USA RUNDREISE: 8. TAG VON LOS ANGELES BIS FLAGSTAFF

Heute müssen wir „km machen“ wie die Reiseleiterin so schön formuliert. Am Ende des Tages werden es insgesamt 700 km sein, davon 400 km quer durch Kalifornien und weitere 300 km durch Arizona. Unterwegs besuchen wir die alte Minenstadt Calico Ghost Town und schnuppern den Duft der berühmten „Route 66“ ehe wir abends in Flagstaff unser Quartier erreichen. Möchtet ihr uns begleiten oder seid ihr selbst dabei gewesen und schwelgt mit uns in Erinnerungen? Wie auch immer… viel Spaß beim Lesen und Miterleben.

Weiter geht es! Habt ihr uns durch LOS ANGELES, Hollywood und Beverly Hills  begleitet? Hier noch ein kleiner Nachtrag denn wer von euch wusste, dass der Hafen von Los Angeles der drittgrößte weltweit ist und nach Containervolumen der größte Hafen der Vereinigten Staaten sowie der achtgrößte weltweit? Diese Info war wire alle anderen kostenlos!

 

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Heute werden wir die größte Entfernung dieser Rundreise hinter uns bringen (müsen) und ein steter Begleiter auf unserer Reiseroute wird die Eisenbahnlinie sein.

 

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Die Züge wirken oft als hätten sie weder Anfang noch Ende und sie ziehen sich über riesige Strecken durch das Land. Über eine Bahn-Rund-Reise habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht – wie sieht es denn bei euch aus?

Könnte euch eine gemütliche Bahnfahrt quer durch die USA gefallen? Hier ein kleiner Link für diejenigen von euch, die von einer Bahnreise quer durch die USA träumen.

Mir wäre auf jeden Fall eine Tour mit dem Wohnmobil viel lieber. Anhalten wo es gefällt und weiterfahren, wenn dem nicht so ist.

 

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BESUCH IN DER GEISTERSTADT –

CALICO GHOST TOWN 

 

Der Parkplatz, der immerhin dutzenden Bussen und Hunderten PKW Platz bietet, ist noch erfreulich leer als wir kurz nach 10 Uhr die Geisterstadt „Calico Ghosttown“ erreichen.

 

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Im Jahre 1881 wurde Calico aufgrund der Silbervorkommen in den umliegenden Bergen gegründet. Zu ihrer besten Zeit hatte sie mehrere tausend Einwohner.

Die große Zeit des Silberschürfens hielt jedoch nicht lange an und so ist Calico seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Geisterstadt geworden.

Um kurz nach 10 Uhr lässt sich noch erahnen wie die Menschen in dieser Minenstadt in den Gründungsjahren gelebt haben. Wie es hier ausschaut wenn der Parkplatz voll und die Läden und Straßen in der Geisterstadt von unzähligen Touristen belagert werden möchte ich mir nicht ausmalen.

Ganz gewiss hätten Frank und ich stehenden Fußes das Weite gesucht.

 

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Den Weg auf den kleinen Berg entdecken und hinauflaufen sind wie immer eins und so verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick und laufen zügig den Hügel hinauf.

 

Von hier oben kann man die kleine Bahnlinie, die Kirche und auch die Schule erkennen. Das schauen wir uns gleich alles noch in Ruhe und aus der Nähe an.

 

Noch einmal die Schulbank drücken? Nein, lieber nicht!

Es gibt unter anderem einen Saloon, in dem ein Restaurant untergebracht ist, ein altes Schulgebäude sowie eine Polizeiwache mit Gefängniszelle.

 

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Schattige Plätze sind an diesem heißen Vormittag sehr gefragt

Dazwischen stehen viele alte oder auf alt gemachte Häuser, in denen kleine Läden typische Wild-West-Waren anbieten. Der Balanceakt zwischen Heimatmuseum und “Wild West Einkaufsbummel” ist leider nur bedingt gelungen.

 

Ignoriert man Klimaanlagen, Antennen und die Reklame für Popcorn und Hot Dogs lässt sich dazwischen noch etwas Nostalgie erahnen. Ab hier lassen wir einfach ein wenig die Bilder für sich sprechen – oder?

 

Zusammen gefasst hat uns Calico Ghost Town gut gefallen. Ein großes Plus an die Reiseleitung allein dafür, dass wir die Geisterstadt” am frühen Morgen fast alleine besuchen konnten.

Beim Recherchieren habe ich noch alternative Geisterstädte gefunden. Solltet ihr also eine Tour planen hier folgt ein wenig Info.

