LIDL RUNDREISE SÜDAMERIKA – UND IMMER DIE GLEICHEN FRAGEN!

Getreu dem Motto “Von Reisenden für Reisende” findet ihr nachfolgend nicht nur unsere Peru Erlebnisse incl. Machu Picchu sondern auch Tipps zu Jetlag, Höhenkrankheit, Wechselkurs & Bargeld und vieles andere mehr. In regelmäßigen Abständen erreichen uns seit 2013 Mails zu unserer Rundreise durch Südamerika. „Kann ich als Alleinreisende diese Reise auch bedenkenlos mitmachen?“ „Ist es abends gefährlich und kann man auch alleine etwas unternehmen?“ „Wie ist das mit den verschiedenen Währungen?“ „Müssen wir uns gegen alle möglichen Krankheiten impfen? Diese und ähnliche Fragen beantworten wir seit Mai 2013 in regelmäßigen Abständen und oft bekommen wir Wochen später zum Dank für unsere Antworten eine nette Postkarte.

Um all diese Fragen direkt im Reisebericht zu beantworten haben wir unsere Reiseerlebnisse 2013 noch einmal „neu aufgelegt“. Wie es uns in Südamerika seinerzeit gefallen hat und welche Tipps wir euch geben können erzählen wir nachfolgend:

 

VOM MÜNSTERLAND NACH LIMA

 

SAMSTAG, 27.04.2013 – Pünktlich um 10:15 Uhr bringen uns Elke und Günther (wieder einmal) zum Grevener Bahnhof. Der Zug fährt pünktlich ab und unsere große Reise beginnt… endlich!! Umsteigen in Münster und Düsseldorf klappt reibungslos und mit dem ICE sind wir auch ruckzuck in Frankfurt am Flughafen.

 

 

Fünfeinhalb Stunden vor Abflug stehen wir in Frankfurt am Flughafen… „Wir fliegen nach Lima, ist das nicht prima?“ Und ehe man sich versieht beginnt das Boarding und die Maschine hebt pünktlich um 19:30 Uhr ab.

Der Flug ist etwas „ruppig“ aber hin und wieder fallen uns doch die Augen zu und die Kinnlade runter, denn das Ausfüllen der Einreisepapiere erweist sich bei fast allen Passagieren aufgrund der klitzekleinen Schrift als kaum lösbares Problem. (TIPP: Formular mit dem Handy fotografieren und die unleserlichen Stellen auf dem Display vergrößern!)

 

27 Stunden nachdem wir daheim im Münsterland aufgebrochen sind landen wir am Sonntag um 6 Uhr früh in Lima (minus sieben Stunden Zeitverschiebung, sprich zuhause wäre es jetzt Sonntagmittag 13 Uhr).

 

TIPP GEGEN JETLEG

 

Als Jetlag (aus dem Englischen von jet ‚Düsenflugzeug‘ und lag ‚Zeitdifferenz‘) wird eine nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen auftretende Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus bezeichnet. Sie wird als deutsche Übertragung zuweilen auch als Zeitzonenkater bezeichnet.

Vergesst wie spät es zuhause wäre!

Zeitverschiebung hin oder her – für euren Körper zählt nur die Uhrzeit hier und jetzt, denn nach der muss er sich richten. Stellt die Uhr schon während des Fluges auf Lokalzeit des Ankunftsortes um.

Am Zielort passt euch an den dort vorherrschenden Tagesrhythmus an. Wenn es am Ankunftsort morgens ist, dann frühstückt, auch wenn eure Lieben daheim zum gleichen Zeitpunkt zu Abend essen. Bleibt tagsüber aktiv und geht erst schlafen „wenn die Sonne untergeht“.

 

Bei uns hat das bis jetzt immer gut funktioniert. Und ihr werdet sehen, Lima wird euch so sehr begeistern, dass Müdigkeit kein Thema sein wird.

 

 

TIPP – BARGELD, WECHSELKURS, GELDAUTOMAT & CO

 

Müssen wir daheim schon Geld tauschen und funktionieren die Geldautomaten? Und wie ist das mit den Wechselkursen? So oder ähnlich lauten die Fragen, die uns zu unserer Südamerika Rundreise immer wieder einmal erreichen.

„Macht euch keine Sorgen!

Lautet unsere Antwort denn die Reiseleiter holen euch grundsätzlich am Flughafen ab und erklären euch bereits im Bus wo und wie ihr euch am besten mit Bargeld versorgt. Sollte es nicht so sein sprecht sie direkt darauf an – sie helfen euch gewiss weiter.

