Fähre nach Wangerooge

NORDSEE – HARLESIEL, CAROLINENSIEL UND EIN HERRLICHER TAG AUF WANDEROOGE

Wooow, was war das ein schönes Wochenende! Na klar steht und fällt ein Ausflug mit dem Wohnmobil (auch) mit dem Wetter, aber genau das war am letzten Wochenende im März einfach grandios.

Auf die Feststellung: „Wir waren schon lange nicht mehr an der Nordsee!“  gab es im Grunde nur eine passende Antwort: „Na, dann fahren wir doch einfach mal wieder hin!“

 

HOOKSIEL IM WINTERSCHLAF

 

Gesagt und getan… fahren wir am Donnerstagabend nach Hooksiel. Der große Stellplatz direkt am Wasser hatte uns in den vergangenen Jahren immer gut gefallen. Aber hier ist kurz vor Mitternacht bei unserer Ankunft alles duster und abgesperrt. Dieser Stellplatz ist leider noch im Winterschlaf, schade!

Der alternative Stellplatz am Wellenbad steht „pickepacke voll“ und ist so rein gar nicht das was wir uns vorgestellt haben. Wir wollen das Meer sehen!

 

Und so fahren wir nach Harlesiel und parken den Pössl direkt in erster Reihe mit Sicht auf das Wasser. Freude pur!

Info zum Stellplatz in Harlesiel gibt es mit Klick hier!

 

HARLESIEL UND CAROLINENSIEL – DREI HÄFEN UND VIEL FRISCHE LUFT

 

Hier nehmen die Krabbenkutter Kurs auf die offene Nordsee und starten die Ausflugsschiffe ins Wattenmeer zu den Seehundbänken und die Fährschiffe zur Insel Wangerooge.

Wer hätte gedacht, dass man im März an der Nordsee draußen sitzen und frühstücken kann?

Das ist schon etwas ganz besonders Schönes und wir genießen das Jetzt und Hier in vollen Zügen.

 

 

Nur in der Sonne sitzen ist uns (mir mehr als Fränki) allerdings auf Dauer zu langweilig und so machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Carolinensiel.

Wir laufen an der Harle entlang und bewundern unterwegs die modernen Pfahlbauten die direkt in die Harle gebaut werden. Ach, die könnten uns auch gefallen…

 

 

An der Friedrichschleuse, eine Klappbrücke im holländischen Stil, schauen wir den Werftarbeitern beim Lackieren der Boote zu.

 

Auf der anderen Flussseite werden entlang der Promenade vor den Cafés, Teestuben und Restaurants die Stühle und Tische für die Gäste vorbereitet. Wenn heute nicht wann dann?

 

 

Im Ortskern von Carolinensiel liegt der Museumshafen. Hier liegen zahlreiche historische Plattboden-Segler umgeben von einer Kulisse aus überwiegend typisch friesischen Gebäuden.

Zu seiner Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert hatte der Hafen als zweitgrößter ostfriesischer Siel- und Handelshafen eine wichtige Bedeutung für die gesamte Schifffahrt.

 

 

Auch im „Deutschen Sielhafenmuseum“, das hier mit zwei von vier Häusern angesiedelt ist, werden die alten Zeiten in Carolinensiel und an der Nordseeküste wieder lebendig.

 

RADDAMPFER CONCORDIA – NOSTALGIE AUF DER HARLE

 

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt gönnen wir uns einen Cappuccino in der Sonne ehe wir uns wieder auf den Rückweg nach Harlesiel machen.

 

Genau in dem Moment als wir im Museumshafen an der Reling zum Raddampfer Concordia vorbeilaufen will dieser gerade ablegen und wir entscheiden uns spontan den Fußweg durch eine Flußfahrt zu ersetzen.

Auf dem Unterlauf des kleinen, naturbelassenen Flusses Harle verbindet die „Concordia II“ fahrplanmäßig den Museumshafen Carolinensiel mit dem Hafen Harlesiel.

