MIT DEM WOHNMOBIL IN DER NORMANDIE VON ST. JOUIN BRUNEVAL BIS GRANDCAMP MAISY

Als wir uns am Samstagmorgen recht zeitig wieder auf den Weg machen schauen wir noch einmal auf den wunderschönen Stellplatz und den Strand in St. Jouin Bruneval hinab. Hier hätte man es locker noch ein paar Tage aushalten können. Unsere Tagestour führt über Le Havre und Honfleur bis Grandcamp Maisy. Zu Fuß über die “Pont de Normandie” ist eines der Highlights. Kommt ihr mit?

 

Die D 940 verläuft nah der Küste und kaum sind wir dort in westliche Richtung unterwegs entdecken wir wieder hübsche und zur Landschaft passend dekorierte Kreisverkehre.

Während die Bäuerin das Kälbchen füttert und der Bauer die Kartoffeln aufsammelt ärgert sich der Dritte über zu viele Maulwürfe im Garten. Sehr authentisch für diese Gegend und herrlich aus dem Leben gegriffen.

 

LE HAVRE FEIERT 2017 SEIN 500. STADTJUBILÄUM

 

Und schon um kurz nach acht Uhr erreichen wir die Strandpromenade in Le Havre. Zu dieser frühen Stunde sind bis auf einige Jogger kaum Menschen unterwegs.

Diese Ruhe, das Meeresrauschen und die tolles Aussicht tun einfach grundsätzlich gut. Mensch was brauchst du mehr? MEER!

Nach ein paar Aufnahmen vom Strand machen wir uns wieder auf den Weg. Der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. kann uns mal… Möge sich jede(r) das Passende aussuchen.

 

Im Zentrum von Le Havre weisen viele Absperrungen und Umleitungsschilder auf ein bzw. DAS große Event hin.

Le Havre ist eine relativ junge Stadt da sie erst im Jahre 1517 auf Anregung des Admirals Bonnivet als Kriegshafen erbaut wurde. Le Havre wurde von Franz I. gegründet, kam durch Sklaven, Zucker und Kaffee zu Reichtum, war ein blühender Badeort der Belle Époque, ging im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges unter und wurde von Auguste Perret wieder aufgebaut. Le Havre hat im Laufe seiner Geschichte viel erlebt.

 

Vom 27. Mai (also ab heute, dem Tag unseres Besuches) bis zum 5. November 2017 wird das 500-jährige Stadtjubiläum mit dem Motto „Ein Sommer in Le Havre“ in der ganzen Stadt gefeiert.

 

Wir haben keine Lust auf ein solches Spektakel und fahren nach einem Weilchen wieder weiter. Aus den Boxen dröhnt “Alles endet (aber nie die Musik)” und sorgt für unsere ganz persönliche Unterhaltung.

 

Alles endet aber nie die Musik v. Casper (link zum Video)


 

PONT DE NORMANDIE – ZU FUß UND MIT PÖSSL

 

Um Punkt 9 Uhr erreichen wir die Brücke, die Le Havre mit dem gegenüberliegenden Honfleur verbindet. Ehe wir allerdings die Seine überqueren muss ich mir die wunderschöne Brücke unbedingt aus der Nähe anschauen.

Hui gleich gehts über die Seine….

Der Pössl ist noch nicht ganz geparkt da laufe ich auch schon ziemlich aufgeregt los. Solche Orte liebe ich. Aussicht von oben ist mir jede Anstrengung wert.

 

Tolle Aussicht, aber das kommt gleich noch viel besser...
Tolle Aussicht, aber das kommt gleich noch viel besser…

 

 

 

Wir laufen zunächst über eine kleine Brücke und bestaunen einen Betonklotz an dem gut erkennbar ist wie üblicherweise der Stahl in solch einem Pfeiler verlegt (oder sagt man verbaut?) ist.

