RUNDREISE: VON AGADIR ÜBER MARRAKESCH BIS CASABLANCA

Heute bestaunen wir Ziegen auf Bäumen, besuchen in Marrakesch den Gauklermarkt Djamaa al-Fna und die Koutoubia Moschee. Wir essen zum ersten Mal im Leben Couscous und Tajine. Fast verlaufen wir uns im nächtlichen Casablanca und sind dort zur Belohnung von der Hassan II Moschee fasziniert. Lass dich ein wenig in den Orient entführen…

 

Direkt nach dem Frühstück sitzen 33 Reiseteilnehmer pünktlich im klimatisierten Reisebus und fahren von Agadir zunächst ins Landesinnere nach Marrakesch. Erfreulicherweise ist die Reisegruppe übersichtlich (ähnlich wie die Landschaft auf den obigen Bildern) und nach kurzer Zeit haben wir uns die meisten Gesichter schon gemerkt.

Die ersten privaten Gespräche quer über den Gang (Gruß an Katrin und Karsten!) oder mit Siegmund (auch hier liebe Grüße und Dank für den Tipp „Königssee“) verwandeln nach kurzer Fahrzeit die vielen Fremden zu einer unterhaltsamen Reisegruppe.

Uns fällt auch nach kurzer Fahrstrecke die sehr souveräne Fahrweise des Busfahrers auf. Da haben wir schon ganz andere „Helden der Landstraße“ kennengelernt. Im Laufe der Woche ist es nicht nur die lobenswerte Fahrweise, sondern auch die ständige Sauberkeit im Bus die uns angenehm überrascht.

Raschid, unser Reiseleiter für die nächsten sieben Tage, unterhält uns mit Informationen und Angedockten. Mit seinen „Witzen“ und noch mehr mit seiner Lache steckt er uns binnen kürzester Zeit zum Mitlachen an. Es ist einfach herrlich wie Raschid über seine Witze dermaßen lacht, dass man nicht anders kann als mitzulachen. Obwohl, lachen kann man dieses rasselnde Geräusch kaum nennen. Mich erinnert es ganz stark an Ernie aus der Sesamstraße… KKkkkkrrrrr!!

Mir bleibt seine Beschreibung der Shaudis sicher noch lange in Erinnerung, das Leben eines Marokkaners ebenso. Denkt er doch den ganzen Tag nur an Freitag und Couscous… KKkkkkrrrrrr!!!

 

Ziegen klettern auf Bäume? Ja, in Marokko machen sie das oft und gerne!
Ziegen klettern auf Bäume? Ja, in Marokko machen sie das oft und gerne!

 

Ziegenbäume oder Baumziegen – die gibt es nur in Marokko!

Den ersten Stopp des Tages machen wir bei den Baumziegen. Ja, da habt ihr richtig gelesen!

Marokkourlauber können seit einigen Jahren im südwestlichen Teil des Landes ein außergewöhnliches Phänomen beobachten: Ziegen, die auf den Ästen von Bäumen stehen.

 

Hier geht es hoch hinaus

Und nicht etwa, dass die Tiere nur auf den untersten Ast eines Baumes klettern. Einige Experten stehen auch hoch oben in der Krone.

Bis zu einem Dutzend der gehörnten Tiere stehen in manchen Bäumen. Mittlerweile sind die „Baumziegen“ eine Touristenattraktion geworden.

 

20160522 AGADIR MARRAKESCH CASABLANCA (18)

 

 

Bei den Bäumen handelt es sich um die ca. 10 m hohen Arganbäume oder Arganien deren Krone einen Durchmesser von über 20 m haben kann. Diese Bäume gehören zu den ältesten der Welt. Der erste Arganbaum stand bereits vor 25 Millionen Jahren.

Aber Arganbäume sind nicht nur relativ alt, sondern auch relativ selten. Sie wachsen weltweit nur in einer bestimmten, ca. 8000 Quadratkilometer großen, wüstenähnlichen Region im Südwesten Marokkos. Die Arganie ist sehr robust. Längere Trockenperioden und Temperaturen jenseits der 50 °C stellen für den Baum kein Problem dar. Dafür sorgen vor allem die langen Wurzeln, die bis zu 30 Meter tief ins Erdreich reichen, um dort das Grundwasser anzapfen zu können.

