WOHNMOBILTOUR NACH BAD SEGEBERG UND ALLERLEI GUTE UND SCHLECHTE MUSIK

Fury in the Slaughterhouse ist eine von 1986 bis 2008 und erneut ab 2017 bestehende Rockband aus Hannover, die auch international Erfolge verzeichnen konnte.

55 DM für zehn Top Bands… lang lang ist´s her

Am 26. Juni 1993 traten neben den fantastischen Vier, Willy de Ville und Neil Young auch Fury in the Slaughterhouse auf dem 9. Schüttorfer Open Air auf. Wie ihr kennt das Schüttorfer Open Air nicht?

Schüttorf´s gute Stube, der Marktplatz

Das Schüttorf Open Air war in den Sommern von 1980 bis 1994  jahrelang eine bedeutende überregional weit bekannte Veranstaltung. Die Schüttorfer erinnern sich auch heute noch an Schlammschlachten oder leicht bekleidete Gäste auf den Vechtewiesen in Schüttorf.

Bekannte Bands waren zum Beispiel The Cure, Depeche Mode, Midnight Oil und Whitesnake. Auch Frank Zappa, Rod Stewart, BAP, Simple Minds, David Bowie, BBM oder Die Toten Hosen traten in Schüttorf auf. 1995 gab es dann noch einmal ein Schüttorf Open Air bei Gildehaus, auf dem die Rolling Stones als Hauptakt im Rahmen der Voodoo Lounge Tournee auftraten.

Warum erzähle ich euch das alles? Erstens weil ich mich als Schüttorferin total gerne an diese Open Airs erinnere. Und weil zweitens seit eben jenem Auftritt von „Fury“ im Jahre 1993 bei uns die bekanntesten Titel auf jeder Party zu hören sind und während der Fahrt oft genug die Boxen dröhnen lassen.

24 Jahre später ist es ein wenig teurer aber noch jeden Cent wert

Als wir eher zufällig von der Wiedervereinigung lesen sind die Tickets schnell gekauft. Terminlich passt in unseren „Freizeitkalender“ nur das Konzert am 12. Mai in Bad Segeberg. Dort waren wir bisher noch nicht und so machen wir uns am Donnerstagabend auf den Weg.

Kostenlos und sehr ruhig – der Stellplatz in Ottersberg

Nach einer Zwischenübernachtung auf dem ruhigen und kostenlosen Stellplatz in Ottersberg fahren wir am Freitagmorgen weiter nach Bad Segeberg.

Die Kreisstadt Bad Segeberg liegt im östlichen Teil des Landkreises Segeberg, inmitten des Städtedreiecks Hamburg – Lübeck – Kiel und somit 321 km von unserem Heimatort Greven im schönen Münsterland entfernt.

Während der Fahrt regnet es und der Himmel sieht eher grau in grau aus. Nicht die allerbesten Aussichten für ein Open Air Konzert. „Das wird schon noch!“ muntern wir uns unterwegs gegenseitig auf.

Glück gehabt – das letzte freie Plätzchen gerade noch erwischt

Am Reiseziel angekommen erwischen wir auf dem Stellplatz einen der letzten freien Plätze. Obwohl es hier 23 Stellplätze gibt ist der Platz an einem ganz gewöhnlichen Freitag bereits um 11 Uhr belegt.

Ich sehe die Wohnmobile in den nächsten Jahren analog zu den LKW Fahrern vergeblich nach einem Platz für die Nacht suchen. Ein Grund mehr für einen „kleinen Pössl“, der steht auch gerne mal einfach so am Straßenrand.

In unmittelbarer Nähedes Stellplatzes liegt die Jugendherberge

Nach einer Tasse Kaffee machen wir uns auf den Weg und wollen erst einmal schauen wo sich die Bühne für die abendliche Veranstaltung befindet.

Das ältesten Bürgerhaus der Stadt

Auf dem Weg in die Stadt kommen wir am ältesten Bürgerhaus der Stadt vorbei. Hier befindet sich seit 1964 das Bad Segeberger Museum. Die  Urzelle dieses Fachwerkgiebelhauses stammt noch aus der Notzeit nach dem Stadtbrand von 1534.

Aber da wir eher die Outdoor Begeisterten sind lassen wir das Museum links liegen und folgen den Wegweisern „Freilichtbühne“ bergauf.

Gut beschildert – Bad Segeberg

Der 91 m hohe Kalkberg inmitten des Stadtgebietes gilt als Wahrzeichen der Stadt und der Weg dorthin ist gut beschildert. Schon seit 1952 finden in den Sommermonaten vor der Kulisse des Kalkberges die Karl-May-Spiele statt.

