VON DER ILE DE RÈ ANS MITTELMMER – WIR MACHEN RÜBER

Das nutzt jetzt alles nix – wir müssen der schönen weißen Insel am Atlantik lebe wohl sagen. Abschied ist ein scharfen Schwert oder wie sagt man so schön. Heute fahren wir von der Ile de Ré aus an Bordeaux vorbei, lassen Toulouse rechts und Carcasonne links liegen und verbringen die Nacht mitten im Olivenhain in Lagrasse. Im Herzen des Corbières-Massivs an den Ufern eines friedlich plätschernden Flusses liegt der malerische Ort Lagrasse, der zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Lasst euch inspirieren…

Die Ile de Ré ist und bleibt für uns ein ganz besonderes Reiseziel und wir werden uns immer wieder gerne an unseren Besuch hier erinnern.

Die Resonanz auf den vorherigen Reisebericht „Ile de Ré – oder meilenweit für zwei Baguette“ hat bei einigen Lesern schöne Reiseerinnerungen geweckt. Über die entsprechenden Kommentare habe ich mich echt gefreut.

 

BYE BYE ILE DE RÉ – HELLO LA ROCHELLE

 

 

Wir fahren vom Campingplatz im Norden der Insel schnurstracks gen Süden. Ein wenig sentimental genießen wir die letzte halbe Stunde auf der weißen Insel und freuen uns währenddessen auf die Fahrt über die Brücke.

Leider finde ich keinerlei Hinweis auf den Namen dieser schönen Brücke – überall heißt sie „nur“ Brücke zur Ile de Ré. Kann da jemand helfen?

 

Die Brücke zur Île de Ré ist eine architektonisch beeindruckende Konstruktion, die die Insel mit La Rochelle auf dem französischen Festland verbindet. Die Brücke ist mit 3 Kilometern eine der längsten in Frankreich und die einzige Fahrverbindung zur Île de Ré.

Leider fehlt die Zeit um noch (wieder einmal) einige Bilder von dieser schönen Brücke einzufangen, daher meine Lieblingsbilder aus dem Jahre 2013.

Von der „La Rochelle Seite“ aus erwecken die Konstruktion und die zahllosen Bögen einen Eindruck von Unendlichkeit. Der Mittelteil der Brücke erhebt sich hoch über das Wasser, damit Schiffe darunter hindurch fahren können.

 

Die Brücke wurde 1988 von der Firma Bouygues als Verbindung zwischen der Insel und La Rochelle erbaut. An verkehrsreichen Tagen überqueren mehr als 16.000 Autos die lange Brücke.

 

Die Brücke zur Île de Ré befindet sich ungefähr 6 Kilometer westlich des Zentrums von La Rochelle im Stadtviertel La Pallice. Am anderen Ende der Brücke angekommen entschließen wir uns spontan den ersten Stopp einzulegen.

Ich erinnere mich allzu gerne und eigentlich auch recht oft einen meinen Radausflug 2013.

 

Morgens bin ich zeitig im Norden am Leuchtturm auf der Ile de Ré gestartet und zunächst ein wenig kreuz und quer über die Insel geradelt. Die Fahrt über die Brücke war zwar anstrengend, aber auch ein echtes Highlight.

Machten sich doch seinerzeit die dreimal wöchentlichen Trainingsstunden im Indoor Cycling gut bemerkbar. Ach, schön war´s! Die Fahrt über die Brücke und das Indoor Cycling sowieso…

 

In La Rochelle war ich vom alten Hafen total begeistert. Das Hafenbecken des Vieux Port ist das Zentrum der Altstadt und wird eingefasst von den Uferstraßen, im Norden vom Quai Duperre und im Westen vom Cours des Dames. Kaum im Hafen angekommen gab es natürlich nur noch ein Ziel – die Türme.

 

Wenn mich eines nach wie vor und echt heftig begeistern kann sind es Türme bzw. alles was in irgendeiner Art und Weise Aussicht verspricht. Die einen leiden an  Höhenangst und ich stelle immer wieder eine (stark) ausgeprägte Höhenbegeisterung fest.

Aber Vorsicht im Treppenhaus – es geht ganz schön steil „bergauf“ und schlimmer ist´s nach der Besichtigung – 80%Gefälle im Treppenhaus mit Gegenverkehr ist spannend jedoch nicht ungefährlich.

 

Die Aussicht von hier oben ist grandios und wer von euch in der Nähe von La Rochelle Urlaub macht sollte sich die Zeit nehmen und diese schöne Hafenstadt besuchen. Am besten natürlich früh am Morgen (werktags) oder in der Vor- oder Nachsaison. Und lasst mich wissen wie es euch gefallen hat!

 

Der leicht geneigte zwischen 1317 und 1345 errichtete Turm „Tour St.-Nicolas „ weist die Merkmale einer Festung auf und bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Tour de la Chaine das Wahrzeichen von La Rochelle.

 

All dies möchte ich Frank zeigen, aber nicht nur das Wetter wird ein wenig mieser als wir la Rochelle erreichen zusätzlich sind auch etliche Bagger und Kräne mit Bauarbeiten beschäftigt und verschandeln die Bilder.

 

 

Mit dem Satz „Dann eben beim nächsten Mal!“ machen wir uns wieder auf den Weg. Ich hoffe, die Informationen und Bilder haben ein wenig neugierig auf diese schöne Hafenstadt gemacht.

