WOHNMOBILTOUR: SAUERLAND VON MENDEN BIS ATTENDORN

An diesem Wochenende fahren wir von Menden durch das Hönnetal und herrliche Naturschutzgebiete bis Balve. Die Wohnmobiltour führt uns bergauf und bergab über verlassene Landstraßen vorbei an Plettenberg bis nach Attendorn. Von dort wandern wir an den Biggesee. Im Radio besingt Louis Armstrong: What a wonderful world und wir denken „Ja, diese Welt ist schön!“ Lasst euch ein wenig ins Sauerland entführen…

Ein Bauer stand im Sauerland
und dachte drüber nach,
dass Hühner auf der Stange sitzen,
Tauben auf dem Dach.
Inzwischen in sein Hühnerstall,
da tobt der Fuchs ganz munter,
und holt die Hühner nach und nach
von ihrer Stange runter.

Wer kennt es nicht – das Sauerlandlied von Zoff?

Sanfte Hügel auf denen Kühe grasen: Sauerland

Nach einer Party mit Freunden im schönen Menden (ausführlicher in einem älteren Bericht beschrieben) fahren wir am Samstagvormittag weiter im üblichen „Autobahn meiden Modus“.

Hemer und das Felsenmeer

An der Strecke liegt das Felsenmeer von Hemer, aber auch das haben wir bereits besucht. Solltet ihr in der Nähe sein – ein kurzer Abstecher lohnt sich.

Ein stetes bergauf und bergab: Sauerland

Das Felsenmeer von Hemer steht seit 1968 unter Naturschutz und kann auf gut ausgebauten Wegen erkundet werden. Seit 2005 gilt das Felsenmeer auch offiziell als „Bedeutendes geologisches Denkmal Deutschlands“.

Balve - ein hübscher, sehenswerter Ort im Sauerland

Über die B 515 fahren wir gen Süden und legen unseren ersten Stopp des Tages in Balve ein.

BALVE – oder ein Mammut kommt selten allein

Balve liegt im Hönnetal, einem Flusstal im Sauerland. Über viele Jahrhunderte war die Stadt eine Grenzfestung des kurkölnischen Sauerlandes.

Fachwerkhäuser und bunte Blumen im Vorgarten - oft anzutreffen im Sauerland

Ihr Wahlspruch „Säu faste ärre Balve“ (so fest wie Balve) ist Ausdruck ihrer Wehrhaftigkeit. Stadtrechte besitzt dieses kleine Städtchen seit 1430.

Fast zu übersehen - ein weißes Mammut

Bekannt ist der Ort vor allem durch die Balver Höhle, die zu den wichtigsten Fundplätzen der Mittleren Altsteinzeit zählt und zugleich als größte „Kulturhöhle“ Europas gilt.

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Mammuts wohin man schaut… und das in Balve!

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Vor rund 4 000 Jahren starben die letzten Exemplare der Gattung Mammut aus, mehrere Millionen Jahre hatten die beeindruckenden Tiere das Geschehen an Land mitbestimmt.

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Im Mai 2011 tauchten 30 große und 60 kleine Mammuts in Balve wieder auf, mehr als 70 Jahre nachdem in der Balver Höhle der Zahn eines echten Mammuts gefunden worden war.

Die großen Exemplare sind verschieden bemalt und glänzen am Ortseingang, vor Geschäftseingängen oder dem Vordach des Rathauses.

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Der Balver Höhle statten wir keinen Besuch ab – das Wetter ist viel zu schön als dass wir unsere Zeit „indoor“ verbringen möchten.

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Den kurzen Abstecher von Balve zum Schloss Ocklum hätten wir uns sparen können. Mehr ist dazu nicht zu schreiben…

Ist Frank stets ein wenig (oder mehr stolz auf den soliden Dieselverbrauch unseres Pössl) „versaut“ er den Durchschnittswert auf der folgenden Strecke durch stetes bergauf und bergab.

Zunächst über die B 229 und weiter über die L 697 Affeln (ein Affe zwei Affeln?) wird das Sauerland dem Spruch der „tausend Berge und mehr“ gerecht.

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Der höchste Berg des Sauerlandes ist übrigens mit 842 Metern der „Kahle Asten“ bei Winterberg. Wer Anhöhen über 300 m mitzählt kommt auf über 1755 Gipfel. Dies einmal so am Rande…

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Ach so – das Sauerland verfügt weiterhin über 35 Stauseen – mehr als sonst wo in Europa auf vergleichbarer Fläche – klickt euch einmal zur Übersicht – natürlich im Anschluss dieses Berichtes.

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Die Sicht auf Plettenberg ist beeindruckend – das Panoramabild gibt es in Großformat mit Klick aufs Bild.