Möchte man eine echte Geisterstadt sehen, bietet sich ein  Abstecher nach Bodie östlich vom Yosemite National Parks an oder nach Grafton in der Nähe des Zion National Park, wo es noch so etwas wie authentische Einsamkeit geben soll.

Um halb zwölf lautet das Gruppenmotto abermals “On the Road again” und kurze Zeit später erreichen wir auch schon unser nächstes Etappenziel.

 

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BAGDAD CAFÈ – OUT OF ROSENHEIM

 

Im Grunde sieht es aus wie viele andere Cafés rechts und links der Route 66 allerdings gelangte das Bagdad Café als Schauplatz zum Film “Out of Rosenheim” zu einem gewissen Bekanntheitsgrad und wurde 1995 entsprechend umbenannt.

 

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Handlung: Jasmin Münchgstettner (gesp. v. Marianne Sägebrecht) und ihr Mann stammen aus Rosenheim und sind als Touristen in den USA. Ein Streit der beiden eskaliert dermaßen, dass Jasmin plötzlich alleine in der Wüste steht. Sie quartiert sich im heruntergekommenen Motel “Bagdad Café” ein, in dem die misstrauische Brenda das Kommando führt…

 

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Zur Zeit der Dreharbeiten im Jahre 1988 hieß das Bagdad Café noch Sidewinder und war ein umgebautes Depot für Futtermittel. Später (1995) wurde es auf den Namen umbenannt, den es im Film trägt.

Nach diesem kurzen Fotostop zeigt uns Nana während der Weiterfahrt einige Ausschnitte des Filmes “Out of Rosenheim”. Ich hätte ihn auch durchaus ganz angeschaut. Zeit genug haben wir ja…

Hier noch kurz der Link zum Trailer – mir gefallen die wilde Entschlossenheit und das Outfit der Hauptdarstellerin (wüstentauglich?)  besonders gut. Wenn Frau sich etwas in den Kopf setzt…

 

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Mehr oder weniger dösend, lesend oder auch schlafend verbringen wir weitere zwei Stunden und kehren bei “Carl´s Jr.” zum Mittagessen ein. Den Original Six Dollar Thickburger legt Nana uns abermals sehr ans Herz.

 

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Mit Klick auf´s Bild zum Video…

Aber Burger und Fastfood allgemein sind so gar nicht meins – mich faszinieren die Trucks am Parkplatz viel mehr.

Das gelbe “Monster” hat es mir besonders angetan. Trotz 40 Grad Aussentemperatur oder noch mehr schreitet Fränki die Länge des Trucks ab und tatsächlich es sind mindestens 25 m. Die Zugmaschine ist schätzungsweise länger als unser Wohnmobil.

 

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Was mag sich vorne im Fahrerhaus verbergen? Whirlpool, Billiardplatte oder gar eine Kegelbahn?

Ich hätte mir das gelbe Fahrerhaus gerne von innen angeschaut aber schade schade… diese Gelegenheit bot sich leider nicht.

 

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Für die einen ist die weitere Fahrt anstrengend oder langweilig aber Frank und ich genießen es durch die Gegend gefahren zu werden. Es ist die Weite des Landes die einen so unglaublichen Eindruck auf uns macht.

Die Mojawe Wüste bildet ein typisches amerikanisches Wüstenbecken und wird von den Tehachapi-Bergen, den San Gabriel Mountains und den San Bernardino Mountains begrenzt. Hier könnten wir tagelang einfach durch die Gegend fahren und das Leben genießen.

 

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MYTHOS ROUTE 66

 

Auf der legendären Route 66 zogen einst die Migranten rund 4000 Kilometer quer durch die Vereinigten Staaten Richtung Westen. Die Straße führt von Chicago (Illinois) bis nach Santa Monica (Kalifornien). 

Besonders schön und ausführlich wird die Strecke im Bluessong aus dem Jahre 1946 von Bobby Troup besungen.

Mehr als 130 x wurde dieser Song im Laufe der Jahre von vielen Interpreten gecovert – u.a. von den Rolling Stones und auch Depeche Mode. Die Lyrics gibt es hier und zum Video in der John Mayer Version bitte hier entlang.

 

Abgesehen vom Lincoln Highway galt sie ab 1926 als eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zur US-amerikanischen Westküste.

In den 40er Jahren wurde die berühmte und bereits asphaltierte Route 66 mit ihren Motels, Tankstellen und Imbissbuden immer beliebter, bis ihr in den 70er Jahren die vierspurigen Highways Konkurrenz machten.