 

VON LA ROCHELLE DURCH DIE WEINBERGE

 

Über  die A837 und A 10  fahren wir anschließend schnurstracks gen Süden in Richtung Bordeaux. Den Autobahn-meiden-modus wollen wir auf dieser Strecke nicht aktivieren, obwohl uns das nicht nur aus finanziellen Gründen die bevorzugte Fahrweise ist. Der wichtigste Grund ist „Man sieht nix!“

 

Wir müssen heute noch etliche km schaffen… Und es fällt mir unsäglich schwer NICHT auf die braunen Schilder mit weißer Schrift zu reagieren.

 

BORDEAUX UND DIE WEINBAUGEBIETE

 

Über weite Strecken säumen rechts und links riesige Weinfelder die Fahrbahn. Wusstet ihr, dass das Weinbaugebiet Bordeaux das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt für Qualitätswein ist? Die weltberühmten Weine werden auf ungefähr 3000 Weingütern erzeugt.

 

 

Typisch sind die trockenen, langlebigen Rotweine, allerdings entfallen auch 20% der Produktion auf Weißwein. Die charaktervollsten trockenen Weißweine stammen aus dem Bereich Graves südöstlich von Bordeaux.

 

Und wie gerne hätten wir uns Bordeaux angeschaut. Bordeaux ist eine überraschende Stadt, der es an Sehenswürdigkeiten nicht mangelt! Eine Schifffahrt auf der Garonne wäre schön oder ein Bummel durch den Jardin Public. Wir könnten auf den majestätischen Pey-Berland-Turm klettern oder in das entspannte Ambiente der Altstadt eintauchen.

All das und noch viel mehr hätten wir uns in Bordeaux anschauen können, aber das Mittelmeer und Mallorca rufen und wir „eilen“ gen Osten. Für diejenigen die sich in der Nähe aufhalten oder diese Region besuchen wollen hier noch ein informativer Link.

 

 

Ich tröste mich ob des verpassten Bordeaux Besuches einweilig mit einem unserer Leitsätze:

 

GLÜCKLICH IST

WER VERGISST

WAS NICHT MEHR ZU ÄNDERN IST!

 

Und während wir südlich von Bordeaux auf der A62 in südöstliche Richtung  an den Weinbergen vorbei fahren schaue ich mir zum Troste die schönsten Bilder dieser Tour an. Träume mich auf die Halbinsel Cotentin zurück und klettere im Geiste über die Felsen am Pointe du Van.

 

 

Upppsss  völlig verquasselt, zurück zur Tour. Kennt jemand von euch Toulouse? Wir fahren heute zum zweiten Male daran vorbei. Vor etlichen Jahren waren wir dem Vorgänger  unseres Pössl bereits in Südfrankreich unterwegs und wenn man den Worten im Reiseführer glauben darf lohnt sich ein Besuch der viertgrößten Stadt Frankreichs. Na, dann eben beim nächsten Mal. Reisetipps zu Toulouse gibt es hier.

 

„Wir sollten uns langsam mal Gedanken machen wo wir heute Nacht stehen wollen“ spricht der Chauffeur und ich mache mich auf die Suche.

Welche „Instrumente nutzt ihr zur Stellplatzsuche? Wir kommen mit der APP von Promobil ganz gut klar. Hier noch ein nützlicher Link für diejenigen die noch auf der Suche nach einer passenden Stellplatz App sind: Die acht besten Stellplatz App im Test

Nachdem wir in der Normandie und auch in der Bretagne bis auf wenige Ausnahmen frei und kostenlos gestanden haben „schockt“ uns der Preis von 14,00 Euro für den Stellplatz in Carcasonne.

 

Keine Frage, es gibt Stellplätze die diesen Preis durchaus rechtfertigen. Wir reisen in der Regel jedoch erst am späten Nachmittag an und am heutigen Tage sogar erst um nach 19 Uhr, da geht für uns die Kosten-Nutzen Rechnung nicht auf.

Wir brauchen keinen Strom, duschen (fast) immer im Womo und auch das WC wird konsequent in den eigenen vier Wänden benutzt.

 

LAGRASSE – (WIEDER) EINES DER SCHÖNSTEN DÖRFER FRANKREICHS

 

Und so landen wir um 19:30 Euro in Lagrasse. Die restliche Strecke bis dorthin führt über die D3, eine wunderschöne Strecke wenn man Kurven, bergiges Gelände und Ortsdurchfahrten mag. Wir lieben solche Straßen!

 

Der Stellplatz befindet sich nicht mehr, wie bei Promobil angegeben auf dem Parkplatz P2 sondern mitten im Olivenhain auf dem P3. Dies nur kurz am Rande und hier der Link zum empfehlenswerten Stellplatz, da sehr ruhig und mit 5 Euro (Vorsaison) günstig.

Heute haben wir 621 km geschafft und es trennen uns nur noch 264 km von Barcelona.

 

Die Maukosten betragen für diese Strecke insgesamt 68,20 Euro. „Hätte hätte Fahrradkette“ hätten wir in der Bretagne nicht so getrödelt wäre mehr Zeit für diese Strecke geblieben. Aber wie heißt es in der Fielmann Werbung so schön „Ich bereue nichts!“

Die Nacht in Lagrasse ist sehr ruhig. Morgen früh schleiche ich mich wieder vorzeitig aus dem Bett und erkunde den mittelalterlichen Ort. Anschliessend fahren wir „endlich“ wieder ans Meer. Obwohl, mir sind die Ozeane viel lieber!

 

Mensch, was brauchst du mehr? Meer!

 

Wenn ihr Lust habt und uns weiter begleiten möchtet schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende!

 

 

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...