Lennestrand, Misthaufen, die qualmen und keine Palmen – der Text der Sauerland-Hymne der Gruppe Zoff bringt es schon irgendwie auf den Punkt:  Natürlich gibt es auch in Plettenberg so manche Ecke, die jedes Vorurteil in Sachen Sauerland herrlich bestätigt.

Malerisch gelegene Ortslagen zwischen Fichtendickicht und gurgelndem Bächlein, an denen sich Hase und Igel Gute Nacht sagen bilden aber auch einen schönen Kontrast zum pulsierenden Leben in Plettenberg.

Noch ein kleines Stückchen über die Oestertalstrasse und Plettenbergstraße geht es kurvig weiter bis Attendorn.

 

Attendorn am Biggesee

Attendorn liegt im Kreis Olpe im südlichen Sauerland. Überregional bekannt ist Attendorn durch die Tropfsteinhöhle Atta-Höhle und den Biggesee.

Seit 19. März 2012 darf Attendorn den offiziellen Zusatz Hansestadt führen.

 

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Nach einer stärkenden Tasse Kaffee machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Biggesee.

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Eingebettet in einer schönen Umgebung und in unmittelbarer Nähe zum Biggesee ist Attendorn genau das richtige Ziel für unsere heutige Wanderung.

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Steil bergab laufen wir zuerst durch die Großbaustelle mitten in der Innenstadt und über den Wochenmarkt auf dem um 13 Uhr die letzten Waren wieder eingepackt werden.

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An der Bigge entlang führt der Weg gut beschildert durch den Wald. Zeitweise haben wir das Gefühl ganz allein unterwegs zu sein. Herrlich ruhig und erholsam.

Die alte Hansestadt Attendorn hat ausser dem wunderschönen Biggesee noch weitere Attraktionen zu bieten:

  • Atta-Höhle – eine der schönsten und größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands
  • Sauerlandmuseum – Geschichte und Naturgeschichte der Region
  • Sauerländer Dom – Wegen der großen Dimensionen des Kirchenschiffes der Pfarrkirche St. Johannes Baptist so bezeichnet.
  • Historischen Altstadt – lädt zum Verweilen ein

Auf der folgenden Seite findet ihr alle wichtigen Informationen rund um Attendorn:

Attendorn Tourismus

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Nachfolgend direkt für die Wohnmobilisten unter unseren Lesern eine kleine Liste der naheliegenden Stellplätze:

D-57439 Attendorn Atta-Höhle
D-57462 Olpe
D-57368 Lennestadt-Altenhundem
D-58840 Plettenberg Freizeitbad
D-58849 Herscheid
D-58791 Werdohl
D-58809 Neuenrade
D-58540 Meinerzhagen

 

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BIGGESEE – einer von 35 Stauseen im Sauerland

Und während ihr mehr oder weniger ausführlich die oben aufgeführten Infos studiert und Bilder angeschaut habt sind wir am Biggesee angekommen. Sieht das nicht toll aus?

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Ein kühles Bierchen in der Sonne am „Leuchtturm“ verschieben wir auf den Rückweg.

Nach einer Woche Sonne – Regen – Sonne – Wolken – Mix traut man dem deutschen Sommerwetter (welcher Sommer?) ja nicht weiter als man es sieht.

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Noch ist der Himmel blau und ich möchte ein paar Bilder vom Biggesee einfangen ohne gegen die Sonne zu blinzeln.

Seit April 2013 beschert die Aussichtsplattform „Biggeblick“ den Besuchern in 90 m Höhe eine tolle Sicht auf den Biggesee und auf die Burgruine Waldenburg.

Zum Fotografieren solltet ihr euren Besuch auf den frühen Vormittag legen – sonst wird es aufgrund der direkt ins Objektiv scheinenden Sonne schwierig.

Oder ihr verlegt den Spaziergang hoch zur Aussichtsplattform auf den Abend – in der Dunkelheit beleuchten blaue LED-Lampen den unteren Ring der Plattform und die “Nadel” auf der Plattform wird von weißem Licht in Szene gesetzt.

Von diesem Event lese ich (wie so oft) erst jetzt beim Recherchieren nach der Tour… Na dann eben beim nächsten Mal!

Nach unserer Wanderung testen wir erst einmal die Ruhebänke. Kommentar des Ehegatten „Ich schlaf hier gleich ein…!“ Zu deutsch – getestet und für gut befunden.

Diese bequeme Variante einer Parkbank trifft man immer häufiger an – und das ist gut so!

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Nach diesem Erholungspäuschen machen wir uns auf den Rückweg und landen trotz Zickzackkurs direkt im Leuchtturm.

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Das kühle Bierchen geht runter wie Öl und es trifft wie so oft der Spruch zu „Sommer ist, wenn der gewöhnliche Deutsche sich in den Schatten setzt!“

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Mit Sicht auf den Biggesee schmeckt es doch gleich noch einmal so gut. Aber es nutzt alles nix – wir müssen die gleiche Strecke noch einmal zurück laufen… Dann mal los!