Egal wie gut oder schlecht der Wechselkurs in Peru, Chile oder Brasilien oder sonst wo in Südamerika steht, holt euch mit VISA oder Mastercard aus dem Geldautomaten nur den Betrag den ihr aktuell wirklich braucht.

Eine „Bevorratung“ mit Bargeld bedeutet im schlimmsten Fall auch das alles futsch ist. Und wer will das schon auf Reisen oder überhaupt? Also einfach nur das machen was die Reiseleitung empfiehlt und „für´s Erste ein paar Dollar!

Von spekulativen Tauschaktionen ob des günstigen Kurses sei dringend abgeraten – dazu im Folgebericht „Argentinien“ eine kleine Geschichte. Aber jetzt erst einmal zurück nach Peru.

 

LIMA UND MIRAFLORES

 

Lima ist die Hauptstadt des südamerikanischen Anden-Staates Peru und die mit Abstand größte Stadt des Landes. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist Lima das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Und die schauen wir uns später an.

 

 

SONNTAG, 28.04.2013  Die Reiseleiterin Bibiane abgekürzt Bibi empfängt uns am Flughafen und fährt mit uns zum Hotel. Schon auf der halbstündigen Fahrt zum Hotel lernen wir die „Fahrweise“ (es gibt KEINE!!) der Peruaner kennen.

So etwas Chaotisches haben wir bisher noch nicht erlebt. Wer hupt hat Vorfahrt, wer viel hupt hat viel Vorfahrt? So oder so ähnlich scheint das Prinzip zu funktionieren. Am Hotel angekommen entladen wir die Koffer und es geht auch fast direkt weiter zur dreistündigen Stadtrundfahrt.

 

Nur keine Müdigkeit vortäuschen. Der Bus fährt uns vorbei an der größten aller Pyramiden die aus handgefertigten Tonziegeln nach und nach aufgeschichtet wurde.

Bei Huaca Pucllana handelt es sich um die größte von vielen Lehmziegelpyramiden aus senkrecht aufgestellten Lehmziegeln, die sich im Lima Stadtteil Miraflores befindet. Sie stammt aus der Zeit 200 und 700 n. Chr. und wurde auch von den später folgenden Kulturen als zeremonielles Zentrum genutzt. Die Ausgrabungsstätte ist teilweise restauriert und kann inklusive eines kleinen Museums besichtigt werden. Bibi erzählt uns, dass es im Stadtbereich von Lima noch insgesamt 30 Pyramiden gibt.

 

Wir fahren durch San Isidro, das Bankenviertel der Stadt, und über die Hauptstraße Conquistadores mit ihren teuren Läden und noblen Restaurants.

 

Weiter geht es durch Olivenhaine – teilweise sind diese über 300 Jahre alt. An Sonntagen, so erzählt uns die Reiseleiterin, ist ein Teil der Hauptstraßen gesperrt. In Ermangelung von Sportplätzen oder Radwegen wird den Familien auf diesen gesperrten Straßen am Sonntag ermöglicht Rad zu fahren oder ungestört zu joggen.

 

 

Den ersten Stopp auf unserer Stadtrundfahrt machen wir an der „Iglesia y Convento San Francisco“. Das Monasterio de San Francisco wurde im 17. Jahrhundert im barocken spanischen Kolonialstil im Stadtzentrum von Lima gebaut. Auf dem Gebiet des weitläufigen Komplexes befindet sich ein Konvent, ein Tempel sowie die zwei Kirchen La Soledad (Die Einsamkeit) und El Milagro (Das Wunder).

 

Ferner bietet das Kloster eine beeindruckende Bibliothek sowie die mit Knochen gefüllten Katakomben. Das Kloster liegt im historischen Zentrum von Lima, das 1991 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde.

 

 

Welch Glückes Geschick, kaum kommen wir an diesem imposanten Bauwerk an zieht an uns eine farbenfrohe und ziemlich lautstarke Parade vorbei.

 

Bunt verkleidete Männer mit riesigen Teufelsmasken auf dem Kopf und kleine peruanische Damen mit bunten Kostümen wechseln sich mit hübsch gekleideten Musikanten ab. Ein lautes und buntes Spektakel.

Trotz Hitze stehen unzählige Familien in langen Schlangen vor der Kirche um die mitgebrachten Blumensträuße in der Kirche niederzulegen.

