Der 60 m lange Pier von Scheveningen

SCHEVENINGEN – SONNE, SAND, MEER UND MEHR

Warum sich ein Wochenende am Meer immer lohnt und was uns in Scheveningen gefallen hat erzählen wir euch gerne. Kilometerlange Strände, viel Natur und Landschaft, perfekte Radwege und gut markierte Wanderwege sind schon ein paar gute Argumente – oder? Wenn dazu noch günstige Tarife bei den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Den Haag oder Rotterdam einladen ist das Reiseziel für das Wochenende schnell gefunden.

„Das Wetter soll gar nicht mal so schlecht werden da wäre es doch schade zu viel Zeit für die Fahrt zu vertrödeln – oder?“ „Dann vielleicht doch nicht Belgien sondern Holland?” Wir hatten für das Wochenende eine Fahrt nach Belgien geplant die Pläne allerdings kurz vorher aufgrund der Wettervorhersage spontan geändert.

Angeblich soll es Sonne pur geben und da gibt es nur einen vernünftigen Plan: AB ANS MEER!

Und so fahren wir nicht ans Ijsselmeer, nicht nach Petten in Noordholland erst recht nicht bis Belgien sondern nach Südholland.

Am Donnerstagabend ist die Adresse vom ACSI Campingplatz  Vakantiepark Kijkduin schnell im Navigationsgerät einprogrammiert und wir starten unsere Fahrt ins Wochenende.

 

Vakantiepark Kijkduin

Machiel Vrijenhoeklaan 450
2555 NW Den Haag
Zuid-Holland / Niederlande

Nach einer Zwischenübernachtung setzen wir am Freitagmorgen unsere Fahrt fort. Ist es um zehn Uhr noch nebelig entdecken wir um halb zwölf schon immer mehr blaue Stellen am Himmel.

Die Wettervorhersage droht zwar noch mit ca. 30 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, aber wir vertrauen grundsätzlich nur den positiven Prognosen. „Das wird schon noch und vor allen Dingen schön!“

 

FERIENPARK KIJKDUIN

 

Wer bei Den Haag an Strand denkt, denkt gleich an Scheveningen. Aber Den Haag hat noch einen weiteren, kleineren und ruhigeren Badeort namens Kijkduin zu bieten.

Und das ist eine verborgene Perle für einen herrlichen Strandtag! In diesem ausgedehnten und grünen Park, direkt an den Dünen, bekommt das Wort “Urlaub” eine ganz neue Bedeutung.

Vom Campingplatz aus ist der Strand bequem zu Fuß erreichbar und eine gemütliche Restaurantterrasse, schöne Spielplätze und ein Hallenbad sind nur wenige der zahllosen Freizeitmöglichkeiten, die der Ferienpark Kijkduin zu bieten hat.

Für die „Nichtcamper“ gibt es komfortable Bungalows, hübsche Chalets oder auch Ferienhäuser direkt am Strand.

Da der Park verkehrsberuhigt ist, können die Kinder tagsüber nach Herzenslust draußen spielen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind die vielseitigen Boulevards von Kijkduin und Scheveningen gut zu erreichen.

Den Haag ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenfalls gut zu erreichen, dazu später noch mehr.

12:20 Uhr steht der Pössl ausgerichtet in der Sonne auf dem Camping Platz Nr. 50 und um kurz vor zwei Uhr am Nachmittag machen wir uns nach einem Frühstück in der Sonne zu Fuß auf den Weg nach Scheveningen.

Die ersten paar km laufen wir entlang des Strandes. Hier gibt es so unglaublich viel zu entdecken.

Das Tosen der Wellen, der salzige Duft des Meeres oder die vielen bunten Drachen hoch oben über den Dünen. Der Strand ist scheinbar unendlich lang und einige hundert Meter breit. Hier finden tollende Hunde, Sandburgen bauende Kinder, Strandläufer, Surfer und Strandsegler reichlich Platz.

Nach einer Weile wechseln wir auf den perfekt angelegten Wanderweg durch die Dünen und entdecken das Strandmuseum Jutterskeet.

 

Alles was das Meer hervorbringt oder anspült wird hier gesammelt. Übrigens kann man am Samstag- und Sonntagnachmittag Ome Jan und Helper Jutter an ihrem Jutterskeet in Kijkduin antreffen.

 

 

Wie eine filigrane Halskette sehen die massigen Betonklötze auf dem folgenden Bild (im Hintergrund) nicht gerade aus. Sie verteilen sich, tief eingegraben, in den Sand auf den Kuppen der Dünen entlang der Nordseeküste von Den Haag.