Auf zur Burg Schnellenberg

 

Burg Schnellenberg

Für die Nacht haben wir uns den Stellplatz in bzw. bei Olpe ausgesucht. Und so machen wir uns nach Rückkehr am Pössl auf den Weg an das andere Ende des Biggesee legen aber vorher noch einen kleinen Zwischenstopp an der Burg Schnellenberg unweit von Attendorn ein.

 

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Die Burg wurde 1222 als kölnische Schutzburg für Attendorn gegründet. Zweck der Errichtung der Burg war die Sicherung der Heidenstraße.

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Am Parkplatz vor der Burg sind Rad- und Wanderwege beschrieben – die tolle Landschaft und die Ruhe hier oben laden förmlich zu Erkundigungstouren ein.

 

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Es gibt unzählige Wanderwege im Sauerland – mit Klick aufs Bild gelangt ihr zur Seite „Ausgesuchte Rundwanderwege im Sauerland“.

 

Biggesee am Abend im Gegenlicht
Biggesee am Abend im Gegenlicht

Unterwegs legen wir ob der tollen Aussicht hier und da noch einen Stopp ein – sieht das nicht toll aus? Das nutzt nix – da müssen wir näher ran.

 

Und so sieht dieser kleine Jachthafen von der anderen Seite aus

Und so sieht dieser kleine Jachthafen von der anderen Seite aus

Die Strecke von Attendorn nach Olpe gibt immer wieder traumhafte Sicht auf den Biggesee frei

Die Strecke von Attendorn nach Olpe gibt immer wieder traumhafte Sicht auf den Biggesee frei…

 

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Wer einen (schönen) Stellplatz haben möchte sollte sich zeitig auf den Weg machen.

Am Stellplatz in Olpe am Freizeitbad ist es uns jedenfalls viel zu voll und der Stellplatz in der Nähe von Altena ist ebenfalls voll belegt.

Nein, ist er „eigentlich“ nicht! Wenn aber Luxusliner plus Anhänger für den mitreisenden PKW plus 5 m „Auffahrfläche für ebensolchen PKW den Platz für drei „normale“ Wohnmobile belegt muss man halt die Achseln zucken und weiterfahren.

Haben wir schon des Öfteren überlegt uns irgendwann, wenn wir nur noch unterwegs sein werden, einen kleinen Fiat 500 o.ä. als Nachziehtier an den Pössl zu hängen ist dieser Plan aus den soeben genannten Gründen wie die berühmte Seifenblase geplatzt.

Lieber Ehegatte hier auch für dich zum Nachlesen: NEVER EVER! Mit solch einem Fuhrpark wäre die heutige Tour ebenso wenig möglich gewesen wie unzählige andere Touren durch enge Altstadtgassen und engkurvige Serpentinen. Und wie oft haben wir für uns und unser „Pösselchen“ an entlegenen Orten die tollsten Stellplätze gefunden.

 

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Im entspannten Reisemodus fahren wir am späten Abend gen Norden und landen am Schloss Nordkirchen. Die zwei Bilder oben sind von einem früheren Besuch. Nicht umsonst spricht man vom Westfälischen Versailles.

Solltet ihr in der Nähe sein – der Abstecher kurz „runter von der A1“ ist aus unserer Sicht lohnenswert.

Leider lädt das Wetter am nächsten Morgen nicht unwiderstehlich zur großen Wanderung durch das Münsterland ein und wir fahren die letzten 50 km heimwärts.

 

Emsbrücke in Greven

Und siehe da – daheim scheint die Sonne und nach einer ausführlichen Runde um Greven ist es abends noch immer warm genug um sich mit Freunden im Biergarten zu treffen. Aber auch das schönste Wochenende geht einmal vorüber.

Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende. Sollte das Wetter mitspielen fahren wir am nächsten Donnerstag (endlich freitags wieder frei!!) nach Schleswig-Holstein oder zu den Ostfriesen an die Nordseeküste oder… wir warten einfach ab wohin uns die Wettervorhersage treibt.

Schaut also wieder vorbei und vergesst bis dahin nicht:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Zum Beispiel einen besonders schönen Ort zwischen Nordseeküste und den bayrischen Alpen besuchen den ihr bisher nur von Bildern kennt. Es gibt sooo viele davon!

 

2 Kommentare

    1. Hallo Silke,

      „sachichdoch“ Wie immer freut mich dein positiven Feedback -Danke dafür.
      Wir sind gerade auf dem Rückweg von einer ausgesprochen abwechslungsreichen Wohnmobiltour. Der Bericht folgt in den nächsten Tag… schönen Restsonntag

      Beste Grüße
      Petra

Ich bin gespannt auf euren Kommentar...