 

 

Wir besichtigen nicht die Kirche sondern die Katakomben. Für den Besuch der beliebtesten Attraktion des Klosters wir einige Meter unter die Erde in die Katakomben steigen. Bis 1808 dienten die Katakomben als Friedhof. Ca. 70.000 Körper wurden in diesem riesigen unterirdischen Netzwerk zur Ruhe gebettet.

Die Wände unter der Kirche sind mit Knochenstapeln dekoriert. Breite Schächte sind angefüllt mit Skeletten und Schädel wurden in verschiedenen Mustern angelegt. Ein Rundgang durch die Katakomben ist ein makabres, aber unvergessliches Erlebnis in Lima.

 

 

Der anschließende Blick in die angrenzende Bibliothek ist mehr als beeindruckend. Die Bibliothek des Klosters ist weltberühmt. Meterhohe Bücherregale erfüllen den Raum und 2 Wendeltreppen führen in die 1. Etage, in der sich noch mehr Bücher befinden. Die Sammlung besteht aus über 25.000 Werken der verschiedensten Büchergattungen.

 

 

Die Bibliothek besitzt auch verschiedene sehr alte Bücher, einige reichen sogar vor die Zeit der spanischen Kolonisierung zurück. Die Bücher wurden von Priestern auf den ersten Expeditionen in die Neue Welt herübergebracht. Leider macht das Klima den alten Büchern sehr zu schaffen. Man hofft, dass sich möglichst bald ein Sponsor findet, der für den Erhalt der teilweise 400 Jahre alten Bücher sorgt.

 

 

Von hier aus geht es auf unserer Stadtrundfahrt weiter zum Goldmuseum.

Das Goldmuseum beherbergt die größte Sammlung an Gold- und Silberartefakten aus präkolumbianischen Andenkulturen. Die Sammlung des Museums besteht aus über 7.000 Exponaten, zu denen jahrhundertealte Kunstwerke und einige sehr wertvolle Edelsteine gehören. Ebenfalls beherbergt das Museum eine Sammlung von 20.000 Waffen aus aller Welt.

Aber unser persönlicher Akku ist jetzt wirklich fast leer. So sehenswert die ausgestellten Exemplare auch sind und so spannend die Reiseleiterin auch erzählt und berichtet – wir wollen jetzt nur noch ins Hotel und duschen und danach etwas essen. Nein, nicht schlafen! Das ziehen wir voll durch…

 

 

Frisch gestärkt machen wir uns am späten Nachmittag zu zweit wieder auf den Weg in die Stadt. Zuerst laufen wir, wie sollte es anders sein, Richtung Meer und landen im Mangos, ein lebendiges, fröhliches Restaurant.

Adresse: Larcomar, Malecón de la Reserva 610, Miraflores, Lima 15074, Peru

 

 

Diese Empfehlung der Reiseleiterin erweist sich als guter Tipp. Wir gönnen uns das leckere Buffett. Eine große Auswahl an typisch peruanischen Speisen landet nach und nach auf unseren Tellern.

TIPP: Wer in der Nähe sein sollte – unbedingt ausprobieren!!

 

Und noch ehe die Sonne untergeht fallen wir müde, erschöpft und super gut zufrieden ins Bett.

 

LIMA AUF EIGENE FAUST, HÖHENKRANKHEIT UND EIN KITSCHIGER SONNENUNTERGANG

 

MONTAG, 29.04.2013 Pünktlich um 6 Uhr sitzen wir (im Hotel Jose Antonio) beim Frühstück und bleiben dort mit etlichen Mitreisenden gemütlich mehr als 3,5 Stunden sitzen. Unsere Reisegruppe besteht nicht wie vermutet aus 30 oder gar 40 Teilnehmer, nein, lediglich 15 Reisende werden in den folgenden 17 Tagen gemeinsam Südamerika erobern. So wie es den Anschein hat eine ganz nette und durchaus lustige Truppe.

 

 

Nach dem Frühstück machen wir uns zu zweit auf den Weg durch Lima. Ohne konkretes Ziel laufen Frank und ich erst einmal wieder zum Meer. Meer ist immer gut! Die Steilküste ist an dieser Stelle ca. 150 m hoch.

Noch hat die Sonne den Nebel nicht zur Seite schieben können und so ist es am frühen Vormittag noch recht „grau in grau“ und erträglich warm. Über zahlreiche Stufen laufen wir bergab und ein Weilchen am Meer entlang.

