SILVESTER IN FUNCHAL UND EIN FEUERWERK DER SUPERLATIVE

Silvester in Funchal auf Madeira! Wer es erlebt hat möchte wahrscheinlich, wie wir, direkt wieder buchen – oder? Unser letzter Reisetag auf Madeira und somit der letzte Tag des Jahres 2017 will vor dem großen Feuerwerk noch genutzt werden. Das Beste kommt zum Schluß – so auch am letzten Tag des Jahres!

Vormittags fahren wir Richtung Osten und schauen den startenden und landenden Fliegern an Madeiras Flughafen zu. Nach einem Kaffee in der Sonne in Canical sind wir vom naheliegenden Aussichtspunkt Ponta do Rosto total begeistert. Nachmittags schlendern wir in die Altstadt von Funchal während im Hafen nach und nach immer mehr Kreuzfahrtschiffe den Hafen erreichen.

 

 

 

Bei herrlichen 21 Grad sitzen wir danach in der Sonne, gönnen uns ein leckeres Essen und schauen dem Treiben im Hafen zu. Silvester in Funchal kann man kaum beschreiben. Besser ist es, wenn man es selbst erlebt. Lasst euch ein wenig inspirieren… Aber Vorsicht, ihr könntet direkt buchen wollen!

 

 

 

Lieben Dank erst einmal an all die netten Kommentarschreiber für die mitfühlenden Worte zum vorherigen Beitrag. Eure Geschichten zum Thema “Nix geht mehr” waren ja teilweise noch schlimmer als mein Erlebnis. Wie heißt es so schön:

 

Am Ende wird alles gut

und wenn es nicht gut ist

dann ist es auch

noch nicht zu Ende!

So wollen wir es auch mit dem gesamten Jahr 2017 halten. Nachdem wir uns vom gestrigen Tag gut erholt haben, körperlich und mental, machen wir uns am Silvestermorgen um kurz vor halb elf auf den Weg und fahren über die VR1 in Richtung Santa Cruz bzw. zum Flughafen.

 

 

 

Der Flughafen wurde 1964 eröffnet und besaß anfänglich eine nur 1600 Meter lange Start- und Landebahn. Damals war der Anflug auf den Flughafen schwierig und gefürchtet da die Landebahn sich direkt am Hang der Steilküste befand und häufig Scherwinde auftraten.

Am 15. September 2000 wurde die Start- und Landebahn auf 2777 Meter verlängert, auf der seitdem alle Flugzeugtypen landen können.

 

 

 

Die Bahnverlängerung wurde über eine Bucht mit einem aufwändigen Stützenbauwerk von 1020 Metern Länge und 180 Metern Breite für 520 Mio. Euro realisiert.

Die dabei verbauten 3 Meter dicken Betonpfeiler sind bis zu 120 Meter lang, davon bis zu 59 Meter oberirdisch, der Rest ist unterirdisch oder im Meeresgrund verankert.

 

 

 

Wir finden fliegen und Flugzeuge einfach faszinierend. An verschiedenen Stellen warten wir auf die Flieger und schauen ihnen bei Start und Landung zu. Doch so spektakulär wie auf St. Maarten sind die Starts und Landungen auf Madeira, leider oder gottseidank, nicht.

Denke ich an die Karibik fallen mir als Highlights sofort wieder die niederländische Insel St. Maarten und die tieffliegenden Flugzeuge ein…

Nach gut einer Stunde wird es uns dann doch zu langweilig und wir fahren noch einmal nach Canical.

 

CANICAL

 

Das kleine Fischerdorf Caniçal liegt östlich auf der Insel Madeira und war bis ins Jahre 1982 das Zentrum der Walindustrie. Bekannt ist der Ort auch für sein Walmuseum und das lebensgroße Walmodell.

Die Legende sagt, dass eine Gruppe von Fischern, welche die Gefahren eines Schiffbruches in der Nähe der Küste überlebte, versprach, eine Kapelle zu Ehren der Göttin der Gnade zu errichten.

