SPAZIERGANG DURCH DIE VULKANLANDSCHAFTEN AUF LANZAROTE

Von einer Wanderung durch die beeindruckende Vulkanlandschaft Lanzarotes und einem Zufall auf den wir auch hätten verzichten können.

 

Hafenidylle am Abend in Arrecife Hafenidylle am Abend in Arrecife

Von Madeira aus steuert die MEIN SCHIFF 4 als nächstes Ziel die Vulkaninsel Lanzarote an.

Wir nutzen den Mittwochabend und machen uns direkt nachdem das Schiff in Arrecife angelegt hat auf den Weg in die Inselhauptstadt. Wir schlendern entlang des renovierten Stadthafen Charco San Gines Richtung Altstadt.

Wie sich vermuten lässt sind wir auch heute froh den Seetag hinter uns gebracht zu haben.

Hier hätte man noch stundenlang sitzen können Hier hätte man noch stundenlang sitzen können

Arrecife (Felsenriff) verdankt der zerklüfteten Küste mit ihren vorgelagerten Riffen seinen Namen.

 

Im 15. Jahrhundert wurde das kleine Fischerdorf Arrecife an der Ostküste von Lanzarote gegründet und ist seit 1852 Inselhauptstadt.

 

Ins Nachtleben von Arrecife stürzen wir uns an diesem lauen Abend nicht. Es scheint als läge dieser Küstenort noch im Dornröschenschlaf und warte auf die Saison.

 

Selbst der sehenswerte Hafen wirkt einsam und verlassen und hat so seine eigenen Reize. Die Fischerboote im Hafen sehen auf dem Spiegelbild schon fast kitschig aus – oder?

 

Noch können wir die Regenjacke locker in der Hand tragen - ob es auch so bleibt? Noch können wir die Regenjacke locker in der Hand tragen – ob es auch so bleibt?

Nach einem Gute-Nacht-Cocktail in der Außenalsterbar gehen wir zeitig zu Bett und freuen uns auf den Ausflug in die Vulkanlandschaft am nächsten Tag.

 

Am Donnerstagmorgen fahren wir mit dem Reisebus in den Südwesten der Insel, zum Timanfaya Nationalpark.

 

Noch ist es trocken und die Sonne zeigt sich sogar ab und zu aber die Wettervorhersage verspricht leider auch an diesem Tag nichts Gutes. Ab Mittag soll es stürmen und heftige Regenschauer soll es auch geben! Was soll das?

 

Der erloschene Vulkan Caldera de los Cuervos Der erloschene Vulkan Caldera de los Cuervos

Wenn auf unseren sonstigen Reisen die Vorhersage mit Regen und Niederschlag droht bricht kaum am Ziel angekommen der Himmel auf und die Sonne scheint. Ist es nicht so Anja?

Diese Reise steht irgendwie unter einem falschen Stern. Nun denn. Der sehr freundliche Guide dreht kurzentschlossen und wie sich herausstellt richtigerweise die Route um und fährt uns zuerst zum Vulkan damit wir noch vor dem Regen unseren Spaziergang durch die Vulkanlandschaft ohne Regenschirm schaffen können.

 

So stellt man sich doch eine Mondlandschaft vor - oder? So stellt man sich doch eine Mondlandschaft vor – oder?

Während der Busfahrt und an einigen Stops auf unserem Spaziergang erfahren wir viel Wissenswertes über die wunderschöne Vulkaninsel.

 

Lanzarote ist die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Inseln. Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

 

Von den insgesamt 213 Kilometern Küste sind zehn Kilometer Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest ist Felsküste.

Mich macht dieser Anblick fast sprachlos - wie gefällt euch diese Landschaft? Mich macht dieser Anblick fast sprachlos – wie gefällt euch diese Landschaft?

1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane.

 

Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten insgesamt 2053 Tage und endeten im Jahr 1736.