Vorbei amPark der Liebenden“, am Restaurant La Rosa Nautica, welches nicht rosa sondern blau gestrichen ist. Am Strand entlang führt uns der Weg eher zufällig bis zum Parc Isaac Rabin (Adresse: Malecón Cisneros, Miraflores Lima 18, Peru).

Von dort geht es dann über den Plaza Centro America schnurstracks auf der Av. Jose Pardo bis zum „Ovalo de Miraflores“. Dort genießen wir auf der Terrasse des „Café Suisse“ (Adresse: Av Jose Larco 111, Miraflores 15074) ein leckeres Bierchen. Schön in der Sonne sitzend lauschen wir dem Hupkonzert.

 

 

Die Peruaner hupen unbeschreiblich viel. Auch direkt unter oder neben dem Verbotsschild! Fast so irre wie die Sizilianer… Man könnte ob der Huperei und Hektik auf der Straße „reissaus“ nehmen, aber wir finden es eher belustigend. Tiefenentspannt schauen wir dem Treiben eine ganze Weile zu.

Eher zufällig habe ich passend zum Lima Sightseeing einen tollen Blogbericht entdeckt. Klickt euch gerne rüber!

 

Auf dem Rückweg zum Hotel entdecken wir den Inka Market (Adresse: Calle Gonzáles Prada 280, Miraflores 15074) und auf der anderen Straßenseite auch noch den Indian Market (Adresse: Petit Thouars 5321, Distrito de Lima 15074 )

Superfreundliche und wenig aufdringliche Verkäufer bieten allerlei Kunstgewerbe an und es macht Spaß hier ein wenig an den verschiedenen Marktständen vorbei zu schlendern.

Über die Av. Larco gehen wir wieder zurück zum Hotel und nach einem kurzen Päuschen wieder direkt ans Meer. Es ist zum Glück nicht weit vom Hotel entfernt.

 

 

Geraden noch rechtzeitig denn sonst hätten wir den phantastischen Sonnenuntergang verpasst. Die Sonne und dazu diese herrlichen Spiegelbilder ergeben zusammen einen passenden Abschluss dieses unvergesslichen Tages in Lima.

 

DIENSTAG, 29.04.2013 Heute lassen wir Lima hinter uns und fliegen von der Küste in die Anden, genauer gesagt nach Cusco.

Mit dem Bus wären wir für die gut 1100 km mehr als einen Reisetag unterwegs gewesen, allerdings hätte man sich auf dem Landweg auch langsam und „nach und nach“ an die Höhe und ihre Nebenwirkungen gewöhnen können.

 

 

TIPP: Um den Nebenwirkungen der sogenannten Höhenkrankheit vorzubeugen solltet ihr folgendes beachten:

 

  • Legt einen „kleinen Gang“ ein! Auch wenn ihr während der Reise möglichst viel sehen und erleben möchtet, lasst es ruhig angehen! Selbst wenn ihr daheim im „selbst ist der Mann/die Frau“ Modus die Koffer selber tragen würdet – lasst es in der Höhe von den Kofferträgern erledigen. Nutzt den Fahrstuhl auch wenn ihr sonst die Treppe hocheilt. Zur Akklimatisierung gehört aus unserer Sicht in erster Linie, dass man seine körperlichen Aktivitäten auf Sparflamme setzt, denn dem Körper steht weniger Sauerstoff zur Verfügung als sonst.
  • Nutzt die angebotenen Sauerstoffflaschen! Am Flughafen, in den Hotels und sogar im Reisebus stehen Sauerstoffflaschen zur Verfügung und der Reiseleiter fordert euch sicher auf diese zu nutzen. Wir haben dankend abgelehnt und es anschließend bedauert. Wenn der Kopfschmerz sich erst einmal festsetzt dauert es eine Weile und ihr verderbt euch im schlimmsten Fall unnötig den Reisetag oder kriegt nachts kein Augu. Das wäre doch zu schade, oder?
  • Nehmt leichte Speisen zu euch! Reduziert den Alkoholgenuss auf ein „Minimum“ oder noch besser trinkt stattdessen Koka Tee.
  • Kaut Koka Blätter! Koka-Blätter kauen oder als Tee trinken ist eine Jahrhunderte alte Tradition in den Anden. Die Koka-Blätter enthalten gerade einmal rund 0,4 Prozent Kokain, dafür aber viel Kohlenhydrate, Calcium, Proteine, Eisen, Vitamin A und B und und was die Inka vor der Höhenkrankheit bewahrt schadet uns sicher auch nicht
  • Schützt eure Haut vor der starken Sonneneinstrahlung! Die Sonnenanbeter unter euch sollten sich in Peru gut vor der Sonneneinstrahlung schützen. Aufgrund der Höhe ist die UV-Strahlung wesentlich höher. Die Sonne brennt regelrecht auf der Haut und hinterlässt neben Sonnenbrand ein unnötiges Gefühl von Erschöpfung und Unwohlsein.