 

Fast gespenstisch - die Ziegen im Argonbaum
Fast gespenstisch – die Ziegen im Argonbaum

Für uns Menschen sind vor allem die gelben, pflaumenähnlichen Früchte des Arganbaumes von großem Interesse. Die sind zwar wegen ihres extrem bitteren Fruchtfleischs für einen Menschen völlig ungenießbar. Im Fruchtfleisch versteckt befinden sich jedoch drei etwa sonnenblumenkorngroße Kerne.

Aus diesen wird eines der begehrtesten und teuersten Speiseöle der Welt, das Arganöl, hergestellt. Es wird zum Kochen, aber auch in der Kosmetik und Haarpflege verwendet.

 

besonders angetan...
Die kleinen Ziegen haben es uns natürlich besonders angetan…

Und genau hier kommen unsere „Baumziegen“ in Spiel. Die treibt der Hunger hoch hinauf in die Wipfel der Bäume. Dort können sich die gehörnten Pflanzenfresser ungeniert an den Blättern und vor allem an den kalorienreichen Früchten des Arganbaumes bedienen.

Schließlich leben die Ziegen in einer wüstenähnlichen Region. Da sind Gras und andere Bodenpflanzen Mangelware. Die Ziegen fressen übrigens die Kerne mit, verdauen sie aber nicht, sondern scheiden sie mit dem Kot wieder aus.

Gerüchte, dass die Passage durch den Ziegendarm die Kerne durch Enzyme veredelt und damit schmackhafter macht, wie das etwa bei der Herstellung des berühmten Schleichkatzenkaffees der Fall ist, sind jedoch nicht wahr.

 

zu werden...
Irgendwie scheinen sie nicht gerne fotografiert zu werden…

Hoch auf einen Baum zu klettern ist für die Ziegen gar nicht mal so schwer. Die Kletterkunst steckt ihnen in den Genen. Die Vorfahren unserer Hausziegen lebten nämlich wie die Steinböcke, die ja ebenfalls zu den Ziegen gehören, im Hochgebirge. Und um dort zu überleben, bedarf es gewisser Kletterkünste.

Wir hätten den Ziegen gerne noch eine Weile zugeschaut aber noch liegt eine weite Strecke von uns.

 

Das Stadttor Bab Agnaou – im Süden der Medina – liegt gegenüber des Königspalastes und ist eines der ältesten Tore.
Das Stadttor Bab Agnaou – im Süden der Medina – liegt gegenüber des Königspalastes und ist eines der ältesten Tore.

 

MARRAKESCH – Perle des Orients

 

Um die Mittagszeit erreichen wir Marrakesch. Marrakech ist von einer 19 km langen Stadtmauer umgeben, in der sich 20 Stadttore befinden. Jedes Tor trägt den Namen des angrenzenden Viertels oder des Wochentages, an dem dort der Markt stattfindet.

Das Stadttor Bab Agnaou – im Süden der Medina – liegt gegenüber des Königs Palastes und ist eines der ältesten Tore. Es ist der Eingang in das Kasbah-Viertel, wo sich auch der Badi-Palast und die Saadier-Gräber befinden.

Raschid, unser lustiger und unterhaltsamer Reiseleiter, erklärt und erzählt uns mit Begeisterung nicht nur über die Entstehungsgeschichte und Bedeutung sämtlicher Gebäude sondern auch viel über die Menschen und die Entwicklung des Landes.

Es scheint ihm eine Herzensangelegenheit zu sein uns „sein“ Marokko näher zu bringen.

Aus meiner Sicht gilt speziell in Marrakesch „einfach loslaufen“ und sich treiben lassen. „TO GO LISTEN“ lenken nur unnötig vom Flair der Stadt ab.

Wir freuen uns am Ende unserer ersten „Stippvisite“ jedenfalls schon auf den zweiten Besuch. Darüber werde ich in den nächsten Tagen hier berichten.

 

Die Koutoubia-Moschee ist die größte Moschee von Marrakesch. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist damit eine der ältesten Moscheen Marokkos.
Die Koutoubia-Moschee ist die größte Moschee von Marrakesch. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist damit eine der ältesten Moscheen Marokkos.

 

Die 77 Meter hohe Koutoubia-Moschee ist das schon von weitem sichtbare Wahrzeichen von Marrakesch. Sie wurde im 12. Jahrhundert von den Almohaden erbaut und bietet 25.000 Gläubigen Platz.

 

Spaziergang durch Marrakesch
Spaziergang durch Marrakesch

Ihr Minarett gehört zu den schönsten und ältesten Marokkos. Die Koutoubia-Moschee befindet sich unweit des Djemma el Fna im Südosten der Medina und wird von einem kleinen Palmengarten umgeben.