 

Kann man sich wirklich vorstellen wie sich die Bewohner in diesen sechs langen Jahren gefühlt haben. Stets und ständig in Sorge wann welcher Vulkan wieder Feuer und Steine auf Land und Häuser spuckt? Mir scheint das Ganze unvorstellbar.

 

Klickt euch einmal in diesen tollen Bericht: Auf heißer Erde

Dort entlang geht es in das Innere des gigantischen Kessels

Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte.

 

Anfangs war es den Inselbewohnern unter Androhung von Strafe verboten, die Insel zu verlassen, da die Inselführung befürchtete, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben.

 

1974 wurde der Timanfaya-Nationalpark gegründet.

 

Je länger wir unterwegs sind an diesem Vormittag und je mehr wir über diese Vulkanlandschaft und deren Entstehung erfahren desto mehr fasziniert sie uns.

 

Bei Spiegelbildern kann ich nicht widerstehen

Nach dem wir bei strahlendem Sonnenschein um den Krater gelaufen und den Kratergrund und das Innere des gigantischen Kessels bestaunt haben verdunkelt sich der Himmel auf dem Weg zum Bus zurück schon recht bedrohlich.

 

Faszinierend und beeindruckend gleichermaßen - die Vulkanlandschaft auf Lanzarote Faszinierend und beeindruckend gleichermaßen – die Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Lanzarote besitzt ein ganzjährig mildes und niederschlagsarmes arides Klima, da die Passatwinde an der relativ flachen Insel meist nicht abregnen.

 

Mit 112 Millimetern Niederschlag pro Jahr ist Lanzarote die trockenste der Kanarischen Inseln, davon fallen allerdings etwa 85 Prozent von Januar bis März.

 

Die Feuchtigkeit aus den Wolken reicht aus, um in diesem Gebiet Landwirtschaft in Form von Trockenfeldbau zu betreiben.

 

 

Da kommt etwas auf uns zu uns das ist... NASS! Da kommt etwas auf uns zu und das ist… NASS!

Warum bitte sehr müssen ausgerechnet heute Mittag die Felder gewässert werden? Ein seltener wie unpassender Zufall!

 

Wir sind ehrlich gesagt ein wenig erstaunt denn normalerweise ist es auf unseren Reisen bisher genau anders herum.

 

Glücklich ist wer vergisst

was nicht mehr zu ändern ist!

 

 

Gespenstisch schön - die Vulkanlandschaft auf Lanzarote Gespenstisch schön – die Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Wir fahren auf der Vulkanroute durch das geschützte Gebiet des Parks zu einem anderen Vulkan um dort eine weitere Runde durch die Vulkanlandschaft zu laufen.

 

Irgendwie fühlt man sich zwischen den tiefen Kratern und in der weiten unberührten Landschaft wie auf dem Mond.

 

Das zusammenhängende Lavagebiet der Feuerberge von Lanzarote im Südwesten der Insel mit einer Ausdehnung von ca. 200 Quadratkilometern – etwa ein Viertel der ganzen Insel – ist ein beeidruckendes Naturerlebnis.

 

Je nach Licht erstrahlen die Brauntöne des Lavagesteins in ganz unterschiedlichen Facetten.

 

Vielleicht ist es gerade die Eintönigkeit, das Verlassene was mir an dieser Landschaft so besonders gut gefällt.

 

Magisch rote Erde Magisch rote Erde
 

Diese wichtige Passage wäre fast untergegangen wenn nicht die liebe Petra (www.nurmut.ch) aufmerksam gelesen und den Fehler gemeldet hätte. DANKE!

Also wichtige Details folgen jetzt und hier:

Ganz Lanzarote ist übrigens geprägt durch den Inselkünstler César Manrique. Manrique ist 1919 auf Lanzarote geboren und hat sein Leben bis auf wenige Jahre, während denen er in Madrid und New York studierte, auf der Insel verbracht.

