VON LEER ÜBER PILSUM, GREETSIEL, NEUHARLINGERSIEL NACH SPIEKEROOG

Wer den Reisebericht „NORDSEE HARLESIEL CAROLINENSIEL UND EIN HERRLICHER TAG AUF WANGEROOGE“ gelesen hat weiß wie sehr uns das letzte Wochenende im März in Ostfriesland gefallen hat.

Das Wetter lädt an diesem Wochenende abermals zu einem „Ausritt“ in den Norden ein und so machen wir uns am Donnerstagabend erneut auf den Weg.

 

Wir schaffen es vom Münsterland aus bis Leer und parken den Pössl nahe der Altstadt auf dem ausgewiesenen Stellplatz.

 

LEER – IMMER WIEDER EINEN BESUCH WERT

 

Der gebührenfreie Stellplatz bietet Platz für 10 Mobile und befindet sich am Rande vom Großparkplatz P 9 für Pkw und Busse und liegt somit sehr zentral.

Wir haben uns abends im Dunkeln mit anderen Wohnmobilen in die Reihe gestellt und am nächsten Morgen nicht schlecht gestaunt als gegenüber eine komplette Reihe PKW geparkt hatte.

Das sind diese Momente in denen wir uns über unser kleines Wohnmobil freuen. Obwohl, der Radstand sorgt schon für reichlich Wendekreis. Mehr Info zum Stellplatz gibt es mit Klick hier.

 

 

Die Altstadt von Leer besticht durch zahlreiche liebevoll restaurierte Gebäude, enge Gassen und einer Lage direkt am Wasser. Wir laufen am Freitag erst einmal eine Runde an der Ems entlang und anschließend in die Altstadt.

 

 

 

Die Altstadt ist ein lebendiger und geschäftiger Bestandteil der Stadt. Kleine Läden, Teestuben und Restaurants laden zum Stöbern, Verweilen und Genießen ein.

 

 

Und genau das machen wir kurz vor Mittag. Ein kleines Frühstück in der Sonne ist doch genau das Richtige – oder? „Wir sind auf Borkum… noch bis Sonntag!“ erfahren wir während des Frühstücks von meiner Schwester und sofort kommt uns die Idee sie am Samstag dort zu besuchen.

 

Deutsches Fragewort mit zwei Buchstaben? HÄ!

Zurück am Wohnmobil fahren wir aber erst einmal nach Pilsum und Greetsiel. Könnt ihr euch noch an Otto und den Leuchtturm in seinen Filmen erinnern? Genau diese Gegend schauen wir uns jetzt etwas näher an.

 

PILSUM UND GREETSIEL IMD EIN BUNTER LEUCHTTURM

 

Dieser farbenfrohe Leuchtturm steht in Pilsum, einem kleinen Dorf in der ostfriesischen Gemeinde Krummhörn.

Pilsum war zu früheren Zeiten friesischer Häuptlingssitz. Die alte Beningaburg, Sitz des früheren Häuptlings Affo Beninga, wurde 1407 von bewaffneten Hamburgern zerstört, weil Affo freundschaftliche Kontakte zu den Vitalienbrüdern unter Klaus Störtebeker unterhielt. Mehr interessantes über diesen kleinen Ort gibt es mit KLICK hier.

Wir fahren allerdings nicht in den Ort sondern direkt zum bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands an den Nordseedeich.

 

Der Leuchtturm von Pilsum (hinten im Bild) wurde 1883 im Rahmen des deutsch-niederländischen Projektes Beleuchtung der Unter-Ems als eines von fünf Leitfeuern geplant, 1890 fertiggestellt und diente bis Juni 1915 zur Befeuerung der Emshörnrinne.

Populär wurde der Turm besonders durch den Film „Otto – Der Außerfriesische“ des Komikers Otto Waalkes. Im Film dient der Leuchtturm Otto als Wohnung.

Tatortfans ist dieser Leuchtturm vielleicht durch die 2003 ausgestrahlten Folge „Sonne und Sturm“ mit Maria Furtwängler als Kommissarin aufgefallen. Die Episode spielt im fiktiven Ort Nordersiel (als das benachbarte Greetsiel erkennbar).

 

Mittlerweile wird der Leuchtturm auch als Trauzimmer genutzt. Die von Brautpaaren und Verliebten an den Fenstergittern des Leuchtturmes angebrachten Liebesschlösser wurden allerdings entfernt. Direkt am Leuchtturm wurde neues Gitter aufgestellt an dem die Schlösser seither befestigt werden können.

 

Ebenso interessant ist es die Nonnengänse zu beobachten. In riesigen Schwärmen starten und landen sie und ziehen zu hunderten über den Deich und das dahinterliegende Wattenmeer.

 

Die Leybucht ist ein sogenannter „hot spot“ für Ornithologen. Ca. 200 verschiedene Vogelarten halten sich hier im Jahresverlauf auf. Von Salzwiesen über Weideflächen bis zu verschiedenen Gewässern und Röhrichten sind alle Lebensräume vertreten.