Es sind Reste des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit diesem Bollwerk wollten die deutschen Besatzer Hitlers Reich nach Westen verteidigen.

 

Hier kommen sich Radfahrer und Fußgänger nicht in die Quere – jede Fortbewegung hat ihre eigene Spur. Der Weg durch die Dünen ist abwechslungsreich und für die Niederlande erstaunlich „bergig“.

Allerlei Vogelarten sind hier beheimatet und wir staunen nicht schlecht als sich Hunderte dieser gefiederten Freunde in den Baumkronen sammeln um die nächsten Formationsflüge zu starten.

Fällt mir gerade ein, erwähnenswert ist auch noch eine dritte Spur und zwar die für die Reiter. Hier gibt es weiterführende Informationen: REITEN IN SCHEVENINGEN

Für die Radfreunde unter euch gibt es hier: MIT DEM FAHRRAD IN HOLLAND nützliches Informationsmaterial und viele Anregungen.

Und wo wir gerade bei Informationen zu den einzelnen Freizeitvergnügen sind selbstverständlich finden sich auch Tipps für die Wandersleut. Auf der Seite “Wandelnet” gibt es Info und einen “Knotenpunktplaner”.

 

WESTDUINPARK – NATUR UND LANDSCHAFT

 

Der Westduinpark (Westdünenpark) zwischen Scheveningen und Kijkduin ist eine der größten Naturlandschaften Den Haags. Der unter Naturschutz stehende Dünenpark zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit dichtem Wald und offenen Flächen, feuchten Dünentälern und hohen Dünengipfeln sowie frei herumlaufenden Schottischen Hochlandrindern aus.

 

„Oh jaaahh super!“ rufe ich euphorisch, ich liebe (vierbeinige) Rindviecher! Leider bleiben diese für heute verborgen. Schade!

 

SCHEVENINGEN – DAS BELIEBTESTE SEEBAD DER NIEDERLANDE

 

Um halb vier erreichen wir nach einigen Umwegen schließlich den Jachthaven von Scheveningen.

Frisch von der Scheveninger Fischflotte gefangen könnt ihr hier in zahlreichen Restaurants fangfrischen Fisch essen.

Scheveningen ist ein Stadtteil Den Haags, sechs Kilometer vom Zentrum entfernt. Von einem kleinen Fischerdorf hat es sich zum größten Seebad der Niederlande entwickelt.

„Was hälst du von einem kühlen Bierchen?“ „Guter Plan, aber lieber erst wenn wir am Strand angekommen sind.“

Und so wird es um kurz nach sechzehn Uhr in die Tat umgesetzt. Ein Schnäppchen sind 13 Euro für 2 x 0,5 l Weizen nicht – oder?

 

Und was sollen die Wolken am Himmel? Das wird doch jetzt nicht doch noch regnen? Das Riesenrad ist in weiter Ferne erkennbar. Bis dorthin werden wir es doch sicherlich noch trockenen Fußes schaffen!

Scheveningen ist zweifelsohne das beliebteste Seebad der Niederlande. Der Strand ist ideal für Sonnenanbeter und Freunde des Wassersports.

Vor dem Museum am Strand gibt es eine kostenlose Attraktion. Dort stehen Märchenfiguren aus Bronze, die Tom Otterness, ein New Yorker Künstler, speziell für Kinder entworfen hat. Jedes Kunstwerk ist für sich ein toller Blickfang und begeistert auch Erwachsene.

 

 

Da liegt Gulliver mit seinen langen Beinen auf dem Boulevard. Ein kleines Königspaar, an seinen Kronen zu erkennen, steht andächtig vor dem fast vier Meter hohen Heringsesser.

 

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Das Kurhaus am Strand wurde 1884–85 erbaut, steht unter Denkmalschutz und ist das Wahrzeichen von Scheveningen. Es wurde als Badehaus für die High Society errichtet und beherbergt heute ein Fünf-Sterne-Hotel.

Zu Füßen des Kurhauses liegen unzählige Restaurants, direkt am Strand befinden sich die legendären Beachclubs von Scheveningen.

 

 

Vor dem Kurhaus erstreckt sich der Pier von Scheveningen in die Nordsee. Auf einer Höhe von 60 Metern läuft man sozusagen über das Wasser und hat bei gutem Wetter eine Fernsicht von bis zu 17 Kilometern. 

Klar ist die Sicht während unseres Besuches nicht dafür bleibt  trocken und das ist uns viel wichtiger.