Ein wunderschönes Video: Auf der Vulkaninsel fasziniert die Symbiose von Natur und Kultur des berühmten Architekten und Künstlers César Manrique. Aber Vorsicht – dieser Bericht weckt Fernweh! Schaut euch das Video aber dennoch an!

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Die oben aufgeführten Bilder wurden während unserer AIDA TOUR 2013 aufgenommen – noch mehr gibt es hier Lanzarote Reise 2013!

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Hauptmerkmal Manriques architektonischer Kunst ist die Integration von Felsen, Stein und erstarrten Lavaströmen in einen harmonischen Wohn- und Lebensraum. Sein selbsterklärtes Ziel war es Lanzarote zum schönsten Platz der Erde zu machen. Ihm ist es zu verdanken, dass sich die Insel ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat und nicht dem Massentourismus verfallen ist. Und das ist gut so!

Wir sind der Meinung dass César Manrique sein Lebensziel mehr als erreicht hat. Lanzarote hat einfach etwas ganz Spezielles und wir werden diese faszinierende Insel ganz gewiss noch einmal besuchen.

Zurück zum Vulkanausflug. Den dritten Stop des Tages legen wir in die Inselmitte am Bauernmuseum „CASA MUSEO DEL CAMPESINO“ ein.

 

 
Weiß - schwarz - grün - die Farben Lanzarotes Weiß – schwarz – grün – die Farben Lanzarotes

Wir gelangen durch den unterirdisch liegenden Festsaal und einen Lava-Gang über eine großzügige Wendetreppe zum Museum.
Hier werden in verschiedenen Räumen typische handwerkliche Tätigkeit der Insel wie Töpferei, Strohhandwerk, Weinpressen und Keramikfiguren gezeigt. Auf einer kleinen Außenterasse glänzen auf weiß lackiertem Boden die leider regennassen grünen Tische und Stühle.

Bei besserem Wetter hätte ich hier gerne eine Weile in der Sonne gesessen.

 

Es grünt so grün... Es grünt so grün…

Irgendwie haben die nassen Tische auch etwas Faszinierendes. Auch hier wieder die Lanzarote Farben schwarz-weiß-grün – ach einfach schön! Finde ich jedenfalls!

 

Tja und dann ist unser Ausflug auch schon wieder vorbei. Das Wetter hätte besser sein können aber wir können froh sein, dass der Guide die Tour in veränderter Reihenfolge gefahren ist. Die Teilnehmer der anderen Touren hatten da noch weniger Glück. Unterwegs überholen wir etliche Fahrradfahrer und die TWIZY TRUPPE – bbrrrrrr – das macht bei solch Regengüssen aber nicht wirklich viel Spaß.

 

Ein Urlaub auf Lanzarote zum Wandern, ja, das hätte was! Kommt auf die Liste!

 

Morgen setzen wir unsere Kreuzfahrt mit einem Besuch der Insel Teneriffa fort. Wir freuen uns „wie geck“ auf die Teide Seilbahnfahrt.

 

War Marokko der Hauptgrund die Kanaren ein drittes Mal zu besuchen so ist der Teide Ausflug Grund Nummer zwei.

 

Lächle es könnte schlimmer kommen

Ich lächelte

Und es kam schlimmer!

 

Aber dazu mehr im nächsten Bericht. Klickt euch direkt rüber zum TENERIFFA BERICHT!

Zur kleinen Zusammenfassung dieser Vulkanwanderung geht es hier entlang: KLICK

7 Kommentare

  1. Hallo , das kommt mir alles sehr bekannt vor ! Timanfaya Park kommt auch bei mir im Beitrag vor , dauert aber noch ein paar Tage bis ich ihn fertig habe. Die Landschaft finde ich persönlich traumhaft weil es einfach etwas außergewöhnliches ist was wir nicht haben. Wenn man es jeden Tag sieht wie die Leute die hier wohnen kann ich mir vorstellen dass es mit der Zeit trostlos wirken kann,aber als Touri ist es einfach was besonderes.

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...