 

Während ich mir den Leuchtturm aus der Nähe anschaue kocht die beste Ehehälfte Kaffee. Das Wetter ist heute noch nicht so dolle und ich freue mich wieder im Warmen zu sitzen. Ach, Kaffee schmeckt immer gut aber bei schöner Aussicht noch besser…

 

 

Könnt ihr den riesigen Schwarm entdecken?

Wir recherchieren während dessen die Fährfahrtdauer, Kosten und Abfahrtzeiten von Emden nach Borkum und kommen zu dem Schluss, dass die Kostennutzenrechnung bei ein paar Stunden Inselaufenthalt nicht wirklich aufgeht. Ein neuer Plan muss her!

Sie, also ich: „Wie wäre es denn mit Neuharlingersiel und ein Tag Sightseeing auf Spiekeroog?“ ER, der beste Kaffeekocher, Chauffeur und Ehemann: „Hört sich nach einem guten Plan an!“

 

GREETSIEL – DAS SCHÖNSTE SIEL VON ALLEN (SAGT MAN…)

 

Aber ehe wir Kurs auf Neuharlingersiel nehmen fahren wir von Pilsum aus zunächst noch nach Greetsiel und danach entlang der Nordseeküste von Siel zu Siel bis Neuharlingersiel.

Wer nach Greetsiel kommt ist eingefangen vom zauberhaften Anblick eines Puppenstubenortes mit historischen Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert, dem über 600 Jahre alten Fischerhafen mit seiner beeindruckenden Krabbenkutterflotte, den berühmten Greetsieler Zwillingsmühlen und malerischen Gassen. So verspricht es die Werbung. Ob das wirklich stimmt schauen wir uns jetzt erst einmal in Ruhe an.

 

 

Und war es vorhin noch grau und kaltwindig zeigt sich in Greetsiel jetzt die Sonne, wie schön. Dieser kleine Ort oben an der Nordsee ist ganz gewiss eine Reise wert!

Die bunten Schafe haben mir extrem gut gefallen… und wünschen nebenbei FROHE UND SCHÖNE OSTERTAGE !!

Wir wollen ja heute noch weiter und so setzen wir unsere „von Siel zu Siel Tour“ nach unserem Rundgang  fort.

 

WARUM ENDEN ALLE ORTSNAMEN AN DER OSTFRIESISCHEN NORDSEEKÜSTE MIT SIEL?

 

Ein Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich. Das Schließen erfolgt normalerweise durch höheren Druck bei höherem Wasserspiegel auf der Meerseite, das Öffnen durch höheren Druck von der Binnenseite bei niedrigem Wasserstand auf der Meerseite.

Ein Siel ist also ein Ventil zur passiven Entwässerung des hinter dem Deich gelegenen Binnenlandes, besonders als Teil des Entwässerungssystems von Marschgebieten. (Wikipedia) Aaaah ja!

 

NEUHARLINGERSIEL – IMMER WIEDER GERN!

 

In Neuharlingersiel haben wir insofern Glück als dass wir überhaupt noch einen Stellplatz finden. Ein Platz in der zweiten Reihe ist besser als gar keiner – oder?

 

 

Wer rastet der rostet… sagt man und wir sind der gleichen Meinung. Also machen wir uns direkt auf den Weg in die City.

 

Rein zufällig (ja nee is klar….) landen wir im DATTEIN – eine urige Kneipe im Hafen von Neuharlingersiel.

Das heutige „DATTEIN“ ist mit seinen über 300 Jahren eines der ältesten, wenn nicht sogar das älteste Haus am schönen Neuharlingersieler Hafen. Die schöne Geschichte dieser tollen und empfehlenswerten Kneipe und warum sie heißt wie sie heißt könnt ihr mit KLICK hier nachlesen.

 

Eine Aufnahme vom Sommer 2014, wie gesagt wie waren schon öfter hier…

Wir setzen uns an die Theke (temeraturbedingt leider drinnen)  – dort ist ja bekanntlich immer der beste Platz. Hier liegen drei Bücher von „Hösti“, (Illustrator, Cartoonist & Designer Stephan Höstermann) aus und ehe wir uns versehen blättern wir das erste Buch von vorne bis hinten durch.

 

„Noch ein Bierchen und das nächste Buch!“ Die Bilder gefallen uns ausgesprochen gut und der Humor trifft mal lustig, oft böse und manchmal ganz schwarz genau unseren Geschmack. In etlichen Bildern erkennen wir uns oder Freunde und Verwandte wieder…

Eines steht fest – Herr „Hösti“ geht offenen Auges durch die Welt und erwischt seine Umwelt bei allen möglichen und auch unmöglichen Lebenssituationen. Erfrischend!

 

IMMER SCHÖN AM DEICH ENTLANG UND ABENDS LIVEMUSIK IM DATTEIN

 

Am Samstag zeigt sich das Wetter leider noch nicht so sehr von seiner besten Seite und wir verschieben unseren Inselbesuch auf Sonntag. Alle 30 Minuten hören wir im Radio „Sonntag scheint den ganzen Tag die Sonne!“ Na, das klingt viel versprechend!

Also legen wir einen Relaxtag ein und laufen gegen Mittag kleinen Gang durch die Gassen und einer Runde um das Hafenbecken herum auf dem Deich in Richtung Bensersiel.

