SPEKTAKULÄRER SONNENUNTERGANG ÜBER DEN WOLKEN AUF DEM PICO DO ARIEIRO

Sonnenuntergang über den Wolken – das wird das Highlight des Tages und für uns sicherlich unvergesslich! Vorher reiht sich jedoch ein Hingucker an den nächsten und sorgt für reichlich „Bow, ist das schön hier!“ Ausrufe.

Wir fahren zunächst in den Norden der Insel nach Sao Vincente und weiter an der Küste entlang nach Boaventura und Miradouro das Cabanas. Am Restaurante Casa De Palha reicht uns ein Kaffee in der Sonne und wir schauen uns die Hauptkirche von São Jorge an. Weiter geht es nach Santana und zum Miradouro do Lombo dos Palheiros. Nach einer kleinen wie schönen Wanderung im Parque Natural do Ribeiro Frio fahren wir zum Sonnenuntergang auf den dritthöchsten Berg von Madeira, den Pico do Arieiro und sind wieder einmal gerührt und geschüttelt. What a day! Auf geht´s…

 

 

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns von Funchal aus auf den Weg und nach einer knappen halben Stunde über die VR1 und ER104 erreichen als erstes Sao Vincente.

 

 

SAO VICENTE

 

SAO VICENTE, die Kleinstadt an der Nordküste wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als eigenständige Gemeinde gegründet.

In den 80-er Jahren mit EU-Mitteln herausgeputzt, hat das 4000 Ew. zählende Vorzeigedorf Madeiras inzwischen sogar einen Denkmalschutzpreis bekommen.

Seine adrett geweißten Häuser mit einer Handvoll Lädchen und Restaurants im Erdgeschoss drängen sich in den Gassen und Treppenwegen um die Pfarrkirche.

 

 

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Grutas (Grotten – am Ortseingang gut beschildert) und alte Lavakanäle, die erkundet werden können. Im zugehörigen Besucherzentrum wird der Vulkanismus und die Entstehung Madeiras erläutert.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt die barocke Pfarrkirche Igreja de São Vicente. Die kleine Kapelle Capelinha do Calhau aus dem Jahr 1692 ist, landeinwärts gerichtet, in eine Felsnische inmitten der Flussmündung gebaut.

 

 

Da wir heute noch einiges erleben wollen (und werden) reicht uns hier ein kleiner Spaziergang durch den recht hübschen Ort. Am Strand angekommen sind wir von der Wucht der Atlantikwellen begeistert und bauen erst einmal ein paar Steintürmchen… herrliches Wetter, gute Laune und Sonne pur. Was wollen wir mehr? Meer!

An der Küste entlang setzen wir unsere Fahrt auf der ER 101 fort. Wir legen hier und da einen Stopp an den ausgewiesenen Aussichtspunkten ein. Hier ist der Weg das Ziel, so unglaublich schön!

 

BOAVENTURA

 

Boaventura ist ein hübsches, landwirtschaftliches Dorf am Hang mit Tälern, die durch verschiedene Wasserläufe durchzogen sind. Es ist eines der ältesten kolonialisierten Dörfer und liegt praktisch isoliert vom Rest der Insel. An den nachfolgenden Bildern kann ich mich überhaupt nicht sattsehen. Zur Vergrößerung einfach anklicken…

 

 

Die ER 101 verläuft weiter kurvig und ein wenig landeinwärts durch Kieferwälder. Nur kurze Zeit später fasziniert uns die Aussicht am Miradouro das Cabanas.

 

MIRODOURO DAS CABANAS

 

Miradouro das Cabanas liegt zwischen São Jorge und Arco de São Jorge und bietet einen ausgezeichneten Blick auf den Bogen von St. George und den Atlantischen Ozean. Die folgenden Bilder sind nicht farbmanipuliert, auch wenn es so ausschaut.

 

 

 

SAO JORGE

 

Nachdem wir uns kurz den Leuchtturm (Baujahr 1959 wie ich, 14 m hoch und Feuerhöhe 270 m) von Sao Jorge angeschaut haben erreichen wir um ein Uhr Mittag das „Restaurante Casa De Palha“ (im Reiseführer löblich erwähnt).

Die Frage „Hast du Hunger oder überhaupt Appetit?“ wird verneint und so reicht uns (wieder einmal) ein Kaffee in der Sonne.