 

 

Auf dem Pier kann der Besucher sich auf einer Fahrt im Riesenrad an der Aussicht erfreuen oder auf einer Fahrt mit der Seilbahn vom Bungee-Turm rüber auf den Pier düsen.

Wir lassen beides, denn es ist nicht nur windig hier oben, sondern sogar stürmisch und die Sicht nicht “so pralle”.

 

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Es fällt ob des Sturmes echt schwer die Kamera ruhig zu halten. Frank muss seinen Hut gut festhalten damit er (der Hut) nicht in der Nordsee landet.

 

Erst um halb sechs können wir uns wieder vom Pier losreißen. Am Hafen vorbei fangen wir noch ein paar Aufnahmen ein. Das Abendlicht zaubert, wie ich finde, eine ganz besondere Stimmung.

Eine Stunde später wandern wir im Dämmerlicht wieder durch die Dünen und direkt auf die untergehende Sonne zu. Welch Augenschmaus!

 

 

„Ach ist das schön hier!“ und dazu dieser Sonnenuntergang, einfach herrlich. Somit wäre ein wichtiges Tagesziel erreicht denn sollte man nicht viel öfter sagen können “Ach ist das schön hier!”

 

An diesem Reisetag entflutscht mir diese Feststellung mehrmals und es sollte noch “schlimmer” kommen.

Kurz nach 19 Uhr laufen wir am kleinen und hübsch beleuchteten Boulevard von Kijkduin vorbei und erreichen das Wohnmobil um kurz vor acht Uhr abends, trockenen Fußes.

 

 

Insgesamt 34.163 Schritte und 25,17 km hat der Schrittzähler gezählt. Kein Wunder, dass wir zeitig müde werden. Gute Nacht in Kijkduin.

 

 

RELAXEN UND EINFACH MAL NIX MACHEN

 

Für den Samstag war eine Sightseeingtour durch Den Haag geplant und auch ein zweites Mal wollten wir nach Scheveningen.

Da die Wettervorhersage und auch die Meldungen im Radio allerdings ein “Sommerwochenende mit viel Sonne” verkünden und annähernd 20 Grad vorhersagen gibt es für uns nur eines: An den Strand oder einfach mal nichts oder nicht so viel machen.

Für diejenigen von euch, die sich Scheveningen und Den Haag anschauen wollen hier ein paar Tipps:

Die Seite „Scheveningen Strand“ liefert schön und übersichtlich Info aus erster Hand.

Ausführliche Info über Den Haag liefert die Seite „Den Haag Holland“.

Wie ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bequem von A nach B kommt verrät die Seite „ÖPV in Den Haag: Strecken und Fahrpläne“. Mit der HTM Tageskarte könnt ihr für 6,50 EUR einen ganzen Tag lang im HTM Streckennetz zwischen Den Haag, Delft, Zoetermeer, Leidschendam, Voorburg, Wate Ringen und Scheveningen hin und her fahren.

Und wer den Radius noch erweitern möchte kann sich für 13,50 Euro das „Tourist Day Ticket besorgen. Diese Fahrkarte gilt in ganz Südholland bei allen Bus-, Straßenbahn- und Metroverkehrsunternehmen.

Eine, wie ich finde, bequeme Art zu Reisen erspart es doch Parkplatzsuche und Parkgebühren.

 

Bei der Anreise haben wir gestern erst einmal nur für eine Nacht gebucht. Uns gefällt es hier jedoch so gut, dass ich Samstagmorgen direkt verlängern möchte. Leider können wir auf dem Platz Nr. 50 keine zweite Nacht bleiben, da dieser Sonnenplatz reserviert wurde.

Auf einem kleinen Spaziergang halte ich Ausschau nach alternativen Sonnenplätzen und schnell ist die Nr. 200 reserviert und der Pössl auf dem nächsten Sonnenplatz ausrichtet.

Darauf und auf die Nachsaison erst einmal ein kühles Glas Sekt. Man muss Feste feiern wenn sie fallen – oder?

 

Während die beste Ehehälfte anschliessend lieber noch ein Weilchen die Augen pflegt laufe ich eine Runde über den Campingplatz und am Strand entlang bis Kijkduin.

Leider habe ich Ernie nicht fotografiert… wie konnte das passieren? Diese Schilder haben mir einfach gut gefallen…

Und nicht nur die Strandabschnittmarkierungen sind Opfer meiner Fotografierfreude – selbst “Fundsachen am Strand” können mich begeistern. Sucht noch jemand einen orangenen Gummihandschuh?

Farblich hätten die von Christian an diesem Tag gut zum Himmel gepasst – liebe Grüße an euch!!