 

 

Im Hafen herscht rege Betriebsamkeit – es werden zum Saisonbeginn die Motor- und Segelboote zu Wasser gelassen. Eine spannende Angelegenheit und wir erinnern uns direkt an unseren Bootsausflug „Lemmer 2015“ mit unseren Freunden aus dem Sauerland… Eine spannende wie ungewöhnliche Aktion. Klickt euch gerne zum Reisebericht damit ihr versteht was ich meine…

 

Unterwegs fällt uns oben auf dem Deich der riesige Campingplatz von Neuharlingersiel auf. Da wir uns gerne auch anderer Leute Wohnmobile anschauen machen wir hier einen kleinen Abstecher.

Also, im Sommer möchte ich hier nicht sein!

Der Wind kommt ganz schön von vorn, da oben „auf´n Deich“ und nach 7 km haben so recht keine Lust mehr und kehren um.

 

 

„Livemusik“ zieht uns magisch an und wenn auf der Hinweistafel auch noch „Herbert Grönemeyer“ steht,  können wir überhaupt nicht nicht hingehen… und so landen wir am Samstagabend wie selbstverständlich wieder im… na klar „DATTEIN“

In wenig Worte gefasst – ein toller Sänger sorgt für Unterhaltung, spielt viele Oldies und tatsächlich auch zwei Hits von Herbert. Wir hatten uns ein wenig mehr erhofft, aber egal. Eine nette Bekanntschaft quasi aus der heimatlichen Nachbarschaft hält mit uns fröhlich bis Mitternacht durch und sei auf diesem Wege ganz herzlich gegrüßt.

 

SPIEKEROOG – RUHIG, GRÜN UND SOOO WOHLTUEND

 

Ok, wir hätten am Sonntag auch gut noch ein Stündchen schlafen können, aber die Tickets für die Fährfahrt haben wir online bestellt und die besagen HIN: 9:00 Uhr und ZURÜCK: 12:45 Uhr. Langes Schlangestehen an der Kasse kann so vermieden werden und verdient einen Pluspunkt – nähere Info dazu mit KLICK hier.

 

Sonntagmorgen 8:42 Uhr – die Sonne lacht und „Schatzi“ auch. Spiekeroog wir kommen.

Pünktlich legt die Fähre ab und zügig sind wir auf der Insel und laufen direkt in die Dünen. Als erstes fällt uns die herrliche Ruhe auf. Wir hören nichts! Keine Autos, keine schreienden Kinder und auch kein anderes störendes Geräusch.

 

 

In den Dünen angekommen beobachten wir prächtig goldene Fasane und viele andere Vogelsorten. Leise weht der Wind, die Sonne wärmt uns den Rücken und wir laufen Richtung (15 km!!!) Strand… Ach wie gut das tut!

 

Feiner, weißer Sand und das soweit das Auge reicht. Leider ist unsere Zeit knapp bemessen und wir wollen auch noch ein wenig vom Ort sehen und so reißen wir uns schweren Herzens von diesem wunderschönen Flecken Erde los und laufen durch die Dünen in die Altstadt.

 

Unterwegs entscheiden wir uns spontan zu einem Milchkaffee in der Sonne – der Wetterbericht hatte nicht zu viel versprochen.

Im Ortskern angekommen ist mein erster und zweiter Gedanke „Ist das schön hier! Niedlich, gediegen und urgemütlich! Aber schaut selber – möchte man hier nicht einfach bleiben und sich wohl fühlen?

 

 

Auf einer der beiden Hauptstraßen Spiekeroogs, dem Süderloog, entdecken wir auf der rechten Seite mit der Hausnummer 4 das ALTE INSELHAUS, das älteste erhaltene Haus der Insel erbaut im Jahre 1705.

 

 

 

 

Aber da hilft kein Jammern und kein Klagen – wenn wir jetzt nicht langsam aber sicher zum Fähranleger laufen fährt die Fähre sicher auch ohne uns.

 

Und so sehen wir um kurz vor 13 Uhr die schöne grüne Insel nur noch wie einen Silberstreif am Horizon verschwinden… Schön war´s und wir möchten einen Besuch dieser erholsamen und entschleunigenden Insel gerne weiter empfehlen.

Ich habe noch zwei schöne Links gefunden – die festigen unsere Eindrücke und liefern noch ein paar schöne Bilder:

Ein Bericht vom NDR: Spiekeroog: Ruhig, grün und einmalig

Und noch einer vom WDR: Spiekeroog – Die Grüne Insel

 

Viel ist dem nicht hinzuzufügen – wir kommen wieder und ich muss mich jetzt sputen. Die bessere Hälfte kommt gleich nach Hause und dann heißt es „Packen, Wasser bunkern und auf nach Amsterdam, wieder einmal!“

Die Wettervorhersagen sind zwar noch nicht so dolle, aber das wird schon noch… Und wenn Amsterdam Weihnachten geht, sogar schon zweimal, dann soll es Ostern ja auch klappen.

Schaut wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Ostern spontan nach Amsterdam oder Spiekeroog fahren vielleicht?

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:

 

 

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