 

Marokko wird uns stets farben froh in Erinnerung bleiben!
Marokko wird uns stets farben froh in Erinnerung bleiben!

Wir streifen noch kurz die Souks und landen dann mit Zeit zur freien Verfügung auf dem Gauklerplatz.

 

Der Gauklerplatz und im Hintergrund das Minarett
Der Gauklerplatz und im Hintergrund das Minarett

Der Djemaa el Fna gehört zu Marrakesch wie der Zucker zum Minztee

 

Wer nach Marrakesch reist, um den Orient zu erleben, wird auf dem Djemaa el Fna fündig. Zwischen den Gauklern, Geschichtenerzählern und Schlangenbeschwörern auf dem „Platz der Geköpften“ scheinen die Märchen aus tausendundeiner Nacht Wirklichkeit werden zu können.

So oder so ähnlich steht es in fast jedem Reiseführer. Wir erleben es an diesem Tag eher „beschaulich“.

Einige Schlangenbeschwörer locken mit ihren schrillen Flöten die Touristen und der ein oder andere in Sportklamotten gekleidete Affe wird auch auf die Vorbeilaufenden „gehetzt“ aber der Platz wirkt zur Mittagszeit eher übersichtlich und verschlafen.

 

Frisch und lecker: Orangensaft
Frisch und lecker: Orangensaft

Wir gönnen uns zuerst einen frisch gepressten Orangensaft – Kostenpunkt: 40 Cent für ein Glas! Lecker!!

Wir werden Marrakesch und den Gauklerplatz im Speziellen in einigen Tagen abermals besuchen und von dieser orientalischen Seite kennen lernen. Versprochen!

 

Blick von der Dachterrasse auf den Gauklerplatz
Blick von der Dachterrasse auf den Gauklerplatz

 

Frank und ich nutzen die „Zeit zur freien Verfügung“ und setzen uns auf die Dachterrasse des „Le grand balcon du café glacier“ und genießen bei bester Aussicht ein sehr typisches marokkanisches Essen. Frank bestellt Couscous mit Hühnchen und ich freue mich über Gemüse und Hühnchen aus der Tajine. HHhmmmm lecker!

 

 

Der Name Tajine steht sowohl für das Gefäß, als auch für das Gericht. Die Tajine wurde ursprünglich von marrokanischen Nomaden, den Berbern, hergestellt.
Der Name Tajine steht sowohl für das Gefäß, als auch für das Gericht. Die Tajine wurde ursprünglich von marrokanischen Nomaden, den Berbern, hergestellt.

 

In Marokko wird Couscous nicht gekocht, sondern über kochendem Wasser oder einem kochenden Gericht gedämpft
In Marokko wird Couscous nicht gekocht, sondern über kochendem Wasser oder einem kochenden Gericht gedämpft

Solltet ihr zurzeit bei euch daheim die Störche vermissen – in Marrakesch und Umgebung haben wir reichlich viele gesehen!

 

Marrakech ist die Stadt der Störche
Marrakech ist die Stadt der Störche

CASABLANCA – das höchste Minarett, die zweitgrößte Moschee und ein nachgebautes „Rick’s Café“

Und weiter geht unsere Fahrt quer durch Marokko zurück an die Küste nach Casablanca.

Denke ich an Casablanca denke ich an den Film. Denke ich an den Film fällt mir „Spiel´s noch einmal Sam“ ein. Und ob ich will oder nicht habe ich die Szene aus „die nackte Kanone“ mit Priscilla Presley und Leslie Nielsen im Sinn und im Ohr. Ok, das hat jetzt nicht wirklich etwas mit Casablanca und unserer Reise zu tun – ist aber immer wieder lustig!

Es gibt zwar ein „Ricks Café“ in Casablanca aber weder hier noch in Casablanca wurde eine einzige Szene des Filmklassikers gedreht. Weitere interressante Details zu Film und Café gibt es HIER zu lesen.

 

Kreuz und quer durch Casablanca... ein kleines Abenteuer
Kreuz und quer durch Casablanca… ein kleines Abenteuer

 

Weniger lustig ist nach dem Abendessen zunächst unsere Wanderung zur Hassan II Moschee. Da der Abend zur freien Verfügung steht und uns beiden Einkaufsbummel wenig bis gar keine Freude bereitet bahnen wir uns den Weg durch die schmalen Gassen Casablancas zur Moschee.

