RUNDREISE USA: LAS VEGAS

USA RUNDREISE – 12. TAG LAS VEGAS – ODER ZU FUSS DURCH DIE STADT, DIE NIEMALS SCHLÄFT

„Zur Not bleibe ich in Vegas an den letzten drei Tagen im Hotel! Wir haben Wlan und das Zimmer ist klimatisiert“ So lautete im Mai dieses Jahres mein Kommentar als wir uns zur großen Rundreise durch den Westen der USA entschieden haben. Für mich war ein Besuch dieser Stadt das Grauen, etwas das überstanden und bewältigt werden muss. Aber wie oft im Leben kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Von unseren Erlebnissen in Las Vegas und von unserer Hundertachtziggradmeinungsänderung erzählen wir euch im folgenden Bericht unserer USA Rundreise.

 

LAS VEGAS – EINE STADT DER SUPERLATIVE

 

Las Vegas – die Stadt im US-Bundesstaat Nevada ist für die einen der Sündenpfuhl schlechthin, für die anderen das Paradies auf Erden. Aus dem ehemaligen Wüstenkaff wurde innerhalb von nur 100 Jahren ein El Dorado der Glücksritter mit mehr als 30 Millionen Besuchern pro Jahr.

 

Die höchste Achterbahn, die spektakulärsten Hotels, die bizarrsten Hochzeiten: Die Glücksspielmetropole Las Vegas ist eine verrückte Stadt, in der es sogar als Lady Gaga verkleidete Priester gibt. Aber fangen wir vorne an…

Der Bundesstaat Nevada liegt im Südwesten der USA und mit über 285.000 m² gut viermal so groß wie Bayern. Einen großen Teil der Landesfläche nimmt unfruchtbare Wüstenlandschaft ein. Im südlichsten Zipfel, in unmittelbarer Nähe des Colorado River, befindet sich Las Vegas.

 

Eine fruchtbare und wasserreiche Gegend, die für eine Ansiedlung wie geschaffen ist. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten auch die weißen Siedler dieses Gebiet.

Mormonen errichteten dort 1855 eine feste Handelsstation und sicherten diese durch ein wehrhaftes Fort.

 

Allerdings brachte der einsetzende Goldrausch und die Jagd nach dem Edelmetall Unruhe, Gewalt und Kriminalität in die Gegend und die friedliebenden Mormonen wurden vertrieben.

Das Fort selbst hat die Zeit allerdings überdauert. Teile davon können heute noch Ecke Washington Avenue/Las Vegas Boulevard besichtigt werden.

 

Das spanische „Las Vegas“ bedeutet übersetzt „die Auen“. Immer mehr Menschen siedelten sich dort an und einen weiteren Aufschwung für die Region brachte 1931 der Bau des riesigen Hoover-Staudamms, der immer noch für die Wasser- und Elektrizitätsversorgung der Großregion unentbehrlich ist.

Mit mehr als 500.000 Einwohnern ist Las Vegas die Stadt in den USA mit der schnellsten und höchsten Zuwachsrate an Bevölkerung und Bebauung.

 

Die Minen- und Staudammarbeiter, die meisten von ihnen jung und ledig, strömten damals zu Tausenden nach Las Vegas und bevölkerten die wachsende Metropole. Bars, Hotels und Nachtclubs schossen aus dem Boden und boten ihnen die nötige Abwechslung.

Als schließlich auch das Glücksspiel in Las Vegas legalisiert wurde schossen die Spielcasinos wie Pilze aus dem Boden.

 

1932 eröffnete das erste Luxus-Hotel in Las Vegas seine Pforten. Mit dem „Apache“ war eine neue Dimension in der Entwicklung von Las Vegas angebrochen.

Nicht nur die Arbeiter der niederen Lohngruppen hatte man nun als Kunden im Visier, sondern auch die Reichen und Superreichen wollte man in die sündige Stadt locken. Las Vegas war auf dem Weg, eine Touristenattraktion zu werden.

 

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, ließ die boomende Rüstungsindustrie die unwirkliche Stadt Las Vegas weiterwachsen. Die hohen Einnahmen der Amüsierbetriebe lockten aber auch die Mafia an, die an diesem stetig wachsenden Geschäftszweig mitverdienen wollte.