 

 

Das Lokal macht einen tollen Eindruck, die Bedienung ist freundlich und das Essen auf den Nachbartischen sieht zum Anbeißen aus. Wir schließen uns der Empfehlung des Reiseführers an und bringen beim nächsten Besuch mehr Hunger mit.

Anschließend schauen wir uns noch die Igreja de Sao Jorge an. Das im 18.Jhd im Barockstil errichtete Gotteshaus  ist dem Drachentöter Sankt Georg gewidmet.

Abgesehen von der Größe, beinhaltet ihr Inneres einen Altar aus vergoldeter Holzschnitzerei und eine schöne Sammlung von Gemälden. TIPP: Ein Blick ins Innere der Kirche lohnt sich (auch wenn Kirchen nicht so unser Ding sind).

 

 

 

 

Am frühen Nachmittag erreichen wir auf unserer Rundtour um 14 Uhr den hübschen Ort Santana an der Nordostküste von Madeira.

Santana ist ein hübsches Dorf an der Nordküste und berühmt für seine Stroh bedeckten Häuser. Diese kleinen Häuser aus Naturstein mit einem bis zum Erdboden hinunter reichenden Strohdach dienten über Jahrhunderte als Ställe und Wohnhäuser, und manche von ihnen werden sogar heute noch bewohnt.

 

 

 

Die Region lebt hauptsächlich von Ackerbau, Kunsthandwerk und ihren Traditionen. Die bergigen Landschaften werden vom Grün des Laurissilva-Waldes (deutsch Lorbeerwald ) dominiert, der von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde.

Bis zu unserem Eintreffen in Santana sind uns, wenn überhaupt, nur Einheimische begegnet. Umso weniger gefällt uns in Santana das Gefühl in einer Touristenhochburg gelandet zu sein.

 

 

 

Wir schauen uns die wirklich hübschen bunten Häuschen an und so schnell wie wir gekommen sind so flott sind wir auch wieder unterwegs. In der Hochsaison möchten wir hier ganz sicher nicht sein.

Ein wenig mehr Bewegung wäre jetzt schon toll! Gut, dass auf unserer heutigen Reiseroute der Parque Natural do Ribeiro Frio und ein Spaziergang auf der Levada dos Balcões steht.

 

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PARQUE NATURAL DO RIBEIRO FRIO UND LEVADA DOS BALCOES

 

Ribeiro Frio (‘kalter Fluss’) hat auch heute noch viel von seiner ursprünglichen Vegetation aufzuweisen, denn die Insel war in dieser Gegend besonders dicht mit ‘Laurissilva’-Wald, ein Relikt prähistorischer Zeiten, überzogen.

Leider scheint diese Sehenswürdigkeit in jedem Reiseführer zu stehen. Rechts und links der Straße stehen auf hunderten von Metern die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange.

Mit etwas „Glück in Tück“ (Grafschafter Platt und bedeutet Gück in der Tasche) finden wir einen Parkplatz und folgen den Hinweisschildern “Levada dos Balcões”.

 

 

Hinweis – solltet ihr hierher fahren wollen – „der frühe Wurm würgt den Vogel“ oder wie war das noch gleich?

Der Spazierweg, mehr ist es wirklich nicht, (das hätte sogar Christian geschafft) verläuft entlang der Levada Serra do Faial durch alten Waldbestand und schon nach einem Weilchen erreichen wir den Aussichtspunkt „Miradouro dos Balcões“.

 

 

 

Die Aussicht auf das Tal Ribeira da Metade den Weg auf jeden Fall wert. Sorry, aber nix im Vergleich zur gestrigen Wanderung auf der Ponta Sao Lourenco, die hat uns extrem besser gefallen und die Messlatte für den Rest der Woche ganz schön nach oben befördert.

Am Rande: Wer Forellen liebt, sollte in Ribeiro Frio über Mittag bleiben. Die in Ribeiro Frio angesiedelte, staatlich geführte, Forellenfarm ist ein beliebter Anziehungspunkt. Eine Besichtigungstour könnt ihr im dortigen Restaurant mit einer köstlichen, garantiert fangfrischen Forelle abschließen! 

Für haben für Forellen und Essen im Allgemeinen jetzt überhaupt keine Zeit! Die Sonne geht unter. Ok, das macht sie regelmäßig und ist an sich nichts Besonderes. Wenn wir allerdings dem Reiseführer glauben wollen erwartet uns oben auf dem Pico do Arieiro ein grandioses Farbenspiel. Und genau das steht auf unserer Speise- eh nee Reisekarte.

