MIT DEM WOHNMOBIL DURCH DIE BRETAGNE UND WENIGER IST OFT MEHR

Mit dem Wohnmobil durch die Bretagne: Pössl vs Truck in Ploumarin, himmlische Ruhe und faszinierende Aussicht an der Abbaye de Beauport, Wanderung fast bis zur  Ile de Brehat und ein kostenloser Stellplatz direkt am Meer. Lasst euch in die Bretagne entführen…

 

Damit wir unser „Frühstück mit Sohnemann in Ploumerin“ pünktlich erreichen starten wir um kurz nach neun von unserem Stellplatz in St. Michel-en-Greve. Die Strecke ist sehr, sehr ländlich.

Obwohl diese Gegend sehr “übersichtlich” ist gibt es keinerlei Hinweise den vereinbarten Treffpunkt zu finden. Zwei Whats App Nachrichten später haben wir die genauen GPS Daten und damit „kann man arbeiten“.

 

Einmal Probe sitzen… die Aussicht ist dort oben noch um ein Vielfaches besser…

 

 

 

Wenn ich an meine Ausbildung zur Speditionskauffrau zurück denke… Die Fahrer hatten kein Handy, allenfalls waren sie hin und wieder über Funk zu erreichen. Das Faxgerät war noch nicht erfunden und PC und Emails waren noch futuristischer Schnickschnack, den sich niemand wirklich vorstellen konnte.

Und dennoch haben wir es irgendwie geschafft die Ware von A nach B zu schicken. Über vier Jahrzehnte ist das jetzt her, rein technisch hat sich in der Zwischenzeit unheimlich viel geändert. Die LKW Fahrer sprechen kaum noch deutsch hantieren aber mit Smartphone und Tablet herum.

 

Im Mai die wahre Pracht – der blühende Ginster entlang der Straßen…

Zurück in die Bretagne! Wir warten noch ein Weilchen bis Sohnemann samt LKW das Werk verlässt und nach kurzer Begrüßung fahren wir auf einen nahegelegenen Rastplatz und frühstücken gemeinsam im Pössl.

Platz ist in der kleinsten Hütte. LKW Fahrer und Reisende haben immer reichlich Gesprächsstoff und so vergeht die Zeit wie im Flug.

Wir wollen weiter durch die Bretagne rollen und der Truck wird an der nächsten Entladestelle erwartet. Bis demnächst…!

Vor lauter Aufregung habe ich leider vergessen das Frühstück zu fotografieren… Müsst ihr euch halt irgendwie vorstellen.

 

Wir fahren auf der N12 wieder in östliche Richtung denn dort gibt es sicher noch einiges zu entdecken. Den ersten kurzen Stopp legen wir mittags in Lanvollon ein weil uns die Kirche und die hübschen alten Steinhäuser ins Auge stechen.

Das Highlight des Tages erreichen wir nur kurze Zeit später. Jedenfalls halten wir es zu diesem Zeitpunkt noch für das Highlight.

 

 

DIE ABTEI BEAUPORT – EIN JUWEL AM MEER

 

 

Die in der Bretagne nahe der Hafenstadt Paimpol gelegene alte Abtei “Abbaye de Beauport” ist eines der bedeutendesten Bauwerke kirchlicher Architektur in der Bretagne. Sie wurde vom Premontaner-Orden im Jahre 1202 gegründet. Der Name “Beauport” (schöner Hafen) kennzeichnet die außergewöhnliche Lage direkt am Meer.

 

Die Abtei war denn auch ein Zentrum des Seehandels, aber beispielsweise auch ein Ausgangspunkt für die Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.

In den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausgebaut, wurde sie im Jahre 1790 im Zuge der Französischen Revolution geschlossen, diente danach der Salpetergewinnung und unterschiedlichen anderen Zwecken und verfiel im Laufe der Zeit.

 

Heute ist sie im Besitz der öffentlichen Einrichtung “Conservatoire du littoral”, wird seit 1994 laufend restauriert und ist einer der Höhepunkte hautnaher Vergangenheit in der Bretagne, die perfekte Synthese aus Kultur- und Naturerlebnis.

Bereits von außen ist die Ruine der Abteikirche eine eindrucksvolle Erscheinung. Im Inneren verwandeln Hortensienbüsche das Kirchenschiff in einen romantischen Gretagne Garten mit alten Gräbern. So hat sich ein ritterliches Ehepaar den “schönen Hafen” der Abteikirche ausgesucht, um hier in Eintracht auf das ewige Leben zu warten.

 

Überall verschmilzt auf dem Abtei-Gelände die Ehrwürdigkeit der Vergangenheit mit der natürlichen, gegenwärtigen Kraft des Lebens, und auch die Patina des gotischen Glanzes verführt den Betrachter.

Im Abteigarten, aber auch an anderen Stellen, sind verschiedenste uralte Apfensorten zu sehen – besonders im Herbst ist man hier dem Paradies ganz nah.

 

Nicht verwunderlich, dass bereits die Romantik im 19. Jahrhundert diesen geheimnisvollen Ort wiederentdeckte und seine Kraft bewusst erlebte.

Auch heute nutzen verschiedene kulturelle Veranstaltungen die besondere, einzigartige Atmosphäre der Abtei aus, so auch die “Escales de nuit”, eine im Sommer regelmäßig in der Abtei und ihren Gärten stattfindende nächtliche Lichtschau “zwischen Traum und Geschichte”.