 

Auch Bugsy Siegel, der 1946 mit dem legendären „Flamingo“ das erste Edel-Kasino der Stadt eröffnete, war ein Mann der Mafia. Weil er mit seinen Bossen falsch abrechnete, wurde er schon ein Jahr später liquidiert. Die prachtvolle Einweihungsfeier seines Clubs hat er aber noch miterleben dürfen.

„Laut auf keinen Fall zu Fuß!“ Deutlich wie nachdrücklich tönen die Worte unserer Reiseleiterin am 13. Tag unserer Rundreise noch in unseren Ohren als wir zu viert beim Frühstück überlegen wie wir die Stadt die niemals schläft erkunden wollen.

Wo anfangen und was zuerst und was überhaupt? Fragen über Fragen aber nach kurzer Zeit steht der Plan – loslaufen und überraschen lassen. Bus? Taxi? Lohnt nicht – wir sind gut zu Fuß!

Um 10:45 Uhr werfen wir noch einen letzten Blick auf das Circus Circus und laufen bester Laune zu viert über den Las Vegas Strip.

Richtung Hotel Venetien. Das wollen wir auf jeden Fall heute bestaunen.

Wir sind noch nicht einmal einen km gelaufen bleiben die Männer erst einmal fasziniert an des Mannes Lieblingsspielzeug stehen.

Wir werden im Laufe der nächsten drei Tage noch viele tolle Fahrzeuge bestaunen.

 

Etwas fernab des Strips entdecken wir das Trump Hotel und auf der anderen Straßenseite die Fashion Show. Beides lockt uns nicht wirklich.

 

WYNN HOTEL – Luxus sucht seinesgleichen

 

Den ersten Stopp legen wir am Wynn Las Vegas Esplanade ein. Am 28. April 2005, dem Geburtstag seiner Frau, eröffnete Steve Wynn sein bis dahin teuerstes Hotel der Welt.

Mit Baukosten von rund 2,7 Milliarden US-Dollar stieß der Immobilien-Tycoon in neue Dimensionen vor.

 

Mit 2.716 Zimmern liegt das Wynn deutlich hinter den größten Hotels in Las Vegas, dem MGM (5.000 Zimmer), dem Bellagio (knapp 4.000) oder dem Luxor (4.400).

Das Ziel war jedoch, von Anfang ein Hotel zu schaffen, welches an Luxus seinesgleichen sucht. Buchbar sind Einheiten mit 58 m² bis Suiten von 650 m² ebenso wie Ferrari oder Maserati aus dem hauseigenen Fuhrpark.

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Die Wynn Las Vegas Esplanade ist eine herrliche Sammlung aus internationalen, exklusiven und einzigartigen Boutiquen inmitten eines 6.670 Quadratmeter großen, exquisit gestalteten Einkaufszentrums.

Da die Preise in den Schaufenstern mit dem Inhalt unserer Geldbörse so rein gar nicht kompatibel sind machen wir uns nach kurzer Zeit wieder auf den Weg und erreichen um die Mittagszeit Venedig.

 

HOTEL VENETIEN – Venedig mitten in der Wüste

 

Ja, richtig gelesen! Frank und ich waren bereits vier Mal in der italienischen Lagunenstadt und sind wirklich verblüfft wie sehr das Ambiente des Venetian Resort uns an diese Reisen erinnert.

 

Der eindrucksvolle Einkaufskomplex bietet die Atmosphäre italienischer Straßenzüge und besticht durch zahllose exklusive Geschäfte, unschätzbare Kunstwerke und sogar Straßenkünstler.

 

Für authentisches Straßenfeeling ist das gesamte Einkaufszentrum mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und die Beleuchtung suggeriert dem Besucher laue Sommernachmittage und romantische Abendstimmung im Wechsel.

 

 

Wir sind wahrlich „von den Socken“. Zu viert laufen wir entlang der Grachten, lauschen dabei dem Gesang der Gondolieri und stehen dann final sogar mitten auf dem Markusplatz.

 

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Auf dem Rückweg bestaunen wir den herrlich verarbeiteten Marmor und die Deckenfresken.