Die Kapelle wurde auf dem ersten Hügel erbaut, den sie erspähten. Seit dann feiert die Bevölkerung von Caniçal jedes Jahr am dritten Wochenende im September diese Tradition und organisiert das außergewöhnliche Festival auf Madeira. Die Prozession ist einzigartig, sehr bunt und schön, die einzige auf dem Archipel.

Das Wetter meint es heute sehr gut mit uns. Es hat den Anschein als wolle die Sonne noch einmal so richtig zeigen was sie kann.

 

 

 

Im Urlaub schaut man ja hin und wieder wie sich das Wetter am Urlaubsort und daheim entwickelt. Am letzten Tag des Jahres waren wir definitiv froh nicht im Münsterland zu sein. Soviel steht fest!

 

 

 

Eine Stunde und einen Kaffee später fahren wir von Canical aus noch gut 4 km über die ER109 weiter in Richtung Osten. Habt ihr den Reisebericht „WANDERN AUF SAO LOURENCO“ gelesen? Die Landschaft hat uns unglaublich gut gefallen und wir möchten uns hier heute noch einmal umschauen.

 

PONTA DE SAO LOURENCO UND PONTA DO ROSTO

 

Etwa 5 km sind es von Canical hinaus auf die Halbinsel Ponta de Sao Lourenco, die wie ein mehrfach gekrümmter Felsenfinger aussieht. Der südöstliche Zipfel Madeiras ist karg, windig und äußerst regenarm.

 

 

Unglaublich, dass die Gegend einst üppig bewaldet war. Man begann schon frühzeitig mit der Abholzung und ließ dann später Ziegen hier weiden, die alles Grün sofort fraßen.

Entsprechend karg präsentiert sich die Vegetation: Kahle Kuppen prägen die Ostspitze Madeiras, und bizarr geformte Felsen steigen aus dem tosenden Meer auf.

 

 

 

Die Felsen von Ponta do Rosto auf der Halbinsel Ponta de Sao Lourenco gehören zu den meistfotografierten Objekten von Madeira. So steht es im Reiseführer und wenn ihr euch die nachfolgenden Bilder anschaut könnt ihr der Aussage vielleicht Glauben schenken.

 

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Den kargen Felsen zum Trotz blühen die Fackellilien am Straßenrand als gäbe es kein Morgen mehr und kurz bevor wir wieder fahren wollen rollt ein Kioskwagen auf den Parkplatz.

 

 

 

Die Frage “Möchtest du ein Eis?” wird mit einem “Ja gerne!” beantwortet und so sitzen wir in der Sonne genießen sowohl das Eis als auch den Blick auf die ockerfarbenen, rostroten, grauen und grünschwarzen Felsen die aus dem türkisblauen Meer aufsteigen.

Sollten wir wieder einmal nach Madeira reisen möchte ich hier gerne einmal zum Sonnenaufgang sitzen…

 

 

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Um kurz nach eins machen wir uns auf den Heimweg, tanken den Leihwagen voll und “testen” mit einem klitzekleinen Bierchen (0,2 l Flaschen sind einfach putzig) den Blick auf den Hafen.

 

 

 

Hier, unweit der Ferienwohnung, wollen wir uns um Mitternacht das grandiose Feuerwerk anschauen. Mittlerweile sind schon vier Kreuzfahrtschiffe eingetroffen und die schauen wir uns gleich erst einmal aus der Nähe an.

 

 

Am Fort of São Tiago liegen Einheimische und andere Sonnenanbeter in der Sonne und vereinzelnd sehen wir auch einige Schwimmer im Meer.

Ein fünftes Kreuzfahrtschiff liegt etwas entfernt vor Anker. Am Meer entlang spazieren wir zur Marina. Musik liegt in der Luft und es herrscht ein geschäftiges Treiben.