Nach einer Runde “in der Sonne mal nichts machen” laufen wir am späten nachmittag wieder an den Strand und schauen den Surfern und anderen Wassersportlern am Strand zu.

 

 

„Zwei Weizen bitte…“ höre ich Frank kurz vor Sonnenuntergang zum Kellner sagen und ich hätte wetten können, dass der ausgewiesene Preis von 4,00 Euro uns auf keine 0,5 l Portion hoffen lassen sollte.

Und richtig genug bringt uns der freundliche Kellner ein Weilchen später “nur” eine übersichtliche 0,33 l Flasche plus Glas.

Wer wird sich darüber ärgern, wenn man a) direkt am Meer sitzen kann b) einen tollen Tag erlebt hat und c) den kitschigen Sonnenuntergang gratis dazu bekommt? Wir jedenfalls nicht.

War der Sonnenuntergang gestern Abend während des Rückweges schön schön anzuschauen ist es heute Abend gemütlich am Strand sitzend noch einen Tick kitschiger.

Wir möchten überhaupt nicht an den Sonntag und die Heimreise denken. Da träumen wir lieber vom nächsten Urlaub oder einem eigenen Strandhaus…

Der Sonntag vergeht für meinen Geschmack viel zu schnell. Nach dem Frühstück kann ich Frank noch zu einem Spaziergang ans Meer überreden.

Es wäre doch wirklich zu schade, wenn wir an diesem wundervollen Tag nicht möglichst viel Zeit am Meer verbringen.

Uns fallen schon nach kurzer Zeit die vielen Hunde auf, die sich übermütig am Strand tollen.

Kleine weiße und schwarze Hunde, dazwischen große braune Vierbeiner und solch riesige Exemplare, dass Frank sie aus der Ferne zunächst für Ponys hält.

Es ist faszinierend wie toll sich diese Rasselbande verträgt. Sie flitzen scheinbar herrenlos über weite Strecken, kehren um oder liefern sich mit quer laufenden anderen Hunden ein kurzes Rennen.

Als Nicht-Hunde-Besitzer kenne ich mich mit Hunderassen kaum aus. Es sind von diesen „Ponys“ nicht fünf, nicht zehn, sondern mehr als dreißig am Strand auszumachen, quasi eine riesige Herde.

Mit ihren Besitzern laufen sie friedlich und gelassen am Ufer entlang und sind teilweise mit farblichen Tüchern markiert. Ob man Angst hat am Ende der Veranstaltung nicht den eigenen Bello mit heim zu nehmen?

Allgegenwärtig sind Bälle die von den „Dosenöffnern“ oft auch ins Wasser geworfen werden und von den Hunden in tollkühnen Sprüngen auch direkt wieder aus den Fluten gefischt werden.

Die Hunde tollen wild durcheinander und man sieht ihnen den Spaß an der Freud direkt an. Wenn es einen Tipp für Hundehalter gibt so ist es folgender: Fahrt mit eurem Vierbeiner nach Kijkduin!

Während wir unseren „Abschieds Cappuccino“ in der Sonne mit verstohlenem Blick zur Uhr genießen liegen an den Tischen rechts und links fast überall irgendwelche Hunde unter oder neben den Tischen. Man ist hier auf Fellnasen eingestellt was auch an reichlich herumstehenden Trinknäpfen für die Vierbeiner zu erkennen ist.

Beim letzten Blick auf den km-langen Strand und den wahrlich himmelblauen Himmel sieht Frank mir meinen Abschiedsschmerz an und tröstet mit den Worten „Wir kommen bestimmt noch mal wieder!“ nimmt mich in den Arm und alles ist wieder gut.

Sämtliche Parkplätze rechts und links der Straße sind auf km belegt als wir uns um halb zwei auf den Heimweg machen. Nutzt ja alles nix…

Nonstop legen wir die 275 km lange Strecke zurück und schaffen es noch rechtzeitig um auf der heimischen Terrasse zwei Stunden lang die Sonne genießen zu können. Schön war´s!

Sämmtliche Bilder gibt es im Großformat im “Sonne, Sand und Meer Bilderbuch“.

Und jetzt werde ich, sobald die Schönwetterphase vorbei ist, schnellstens die Berichte zur Italienrundreise, die Wohnmobiltour durch Spanien/Frankreich vom Juni und nur wenn ich Zeit und Lust habe auch die zur Karibik Kreuzfahrt vollenden.

Schaut also wieder vorbei und denkt bis dahin wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare – Formular am Seitenende!

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