 

 

Die „Concordia II“, benannt nach einem historischen Seiten-Raddampfer auf der Harle um 1850, bietet Platz für 100 Personen, von denen 45 im „plüschigen“ Ambiente des Salons einen Logenplatz bei jedem Wetter haben.

Wieder zurück in Harle pflegt die beste aller Hälften die Augen und ich mache mich mit Kamera bewaffnet auf Erkundungstour zum Strand und die nähere Umgebung. Die Ergebnisse meiner Motivsuche könnt ihr nachfolgend anschauen.

 

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Die Krönung ist allerdings etwas später am Abend während unseres gemeinsamen Strandspazierganges der nahezu kitschige Sonnenuntergang.

 

 

 

 

 

Allzu spät wird es heute Abend nicht ehe wir gemeinsam die Augen pflegen denn wir wollen am Samstag ja zeitig mit der Fähre hinüber zur Insel Wanderooge.

 

WANGEROOOGE – DIE ZWEITKLEINSTE DER BEWOHNTEN OSTFRISISCHEN INSELN

 

Wangerooge in seiner heutigen Erscheinungsform ist eine vom Menschen geformte Insel mit stabiler Lage und Form. Das ist auf die aufwendigen Inselschutzmaßnahmen zurückzuführen, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen wurden. Ohne sie wäre die Insel wahrscheinlich in die Jadeströmung gewandert.

 

 

 

Bis zur Allerheiligenflut 1570 bestand das Inseldorf rund um die St.-Nicolai-Kirche aus etwa 50 Häusern. Um 1650 gab es 60 Häuser mit 360 Bewohnern auf der Insel.

Durch die Weihnachtsflut 1717 mit ihren Zerstörungen ging die Bevölkerungszahl zurück, und für 1775 sind nur noch 150 Personen in 28 Häusern überliefert.

Heute zählt die Insel knapp 1300 Einwohner und ist mit 7,94 km² die zweitkleinste bewohnte der ostfriesischen Inseln.

 

 

Um 10 Uhr winken wir vom Deck der „Wangerooge“  unserem Pössl noch einmal zu und erreichen nach 45 Minuten Überfahrt den Anleger auf Wangerooge.

Wer denkt wir könnten jetzt direkt in die Stadt laufen irrt, denn es folgt zunächst noch eine 4 km lange Fahrt mit der Schmalspurinselbahn.

 

 

Mit beschaulichen 20 km/h fährt anschließend die Inselbahn durch die Salzwiesen, entlang des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und bringt uns in das Inseldorf.

 

 

TIPP: Wem das zu langsam oder zeitraubend ist kann alternativ von Harlesiel nach Wangerooge fliegen oder mit dem Tages-Kombi-Ticket (Verbundkarte) sowohl auf dem Luftweg als auch auf dem Seeweg Wangerooge erreichen.

Von diesem Komiticket haben wir erst jetzt bei der Recherche gelesen… schade, das hätte uns auch gut gefallen.

 

 

WANGEROOGE – DIE WOHLFÜHLINSEL

 

Die Sonne scheint, das Herzchen lacht und wir setzen uns direkt am Bahnhof angekommen in die Sonne und lassen die Besucherströme an uns vorbei ziehen.

Mit Blick auf das aus dem Jahre 1906 stammende, denkmal­geschützte Bahnhofsgebäude zur Linken und dem Alten Leuchtturm zur Rechten schauen wir bei einem Cappuccino den ankommenden Inselbesuchern dabei zu wie sie ihr Gepäck auf Fahrradanhänger und Bollerwagen verteilen und sich mit „Sack und Pack“ auf den Weg zur Ferienunterkunft begeben.

Als sich das fröhliche Kindergeschrei und die Bollerwagenarmada verzogen haben spazieren wir auch gemütlich in Richtung City.