 

 

Die Orte Le Havre und Honfleur liegen sich genau gegenüber und sind nur durch den Fluß, die Seine, getrennt. Wollte man aber 1990 mit dem Auto von Le Havre nach Honfleur fahren, musste man einen Umweg von knapp 30 Minuten über die Brücke “Pont de Tancarville” in Kauf nehmen. Das hat viele Jahre lang die Entwicklung der Normandie stark gehemmt.

 

Im Hintergrund hinten ist mittig das Ziel schon erkennbar – also los jetzt!

 

Seitdem der Pont de Normandie (deutsch: Brücke der Normandie) in den Jahren 1988 bis 1994 gebaut und am 20. Januar 1995 eingeweiht wurde ist dieser Umweg nicht mehr nötig.

 

Kommt noch besser…

 

Die Brücke, mit 856 freischwebenden Metern die größte Schrägseilbrücke der Welt, steht übrigens an einer der stürmischsten Ecken des Landes.

 

Hier rappelt es und die Geschwindigkeit sollte tunlichst eingehalten werden…

 

Über die Brücke verläuft die A 29/E 44, allerdings hat die Brücke selbst nicht den Rang einer Autobahn, damit auch Fahrzeuge, die Autobahnen nicht befahren dürfen, diese Verbindung nutzen können.

 

Hier kann man in etwa erkennen warum die Brücke oft mit einer Harfe verglichen wird

 

Hey Fränki, wo bleibst du denn?

Wichtiger als Fahrzeuge, Maut und Autobahn ist mir in diesem Moment die Möglichkeit die Brücke auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu überqueren. Die Fahrräder nehmen wir schon lange nicht mehr mit und sogar die Fahrradträger sind seit Jahren demontiert.

Wandern, spazieren gehen, walken was und wie auch immer – zu Fuß und ohne Hilfsmittel ist uns seit Jahren am liebsten.

 

Könnt ihr im Hintergrund den Hafen erkennen?

 

 

Ich kann es gar nicht abwarten und laufe direkt und zügig hoch. Das geht hier ganz schön steil “bergauf”. Aber noch sind wir hier allein unterwegs und es geht voran.

Ich möchte mir das Gedränge neben der Fahrbahn im Sommer in der Ferienzeit überhaupt nicht vorstellen.

 

Hierr liegt die Harfe als Schatten flach am Boden…

Von weitem sieht der Pont de Normandie aus wie vier aneinandergelegte riesige Harfen, größer als der Kölner Dom. In erstaunlich flachem Winkel gehen die Stahlkabel rechts und links von den beiden 214 Meter hohen Betonpylonen ab.

Pont de Normandie aus der Vogelperspektive – von Wikipedia entliehen. Dort gibt es mit Klick auf´s Bild noch mehr Info

Schrägseilbrücke nennen die Ingenieure diese Konstruktionsweise – im Gegensatz zur Hängebrücke, bei der die ganze Last an zwei durchgehenden Seilen hängt, die tief an den Ufern verankert werden müssen.

 

Ach sie ist einfach wunderschön – oder? Hat jemand von euch auch einen “Brückenfimmel”? Oder eine Höhenbegeisterung?

Und während wir uns der Brückenmitte bzw. dem ersten höchsten Punkt nähern noch ein paar Fakten zur Brücke:

  • Schrägseilbrücke – mit 856 m die größte Spannweite in Europa
  • 3 m hohe Überbau der Hauptöffnung besteht aus einem 624 m langen stählernen Mittelteil
  • Durchfahrtshöhe für Schiffe beträgt beim höchsten bekannten Wasserstand 52 m
  • 21,20 m breite Brückenzug eine Länge von 2141,25 m
  • Flussaufwärts sind die nächsten Brücken der Pont de Tancarville und der Pont de Brotonne.
  • Die Brücke ist mautpflichtig – abhängig von Fahrzeughöhe und -gewicht

 

Viel befahren ist die Brücke am Samstagmorgen erfreulicherweise noch nicht und nach einer Weile und etlichen Fotos haben wir unser Ziel erreicht.