 

CUSCO – DIE STADT DER INKA

 

Die frühere Inka-Hauptstadt verstand sich als Nabel der Welt. Und auch heute noch lebt hier eine ganz andere Kultur als in Lima. Die indianischen Verkäufer auf dem Marktplatz (Plaza de Armas) sprechen spanglisch – eine Mischung aus Spanisch und Englisch mit den Touristen.

 

Mit ihren Kollegen unterhalten sie sich auf Quechua. Der Platz ist atemberaubend. Kolonialgebäude säumen den wunderschönen Platz. Die mächtige Kathedrale ist ein Blickfang. Sie wurde auf dem Fundament eines Inka-Palastes gebaut. Viele Gebäude hier sind einige Hundert Jahre alt. Die schöne Iglesia Jesús María gehört mit ihren 250 Jahren schon zu den jüngeren Bauten.

Nachdem wir Cusco erreicht haben unternehmen wir am Nachmittag eine Stadtrundfahrt. Dabei besichtigen wir als erstes die Kathedrale Plaza de Armas.

 

Die monumentale Kathedrale von Cusco am Plaza de Armas zählt mit acht Altären und zwei Nebenkirchen zu den größten Kirchen des amerikanischen Kontinents. Zum Prunk in ihrem Inneren zählen der silberne Hochaltar und das prachtvoll geschnitzte Chorgestühl.

Die gewaltige Santo Domingo-Kathedrale in Cusco thront unübersehbar an der Nordostseite des Plaza de Armas dominiert mit der benachbarten Jesuiten-Kirche den Hauptplatz der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco. Gemeinsam mit Cusco zählt die Kathedrale seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Im linken Glockenturm hängt die María Ángela, die mit 2 Metern Höhe und einem Gewicht von 6 Tonnen größte und schwerste Glocke Südamerikas, die an Feiertagen bis zu 40km weit über Cusco erschallt. Die Fahrt führt uns anschließend zu den Ruinen von Sacsayhuaman.

 

SACSAYHUAMAN – FESTUNG IM NORDEN VON CUSCO

 

Bei den Ruinen von Sacsayhuaman handelt es sich um einen Komplex aus Trockenmauern, die aus einzelnen Felsblöcken bestehen und ohne Mörtel fugenlos aneinandergefügt wurden. Die Bezeichnung Sacsayhuaman stammt aus der alten Inkasprache Quechua, bedeutet “zufriedener Falke” und bezieht sich auf die exponierte Lage der Anlage. Von hier konnte das gesamte Areal der Inka-Hauptstadt überblickt werden.

 

Als Teil der Inka-Hauptstadt Cusco gehört die Anlage auf einer Höhe von 3.500 Metern über dem Meeresspiegel zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die ursprüngliche Nutzung der Anlage konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.

 

Neben dem Verteidigungszweck diente die Anlage vermutlich auch repräsentativen Zwecken. Nach der Eroberung von Cusco benutzten die Kolonialherren den Komplex als Steinbruch. Die Steinquader wurden als Baumaterial für die Errichtung von Kirchen und Wohngebäuden benutzt.

Danach geht es weiter nach Kenko. Die archäologische Stätte Kenko (auch Quenco oder Q’inqu geschrieben) liegt im Heiligen Tal der Inka in Peru und galt in der Inka-Mythologie als Eingang zur Unterwelt.

 

Mit Ausdauer und Begeisterung erklärt uns die Reiseleiterin am nächsten Stopp, dass der Name Puka Pukara ebenfalls aus der Quechua Sprache stammt und so viel wie „rote Festung“ bedeutet. Vermutlich, weil die Steine der Festung in der Dämmerung rötlich in der untergehenden Sonne leuchten.