Sieht das nicht alles umwerfend aus? Kein Wunder, dass in Vegas die Hotels Sehenswürdigkeiten darstellen.

Ehe ich es vergesse, die Toiletten in all diesen herrlichen Hotels und Einkaufsstraßen passen selbstverständlich zum exklusiven Ambiente und sind kostenlos. Wer hätte das gedacht?

 

Gigantisch und extrem beeindruckend beschreibt unsere Begeisterung in etwa. Wieder draußen angekommen versetzen uns die Nachbauten der Rialtobrücke und des Campanile ein weiteres Mal in Staunen und Begeisterung.

 

 

Weniger begeistert bin ich vom High Roller. Hält dieses Riesenrad mit 167,6 m Höhe und 158,5 m Durchmesser zurzeit zwar den Weltrekord sind mir 30 Minuten Fahrt aber keinesfalls 25 Dollar ab 17 Uhr sogar 37 Dollar wert (online etwas günstiger).

Eine viel bessere Aussicht werden wir gratis noch am übernächsten Abend erleben aber dazu später.

 

Wir haben Durst und so reicht ein kurzer Blickwechsel als wir auf dem Weg zum Riesenrad an einem Irish Pub vorbeikommen.

Ohne zu zögern sind 4 Guinness schnell bestellt und als wir die Zeche fast eine Stunde später zahlen stellen wir nur fest, dass ein vorheriger Blick in die Getränkekarte auch keine schlechte Idee gewesen wäre.

Aber der Satzanfang „Weißt du noch unsere Guinness in Vegas?“ sind doch einen erhöhten Preis wert – oder? Der Rekord in Sachen „teurer Gerstensaft“ ist dieses heutige Erlebnis allerdings noch nicht.

 

Und ehe wir uns versehen landen wir direkt wieder in einem Biergarten. „Kann man es Biergarten nennen?

Ja, ich denke schon“ Im Garten des Flamingos stehen die für mich originellsten Barhocker überhaupt und um das Preisniveau der „Bierversorgung“ wieder ins Lot zu bringen nutzen wir die Happy Hour und sorgen für den nötigen Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Schließlich sind wir mitten in der Wüste, schon vergessen?

Und von der Wüste direkt nach Paris! Ja, auch das ist in Las Vegas durchaus möglich.

 

PARIS – liegt an der Seine und manchmal auch in der Wüste

 

 

Im Jahre 1999 wurde nach Monte Carlo und Venedig die dritte europäische Stadt nach Las Vegas geholt: Paris.

In zentraler Lage am Strip, direkt gegenüber vom Bellagio, wurde eine Mini-Variante der französischen Metropole errichtet.

 

Es finden sich Nachbauten des Triumphbogens, der Pariser Oper, des Louvre und als weit sichtbares Wahrzeichen der Eiffelturm. Dieser wurde nach den alten Bauplänen aus 8.000 Tonnen Stahl im Maßstab 2:1 nachgebaut und es wurde exakt die gleiche Farbe verwendet mit der auch das Original lackiert ist.

Witzig ist, dass sich ein Bein des Eiffelturmes auf dem Platz vor dem Hotel befindet, die drei anderen Beine stehen mitten im Casino.

 

Unter künstlichem Himmel wandeln wir durch die stilvoll nachgebildeten Gassen und erinnern uns lebhaft an unseren letzten Besuch der französischen Hauptstadt zusammen mit den Kids. Da fallen uns direkt reichlich viele Geschichten ein… ich sag nur nachts zu viert in Paris im dunklen Wald ohne Navi. Unvergesslich!

 

 

HARD ROCK CAFÉ – ein MUSS, egal wo auf der Welt!

 

Wer denkt wir würden uns jetzt langsam aber sicher auf den Heimweg machen der irrt. Eine kurze Stärkung und danach bestaunen wir die sehenswerten Erinnerungsstücke diverser Hard Rock Legenden im Hard Rock Café.

Die Hard Rock Cafes sind nicht in erster Linie wegen ihres Essens, sondern vor allem wegen ihrer Atmosphäre bekannt. Die Kette verfügt mit ihren über 70.000 Ausstellungsstücken über die größte Musikexponatensammlung der Welt.