 

Allen Träumen von Freiheit zum Trotz wurde die „Mütter aller Straßen“ 1985 von der offiziellen Liste der Highways gestrichen. Seitdem ist sie in keinem amerikanischen Atlas zu finden.

Gras fing an zu wachsen, wo sonst Prachtkarossen fuhren, Staub deckte Motels und Krämerläden zu.

 

Route 66 – das ist der Duft nach Abenteuer wie bei den starken Männern in der Zigarettenwerbung und das sind Weite bis zum Horizont und traumhafte Sonnenuntergänge mitten im Nirgendwo.

Ach im Bus sitzen und sich wegträumen ist doch etwas Feines… jetzt hier mit unserem Pössl – ich gehe ganz fest davon aus das es nicht nur ein Traum bleiben wird! Eines Tages in nicht allzu weiter Ferne…

Dass der Mythos Route 66 weiterlebt, ist einem Friseur zu verdanken.

Angel Delgadillo aus Seligman, einem Kaff in der Wüste Arizonas, gründete den ersten Route 66-Fanclub. Seitdem sprießen die Vereine wie Blumen im Frühling aus dem Boden, und der Staat erklärte die „Historic Route 66“ zum nationalen Kulturerbe.

Und genau hier legen wir am späten Nachmittag einen weiteren Stopp ein. Die Bilder, die ich euch oben in den Text gepackt habe zeigen euch ein wenig der Nostalgie dieses tollen Freilichtmuseums.

 

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Und um 19 Uhr erreichen wir nach 700 km “on the Road” unser Quartier in Flagstaff und fallen mit unseren vielen Eindrücken und einigen neuen Träumen ins Bett. Schön war es…

Wir freuen uns beim Einschlafen auf den nächsten Reisetag.

Nicht nur den GRAND CANYON schauen wir uns aus nächster Nähe an, nein, wir gönnen uns auch einen Rundflug und schauen uns die Schluchten und Felswände aus der Vogelperspektive an. Ich sag´s euch – traumhaft und unvergesslich. Ein kleiner Vorgeschmack?

Auch wenn ihr euch zur Fortsetzung klickt denkt dennoch und wie gewohnt an, naja was wohl:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare. Das Formular findet ihr wie immer am Ende der Seite.

 

 

12 Kommentare

  1. Hallo Petra,
    wieder ein gelungener Bericht über unsere gemeinsame Reise.
    Wir sind erst jetzt zum lesen gekommen, da wir bereits selbst wieder unterwegs waren.
    Liebe Grüße
    Claudia und Kajo

    1. Hallo Kajo und Claudia,

      schön euch zu lesen, freut mich sehr! Ja, der Alltag hat uns auch voll zurück “erobert” und wir sind wie immer in jeder freien Minute unterwegs. Soeben kommen wir von einer schönen Womotour vom Schwarzwald zurück… da bleibt das Berichte schreiben ein wenig “hintenan”. Aber es läuft ja auch nichts weg – oder. Ist doch schön wenn hier und da ein Erinnerungsfetzen diese schöne Tour noch einmal in unser aller Erinnerungen wach wird.

      Liebe Grüße von uns Beiden

  2. Hallo, meine Liebe, also die Ghost Town..ich weiss ja nicht..”Kitsch hat einen Namen, oder? Der Geist des Kommerz weht in jedem Falle… 😉 Aber das Bagdad Cafe, das hätte ich auch gerne besucht. Denn “Out of Rosenheim” ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme!!! Und die Trucks..vor allem der gelbe…erste Sahne!! Wir Beide wissen, wovon wir sprechen, gell? Und die Route 66 hat auf jeden Fall was…da mit dem WoMo lang brettern…das wär’s …USA und/ oder Kanada steht auch auf unserer “Koffer-ToDoList”…wenn wir mal gaaaanz viiiel Zeit haben..Toller Bericht, klasse Fotos…weitermachen 🙂 nurMut!

    1. Tja, ´s Kind braucht halt nen Namen Petra und nannten sie es Town, ähmm Ghost Town:-)
      Von Geistern konnte ich trotz intensiver Suche in den Ecken und auf dem Berg nichts entdecken. Ich sag´s mal so – wenn man schon einmal dort ist macht man das Beste draus und versucht die Reklametafeln und Verkaufshinweise zu übersehen. Fotogen und sehenswert war es auf jeden Fall!
      Ja, “Out of Rosenheim” ist klasse. Weißt du woher der Film seinen Namen hat?