Zum Abschluss besuchen wir noch Tambo Machay (oder Tambomachay) – „Das Bad der Inka“ auf 3.700 m Höhe. Es handelt sich hierbei um eine in die Felsen gehauene Ruine, die über verschiedene Terrassen, das Wasser zu kleinen Nischen und künstlichen Quellen leitet, die alle eine andere Wirkung haben sollen.

Hier wirken noch etwas ganz anderes und das nennt sich Höhe! Dieser Tag war abwechslungsreich, spannend und unterhaltsam. Die ungewohnte Höhe lässt uns an diesem Tag jedenfalls bleischwer ins Bett fallen. Morgen fahren wir nach Machu Picchu – wenn das kein Grund für süße Träume ist!

 

MACHU PICCHU – DIE VERGESSENE STADT

 

MITTWOCH 1. Mai 2013 – Maiausflug mal anders! Machu Picchu, einer der Höhepunkte dieser Reise steht heute auf dem Programm. Sooo lange haben wir uns darauf gefreut. Früh am Morgen, nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zum Bahnhof von Cusco und anschließend per Bahn durch das Urubamba Tal nach Aguas Calientes. Nach einer kurzen Busfahrt hinauf zu den Ruinen beginnt die eigentliche Besichtigung der Inka-Stadt und wir sind entsprechend gespannt.

 

Das Wetter meint es heute richtig gut mit uns! Unsere Reiseleiterin, die Archäologin Vanessa Chavez (als Reiseleiterin bekommt sie von uns das Prädikat sehr empfehlenswert!!) führt uns durch „ihr“ Machu Picchu. Ihr Großvater und auch sie selbst waren während der Ausgrabungsarbeiten vor Ort und so erklärt sie uns alle Details mit viel Stolz und Hingabe.

 

In dieser Höhe auf dem Berg, umgeben von anderen Bergen bis zum Horizont, friedlich grasende Lamas und dazu der blaue Himmel macht uns erst einmal sprachlos.

Ein wirklich herrlicher Anblick! All diese Komplexität und Anpassung der Architektur an die Höhenlage und das unebene Terrain lassen sich zunächst in Gänze nicht erfassen. Aber für diesen einen, ersten Blick hat sich die Reise schon gelohnt.

Wir sind total begeistert und können nicht abwarten das Gelände zu erkunden. Und zur Sicherheit muss erst einmal ein Selfie her… für den Fall, dass das Wetter umschlägt.

 

 

Sehr charakteristisch sind die zahlreichen und großen Terrassen in der heiligen Stadt. Sie wurden für den landwirtschaftlichen Anbau, höchstwahrscheinlich größtenteils für Kartoffeln, genutzt und bearbeitet.

„Mat-schu Pikcht-schu“, verbessert Vanessa uns regelmäßig. Nicht oft genug kann sie die korrekte Aussprache ihrer Lieblingsbaustelle betonen, die ihren Großvater, ihre Eltern und dann sie selbst beschäftigt hat.

 

Am Tempel angekommen erklärt uns Vanessa, dass hier religiöse Riten und Zeremonien abgehalten wurden. An einem ganz bestimmten Tag im Jahr fällt das Licht der aufgehenden Sonne punktgenau auf eine Linie in der Mitte des Turmes. Diese Detailgenauigkeit und Präzisionsarbeit fasziniert fast alle Machu Picchu Besucher. Ebenso beeindruckend ist die erdbebensichere Verbauung der Granitsteine, die gänzlich ohne Mörtel auskommen.

 

 

An Ende eines Weges befindet sich eine Art Sonnenuhr, die „Intihuatana“. Mit dieser Vorrichtung aus Stein konnten die Äquinoktien (also die Tag und Nacht-Gleichen) genau gemessen werden.

 

Weiter laufen wir zum Tempel mit den drei Fenstern. Durch seine Fenster in Trapezform hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt. Wir setzen unseren Rundgang fort und gehen ans nördliche Ende, zum heiligen Felsen.

 

Ein sehr großer und imposanter Fels, der von der Form her an die Berge im Hintergrund erinnert. Nicht weit von dieser Stelle entfernt liegt der Wohnbereich, mit vielen kleineren und einfacher gebauten Häusern. In einem dieser Häuser ist so eine Art Schüssel im Boden, deren Zweck bis heute unbekannt ist.

 

Allmählich kommen wir dann auch schon zum Ende der Besichtigung. Ehe wir das Gelände verlassen muss unbedingt ein Gruppenfoto her.