 

Hübsche Cafés, Souvenirläden und Restaurants haben sich auf das „Schönwetterwochenende“ gut vorbereitet und  etliche Gäste genießen in der Sonne Kaffee und Kuchen und auch Fischbrötchen mit Bierchen.

Guten Appetit! Apropos Appetit – ich erinnere mich direkt an meinen ersten Nordseeurlaub. Meine Mutter hatte Mühe uns drei Geschwister satt zu bekommen. Seeluft macht einfach hungrig!

Über die direkte Verbindung „Zedeliusstraße“ laufen wir die knapp 600 m vom Bahnhof hoch zum „Café Pudding“  und stehen direkt dahinter auf der Strandpromenade.  Innehalten und erst einmal die Aussicht wirken lassen… Ach ist das schön hier!

 

Mensch, was brauchst du mehr? MEER!

 

Auf der Promenade laufen wir erst einmal nach links bis zum Ende, kurz am Strand entlang und danach durch die Dünen zum Aussichtspunkt.

Die Sicht auf den scheinbar unendlichen Strand ist faszinierend und ich halte diese schönen Momente in unzähligen Aufnahmen fest.

 

 

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VOM WINDE VERWEHT UND VON LKW ZURÜCK BEFÖRDERT –  DER SAND AN WANGEROOGES STRAND

 

Wir laufen wieder zurück an den Strand und am Wasser entlang Richtung Osten. Und was ist das?? Wir trauen unseren Augen kaum. Sind das LKW?

Ja, tatsächlich fahren große Kipper ziemlich zügig am Strand entlang und kippen ihre Sandladung an den Strand denn noch führen die Treppen von der Promenade hinunter vier Meter tief ins Leere.

 

 

Da sich darüber die Badegäste alles nur nicht freuen würden muss regelmäßig neuer Sand aufgeschüttet werden! Sturmfluten tragen den Sand vom Hauptstrand an der Promenade beharrlich an das Ostende der Insel.

 

 

Und von dort holen die LKW ihn Ladung für Ladung wieder zurück. Die dabei entstehenden Kosten von bis zu 400.000 Euro steigern unser Verständnis für den Kurbeitrag ungemein.

 

 

Aber irgendwann müssen wir uns vom herrlichen Strand und von den gelben und wie ich finde fotogenen Kippern verabschieden.

Wir wollen uns noch ein wenig das Städtchen anschauen. Eine Altstadt sucht man auf Wangerooge allerdings vergeblich.

 

WANGEROOGE – IN DEN LETZTEN KRIEGSTAGEN NUR NOCH EINE KRATERLANDSCHAFT

 

Die Insel wurde während der letzten Kriegstage am 25. April 1945 bei einem Luftangriff durch 482 britische, kanadische und französische Bomber mit über 6000 Sprengbomben in eine Kraterlandschaft verwandelt. Bis in die 1970er Jahre waren in den Dünen noch zahlreiche Bunkerreste und Bombentrichter sichtbar.

 

Mittlerweile sind außer einigen tiefen Seen in den Bombentrichtern bei den Salzwiesen und den Dünen kaum noch Reste der militärischen Vergangenheit auffindbar, da sie von Sand über weht oder von Pflanzen überwuchert  sind. Und das ist gut so!

 

WANGEROOGE  – DIE INSEL MIT DEN DREI LEUCHTTÜRMEN

 

Sehenswert sind auf Wangerooge die drei Leuchttürme. Die Leuchtfeuer stammen aus unterschiedlichen Epochen: der „Neue Leuchtturm“ steckt voller Technik und sein Leitfeuer lotst große Tanker in die Einfahrt der Fahrwasser.

Der Alte Leuchtturm mit Aussichtsplattform beherbergt ein Museum, das die Geschichte von Wangerooge dokumentiert und im „Westturm“ befindet sich heute eine Jugendherberge.