Und statt wilder Indianer und galoppierender Pferde heizen in einigen Stunden „Fury in the Slaughterhouse“ den Fans ordentlich ein. Naja, das wollen wir jedenfalls mal so hoffen!

Ob wir anschließend sagen werden „Won´t forget these days“ oder doch eher denken „Time to wonder“?

Wir sind auf jeden Fall schon ziemlich aufgeregt und freuen uns „wie Bolle“ auf das heutige Livekonzert. Leider ist der Zugang zur Bühne von allen Seiten versperrt und gut bewacht.

Viele fleißige Hände putzen Tische und Bänke, ziehen rotweiße Flatterbänder oder bewachen die Eingänge.

Nach ein paar Aufnahmen machen wir uns entlang recht hübscher Häuser wieder auf den Weg und laufen in Richtung See.

Innerhalb der Seen Ostholsteins zeichnet sich der Große Segeberger See durch eine besondere Entstehungsgeschichte aus.

Der Große Segeberger See entstand am Ende der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren

Nach dem Auftauen des eiszeitlichen Permafrostbodens konnte freiwerdendes Grundwasser allmählich Steinsalz und Gips im Untergrund auflösen und Hohlräume im Untergrund auslaugen. Die darüber liegenden Gesteins- und Ablagerungsschichten sackten nach und hinterließen Senken, die sich mit Wasser füllten.

Nach einer möglicherweise durch ein Erdfallereignis in späterer Zeit teilte sich das ursprüngliche Gewässer in den Großen Segeberger See und den nordöstlich gelegenen deutlich kleineren Klüthsee.

Noch haben wir den See für uns ganz alleine – still ruht der See sozusagen

Wir laufen ein Weilchen am Ufer entlang aber der Plan den See komplett zu umrunden wird (leider) verworfen. „Wir haben ja heute Abend schließlich noch etwas vor!“ stellt die bessere Hälfte sachlich richtig fest.Obwohl es mich schon reizt die 14 km rundherum zu laufen…

Reichlich Wanderwege stehen zur Auswahl

Nach etlichen km wird es langsam Zeit an den Rückweg zu denken und da mir zweimal der gleiche Weg zu langweilig ist schlage ich vor einem der Wege „links nach oben in den Wald“ zu folgen.

Der Weg ist schmal und ein wenig wellig. Herrlich! Man hat von hier oben die viel bessere Aussicht und muss auch nicht auf Radfahrer achten.

 

Guten Appetit!

Hatte ich erwähnt, dass sich das Wetter im Laufe der Wanderung geändert hat? Die Sonne scheint und es ist richtig warm geworden. Gute Aussichten für das Konzert.

Am Wohnmobil zurück baut Frank den Grill auf und wir testen schon einmal das erste Bierchen in der Sonne. Nach ein bisschen Smalltalk mit den Nachbarn wissen wir, dass etliche Gäste entweder heute zu „Fury“ wollen oder am Samstag zu Santiano. Und alle hoffen auf gutes Wetter.

Ach ist das aufregend…

Und dann ist es endlich soweit! Die Bühne ist schnell erreicht und ehe wir auf unsere Plätze zusteuern bestaunen wir erst einmal die tolle Kulisse und beschließen bei Gelegenheit wieder nach Bad Segeberg zu reisen um uns die Karl May Spiele anzuschauen.

 

Gute Sicht von allen Plätzen ist bei dieser Anordnung garantiert

Mit 10 Minuten Verspätung legen „Fury in the Slaughterhouse“ von Anfang an richtig los. Mit „Dance on the Frontline“ sind die 9500 Fans im Kalkbergstadion gleich auf Betriebstemperatur. Hin und wieder blicken wir zum Himmel und warten auf die Klassiker wie „Time to wonder“, „Radio Orchid“ und „Won´t forget these days“.

 

Einfach nur toll wie Fury von Anfang an Gas gibt! Zwischendurch gibt es ein paar ruhige „Einlagen“

An Energie haben die Musiker um Kai und Thorsten Wingenfelder nichts verloren. Mit gewohnter Begeisterung präsentierten sie ihre Songs, mit denen sie ab Mitte der 80er Jahre uns und eine große Rockgemeinde verzückt hatten. Von Titel zu Titel hält es kaum noch jemanden auf den Sitzen…

 

Gänsehautfeeling als hunderte von Lämpchen erleuchten und sich im Takt bewegen

So pünktlich wie das Konzert begonnen hat ist es um kurz nach 22 Uhr auch beendet. So ist das nun einmal in Bädern und Kurstädten. Noch völlig im Furyfieber lassen wir beim anschließenden Bierchen mit den Wohnmobilnachbarn den Abend und das megageile Konzert noch einmal Revue passieren.