 

Alternativ zur Fahrt mit der Bahn wählen wir zusammen mit Matze und Tina den Weg zu Fuß zurück zum Bahnhof. Mit den Beiden werden wir im Laufe dieser Rundreise noch so einige spannende und lustige Momente erleben.

 

In Aqua Calientes angekommen sind wir zwar ein wenig nass geregnet, aber wen kümmert das, wenn er gerade stundenlang Machu Picchu bei strahlend blauem Himmel durchquert und fotografiert hat?

Auf der Zugrückfahrt sind die Teilnehmer unserer Reisegruppe eher ruhig und sitzen offensichtlich erschöpft auf ihren Sitzen. Wir können die Landschaft und das Heilige Tal mit dem tief eingeschnittenen Fluss Urubamba noch einmal in aller Ruhe zu genießen.

In Cusco angekommen gehen wir zu viert eine Kleinigkeit essen und fallen schließlich müde und „very happy“ ins Bett. Ach, das war ja mal ein extrem toller 1. Mai Ausflug. So viele Eindrücke müssen erst mal verarbeitet werden!

Mehr zu Machu Picchu findet ihr hier:  <hier klicken>

und/oder alternativ auch auf dieser Seite:  < hier klicken >

In beiden Berichten wird „unsere“ dortige Reiseleiterin Vanessa Chavez erwähnt – kein Wunder. Ich habe noch nie auf Reisen erlebt das ein(e) Reiseleiter(in) mit so viel Herzblut und Freude die Geschichte ihres Landes erzählt. Vanessa: Du hast uns Peru erst so richtig schön gemacht, lieben Dank dafür!!

 

CUSCO – AUF EIGENE FAUST

 

DONNERSTAG 2. Mai 2013 Der heutige Tag steht uns zur freien Verfügung… auch einmal schön!

Kurz vor unserem Abflug hatte ich über das Internet den Kontakt zu einem Weltbummler Paar aufgenommen. In der zweiten Mail stand folgendes:

„Und solltest Du diese Mail noch in Cusco bekommen: unbedingt in die Markthalle gehen!!!

Herzliche Grüße aus Uruguay

Petra

Der Besuch des San Pedro Marktes bietet sich für unseren freien Vormittag geradezu an. Vom Hauptplatz sind es lediglich 10 Minuten zu Fuß. Wir lieben solche Märkte entgegen der allgemeinen Aussage, dass mir einkaufen ein Gräuel ist.

 

 

Der San Pedro Markt hat wenig mit Einkauf oder gar einem Deutschen Supermarkt gemeinsam. Hier findet man Souvenirs, bunte Blumen, viele Obst- und Gemüsestände, frische Kräuter und vieles andere mehr und das zu peruanischen sprich bezahlbaren Preisen.

Wir gönnen uns einen frisch gepressten Saft für wenig mehr als einen Euro (2013). Hhhmmm, echt lecker!

 

Frisch gestärkt machen wir uns auf Entdeckungstour. Die Stände am Ende der Verkaufsstände begeistern uns am meisten. Für Vegetarier & Co. sicherlich ein befremdlicher Anblick, aber Hallo, wir sind in Peru.

Hier ist man froh, wenn man sich ein Rindsmaul kaufen kann um daraus eine kräftige Suppe zu kochen. So erklärt es uns abends beim Essen unsere Reiseleiterin Vanessa, aber dazu später mehr.

 

Apropos Suppe, wer mag kann sich an den Garküchen zu den Einheimischen setzen und für einen kleinen Betrag eine typisch peruanische Mahlzeit probieren.

Ein Weilchen lang beobachten wir ein Ehepaar beim Versuch das gekaufte Ferkel in die mitgebrachte Plastiktüte zu verstauen. Sie bemerken uns und da sie sehr stolz auf ihr „Schwein in der Tüte“ sind halten sie es in die Höhe damit wir es besser fotografieren können.

Ich denke die Aufnahme zeigt wie stolz die Beiden auf ihr Schwein sind. Vermutlich haben sie sehr lange sparen müssen um sich diesen Luxus leisten zu können.

 

Außerhalb der Markthalle sitzen viele Verkäufer, die sich keinen Stand leisten können. Hier versuchen sie ihre übersichtlichen Produkte aus dem eigenen Garten zu verkaufen.