Zwischendurch laufen wir auf den Kaimauern. Von hier aus lässt sich die Stadt prima fotografieren und wir können dem Treiben auf den Kreuzfahrtschiffen zuschauen. Ein ganzes Weilchen sitzen wir hier und mir kommt ein uralter Schlager in den Sinn “Schön ist es auf der Welt zu sein…”

 

 

 

Im Hafen finden wir um halb fünf einen freien Tisch in der Sonne und entscheiden uns spontan eine Kleinigkeit zu essen. Und zack ist es halb sieben.  Die nette Unterhaltung mit einer allein reisenden Schweizerin am Nachbartisch hat die Zeit wie im Fluge vergehen lassen.

 

 

 

Apropos Flug bzw. die “nächste Fahrt geht rückwärts” kann ich auf der Kirmes am Hafen einer Fahrt mit der Raupe nicht wider stehen. Wie stellte Angelina Jolie so treffend fest:

 

 

 

 

Nach einigen Aufnahmen der schönen Weihnachtsdekoration und einem kleinen Zwischenstopp in der Altstadt erreichen wir unsere Unterkunft um 20 Uhr. Ooohhh, nur noch 4 Stunden!!! Die Spannung steigt!

 

 

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Ein wenig Fernsehprogramm, ein bisschen Reisebilder sortieren und schon ist es kurz nach 23 Uhr und wir machen uns auf den Weg. Wir möchten uns eine gute Sicht auf den Hafen und das Feuerwerk sichern.

Funchal und sein Feuerwerk: Guinness World Records™ verlieh dem 8-minütigen Feuerwerk während der Silvesterfeier 2006/2007 den Titel „Größtes pyrotechnisches Spektakel der Welt“. Madeira behielt diesen Titel bis zum Jahr 2012.

Eine Feuerwerkellipse von 6 km Länge und 2,7 km Breite um die Stadt Funchal war der erzielte Rekord. Das Feuerwerk wurde von 37 Stellen (31 vom Boden und 6 auf Meeresplattformen) abgefeuert, die im wunderschönen und einzigartigen Amphitheater in der Bucht der Stadt strategisch verteilt waren.

Das Spektakel umfasste 17 Tonnen Feuerwerkskörper und 660300 Abschüsse, mit einer Frequenz von mehr als 8000 tausend Abschüsse pro Minute.

Gibt man die Suchworte Feuerwerk und Funchal bei google ein wird man in Windeseile mit Werbung für Hotelübernachtung und Kreuzfahrten zugeschüttet.

Welche Dimensionen das Feuerwerk 2017/2018 hat konnte ich leider nicht ausmachen. Wäre ich noch länger auf den Seiten verblieben hätte ich wahrscheinlich “ganz aus Versehen” eine Kreuzfahrt gebucht. Zurück zu “noch 30 Minuten bis zum Feierwerk!”

Wir hatten erwartet, dass sich der ein oder andere auch an der von uns gewählten Stelle das Feuerwerk anschauen möchte. Als wir jedoch um die Ecke biegen trauen wir zunächst unseren Augen nicht. Die folgende Aufnahme entstand nach dem Feuerwerk, daher der Rauch in der Luft…

 

 

 

Auf dem Parkstreifen stehen die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. Auf Motorhauben und Pickup Ladeflächen sind Getränke und Essenssachen auf Decken ausgebreitet.

Tische und Stühle stehen auf den Gehwegen und aus Musikanlagen dröhnt Partymusik. Eine herrlich ausgelassene Stimmung unter Einheimischen. Und wir mittendrin… Genau unser Ding!

Wir müssen ein Weilchen suchen und finden tatsächlich unweit der mittags ausgemachten Stelle einen Sitzplatz auf einem Mauerrand. Rundherum stehen und sitzen Oma und Opa, Kinder und Enkelkinder einer Familie, die unterhalb dieser Mauer wohnt.

Sie sprechen kein Deutsch oder Englisch und wir kein portugiesisch und dennoch – wir verstehen uns. Lächeln ist so herrlich international!