      Wikipediaklugscheissermodusein “Der Filmtitel entstammt einem Dialog im Film, wo Jasmin in holprigem Englisch auf die Frage nach ihrer Herkunft antwortet. (out of Rosenheim bedeutet „aus Rosenheim heraus“, bezeichnet also eine Bewegung, keine Herkunft. Richtig wäre „from Rosenheim“.) Wikipediaklugscheissermodus aus!

      Aber schlaue Kinder wie du eines bist wissen das sicherlich:-)

      Ja, in den gelben Truck habe ich mich spontan verknallt… Aber trotz günstiger Aussichtsposition vor dem Carl´s jr. konnte ich den dazugehörigen Fahrer nicht entdecken – hätte glatt um eine Hausführung gebeten… Und eine Tour ohne Kalender und Uhr durch Kanada und USA steht ganz oben auf der “sobald-wir-nicht-mehr-arbeiten-Liste”. Wir hoffen nur das der “Kleine” bis dahin wacker durchhält!

      Weitermachen? Na klar – sind es doch meine Alzheimervorbeugemaßnahmne und Alltagentfliehenmomente… nach der Reise ist vor der Reise, das kennst du doch Petra und wenn nicht du wer dann? Drück dich!

  3. Hallo Petra,

    ja, Grand Canyon, das war eigentlich der auslösende Punkt meiner noch einmal
    Bereisung dieser Region. Seinerzeit habe ich den Canyon auf Augenhöhe erlebt,
    diesesmal wollte ich ihn aus der Luft sehen.
    Der Rundflug mit dem Kleinflugzeug war klasse; zumal ich ja “Copilotin” spielen
    durfte! Ist aber nicht wichtig.
    Noch etwas am Rande:
    Dein RB ist fantastisch; die viele Freizeit, die du hineinsteckst, die Motivation
    die du brauchst um fortzufahren; neben deiner Arbeit meine Hochachtung.
    Klar, der RB ist auch für euch und damit auch selbstbestimmt, doch gibst du
    dem Mitreisenden die Möglichkeit, alles noch einmal im Nachherein zu erleben,
    was er evtl. in der Zwischenzeit nicht mehr nachvollziehen kann.

    Deshalb finde ich etwas schade, dass die Resonanz etwas nachgelassen hat;
    vielleicht kommt noch mehr und da würde ich mich für dich freuen.

    Also Petra, weiter so und
    lG Anneli

    1. Ganz lieben Dank Anneli,

      ich freue mich sehr über deine freundlichen und durchaus motivierenden Worte. Ich werde und das ist hiermit versprochen jeden einzelnen Reisetag zu “Papier” bringen.
      Du weißt ja selbst was wir erlebt haben und vieles steht dem Leser ja noch bevor
      Wir waren und sind immer noch total begeistert und erinnern uns oft und gerne…
      Liebe Grüße und bis bald!!
      DANKE

  4. Route 66 kenne ich auch als Song von den Rolling Stones wenn mich nicht alles täuscht. Bei soviel Motiven muss einem doch die Speicherkarte ausgehen. Hoffentlich hast genug dabei !!!

    1. Hey Manni,
      ja stimmt, (Get Your Kicks On) Route 66 wurde auch von den Stones zum Besten gegeben – das Original ist allerdings viel älter und wurde 1946 von Bobby Troup komponiert und seitdem über 130 x gecovert u.a. auch von Depeche Mode.
      Und um Speicherplatz mach dir keine Sorgen denn a) sind wir leider mittlerweile wieder daheim und b) haben wir ständig mehr als reichlich Speicherkarten dabei.
      Wir versuchen eher weniger zu fotografieren – die Arbeit das Material nach der Urlaub zu sichten ist sonst fast mit Arbeit verbunden.
      Liebe Grüße
      Petra

  5. Lieben Dank Petra für die Fortführung des RB; eindrucksvoll – wie immer –
    deine Beschreibungen und die dazugehörenden Fotos.
    Ihr hattet mächtig Spaß, dass sehe ich und mir hat der Ausflug in die
    Vergangenheit sehr gut gefallen; zumal es ja nun wirklich fast “menschenleer”
    war – ausgenommen natürlich unsere Truppe -.
    Aber das waren ja keine Menschen sondern Abenteurer!
    LG Anneli

    1. Danke liebe Anneli für deine netten Worte
      Ich freue mich schon so sehr auf den nächsten Bericht – steht doch der Grand Canyon auf der Liste. Bist du auch geflogen. Ich kann mich noch so gut an den Flug erinnert. .. Ach war das schön Fortsetzung folgt. ..

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...