 

Der Weg hat sich gelohnt - die Hassan II Moschee ist am Abend besonders schön
Der Weg hat sich gelohnt – die Hassan II Moschee ist am Abend besonders schön

Nicht wir bahnen sondern treffender formuliert zeigt uns Franks „Gratisnavi“ den Weg. Die Wegeoptimierung des Navi findet Gassen die wir allein weder gefunden noch gesucht hätten. Wir laufen zügig und haben keine Lust zu fotografieren.

Sehr wahrscheinlich war es einfach nur eine „günstige Wohngegend“ in der das Leben hauptsächlich im Freien „genossen“ wird. Der Weg hat uns jedenfalls nah an die marokkanische Bevölkerung herangeführt. Ein echt spannendes Erlebnis. Erinnert ein wenig an unsere Geschichte mit dem Koch damals in Luxor.

Wir sind halt immer etwas na sagen wir „unbekümmert“.

 

Ihr Minarett ist mit 210 Metern Höhe das derzeit höchste Minarett und das höchste religiöse Bauwerk der Welt. Sie wurde anlässlich des 60. Geburtstags des ehemaligen marokkanischen Königs Hassan II. erbaut und 1993 fertiggestellt.
Ihr Minarett ist mit 210 Metern Höhe das derzeit höchste Minarett und das höchste religiöse Bauwerk der Welt. Sie wurde anlässlich des 60. Geburtstags des ehemaligen marokkanischen Königs Hassan II. erbaut und 1993 fertiggestellt.

 

Was uns immer wieder aufgefallen ist – die Freundlichkeit der Menschen und eine sehr spezielle Art uns Touristen nicht wahrzunehmen. Wird man in anderen arabischen Ländern oft bedrängt und (fast) zum Kauf genötigt fühlt es sich in Marokko anders an. Der gewöhnliche Marokkaner lässt sich durch Touristen nicht stören und bis auf ein paar schwarze Schafe (die es überall auf der Welt gibt) wird der Tourist weder bedrängt noch zugetextet.

Im Gegenteil – oft haben wir die Frage gehört „Where are you from?“ Auf unsere Antwort „We are from Germany!“ hören wir jedesmal ein fröhliches und herzliches „Welcome in Marokko!“ Von Händlern, Schulkindern und Bediensteten gleichermaßen. Wie man in den Wald hineinruft…

 

Das weitläufige Areal der Moschee umfasst etwa neun Hektar
Das weitläufige Areal der Moschee umfasst etwa neun Hektar

 

Hassan-II.-Moschee – ein gigantisches Gotteshaus

Zurück zu unserem abendlichen Ausflug! Und dann stehen wir plötzlich vor der Hassan II Moschee! WOW!! Und noch einmal WOW!! Einfach unglaublich schön und imposant – oder? Da ist der Weg dorthin schnell wieder vergessen. Alles richtig gemacht!

Die Hassan-II.-Moschee mit ihrem 210 Meter hohen Minarett gilt als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Casablanca, der größten Stadt Marokkos und dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes.

 

Mit ihrem eindrucksvollen viereckigen Minarett von imposanten 210 Metern Höhe gibt es keinen anderen Sakralbau der Welt, der dem Himmel näher kommt.
Mit ihrem eindrucksvollen viereckigen Minarett von imposanten 210 Metern Höhe gibt es keinen anderen Sakralbau der Welt, der dem Himmel näher kommt.

Drei Goldkugeln krönen das höchste religiöse Gebäude der Welt, das schon aus großer Ferne zu sehen ist. Allerdings nicht wenn man in dunklen, schmalen Gassen unterwegs ist – dann steht man einfach plötzlich davor…

Heute genießen wir die Moschee im Abendlicht und morgen früh besuchen wir sie von innen.

So viel sei jetzt schon verraten – von innen ist sie nicht weniger sehenswert.

KLICKT EUCH DIREKT RÜBER oder schaut wieder vorbei und denkt wie immer daran und vergesst auf keinen Fall:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Zum Beispiel fremde Länder besuchen – das baut auf jeden Fall Vorurteile ab.

6 Kommentare

    1. Hallo am Abend, lieben Dank freut mich sehr wenn es jemanden gefällt.
      Ich habe die Moschee auch immer noch vor Augen und erinnere mich an die Erleichterung beim Anblick nach unserer Tour durch schmale dunkle Gassen… schön war’s allemal
      Fortsetzung folgt

    1. Hallo Heinrich,

      oh das klingt nach einem unschönen Erlebnis:-( Allerdings kann dir das in Amsterdam, Lissabon oder Buxtehude auch passieren… oder?

      Beste Grüße und ein schönes Wochenende!

Besten Dank für deinen Kommentar