Orta Camping in Orta am Orta See

WOHIN FÄHRT MAN WENN ES IN DER BRETAGNE REGNET? NACH ITALIEN!

Weil das Wetter in der Bretagne vor allen Dingen Regen vorhersagt fahren wir alternativ nach Italien. Wir genießen das kaum besuchte Ascona, fahren durch die Berge bis an den Orta See und sind von Orta San Giulio begeisert. Lasst euch von unserer Wohnmobiltour an die Oberitalienischen Seen erzählen…

Wie gerne hätten wir die 10 Urlaubstage Ende September in der Bretagne verlebt doch die Wettervorhersagen kündigen eine Regenwahrscheinlichkeit von mindestens 60 oft sogar 90 % vorher. Das sind uns mindestens 50 % zu viel.

Alternativ besorgen wir uns in der Stadtbibliothek Reiseführer für Belgien, Ostsee, Tschechien und Nordsee und befragen sämtliche Wetterfrösche in der Hoffnung noch ein wenig Schönwetter für unsere Reisezeit zu entdecken.

„Und was ist mit Italien?“ frage ich Frank am Tag vor unserer Abreise beim Kaffee. „Sieht gar nicht so übel aus. Wenn wir Glück haben könnte es hin und wieder recht schönes Wetter geben!“

“OK, dann auf nach Italien!” höre ich Frank sagen und freue mich wieder einmal darüber, dass ihm Reiseziele völlig egal sind. Unser gemeinsames Reisemotto ist und bleibt: Hauptsache unterwegs!

Den Reiseführer von Marco Polo „Oberitalienische Seen“ auf den Knien und gute Laune im Gepäck fahren wir am Donnerstagnachmittag gen Süden und schaffen es nach fast 400 km bis auf den kostenlosen Wohnmobilstellplatz in Kitzingen.

Adresse:
Winzergemeinschaft Franken
Alte Reichsstraße 70
97318 Kitzingen

Weitere Stellplätze / Campingplätze in und um Kitzingen findet ihr mit Klick hier.

Am Freitag setzen wir unsere Fahrt ab Kitzingen fort und fahren an Ulm vorbei, östlich des Bodensees durch Österreich und durch die Schweiz und erreichen Italien.

 

IN ITALIEN WAR ICH NOCH NIE – JETZT ABER!

 

Das stimmt so natürlich nicht. Vor etlichen Jahren haben wir uns in größerer Runde über Reisen und Italien unterhalten. “Wir waren noch nie in Italien!” stelle ich mitten in der Unterhaltung, fast vorwurfsvoll, fest. “Und was ist mit Rom?” fragt Frank erstaunt. “Ja, ok in Rom waren wir 2005. Das zählt aber nicht.

 

 

“Und was ist mit Venedig?” lautet die nächste, schon lachend gestellte Frage. “Ja, dort waren wir auch schon oft, aber das ist für mich auch nicht Italien!” entgegne ich fast trotzig und meine es auch so.

Vielleicht lag es daran, dass wir diese Städte nie “erfahren” sondern immer mit dem Flieger erreicht haben. Ich schreib mich jetzt um Kopf und Kragen und um das Ganze abzukürzen: Am 30.10.2017 fahren wir über die Grenze nach ITALIEN und ich werde nie wieder behaupten nicht in Italien gewesen zu sein. Versprochen Fränki!

 

 

Während der ganzen Fahrt gilt das Motto „Der Weg ist das Ziel“. Ich könnte mir solche Landschaften stundenlang anschauen. Hinter jeder Kurve gibt es Neues zu entdecken.

Schneebedeckte Berggipfel, sattgrüne Wiesen und herbstlich bunte Laubwälder wechseln sich ab. Die Straßenführung ist kurvig und liefert so einige Berg- und Talfahrten.

 

Etliche Steigungen und Tunnel später erreichen wir nach weiteren 550 km abends den kleinen Terrassen Campingplatz in Ghiffa direkt am Lago Maggiore.

Adresse:    Camping La Sierra (Klick zu weiteren Info)

Corso Belvedere 337

IT 28823 Ghiffa VB

Kosten (mit ACSI CARD) 13,00 Euro incl. Strom/Dusche. Der Platz ist sauber, sehr ruhig und die Sicht auf den See grandios.

Nach einer ruhigen Nacht setzen wir am Samstagmorgen unsere Reiseroute fort.

Da wir am Vortag an Ascona vorbei gefahren sind und der Reiseführer uns drängelt diese Stadt zu besuchen fahren wir heute am Westufer des Lago Maggiore auf der SS 34 wieder in nördliche Richtung zurück nach Ascona. Wat mutt, dat mutt!

 

Wir lieben diese kurvigen Strecken. Die bergauf und bergab Straßenführung wird durch herrlichen Augenschmaus entlohnt.

