert ihre Brücken, dann ist es ein Leichtes, sich die von der Poesie dieser Landschaften und der Helligkeit des kleinen Hafens begeisterten Künstler vorzustellen.

 

Paul Gauguin erlag schon am Ende des 19. Jahrhunderts den Reizen des idyllischen Ortes, und auch viele andere Maler wurden von dieser Gegend angezogen.

 

Wir erreichen das kleine Städtchen an der grünen Flußmündung des Aven um 15:49 Uhr. Kaum den Ortsrand erreicht kommen wir nur noch im Schritttempo voran. Wenden, abbiegen oder ähnliche „Fluchtversuche“ scheitern. Nun denn „Augen zu und durch“.

War es in Corncarneau noch übersichtlich und nicht überfüllt so finden wir hier die Erklärung. Sämtliche Touristen der Region sind heute im Künsterort Pont-Aven. Alle!

 

Uns bleibt nur der Weg geradeaus und so fahren wir im Zickzack um die Touris herum bis ans Ende des Hafengeländes. Hier parken schon unzählige Fahrzeuge unter und zwischen den Booten. Durchatmen und nur nicht aufregen.

 

Oh Wunder finden wir tatsächlich einen Parkplatz für den Pössl. Tja, wo wir schon einmal hier sind laufen wir wider besseren Wissens den Weg am Fluß entlang zum Ortskern zurück.

 

Der Aven durchquert die Stadt und verwandelt sich dabei von einem kapriziösen Fluss in eine friedliche, von den Gezeiten und einigen Vergnügungsbooten durchzogene Flussmündung.

Der Wasserlauf schlängelt sich zwischen großen runden Felsen hindurch und lässt dabei eine oder zwei hölzerne Räder drehen, die heute noch von den einstmals 14 aktiven Mühlen der Stadt zeugen.

 

Im 19. Jahrhundert schenkt eine Künstlerkolonie, die in diesem friedlichen Ort eine Schule gründet, dem Dorf neue Farben. Und noch heute setzen die zahlreichen Kunstgalerien des Ortes die damalige Künstlertradition fort.

 

Touristisch war Pont-Aven schon immer, doch seit dem Erfolg der Dupin-Krimis kommen noch mal 70 Prozent mehr Besucher als sonst. Ist ja auch ein Ort, der aus dem Bilderbuch entsprungen sein könnte mit Boutiquen, Galerien, Spezialitätengeschäften und Cafés. Wie nah Segen und Fluch doch nebeneinander liegen können.

 

Die Promenade Xavier-Grall führt den Besucher über versteckte Übergänge, an Waschplätzen und ehemaligen Mühlen vorbei von einem Ufer zum anderen.

Die blühenden Flussufer bilden bunte Farbkleckse vor den Steinmauern und -brücken.

 

Zwischen in den Ort fahren und ihn kurze Zeit später fluchtartig wieder verlassen vergeht keine Stunde.

Das Städtchen ist schön, keine Frage, aber solltet ihr euch diese Hafenstadt anschauen wollen plant einen Besuch an einem Werktag außerhalb der Saison – oder packt euch viel Geduld in die Tasche. Uns war der Trubel und Massentourismus jedenfalls ein Greuel und die Stadt hatte keine recht Chance uns zu überzeugen.

Da lob ich mir die Wanderungen auf dem GR 34 entlang der Steilküste fern ab des Trubels. Jedem das Seine…

 

 

Wir fahren gut 80 km in südöstliche Richtung und finden auf dem kostenlosen Stellplatz in der Ortsmitte von Carnac unser Tagesendziel.

INFO:

Aire de Carnac Kostenloser Stellplatz der Gemeinde, am Rand des Zentrums, 2 Kilometer vom Strand entfernt. Frischwasser 2 Euro, Entsorgung frei,

Square Illertissen, 56340 Carnac – GPS: 47°3509N, 03°0457W.

Falls ihr unterwegs über die Promobil App keinen Wohnmobilstellplatz findet sei hiermit die Alternative Campercontact empfohlen.

 

Was liegt näher als nach einem solchen Tag auf einer Wanderung zum Strand ein wenig frische Luft zu schnappen? Und so machen wir uns auf den Weg und erreichen eine dreiviertel Stunde später den Strand.

 

Morgen erkunden wir die 3000 Steinmale für die der bretonischen Badeort Carnac  berühmt ist. Stumme Zeugen einer sagenumwobenen Kultur.  Eigenartig wirken die vor langer Zeit von Menschenhand gesetzten Steinreihen, die am nördlichen Ortsrand ihren Anfang nehmen.

 

Das Rätsel der rund 3000 Menhire (Keltisch: „lange Steine“) werden auch wir morgen nicht lösen dafür aber wieder einen tollen Reisetag erleben. Wir besuchen die Halbinsel Quiberon und freuen uns auf das Tagesendziel Ile de Ré.

Klickt euch gerne direkt weiter oder schaut wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare:

 


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