VON ST MICHEL-EN-GREVE ÜBER MORLAIX NACH TAHITI AN DEN STRAND

Heute bestaunen wir das Eisenbahnviadukt und die sehenswerte Altstadt in Morlaix, entdecken einen tollen kostenlosen Stellplatz direkt am Strand in Carantec und wandern zwischen den tollen Stränden auf der Halbinsel Carantec herum. Kommt ihr mit nach Tahiti ans Meer?

 

MORLAIX – ALTSTADT UND EISENBAHNVIADUKT

 

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Stellplatz in Saint-Michel-en-Grève fahren wir heute wieder weiter westwärts. Morlaix, das Eisenbahnviadukt und die laut Reiseführer wunderschöne Altstadt steht heute auf unserer “TO GO LISTE”.

 

Die Gemeinde Morlaix liegt zwischen Meereshöhe und 104 Metern auf durchschnittlich 61 Metern über dem Meer im Norden des Département Finistère.

Gut, dass wir grundsätzlich unsere Wanderschuhe an Bord und bei größeren Wanderungen an den Füßen haben. Mit Flip Flops in die Altstadt oder auf den Berg, nicht mit uns…

 

Ich liebe Stufen und da ist die am Berg liegende Altstadt von Morlaix an diesem Donnerstagmorgen genau das Richtige um wach zu werden. Um halb elf parken wir das Wohnmobil am Ortsrand und laufen erst einmal bergab.

 

Oh wie schön, wunderschön sind diese Spiegelbilder? Allein die Boote sind schon entzückend, aber doppelt sieht alles noch faszinierender aus.

Diesen schönen Anblick sichern wir in reichlich vielen Bildern und ich kann mich jetzt grad überhaupt nicht entscheiden welche Aufnahme ich einfügen soll. Welches Bild gefällt euch am besten?

 

Die Stadt wird vom gleichnamigen Fluss Morlaix durchquert, der etwa sechs Kilometer weiter nördlich in den Ärmelkanal mündet. Erfreulicherweise sind während unseres Besuches noch nicht so viele Touristen unterwegs und wir laufen gemütlich am Kai des Yachthafens weiter in Richtung Stadtmitte.

 

 

Weit kommen wir allerdings ohne weitere Fotos nicht – stehen doch am Straßenrand wie Perlen aufgereiht einige schöne Oldtimer. Ob hier ein Oldtimer Treffen stattfindet?

 

Das Stadtbild von Morlaix wird vom weithin sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt geprägt, das 1861 errichtet wurde, um die Bahnstrecke Paris–Brest fertigzustellen die der Hochgeschwindigkeitszug TGV auch heutzutage noch durch Morlaix führt.

 

 

Nach den Spiegelbildern und Oldtimer Fotos reizt jetzt natürlich das Viadukt. Da muss ich hoch!

 

Da man es von beiden Seiten begehen kann und wir „rein zufällig“ die richtungsweisenden Hinweisschilder entdecken, liegen die zu bewältigenden Stufen schnell hinter uns.

 

 

Blick auf, unter, und durch dieses sehr gut erhaltene Bauwerk macht bei diesem Wetter richtig viel Spaß.

Da sich an meiner Brille „über Nacht“ ein Nasenbügel verabschiedet hat suchen wir nach dem Viadukt Besuch erst einmal einen Optiker auf.

 

 

In Foren lese ich hin und wieder die Frage „Nach Frankreich ohne Sprachkenntnisse?“ Nach dem Besuch beim Optiker möchten wir diese Frage mit einem einfachen „Ja, natürlich, warum denn nicht?“  ausdrücklich beantworten.

Außer „merci, s’il vous plaît, un deux trois usw., sprechen wir kein französisch und dennoch sind wir bisher von jeder Auslandsreise wohlbehalten und ohne Probleme heil zurück gekommen. Hätten wir vor Reiseantritt jede Sprache der jeweiligen Reiseländer erlernen wollen hätten wir gewiss nicht mittlerweile fast 40 Länder bereist.

 

„Das Leben
meistert man nur lächelnd
oder gar nicht“

aus China

 

 

Unsere langjährige Reiseerfahrung: Ein freundliches Lächeln ist international und wird fast immer verstanden und « beantwortet ».  Und so hilft uns auch in Morlaix der freundliche Optiker sehr schnell und kurze Zeit später können wir uns mit reparierter Brille wieder auf Erkundungsgang durch die Altstadt machen.

 

 

Die Grande Rue war die Hauptstraße des alten Handelsortes und ist heute Fußgängerzone. Hier stehen alte Häuser und moderne Geschäfte im Wechsel nebeneinander.