San Pedro Market Adresse: Cascaparo, Cusco – Öffnungszeit: ab 6 Uhr bis abends

Den Nachmittag vertrödeln wir mit einem Spaziergang durch Cusco und freuen uns danach auf das gemeinsame Abendessen.

 

MEERSCHWEINCHEN FÜR ZWEI

 

Meerschweinchen stehen überall in den Anden auf den Speiseplänen. Vor allem in Peru sind die Kleintiere längst ein fester Bestandteil der traditionellen Küche. In Quechua nennt man sie Quwi, woraus sich das Wort Cuy für sie entwickelt hat.

Und heute Abend steht auch bei uns diese landestypische Speise auf dem gedeckten Tisch. Bereits am Vortag mussten wir uns für oder gegen diesen Nager entscheiden damit in dem Lokal genügend Exemplare vorrätig sind.

 

Uns beiden hat die Info „Jedes Paar teilt sich ein Meerschweinchen, die sind riesig groß!“ im Vorfeld nicht überzeugen können. Aus Sorge nach einem langen Tag nicht satt zu werden haben wir uns für ein anderes Gericht entschieden. Aber wir haben bei den anderen probiert und einen Geschmack zwischen Hühnchen, Kaninchen und Krokodil festgestellt.

Wegen des Geschmacks muss es kein Meerschweinchen auf dem Teller sein allerdings hat uns die traditionelle Prozedur echt gut gefallen. Das Meerscheinchen kommt nämlich zunächst fein mit Tomate im Maul dekoriert auf den Tisch um danach noch einmal zum Zerlegen in die Küche zu verschwinden. Final steht der Teller danach mit dem essfertigen Nager fertig auf dem Tisch – guten Appetit!

Übrigens wandern mehr als 60 Millionen dieser Kleintiere Jahr für Jahr in peruanische Kochtöpfe. Besonders beliebt sind sie bei Hochzeitsessen auf dem Lande: Der Verzehr soll dem neuen Paar Glück bringen.

Und wer sich denkt „Meerschweinchen, wie kann man die bloß essen?“ wird sich sicher noch mehr wundern wenn er mit Klick hier erfährt, dass in der Schweiz immer noch Hunde gegessen werden.

Themenwechsel: Wusstet ihr, dass Peru auch für gut 3000 (in Worten: dreitausend!) Kartoffelsorten bekannt ist? Es gibt sie in allen möglichen und fast auch unmöglichen Formen und Farben. Dazu später einmal mehr. Ehe wir uns verabschiedene noch einige Aufnahmen aus Cusco.

Von Cusco aus geht die Fahrt im nächsten Bericht weiter bis Puno und an den Titikakasee, anschließend verlassen wir Peru und reisen weiter nach Bolivien.

Die Bilder in Großformat zu diesem Bericht findet ihr mit Klick hier.

Ob wir uns abends alleine “auf Piste” wagen, was passiert wenn man nicht hören kann und wie der Grenzübergang zwischen Peru und Bolivien über die Bühne geht erfahrt ihr im nächsten Bericht. Wenn ihr Lust habt und uns weiter begleiten möchtet schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare. Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende.

 

5 Kommentare

  1. Hallo,
    sehr schöner Bericht über eure Südamerikarundreise! Wir werden am November auch in dieses Abendteuer stürzen.
    Eine Frage wieviel sollte man in Landeswährung ungefähr umtauschen. Für Getränke, Essen, Eintritte, Abendessen.
    Geht auch nur Dollar?
    Gruß Rolf

    1. Hallo Ralf, die Reiseleiter erklären direkt nach Ankunft wo ihr die jeweiligen Währungen erhalten könnt und tauschen auch oft Euro um. Jeder Geldautomat akzeptiert fast die Visa Card oder Master Ec. Ein paar Dollar reichen am Anfang in bar. Nicht zuviel landeswährung besorgen da sich der Rücktausch schwierig gestaltet. Ich wünsche euch Megabyte viel Spaß und würde mich echt tolle über eure Eindrücke nach der Tour freuen
      Bis dann
      Petra
      PS bei weiteren Fragen einfach melden

        1. Hallo Rolf, wir haben uns eine “Impfberatung” beim Hausarzt gegönnt. Auf dessen Rat hin haben wir uns gegen Hepatitis A und B und Gelbfieder impfen lassen. Malariaimpfung in diesem Sinne gibt es nicht – diese Krankheit wird bei Infektion behandelt. Viel Spaß auf eurer Tour durch Südamerika!!

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...