Der Regen fällt ab ca. 22:30 Uhr auf die Markise… Was haben wir doch ein Glück mit dem Wetter gehabt.

Nachfolgend eine kleine Zusammenfassung des Konzertes. Ich muss erwähnen, dass es mit dem Handy aufgenommen wurde. Der Ton ist nicht so prickelnd dennoch sollte die Stimmung ein wenig „rüberkommen“.

Nach Bad Segeberg fahren wir auf jeden Fall noch ein weiteres Mal – der Stellplatz, die Wanderwege, der See und auch die Karl May Spiele sind schon vier gute Gründe.

Am Samstagmorgen machen wir auf den Weg nach Oldenburg. Der aufmerksame Leser kennt unsere Freunde dort. Kennengelernt haben wir vier uns auf der Rundreise durch  die USA und uns direkt so gut verstanden dass wir auch die Karibikkreuzfahrt gemeinsam  gebucht haben.

Da Oldenburg quasi auf unserem Heimweg liegt ist ein Treffen mehr als naheliegend. Den Nachmittag verbringen wir dort bei Kaffee und Kuchen, gehen gemeinsam essen und beschließen abends gemeinsam ESC zu schauen.

ESC 2017

An diesem Abend schauen Frank und ich dieses „Spektakel“ zweimal. Zum ersten und auch zum letzten Mal! Und dabei hat doch alles ganz harmlos angefangen… jeder von uns wählt seinen persönlichen Favoriten damit es am Ende etwas spannender wird.

Mir gefällt der polnische Beitrag und Frank ist von der Kandidatin, die für Frankreich antritt, begeistert. Auf das Lied hat er wahrscheinlich nicht geachtet. Und auch Bernd und Corinna suchen ihre potentiellen Sieger aus.

Buntes Finale des ESC 2017

Bei dem Beitrag Portugals sind wir uns allerdings noch vor dem Ende der Darbietung einig – „Salvador Sobral und sein Amar pelos dois“ gehört auf den letzten sprich 26. Platz. Aber es sollte anders kommen, ganz anders. Bei der dritten Zusammenfassung hören sich alle Titel schon irgendwie ziemlich gleich an und wir können uns das Gähnen kaum noch verkneifen. Laaaangweilig…. Aber das stehen wir jetzt durch!

Salvador Sobral wird tatsächlich Sieger des Eurovision Song Contest 2017

Als der portugiesische Beitrag zum wiederholten Male zwölf Punkte erhält kann die Sinnfrage bei uns vieren nicht mehr beantwortet werden und wir hoffen auf eine Korrektur durch die Zuschauerabstimmung. Doch auch diese Hoffnung platzt wie eine Luftblase.

Noch mehr möchte ich zu diesem Debakel nicht schreiben.

Am Sonntagmorgen scheint die Sonne! Nach dem gemeinsamen Frühstück ist uns und mir im Besonderen nach Laufen. Wir verabschieden uns von den „Oldenburgern“, versprechen bald wieder zu kommen und fahren auf dem Heimweg an der Thültalsperre vorbei.

Ja, genau wie beim letzten Besuch im November letzten Jahres. Die nachfolgenden Bilder sind vom letzten Jahr und daher so herrlich menschenleer.

 

Der Wanderweg rund um die Talsperre ist gut beschildert und man ist eine Weile entweder auf dem Deich mit Blick auf das Wasser oder durch zahlreise Biotope wie Moore, Wälder und Heidelandschaften unterwegs. An der Wanderstrecke laden einige Cafés zu einem kleinen Päuschen ein aber dafür fehlt uns heute die Zeit.

Ehe wir uns für heute verabschieden noch ein paar nützliche Links:

Unsere Fury Lieblingstitel “Won´t forget these days” und Time to wonder – die kennt/mag doch jeder – oder?

Am nächsten Wochenende fahren wir zu sechst mit drei Wohnmobilen nach… wissen wir noch nicht! Wir warten mit dieser Entscheidung noch bis uns die Wettervorhersage irgendwo Sonne verspricht und werden berichten – schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Diesmal lasse ich an dieser Stelle wieder  ein Bild sprechen und grüße damit die lieben Oldenburger.

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag.

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:


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