 

 

Das Rathaus steht am Place des Otages. Dieser Platz erinnert an die im Krieg von deutschen Soldaten getöteten Bretonen.

 

 

Die mit Erkern geschmückten Häuser in der Altstadt zeugen vom Reichtum der Stadt. Bemerkenswert ist die Bauweise der Laternenhäuser, Gebäude, die um einen oben verglasten Innenhof herum errichtet wurden.

 

 

Die Église Saint-Melaine aus dem 15. Jahrhundert wurde im Flamboyantstil errichtet. Der südliche Portalvorbau trägt die gotische Zahl 1489. Bei Bombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg nahm die Kirche schweren Schaden, wurde aber wieder aufgebaut.

 

 

 

 

 

 

CARANTEC UND DIE STRÄNDE – SIND WIR IN DER SÜDSEE?

 

 

So schön und sehenswert Morlaix auch ist, keine Frage, wir möchten heute dennoch ein wenig mehr erkunden. Um die Mittagszeit fahren wir über die D 786 und D 58 Richtung Norden und folgen am Ortseingang von Carantec den Schildern „Wohnmobile“.

 

 

Nach Ver- und Entsorgung stellen wir den Pössl auf dem kostenlosen Stellplatz (mehr Info bei Promobil) ab. Bis auf die naheliegende Schule ist es hier sehr ruhig und wirkt fast verlassen.

Nach der obligatorischen Tasse Kaffee in der Sonne falsch, im Schatten! machen wir uns zum zweiten Mal an diesem Tage auf Entdeckungstour.

Entweder zieht es mich auf den Berg, oder Treppen und Stufen hoch oder aber, wenn vorhanden, ans Wasser, idealerweise ans Meer.

 

Und Frank werdet ihr euch vielleicht fragen, was ist mit Frank? Frank ist froh, wenn er nicht überlegen muss wohin wir laufen wollen.

Sobald wir allerdings loslaufen kann ich mich 100% darauf verlassen, dass er die GPS Daten ins Handy eingegeben hat und uns, wann und wie auch immer, den Weg zum Pössl zurück sucht. Nie gebraucht, aber zur Not immer dabei, wird der „Taxifuffi“ eingesetzt. Also Frage beantwortet?

Ich hin und er weg, nee zurück meine ich natürlich. So einfach ist das und hat sich seit Jahren bewährt. OK, an der Geduld, während er die GPS Daten speichert, könnte ich noch ein wenig arbeiten – Geduld ist nicht gerade meine hervorstechendste Eigenschaft.

 

Und so suchen wir uns in Carantec erst einmal den erstbesten Weg runter „ans Wasser“.

Hhhmmm, dort stehen schon so einige Wohnmobile direkt am Strand. Die Kennzeichen weisen ausnahmslos auf französische Wohnmobilisten hin.

Da wir allerdings keinerlei Verbotsschilder entdecken stellen wir uns durch Blickkontakt die Frage ob wir hier nicht viiiiiiel besser die Nacht verbringen könnten.

 

 

„Was meinst du denn?“ fragt der Chauffeur und der wasserbegeisterte Beifahrer (also ich) hat schon längst leuchtende Augen und freut sich auf die nächtliche Aussicht vom Schlafzimmerfenster aus. Also laufen wir die 2 km wieder zurück und holen unser Rollhotel.

 

Ok, der Weg zurück zum Pössl in der Mittagshitze, gefühlt 33 Grad oder mehr, macht nicht so wirklich Spaß, aber als das Wohnmobil ein Weilchen später direkt am Strand “LE CLOUET” steht sind wir mit dem neuen Stellplatz mehr als zufrieden.

 

STRAND LE CLOUET IM OSTEN

 

Le Clouet liegt an der Ostseite von Carantec, von hier aus blickt man auf den Meereseinschnitt vor Morlaix. Le Clouet ist ein langgezogener, schmaler Strand, der sich hervorragend für einen Spaziergang eignet. Hinter dem Strand, den hohe, alte Bäume begrenzen, liegt der Golfplatz von Carantec.

 

 

 

Den Pössl gut platziert können wir vom neuen Stellplatz aus auch direkt am Ufer entlang weiter laufen. Der Weg endet allerdings beim ersten Versuch im Hafengelände.

 

 

Wir müssen schon etwas „übern Berg“ und nach einem Weilchen entdecken wir einen beschrifteten Wanderweg und der zeigt uns den weiteren Weg.

 

 

WARUM IN DIE FERNE SCHWEIFEN WENN TAHITI LIEGT SO NAH?

 

Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah? Zu dieser Erkenntnis sind wir bereits im März diesen Jahres während unserer Karibikkreuzfahrt gelangt. Nach der Kreuzfahrt haben wir bei strahlendem Sonnenschein an aufeinander folgenden Wochenenden Wangerooge, Spiekeroog und Borkum besucht.

