VON DER DHÜNNTALSPERRE ÜBER HERDECKE ZUM MÜHLENTAG

Wir wandern um die Dhünntalsperre, wundern uns im Ruhrpott über einen hübschen Ort mit schönen Fachwerkhäusern, nutzen abschließend den Deutschen Mühlentag im Münsterland und besuchen eine Doppelmühle mit reichlich historischem Handwerkszeug.

So oder so ähnlich endete der vorherige Reisebericht und jetzt muss ich mich sputen um euch auch vom Rest der Pfingsttour zu berichten. Zwischen Koffer packen und mit den Gedanken bereits im dreiwöchigen Urlaub spule ich uns nach Unkel bzw. Bad Honeff zurück. Dann mal los…

 

Wandernswert: Dhünntalsperre
Wandernswert: Dhünntalsperre

Bei der Überlegung wohin wir unser Rollhotel als nächstes fahren sprang mir der „Zickzacksee“ optisch ins Auge. Und so wurde Franks Frage welche Adresse er ins Navi eingeben soll spontan mit „Kürten an der Dhünntalsperre“ beantwortet.

Im „Autobahn meiden Modus“ durchs Oberbergische Land ist einfach schön und entspricht dem Motto „der Weg ist das Ziel“.

 

Über Feld und Flur um die Talsperre
Über Feld und Flur um die Talsperre

Das Oberbergische Land umfasst im historischen Sinne den Rheinisch-Bergischen Kreis, den Oberbergischen Kreis, den rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises und die kreisfreie Stadt Leverkusen. Es beginnt somit hinter dem Bergischen Städtedreieck und reicht im Süden bis an die Sieg und im Osten bis an das Sauerland heran.

Bekannte Flüsse sind der Wupper-Nebenfluss Dhünn, der Sieg-Nebenfluss Agger und die Agger-Nebenflüsse Sülz und Wiehl. Charakteristisch für das Oberbergische Land sind auch seine Talsperren Große Dhünn-, Agger- und Wiehltalsperre im Verlauf der entsprechenden Flüsse.

 

Wanderung um die Dhünntalsperre
Wanderung um die Dhünntalsperre

Und genau die Große Dhünntalsperre werden wir heute umwandern. Das Wetter ist heute nicht ganz so prickelnd aber immerhin trocken. Vom Wanderparkplatz aus laufen wir „einfach mal so los“ um nach einer Stunde festzustellen dass wir doch ganz schön weit „draußen“ gelandet sind.

 

Das wird doch jetzt nicht regnen - oder doch?
Das wird doch jetzt nicht regnen – oder doch?

Und warum wird das schon wieder sooo dunkel. Schon ein wenig Besorgnis erregend – oder?  Also machen wir auf dem Absatz kehrt und laufen zurück zur Talsperre und laufen konsequent um die Vorsperre herum. Hier können selbst wir nichts „falsch“ machen.

Aber was heißt auch schon „falsch“ machen? Wir laufen halt immer recht unbekümmert durch die Gegend. Und wenn wir vom Weg abkommen oder in die falsche Richtung laufen – es gibt immer einen Weg zurück oder in die andere Richtung. So what?

 

Solange der See rechts uns verläuft sindwir auf dem richtigen Weg
Solange der See rechts uns verläuft sindwir auf dem richtigen Weg

Wir haben auf diese Art und Weise schon so viele lustige und spannende Geschichten erlebt – ich möchte keine missen!

Da läuft man schon mal mitten durch Luxor, vertraut wildfremden Menschen und  landet in „übelsten Ecken“ Die Sache mit dem Koch“ KLICKT EUCH MAL RÜBER!

 

Kängurus? Haben wir leider keine entdeckt!
Kängurus? Haben wir leider keine entdeckt!

Zurück zur Talsperre. Der Rundwanderung „unverDHÜNNt 2“  führt auf dem schmalen Band zwischen Ufer und Wasserschutzwald rund um die Vorsperre Große Dhünn. Der Ginster blüht zurzeit besonders schön und die gelben Tupfer sehen fast aus wie gemalt.

 

Hingucker: Blühener Ginster
Hingucker: Blühener Ginster

Uns fallen die zahlreichen Sitzmöglichkeiten auf. Kaum sind uns auf  Wanderwegen so viele Bänke aufgefallen. Schön platziert bieten sie dem Wanderer hier gute Rastmöglichkeiten.

 

Bitte Platz nehmen - oder wie in umserem Falle freuen und weiter laufen
Bitte Platz nehmen – oder wie in umserem Falle freuen und weiter laufen

Aber wir wollen heute ja noch weiter und laufen den Weg beharrlich bis zum Wohnmobil zurück.  Trotz dunkelster Wolken bleibt uns ein Regenschauer erspart. Glück gehabt!