 

ASCONA – DIE PERLE AM LANGEN SEE

 

Wir erreichen die exklusive Tourismusdestination nach 40 Minuten Fahrt um kurz nach elf Uhr und finden den historischen Dorfkern sehr ruhig vor.

Ascona ist der tiefst gelegene Ort der Schweiz. Es liegt auf 196 Metern über Meer am Nordufer des Langensees, dem Lago Maggiore.

Die Stadt hat sich von einem einst unscheinbaren Fischerdorf in eine 5.000 Einwohner zählende Kleinstadt entwickelt.

 

Der alte autofreie Ortskern mit der Piazza Guiseppe Motta und den dahinterliegenden Gässchen und Innenhöfen ist weitgehend erhalten geblieben.

Die Uferpromenade von Ascona gilt weithin als die schönste Flaniermeile am ganzen Lago Maggiore.

 

Wusstet ihr, dass der Opel Ascona nach der Schweizer Stadt am Lago Maggiore benannt wurde. Damals weckte Ascona mindestens noch so viel Fernweh und Sehnsucht wie heute Antigua oder Atlanta.

Im Westen reicht die Gemeinde über den bewaldeten Berg und Aussichtspunkt Corona dei Pinci hinaus, der auf 1.293 m ü. M. liegt.

Ascona taucht in schriftlichen Quellen erstmals 1189 und im Jahre 1250 verlegten die Mailänder Geschlechter Griglioni und die Carcani als Kriegsflüchtlinge ihren Sitz nach Ascona. Sie bauten ihre Burgen direkt am Seeufer, wo heute die Seepromenade liegt.

 

Bis ins 16. Jahrhundert bildeten Ascona und Ronco eine einzige Gemeinde. Bei der damaligen Trennung der Gemeinden behielt Ascona bis heute einen merkwürdig anmutenden circa 100 m breiten Streifen Buchenwaldes, der sich auf circa 1200 m ü. M. etwa 4 km nach Westen hinzieht.

Der Hügel über Ascona, der Monte Verità, besaß in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle Bedeutung.

Dort sammelten sich Aussteiger und Weltverbesserer und verkündeten in einer einzigartigen Mischung freie Liebe, Vegetarismus, Anarchie und kommunitäres Gedankengut.

 

Heute lebt Ascona vom Tourismus und beherbergt in der Sommersaison rund 20’000 bis 25’000 Feriengäste. Diesen Volksauflauf möchten wir uns keinesfalls vorstellen!

Ende der 80er Jahre wurde unter dem Monte Verità ein 1,1 Kilometer langer Straßentunnel gebaut. Zuvor durchquerten die Autos Asconas Innenstadt, wodurch es dort besonders in der Ferienzeit zu langen Staus kam. Heute fahren die Autos durch den Tunnel an Ascona vorbei, die alte Uferstraße dient als Fußgängerzone und dem Anliegerverkehr.

Die Schiffanlegestelle Ascona am Lungolago wird von April bis etwa Mitte Oktober von der Navigazione Laghi angefahren und bedient. Die Schiffe fahren ostwärts Richtung Locarno oder südwestwärts Richtung Porto Ronco, Isole Brissago, Brissago, Cannobio und Verbania.

Die malerische Seepromenade, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, erhielt ihre heutige Form erst infolge von Aufschüttungen im 20. Jahrhundert.

 

SANTA MARIA DELLA MISERICORDIA

 

Santa Maria della Misericordia ist ein großer schlichter einschiffiger Bau mit quadratischem Chor und wurde zwischen 1399 und 1442 errichtet; der hoch aufragende Turm stammt von 1488. Die Kirche enthält einen der umfangreichsten Freskenzyklen der Spätgotik in der Schweiz.

Wichtigste Profanbauten im Ortskern sind das Rathaus, die Casa Serodine und das Collegio Papio.

Die Casa Serodine hat eine aus dem frühen 17. Jahrhundert stammende stuckverzierte Fassade, die zu den bedeutendsten der Schweiz gehört.

Kulinarische Tipps hält mit Klick die Seite „DERPART“ für euch parat. Mir hätte das rustikale Essen „gegessen wird was auf den Tisch kommt“ besonders gut gefallen. Warum stolpere ich über solche Info immer erst nach der Reise?

Gerne wäre ich auch noch nach Ronco sopra Ascona gewandert, im Reiseführer war die Wanderroute schön beschrieben.

Doch die Berge sind am frühen Mittag noch nebelverhangen und reizen uns nicht wirklich die Wanderschuhe anzuziehen.

Und während Frank uns um ein Uhr einen frischen Kaffee aufbrüht steige ich am Friedhof kurz die Stufen hoch um den Pössl zu fotografieren – könnt ihr ihn dort unten entdecken?

Unsere weitere Fahrt führt uns anschließend im großen Bogen über die Route 13 an die Grenze zu Italien und über die SS337 erreichen wir ein Weilchen später Re (nicht Kontra!)