An diesen Wochenenden waren wir begeisterter als zwei Wochen vorher auf so mancher Karibikinsel. Originalzitat Frank “Das geilste an der Karibik war doch eigentlich das Wochenende danach in Harlesiel!” sagt doch wohl alles – oder?

 

 

Also warum nach Französisch-Polynesien, wenn Tahiti auch in der Bretagne zu finden ist? Tahiti ist der Name des Strandes, der die Halbinsel Penn-Al-Lann säumt.

 

 

Gegenüber, zum Greifen nah, liegt die Insel Louët und ist an ihrem Leuchtturm erkennbar.

Das Häuschen des Wärters mit seinem kleinen Garten ist die einzige Wohnung auf der Insel.

 

Als Verteidigungsbauwerk, Staatsgefängnis, schickes Anwesen der Familie Vilmorin zu Beginn des 20. Jahrhunderts und als Segelschule diente nacheinander die benachbarte Festung Château du Taureau.

 

CARANTEC – AM PLAGE DU KELENN

 

Im 20. Jahrhundert wurde Carantec von wohlhabenden Städtern als beliebtes Ferienziel entdeckt. Trotz der vielen Pariser, die hier ein Ferienhaus ihr Eigen nennen, ist Carantec kein „mondäner Küstenort“.

 

 

 

Das gesamte Flair des Ortes ist eher dezent elegant als aufdringlich, am spektakulärsten sind in Carantec die Strände.

Und die laden jeden Fan des Meeres vollkommen kostenfrei und unaufgeregt zum Spazieren, Baden und im Sand liegen ein.

 

 

Der im Sommer bewachte Plage du Kelenn ist besonders für Familien geeignet: Kinderclub, Sprungbrett und Parkplatz sind vorhanden.

In der Nähe befinden sich außerdem Cafés und Restaurants, eine Wassersportbasis sowie eine Segel- und See-Kajak-Schule.

 

 

Der „Kelenn“ ist der Hauptstrand von Carantec. Kelenn ist ein sauberer, breiter Strand und von der Mitte des Ortes aus über eine steil abfallende Straße gut zu erreichen. 

Vom Kelenn aus legen Schiffe für eine Tour zum Château Taureau ab.

 

 

PLAGE DE LA GREVE BLANCHE IM WESTEN

 

 

Der von zahlreichen Villen gesäumte und mit traditionellen Strandkabinen übersäte Strand Plage de la Grève Blanche ist bei Familien, die zum Sonnenbaden kommen, sehr beliebt.

Bei Ebbe kann man von hier die gegenüberliegende Insel Callot zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Die „Grêve Blanche“ gehört für Viele zu den wohl schönsten Stränden der Bretagne.

Eingefasst wird „La Grêve Blanche“ von einer Gruppe Felsen im Osten, im Westen zieht die Île Callot die Blicke der Strandbesucher auf sich.

Da wir keine Strandbesucher sind, allenfalls im Vorbeigehen, und auch die Gezeiten einen Besuch der Insel Callot nicht möglich machen sparen wir uns den Weg zu diesem Strand möchten ihn aber der Vollzähligkeit wegen auflisten.

 

 

Der Sentier des douaniers lädt Wanderer zwischen dem Mont-Saint-Michel im Norden und Saint-Nazaire im Süden dazu ein, die Bretagne mit ihren größten und vielseitigsten Küstenarealen Europas zu erkunden.

Wer an der Küste läuft stolpert früher oder später immer wieder über diesen gut markierten Wanderweg.

 

 

Je länger ich darüber nachdenke desto besser gefällt mir die Idee diesen Weg im Rentenalter komplett abzulaufen…

 

 

Heute schaffen wir es jedenfalls nicht mehr. Wir schauen uns noch ein wenig in Carantec um und laufen dann zu unserem Wohnmobil zurück.

 

 

Am Pössl angekommen sind wir in Summe über 17 km gelaufen, das Feierabendbierchen haben wir uns mehr als verdient.

 

Füße hoch und später etwas Feines vom Grill? Ja, so kann ein perfekter Reisetag durchaus beendet werden.

Morgen fahren wir von Carantec aus auf den Spuren von Kommissar Dupin zum höchsten Berg der Bretagne. Im Wald von Huelgoat bestaunen wir die “Moulin du Chaos”, klettern auf Felsen im rauschenden Silberbach und in die Artusgrotte und zwängen uns fast im Dunkeln in die Teufelsgrotte.

Ein herrlicher, abwechslungsreicher Reisetag… schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

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