23:52 Uhr – kurz vor knapp kommt Oma (wir haben sie für uns so genannt) fröhlich auf uns zu und drückt jedem von uns ein Sektglas in die Hand, Opa gießt uns Sekt ein und prostet uns zu während über Funchal wunderschöne Lichter in allen Farben den Himmel erhellen.

Um Mitternacht kehrt Ruhe bei den kleineren und privaten Feuerwerken ein. Alle warten gespannt auf Mitternacht und auf das große Feuerwerk. Sorry für die miese Qualität der folgenden Bilder – Silvester ist zum feiern nicht zum fotografieren – oder?

 

 

 

Und während die Feuerwerkskörper am Himmel für Aaaaahhh und Ooohhh Ausrufe sorgen wünschen sich die portugiesische Familie und wir uns gegenseitig herzlich ein Frohes Neues Jahr.

Es fühlt sich an als würden wir bereits im zehnten Jahr gemeinsam Silvester feiern. Wir sind wirklich gerührt und wünschen uns für 2018 nur, dass alles so bleiben möge wie in 2017.

Wer sich nicht mehr wünscht kann sich glücklich schätzen – oder?

Nach vier Minuten legt das Feuerwerk eine kleine Pause ein um danach für weitere vier Minuten mit „Pauken und Trompeten“ oder wie der Ruhrpöttler sagt „mit noch ner Schüppe mehr“ mit einem grandiosen und unvergesslichen Finale für Gänsehaut und Tränchen in den Augen sorgt.

Als nach einem gewaltigen Knall, der die Erde fast beben lässt, noch mehrere mit gleicher Wucht folgen, liefern sich direkt danach die insgesamt elf Kreuzfahrtschiffe noch ein Duell mit ihren Lufthörnern.

Wir sind ergriffen und finden keine passenden Worte für diesen unglaublich stimmungsvollen Moment. Besser kann man nicht ins NEUE JAHR starten.

Silvester in Funchal bekommt von uns ein fettes “Daumen hoch” und wird uns als ein ganz besonders schöner Jahreswechsel in Erinnerung bleiben. Es gibt bei youtube viele (private, mehr oder weniger gute) Videos… sie können nicht einmal ansatzweise zeigen wie wir dieses Feuerwerk live und in Farbe vor Ort erlebt haben.

 

 

 

Wir bedanken uns bei all unseren Lesern für eure Likes und Kommentare und wünschen euch, wenn auch völlig verspätet dafür umso herzlicher, ein FROHES NEUES JAHR!

 

 

 

Haben euch unsere Madeira Berichte auf den Madeira Geschmack gebracht? Ihr überlegt Silvester selbst einmal in Funchal zu erleben? Hier die dringende Empfehlung: Kümmert euch rechtzeitig um Hotel, Flug und/oder Kreuzfahrt!

Ehe wir uns ins Wochenende verabschieden möchte ich noch kurz unsere persönlichen Highlights dieser Reise zusammenfassen:

JE GENAUER DU PLANST,

DESTO HÄRTER

TRIFFT DICH DER ZUFALL

P. RÜHMKORF

 

Auf der nachfolgenden Landkarte haben wir zu allen besuchten Orten direkt den Link eingefügt – vielleicht schaut ihr >>mit Klick hier<< ja einmal vorbei…

 

 

 

Wohin es uns 2018 ziehen mag wissen wir noch nicht, dass wir euch davon berichten werden steht jedoch schon fest! Schaut also gerne wieder vorbei (Fortsetzung folgt schnellstens) und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie gewohnt am Seitenende!

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9 Kommentare

  1. Ich bin begeistert von deinen Berichten über Madeira. Das Feuerwerk ist grandios, einfach spitze. Gespannt bin ich, was ihr 2018 für Reisen plant.
    LG Andrea

  2. Die Wanderung auf der Ponta Sao Lourenca haben wir auch gemacht, an gleicher Stelle habe ich auf der Bank gesessen. Leider war das Wetter wesentlich schlechter. Der Wind wehte uns fast fort. Trotzdem war es eine tolle Wanderung.
    Herzliche Grüsse

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...

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