Die Heimatadresse ins Navi und schon fahren wir weiter gen Norden. Aber auf keinen Fall bis ganz nach Hause! Unterwegs ist Name und Program!! Während der Fahrt suche ich nach „Irish Pubs“ und Stellplätzen und klicke mich kreuz und quer durch das große www.

 

Kurz über die Brücke und schon ist man vom Stellplatz aus direkt in der City
Kurz über die Brücke und schon ist man vom Stellplatz aus direkt in der City

Und so finden wir uns am Abend plötzlich und unerwartet in Herdecke wieder. Wie kommt man auf so etwas? Keine Ahnung, echt nicht. Einfach mal treiben lassen…

Die Promobil APP (empfehlenswert) verrät uns einen kostenlosen Stellplatz und dort ist tatsächlich noch Platz für unseren Pössl. Nach einem Feierabendbierchen machen wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt.

 

Enten und Gänseidylle an der Ruhr
Enten und Gänseidylle an der Ruhr

Herdecke hat einen außergewöhnlich hohen Freizeit- und Erholungswert. Stolze 74 Prozent des Stadtgebietes bestehen aus Wasser- und Waldflächen. Zwischen den beiden Ruhrseen, dem Hengstey- und dem Harkortsee gelegen, ist Herdecke Ziel und Ausgangspunkt von Rad-, Wander- oder Kanutouren. So verkündet stolz die Herdecker Homepage und wir können das nur bestätigen.

Wir haben kein Kanu dabei und die Fahrräder stehen auch daheim im Schuppen aber zu Fuß laufen wir vom Stellplatz aus zunächst über die Brücke und dann an der Ruhr entlang und stehen kurze Zeit später am „Café Extrablatt“.

Erscheint uns das Lokal zur Stadtseite hin eher unscheinbar so überrascht es im Inneren und erst Recht zur Wasserseite hin. Sollten wir wieder nach Herdecke fahren so ist das Café Extrablatt ganz sicher auf unserer „TO GO LISTE“.

Wie so oft mache ich mich am nächsten Morgen zeitig und alleine auf um a) die nachfolgenden Bilder einzufangen und b) Brötchen zu kaufen.

 

 

 

Als erstes will ich unbedingt das Viadukt fotografieren. Es ist gar nicht so einfach „nur“ das Viadukt auf das Bild zu bannen. Baukräne und seltsame Industrieschornsteine sollen das Bild ja schließlich nicht zieren.

Wie gefällt euch das nachfolgende Bild? Es ist auf jeden Fall mein „Bild des Tages“!

 

Der Ruhr-Viadukt zwischen Herdecke und Hagen-Vorhalle überquert als Eisenbahn-Viadukt die Ruhr
Der Ruhr-Viadukt zwischen Herdecke und Hagen-Vorhalle überquert als Eisenbahn-Viadukt die Ruhr

Die Aufnahmen vom Viadukt, den Gassen in der Altstadt und Eindrücke „Am Bachplatz“ möchten euch Herdecke ein wenig näher bringen.

 

Und noch einmal der Viadukt (ich finde der Viadukt klingt ... ungewohnt - oder?
Und noch einmal der Viadukt (ich finde der Viadukt klingt … ungewohnt – oder?

Tja und dann meldet sich die beste Hälfte mit der „Kaffee fertig Information“ und kurze Zeit später heißt es bye bye Herdecke.

Wir sind insgesamt wirklich erstaunt wie hübsch dieser Ort ist und werden wieder kommen! Durch die ausgesprochen günstige Lage zwischen Hengstey- und Harkortsee wird der Ort auch treffend „die Stadt zwischen den Ruhrseen“ genannt. Ein Grund mehr dieses hübsche Städtchen abermals anzusteuern.

Frank ist seit langer Zeit ein begeisterter NEWS Leser. Während mich nur Reiseziele, Reisebilder und ähnliches begeistert liest er sich regelmäßig durch das nationale und internationale Weltgeschehen.

 

Und so stolpert er diesmal über unsere nächste und Pfingsten abschließende Reiseetappe.

Habt ihr schon einmal etwas vom Tag der offenen Mühle gehört? Der „DEUTSCHE MÜHLENTAG“ findet jährlich statt und in diesem Jahr am Pfingstmontag. Prima!

Sage und schreibe kann der interessierte Besucher allein in NRW am Pfingstmontag 170 verschiedene Mühlen kostenlos besuchen.

Auf unserem Heimweg liegt zunächst die Scheiper Mühle in Dortmund  aber wir sind scheinbar zu früh dort. Das ganze Anwesen wirkt noch sehr verwaist.

 

Es rauscht die Mühle...
Es rauscht die Mühle…

Im Münsterland und somit bei uns vor der Haustür finden sich in Leer-Horstmar gleich zwei Mühlen in 500 m Abstand. Und genau dorthin fahren wir als nächstes.