 

RE UND DIE WALLFAHRTSKIRCHE

 

Re ist eine Gemeinde mit 767 Einwohnern in der Region Piemont. Die Wallfahrtskirche Madonna del Sangue wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts an jener Stelle errichtet, an der zuvor die kleine Pfarrkirche St. Maria gestanden haben soll.

Mehr Info zur Kirche und dem dazugehörigen Wunder könnt ihr gerne mit Klick bei Wikipedia nachlesen. (ich hab´s nicht so mit Kirchen und Wundern)

Nach einem weiteren, kleinen Zwischenstopp an einem Stausee erreichen wir nach 126 km um halb fünf Orta und quartieren uns am gleichnamigen ACSI Campingplatz ein.

Camping Orta bietet zwei Stellplätze Typen: Entweder direkt zum See oder Standard. Die erst genannten sind direkt am See mit eigenem Seezugang positioniert. Die Standard-Stellplätze sind im Seengebiet (ab der zweiten Reihe) gelegen und Terrassenstellplätze.

Wir entscheiden uns für ein schönes Plätzchen in zweiter Reihe. Solange sich niemand (für 7 Euro mehr) in die erste Reihe stellt können wir die Sicht auf den See bei einem Feierabend Bierchen genießen. „Ach ist das schön hier!“ höre ich mich mindestens zweimal sagen…

Camping Orta

Adresse: Via Domodossola, 28, 28016 Orta San Giulio (Italien)

Mehr Info zum Platz erhaltet ihr mit Klick hier.

Aber wer rastet der rostet, oder so ähnlich und so machen wir uns um 18 Uhr auf den Weg in die Stadt. Weit ist es nicht, denn der Ortskern liegt nur einige hundert Meter entfernt und ist bequem zu Fuß erreichbar.

 

ORTA SAN GIULIO AM ORTA SEE

 

Orta San Giulio liegt in 294 m Höhe, zählte Ende 2016 insgesamt 1262 Einwohner und ist Mitglied der Vereinigung „borghi più belli d’Italia“ (Die schönsten Orte Italiens).

 

Der Ort liegt am Ostufer des Ortasees auf einer in den See hineinragenden Landzunge.

 

In der malerischen Altstadt stammen die meisten Bürgerhäuser aus der Zeit der Renaissance und des Barock.

 

Noch bevor wir die Altstadt erreichen fällt uns die Villa Crespi als Blickfang durch ihren orientalischen Baustil und ihre Lage an der Ortseinfahrt  sofort auf.

Das Gebäude wurde 1879 von Cristoforo Benigno Crespi, der es während der italienischen Gründerzeit in der Baumwollbranche zu erheblichem Reichtum gebracht hatte, als privater Wohnsitz erbaut und aktuell ist es ein Hotel.

Wir folgen zunächst dem Rundweg und laufen stellenweise direkt am Seeufer entlang um die Halbinsel herum. Kein Mensch kommt uns entgegen und stört diese traumhafte Idylle.

 

Ganz allein sind wir unterwegs und erfreuen uns an der schönen Aussicht, der Ruhe und an vielen schönen Details rechts und links des Weges.

 

Um halb acht erreichen wir wieder den Ortskern und gönnen uns ein Bierchen. Mit den bestellten Bierchen werden noch kleine, heiße Pizzahappen, Erdnüsse und Chips serviert.

Sind wir denn im Tappas Land Spanien? Da laut Rechnung später lediglich die Getränke zu zahlen sind geben wir gerne ein angemessenes Trinkgeld.

 

Die Piazza Mario Motta ist in Orta der Hauptplatz des Ortes, wo auch die Schiffe zur Isola San Giulio ab- und anlegen. Seit 1228 findet hier jeden Mittwoch der Wochenmarkt statt.

An der nördlichen Schmalseite liegt das ehemalige Rathaus aus dem Jahre 1582, jetzt Palazotto della Comunitá.

Weitere Info über Orta gibt es mit Klick hier.

Obwohl oder weil der Orta See mit seinen gut 18 qkm Fläche der kleinste unter den oberitalienischen Seen ist, gefällt es uns hier besonders gut. Uns wird Orta San Giulio, der See und auch der Campingplatz in wunderschöner Erinnerung bleiben.

Unser Tipp:  Plant euren Orta San Giulio Besuch, wenn möglich, für den Abend ein. Die Stimmung und auch das Dämmerlicht zum Fotografieren sind zu dieser Tageszeit besonders schön.

Auf dem Rückweg kann ich ein paar weiteren Aufnahmen der Villa Crespi nicht widerstehen.

Morgen setzen wir die Fahrt auf der Ostseite des Orta Sees in nördliche Richtung fort, besuchen die Isola Madre und die Fischerinsel Isola dei Pescatori. Die Isola Bella darf natürlich auch nicht fehlen und unser Nachtquartier schlagen wir abends am südlichen Ostufer des Lago Maggiore in Lisanza auf.

Schaut also wieder vorbei und denkt bis dahin wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

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