 

ÖFFNUNGSZEITEN DER ABTEI

 

1 APR BIS 30 JUN 10h30 – 12h30 / 14h – 18h
1 JUL BIS 30 SEPT 10h30 – 19h
1 OKT BIS 30 MRZ 14h – 18h

 

 

Wir möchten nicht bis 14 Uhr warten und fahren nach einem gemütlichen Rundgang und zahllosen Bildern wieder weiter.

 

Einen Besuch möchten wir euch an dieser Stelle gerne weiter empfehlen. Wir hatten Glück und waren fast alleine dort.

Im Sommer und bei Hochbetrieb verliert dieser schöne Ort sicher seinen Reiz, daher lieber „nur von außen“ alleine außerhalb der Öffnungszeiten einplanen. Vielleicht abends zur “blauen Stunde”?

 

 

PLOUBAZLANEC UND NICHT ZUR ILE –DE-BREHAT

 

Viele Einwohner hat der kleine Ort Ploubazlanec im Département Côtes-d’Armor in der Region Bretagne nicht. Im Jahre 2014 waren es ein paar wenige mehr als dreitausend. Mit 19 Kilometer Küstenlänge liegt Ploubazlanec auf einer Halbinsel an der Kanalküste.

 

 

Eher zufällig entdecken wir auf dem Weg zur Ile de Brehat den kleinen Stellplatz mitten in einer Wohnsiedlung.

 

Die Fähren zur Ile-de-Brehat legen hier irgendwo in der Nähe ab und da diese Insel im Reiseführer als Highlight eingetragen ist machen wir uns nach einem Kaffee in der Sonne auf den Weg um genau das zu erkunden.

 

 

 

ILE DE BREHAT – DIE BLUMENINSEL

 

Das ganze Jahr über sorgt der Golfstrom auf der Ile-de-Brehat für ein echtes Mikroklima. Laut Reiseführer sollte man für einen Besuch einen Tag für die Entdeckung der charmanten Häuser und wilden Buchten einplanen.

Auf der Insel sind Motoren nicht erlaubt. Man fährt Fahrrad oder geht zu Fuß. Bréhat ist mit ihren 3,5 Kilometern Länge und 1,5 Kilometer Breite die einzige Inselgemeinde des Departements Côtes d’Armor.

 

 

Von der Pointe de l’Arcouest 7 km nördlich von Poimpol legen die Fähren zur autofreien Ile de Brehat ab.

Schon von Ferne leuchten ihre roten Felsen. Und es ist ein echt schöner Anblick, aber warum jetzt mit zig Touristen hinüber zur Insel wenn man auch an Land herrlich wandern kann?

 

 

Wir schauen dem Anlegemanöver der Fähre noch ein Weilchen zu und laufen nach 2 Cappuccino in der Sonne wieder zum Stellplatz zurück.

Unterwegs entdecken wir rein zufällig (immer diese Zufälle) einen Stellplatz direkt am Meer. “Wollen wir noch mal wechseln?” Und na klar wollen wir!

 

 

OK, es ist ein wenig Vorsicht geboten als wir den Pössl durch die Einfahrt auf den Parkplatz lenken, aber außer dem Hinweisschild „2,25 m Breite gibt es kein Wohnmobil Verbotsschild“  und Pössl kommen ja bekanntlich überall hin.

Das Leben ist schön und wir genießen erst einmal ein kühles Feierabendbierchen und später am Abend noch ein Gläschen Wein direkt am Strand.

 

 

Die Boote, die vor dem Abendessen noch auf dem Strand lagen sind zum “Dessert” schon wieder von der Flut in die Waagerechte gebracht. Die Möwen baden sich am fast wellenlosen Meeresgrund und nach und nach fahren einige Boote aufs Meer hinaus.

 

Wir hätten mit Meeresrauschen einschlafen können, aber hier gibt es nur ein ganz leichtes Plätschern. Kaum versuche ich das Geräusch zu lokalisieren bin ich auch schon eingeschlafen…

Um halb elf laufe ich noch mal an den Strand. Ach ist das herrlich ruhig hier… Hier könnte man stundenlang die schönsten Steine sammeln aber wirklich nur könnte! Die Steine dürfen nicht entfernt werden!

 

 

Heutige Ausgaben: 7.60 Euro für 2 Cappuccino in der Sonne – manchmal ist weniger auch mehr!

 

Ehe wir uns für heute verabschieden noch ein paar nützliche Links:

Weitere Informationen zur Abtei Beauport findet ihr bei WIKIPEDIA oder auf der Seite der Abbaye direkt

Mit Vorsicht solltet ihr die Seite folgende Seite durchstöbern denn sie weckt sehr wahrscheinlich Bretagne Fernweh

Das Bilderbuch im Großformat zum heutigen Reisetag könnt ihr hier durchblättern

Ein wenig mehr über die schöne Blumeninsel Ile de Brehat könnt ihr erfahren

Und wer bewegte Bilder bevorzugt kann sich hier eine kleine Zusammenfassung anschauen…

 

Von Ploubazlanec fahren wir morgen durch die Artischockenfelder an Paimpol und Plouguiel vorbei und wandern bei strahlendem Sonnenschein auf dem Zöllnerweg GR 34 am Pointe de Chateau entlang der Küste. An der Côte de Granit Rose klettern wir an den namensgebenen Felsen und lassen diesen unvergesslichen Reisetag in St. Michel-en-Greve gemütlich ausklingen – schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich, wie auch immer!

 

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? 

Fein, ich freue mich über eure Kommentare/Mails und TEILEN ist auch ausdrücklich erlaubt und gewünscht.

 

Ein Kommentar

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...