 

 

 

PICO DO AREEIRO

 

Über die ER 103 fahren wir um halb fünf ins Inselinnere in südwestliche Richtung zum Pico do Areeiro. Mit seinen 1818 Metern ist der Pico do Areeiro der dritthöchste Berg auf Madeira. Auf den Gipfel führt eine kurvige Landstraße, die für sich schon ein Erlebnis ist. Die Sonne steht schon ziemlich tief und wir müssen uns ein wenig beeilen.

Man sollte meinen der Berg sei aufgrund seiner Höhe automatisch unübersehbar, falsch! Die Spitze des Berges erreichen wir erst im zweiten Anlauf.

Irgend so ein Schlaumeier hat das richtungsweisende Verkehrsschild in der Mitte mit einem 90 Grad Winkel versehen und so biegen wir kurz vor dem Ziel erst einmal links ab.

Stutzig macht uns allerdings die Feststellung, dass wir plötzlich nicht mehr bergauf sondern schon wieder talwärts fahren. Ehe sich eine Möglichkeit zum Wenden findet dauert es in den Bergen bekanntlich etwas länger. Ich werde schon ganz hibbelig… die Sonne geht schließlich zur Not auch ohne uns unter!

Wieder auf dem richtigen Kurs verläuft der weitere Weg weiterhin sehr kurvig und bietet grandiose Aussichten. Die Abfahrt gehört übrigens jährlich zu einem der Klassifikationsfahrten während der Autorally Vinho do Madeira.

 

 

Sobald wie die Baumgrenze hinter bzw. unter uns lassen raubt uns die Aussicht fast den Atem.  Die Sonne steht schon recht tief und taucht die Bilderbuchwolken in ein außerirdisches Licht.

„Endlich“ oben angekommen werden wir für die Auffahrt mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Die Nordseite des Pico do Areeiro hüllt sich mit zunehmender Uhrzeit in Nebel und Wolken.

 

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Wir können uns einfach nicht sattsehen und fangen diese Eindrücke in unzähligen Bildern ein. Der Reiseführer hatte wirklich nicht zu viel versprochen.

Wir trinken auf der Terrasse der Pousada do Pico do Areeiro einen Cappuccino und schauen gebannt auf die Bergspritzen, deren Farbe sich binnen kürzester Zeit in alle möglichen und unmöglichen gelb-braun-kupfer-golden Nuancen ändert.

 

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Naja, still sitzen kann ich dabei nicht wirklich! Wer mich ein wenig kennt kann es sich lebhaft vorstellen. Es könnte ja sein, dass es auf der anderen Seite nooooch schöner oder oben auf der Plattform noch besser ausschaut.

Das ist natürlich Blödsinn, die Aussicht auf der Terrasse ist phantastisch. Außerdem macht es Spaß den Kids dabei zuzuschauen, wie sie sich für unzählige Selfies die Arme und Beine verrenken.

 

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Der grandiose Hintergrund ist im Grunde (scheiß) egal – Hauptsache das Make up ist mit drauf und die neue Jacke oder Hose sieht gut aus. Ach herrlich, ich finde das lustig.

Es ist kalt und ein mehr als frischer Wind weht uns um die Nase. Und dennoch können wir uns von diesem Naturschauspiel erst wirklich losreissen als die Sonne komplett in der Wolkendecke verschwunden ist.

 

Reisen macht bescheiden.

Man erkennt,

welch kleinen Platz man in der Welt besetzt.

Gustave Flaubert

Glückseelig fahren wir anschließend die kurvige Strecke wieder bergab, sind mehr als zufrieden und glücklich und freuen uns auf die nächsten Reiseabenteuer.

Morgen fahren wir zuerst in die Berge zum Caminho Real da Encumeada, entlang der Südküste nach Ponta do Sol und bis an den westlichen Zipfel der Insel zum Ponta do Pargo Lighthouse. Abends schlendern wir zur Altstadt von Funchal und sitzen unerwartet mitten in einem Livekonzert. Es bleibt spannend oder “da geht noch was!”

Das Bilderbuch zu diesem Reisetag <<< ist  nur einen Klick entfernt.

Schaut gerne wieder vorbei oder klickt euch direkt zur >>Fortsetzung<<   und, ach ihr wisst schon:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

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9 Kommentare

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