 

Rundherum ist recht viel natur – kleine Tümpel, viel Gras und so manche Sommerblume – und zum Ausruhen einige Parkbänke

 

Vielleicht steckt mir noch das Erlebnis über die Golden Gate Bridge in San Francisco zu laufen im Gemüt, oder es ist das Bauwerk als solches? Jedenfalls bin ich sehr berührt und ergriffen als wir unser Ziel erreichen.

Die Aussicht von hier oben, der Respekt vor der baulichen Leistung – all das zusammen macht mich “echt happy” und es fällt mir schwer mich von diesem Ort wieder los zu reissen.

Miniaturausgabe… das Original ist mir lieber!

Aber wir wollen ja hier nicht den Rest unseres Urlaubes verbringen und so treten wir nach einer Weile den Rückweg zum Pössl an. Uns steht ja noch die Fahrt über diese wunderschöne Brücke bevor. Vorfreude pur!

Als Wanderer sehnt man sich sicher nicht unbedingt nach einer Tour auf einer viel befahrenen Straße. Falls ihr aber einmal in der Gegend um Honfleur weilt, solltet ihr euch diesen spektakulären Eindruck nicht entgehen lassen. Allerdings empfehlen wir, die Tour auf einen windstillen Tag und auch auf eine weniger stark besuchte Tageszeit zu legen.

Für 6,30 Euro Maut dürfen wir die Strecke von Le Havre rüber nach Honfleur mit unserem Pössl passieren. Auf geht´s…

 

 

 

DIE BLUMENSTADT HONFLEUR

 

Ganz anders ist uns direkt in Honfleur allerdings auch. Analog zu Le Havre und einigen Küstenorten an den zwei vorherigen Reisetagen ist auch hier “der Bär von der Kette”, sprich so viel Volk auf den Strassen, dass zwischen Pössl nach Honfleur hinein und wieder heraus kein großer Zeitunterschied zu verzeichnen ist.

Boutiquen und Restaurants scharen sich um das Vieux Bassin, das alte Hafenbecken. Ludwig XIV befahl im 17. Jh. den Ausbau der Kais. Rings um das wasserbecken reichen sich schmale, hochaufragende, teils mit Schiefer verkleidete Fassaden.

Zur Seeseite schirmt die von Ecktürmchen flankierte Lieutenance die Zufahrt ab.

 

In dem Gebäude aus dem 16. Jh. wohnte der königliche Statthalter.  Es gibt viel zu sehen und zu entdecken in dieser schönen Blumenstadt, aber das schauen wir uns dann im Herbst einmal in Ruhe an. Den Link zu weiterführenden Informationen findet ihr am Ende des Berichtes.

In Pennedepie machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand und schauen kurz rüber nach Le Havre, aber schwimmen möchten wir hier irgendwie nicht. Da werden sich später sicher noch andere Möglichkeiten bieten.

 

AN DER COTE FLEURIE  UND COTE NACRE BIS GRANDCAMP MAISY

 

Hübsche Villen in Villerville und verstopfte Straßen in Trouville-sur-Mer lassen uns “unverrichterter Dinge” an der schönen Cote Fleurie vorbeifahren. Hier werden wir uns nicht umschauen, nicht an diesem Wochenende und nicht wenn “Gott und die Welt” hier unterwegs sind.

 

In Blonville-sur-Mer machen wir einen kleinen Spaziergang zum Strand. Nett, aber auch hier verkünden Plakate vom “Piratenspektakel” wie in den Orten zuvor.

Die Feté muss ohne uns statt finden…

 

Die Cote de Nacre und Caen lassen wir ebenfalls rechts bzw. links liegen. Ihr werdet vielleicht sagen “wie kann man nur?”, aber wir geniessen einfach die Fahrt, hören unsere Lieblingsmusik und haben auch so unser eigenes kleines Vergnügen.

Nichts muss und vieles kann. Spaß soll es machen und das macht uns uns eher dann, wenn sich keine Menschenmassen den letzten freien Parkplatz erkämpfen wollen.

 

Brücken liefern oft die schönsten Aussichten…

 

“Schau doch mal wo es hier in der Nähe einen ACSI Campingplatz gibt. Die Campingplatzführer haben wir uns vorsorglich vor der Reise noch besorgt und mit der dazugehörigen App ist der passende Campingplatz schnell gefunden.