Alle Ausstellungsstücke werden auf Auktionen gekauft oder direkt von Musikern zur Verfügung gestellt. So dienen unter anderem signierte Gitarren, Bühnenkleidung, seltene Fotos oder Goldene Schallplatten als Wanddekoration in den verschiedenen Cafes.

 

 

M&M’s® Store – alles rund um die bunten Schokolinsen auf 4 Etagen 

Kurze Zeit später lernen wir auf 4 (in Worten VIER!) Etagen M&M’s® Store, dass es nichts gibt, was nicht mit den bunten Schokokugeln bedruckt werden kann. Vom Babystrampler bis zum Sportwagen ist alles (un)möglich!

 

NEW YORK NEW YORK – ich war noch niemals in New York

 

Könnt ihr auf dem folgenden Bild die Achterbahn erkennen?

An diesem Abend wissen wir es noch nicht, aber morgen werden wir uns spontan zwei Tickets kaufen und in vorderster Reihe das Hotel New York New York umrunden…

 

 

Am Mandalay Bay überqueren wir den Strip und setzen nach Einbruch der Dunkelheit  unseren Heimweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite fort.

 

LUXOR – Casino und Hotel der Vier-Sterne-Klasse

Das Luxor fällt uns allein schon durch seine besondere Außen- und Innengestaltung auf, gleicht die äußere Form doch einer schwarzen Glaspyramide.

 

Die Pyramide ist satte 107 Meter hoch und an der Spitze der Pyramide befindet sich ein senkrecht in den Himmel gerichteter Lichtstrahl.

Er ist so stark, dass man ihn bei günstigen Witterungsverhältnissen vom gesamten Las Vegas Valley sehen kann. Und heute haben wir günstige Witterungsverhältnisse, wie schön!

 

Und irgendwann am späten Abend erreichen wir nach 38102 Schritten und umgerechnet knapp 28 gelaufenen Kilometern wieder unser Hotel.

Es ist nie zu spät, Vorurteile abzulegen. 

Henry David Thoreau

Wer hat gesagt man könne Las Vegas nicht zu Fuß erobern? Wir sind am Ende dieses Tages der Meinung „Nur so und nicht anders!“ und fallen müde aber happy ins Bett. Und war ich noch vor Tagen der Meinung Las Vegas sei etwas das überstanden werden müsse so bin ich nach diesem Tag ein überzeugter Fan.

Las Vegas ist spektakulär und auf jeden Fall einen Besuch wert. Von wegen „ich bleibe im Zimmer“!

Was uns an den folgenden Tagen in Las Vegas erwartet? Das verraten wir euch im nächsten Bericht – schaut also wieder vorbei!

Ehe ich mich für heute verabschiede  wünsche ich euch für 2017  bleibt neugierig, gesund  und notiert viele schöne Highlights in den neuen Kalender.

Schaut gerne wieder vorbei und denkt bis dahin wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare. Das Formular findet ihr wie immer am Ende der Seite.

 

7 Kommentare

    1. Halli Halli Vivi,

      gern geschehen! Ich freue mich auch immer wenn ich hier Reiseberichte endecke die mich an unsere Reiseerlebnisse erinnern. Man ist direkt wieder vor Ort. Den 2. und letzten VEGAS Tag muss ich noch vollenden und dann habe ich die USA „endlich im Kasten“ 🙂 Schöne Woche für dich…

  1. Toller Artikel und viele schöne Fotos mit interessanten Tipps.
    Wir werden viel von der Beschreibung berücksichtigen. In August geht es bei uns los.
    Wir freuen uns auf die Reise durch USA und danken sehr für den Beitrag.

    Herzliche Grüße
    Fam.Mueller

    https://fewo-lagos.de

    1. Hallo Ihr Lieben,

      oh wie schön zu lesen das sich wieder jemand auf diese tolle Reise freut. Und noch viel schöner finde ich. dass euch dieser Bericht gefallen hat. Es geht aus dem Kommentar nicht deutlich hervor ob ihr die gleiche Tour gebucht habt. Für den Fall das dem so ist wünsche ich euch die gleiche Reiseleitung und den gleichen Busfahrer – die zwei sind nämlich nicht zu toppen!!

      Eine schöne Reise wünscht
      die Petra

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...