Die Schmeddings-Doppelmühlen-Anlage besteht aus der Ölmühle auf der westlichen und Wassermühle auf der östlichen Seite des zwischen beiden hindurch fließenden Leerbaches. Seit 1993 wurde vieles schon restauriert und statt der Wasserturbine wieder ein Wasserrad von 4,20m Durchmesser und 1,70m Breite eingebaut.

Wir parken im Ort denn die Zufahrt ist ziemlich schmal und am Ende vermutlich schon stark „beparkt“. Richtig vermutet, denn bei unserer Ankunft sind Mühle, Kinderkarussell, Bier- und Würstchenstand bereits gut besucht. Aber der Weg in die Mühle und auch die schmalen Stufen in die erste und zweite Etage sind frei und so stöbern wir durch „die Vergangenheit“ und staunen wirklich nicht schlecht. Am besten gefällt uns die Handwerkskunst des Mühlenbauens. Wie die hölzernen Zahnräder ineinander greifen ist einfach faszinierend.

 

Vorbei an den Oldtimertreckern laufen wir weiter zur zweiten Mühle. Die Mühle als solche ist auch hier in Aktion und zu bewundern und zusätzlich finden sich auf dem Dachboden gesammelte Schätze der letzten Jahrzehnte. Im Nullkommanix fühlt man sich gut 100 Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt. Waschmaschinen, Butterfässer, Milchkannen und für mich eines der Highlights „Milchkannenfahrrad nebst Anhänger“. Ach, leicht hatten es unsere Vorfahren wahrlich nicht.

 

In diesem speziellen Fall bin ich doch froh dass Frank regelmäßig die Nachrichten liest – der Mühlentag hat sich wirklich gelohnt. Sobald der Termin für 2017 bekannt ist wird er im Kalender vermerkt und ihr werdet informiert. Treffen wir uns an der Mühle?

 

Und so enden unser Pfingstwochenende und diese Trilogie. Haben wir uns an den vergangenen zwei Wochenenden eher heimatnah herumgetrieben zieht es uns am kommenden Wochenende in die Ferne und das für ganze drei Wochen!

 

Monatelang war geplant wieder einmal für drei Wochen mit dem Wohnmobil nach Norwegen zu fahren. Da wir vor fünf Jahren bereits drei traumhafte Wochen und 8000 km auf unserem Trip zum Nordkap in Skandinavien verbracht haben ist die Begeisterung für diesen Teil Europas sehr groß. Heute am 19.5. sollte unsere Wohnmobiltour starten, aber…

KOMMA ABER wir fahren nicht gen Norden sondern fliegen gen Süden. Auf dem Weg zum Ijsselmeer (liebe Grüße an unsere Segelfreunde – na klar bringen wir Magnetschilder mit!!) geriet mir ein LIDL REISE PROSPEKT in die Finger. Nein, keine Reklame – diese Seite ist und bleibt werbefrei!

Bisher waren diese Reisen allesamt toll und es gab „nix zu meckern“ – ihr könnt ja einmal reinschnuppern:

 

Aber zurück zu unseren spontanen Reiseplanänderungen. Ich stolpere im Prospekt über eine MAROKKO RUNDREISE und lese Frank begeistert die Eckdaten vor. Der ungefähre Wortlaut nach diesem Vortrag:

ER:      Hört sich gut an

SIE:     Dann buche ich das jetzt

ER:      Lass uns das am Sonntag erst einmal in Ruhe anschauen

SIE:     Ich prüfe schon mal online die Flugdaten

SIE:     Passt genau in unsere 3 Wochen Urlaub – Flug ab München

ER:      Was sollen wir denn in München?

SIE:     Mit dem Womo runter und nach den zwei Wochen Marokko direkt noch eine Woche Wandern in Bayern? Tolle Idee! Ich buch das jetzt!

ER: Wie jetzt? Aber nur wenn ich im Urlaub bei allem was nicht klappt „Ha Ha! (Nelson von den Simpsons!) sagen darf! Er darf!!

SIE:     10 Sekunden später: Fertig! Gebucht!

Und jetzt bitte ich artig um euer Daumen drücken damit aus dieser spontanen Schnaps- oder Reiseidee auch wieder ein unvergessliches Reiseerlebnis wird. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Mittlerweile sind wir aus Marokko zurück – KLICK DICH DIREKT ZUM BERICHT oder schau wieder vorbei und denk wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Pläne, Routinen und Gewohnheiten und ähnlich festgefahrene Dinge einfach mal über Bord werfen und spontan spontan sein!

Ich wünsch euch noch ein geiles Leben!! Den Song kann man gar nicht laut genug hören! Und tschüss…

PS: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!!

3 Kommentare

  1. Liebe Petra,
    Spontanität wird im Normalfall belohnt. Nicht alleine deswegen wünsche ich euch einen wundervollen 3-wöchigen Urlaub! Auf dass er eben so unvergesslich wird wie alle eure anderen Unternehmungen.
    Viele liebe Grüße und gute Reise, Karina

Besten Dank für deinen Kommentar