Weiter an der Küste entlang nähern wir uns Grandcamp Maisy

 

Ich schreibe es extra dazu, nein, hier folgt jetzt keine Werbeblog. Dieser Blog ist und bleibt werbefrei. Von der ACSI CARD haben wir allerdings in den 3,5 Wochen durch Frankreich und Spanien mehrmals Gebrauch gemacht und gute Erfahrungen gesammelt.

Ich mag diese brauen Schilder mit weißer Schrift – oft genug haben wir dort schon sehenswerte Orte entdeckt

 

 

Was ist also die ACSI CARD? Die CampingCard ACSI ist eine Ermäßigungskarte mit der ihr in der Vor- und Nachsaison bis zu 50% beim Campen sparen könnt. Durch Vorzeigen einer gültigen CampingCard ACSI campt ihr in der Nebensaison auf teilnehmenden Campingplätzen mit zwei Personen für nur € 11, € 13, € 15, € 17 oder € 19 pro Nacht.

So zahlt ihr immer weniger als den niedrigsten Tarif, den der Campingplatz in der Nebensaison anbietet! Weitere Info gibt es mit KLICK hier.

Die Adresse vom CP in Grandcamp Maisy ist schnell ins Navi eingegeben und so erreichen wir jenseits von Omaha Beach am frühen Nachmittag unser Tagesendziel.

 

GRANDCAMP MAISY UND DIE ACSI CARD

 

Nach 90 Minuten Fußmarsch durch die City und einmal um den Hafen herum schmeckt das Gegrillte doppelt so gut.

 

Die Betreiber des Campingplatzes laden uns am Abend noch zu “Spiel und Spaß” und einem kleinen Umtrunk ein und die internationalen Gäste verständigen sich bei einem kleinen Umtrunk und verschiedenen Geschicklichkeitsspielen in den unterschiedlichsten Spachen oder mit Händen und Füßen. Echt lustig das Ganze.

 

Als wir anschliessend, es war schon ziemlich spät und die Sonne war längst am Horizont verschwunden, noch eine kleine Runde zum Hafen laufen vergnügt sich die Dorfjugend mit tollkühnen Sprüngen ins kühle Nass.

 

 

Leider hatten wir zum Spaziergang nur das Handy dabei… mit Stativ und einer der großen Kameras sähe das schon ganz anders aus… die Erinnerung bleibt!Wir sagen “Gute Nacht” für heute und freuen uns schon auf den folgenden Tag.

Hätte ich fast vergessen – nachmittags erhalte ich zwischendurch eine Whats App von meinem Sohn. Kurz und bündig: “Bin am Dienstag um 10 Uhr in der Nähe von Brest!” Direkte Antwort von uns “Ok, wir auch!”

Er ist leidenschaftlicher LKW Fahrer und am liebsten in Frankreich unterwegs, genetisch bedingt. Und ein Treffen fern der Heimat wäre nicht das erste Mal.

Jetzt muss die Route natürlich ein wenig so gestrickt werden, dass wir den “Termin” am kommenden Dienstag in unser Fahrprogramm aufnehmen können. Aber wenn wir das nicht schaffen, wer dann?

Das komplette Bilderbuch zur Tour gibt es mit Klick hier

 

Weiterführende Links:

Weitere Info zur schönen Stadt Honfleur gibt es mit Klick hier

Informationen und Reisetipps zur COTE FLEURIE gibt es mit Klick hier

Eine Reiseseite, die wirklich Lust auf diese Region macht findet ihr mit Klick hier

Informationen zum Campingplatz in Grandcamp Maisy gibt es mit Klick hier

 

Morgen schauen wir uns Valognes an, werden wir vom Nebel überrascht und mit einer ausgesprochen schönen Landschaft direkt wieder verwöhnt. Petra wandert am Cap während Frank die Augen pflegt und der extrem lustige Abend zu viert in Grandville bleibt in bester Erinnerung – schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

 

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:

2 Kommentare

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