 

 

Leuchtend rot mit weißer Turmspitze befindet sich der Alte Leuchtturm mitten im Wangerooger Ortszentrum. Im Jahr 1856 wurde seine Erbauung endgültig abgeschlossen und nachdem 1969 der Neue Leuchtturm in Betrieb genommen wurde ist er nicht mehr in Betrieb.

 

 

 

MUSEUM, AUSSICHTSPLATTFORM UND STANDESAMT – DER ALTE LEUCHTTURM

 

Das Wort „Aussichtsplattform“ springt mir im Vorbeigehen direkt ins Auge und während Frank unten in der Sonne wartet habe ich Glück und darf trotz „Feierabend“ noch kurz die 161 Stufen hinauf sputen.

Im Alten Leuchtturm befindet sich ein Inselmuseum. Über 900 Exponate geben hier einen Einblick in die Inselgeschichte von Wangerooge.

Hier erfährt man mehr über die Entstehung der Insel zum Nordseeheilbad, über Raketenversuche in den 30er Jahren oder über die Entwicklung des Tourismus.

Leider fehlt die Zeit um sich die vielen interessanten maritimen Exponate, Muschelsammlungen und Schiffsmodelle anzuschauen.

 

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Oben angekommen habe ich gerade noch genug Zeit ein paar Aufnahmen „Wangerooge von oben“ einzufangen. Ich hatte dem Herrn an der Kasse schließlich versprochen binnen 15 Minuten wieder unten zu sein.

 

 

 

Ein kleiner Hinweis für diejenigen von euch die (noch einmal) heiraten möchten. In der Spitze des Alten Leuchtturms  befindet sich in 30 Meter Höhe ein Standesamt.

Hier oben haben sich schon über 5000 Paare das Ja-Wort gegeben! Ob diese Ehen besser halten als andere konnte ich vor Ort aus Zeitmangel nicht ermitteln. Ein origineller Ort ist es auf jeden Fall!

 

WANGEROOGE UND NORDSEE – VORSICHT SUCHTGEFAHR

 

Wieder unten angekommen reicht die Zeit bis zur Abfahrt der Inselbahn noch für einen finalen Cappuccino in der Sonne und dann ist er auch leider schon vorbei – unser Tag auf Wangerooge.

Schön war´s und sehr erholsam! Wir können unsere Freunde aus Geseke gut verstehen. Die beiden fahren Jahr für Jahr nach Wangerooge und freuen sich jedes Mal sehr auf diese „Wohlfühloase.

 

 

 

Während wir auf der Rückfahrt auf der Fähre den Sonnenuntergang bestaunen stellt Frank eher im Scherz fest „Das Beste an der Karibikkreuzfahrt war das Wochenende danach an der Nordsee!“ Wie gesagt – eher ein Scherz!

 

 

Normalerweise bleibe ich bei den Reiseberichten immer in der Chronologie, aber unsere Nordsee Erlebnisse möchte ich jetzt direkt „loswerden“. Es war einfach zu schön und ich möchte euch diesen Flecken Erde gerne ans Herz legen…

Als nächstes folgt der Reisebericht zu Spiekeroog und natürlich weitere Berichte zur Karibikkreuzfahrt – schaut also wieder vorbei und denkt stets daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Weitere anregende Bilder gibt es mit KLICK hier

 

PS Wir hatten von unserer Mutter 50 Euro mit dem Hinweis „macht euch ´nen schönen Abend“ geschenkt bekommen.

Alternativ haben wir die Fährtickets nach Wangerooge gekauft und uns mit einer Postkarte von der Insel dafür bedankt.

Besser kann man diesen Betrag nicht investieren – bleibt er doch so auf ewig in bester Erinnerung. Ein „lecker essen gehen“ ist da eher mal schnell vergessen – oder?

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende!

9 Kommentare

  1. Tolle Reise habe ihr da gemacht…ich fühle mich dort im Frühjahr auch immer am wohlsten …kurz bevor die Posterurlauber über die Küste hereinbrechen…
    Lieber Gruss, Jürgen

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...