Bewohner der schwimmenden Schilfinsel

LIDL RUNDREISE SÜDAMERIKA TEIL 2 – VON CUSCO (PERU) BIS LA PAZ (BOLIVIEN)

Von Cusco (Peru) aus starten wir am frühen Morgen und besichtigen unterwegs die Ruinenstadt Pikillacta, die Ruinen Raqchi, den kleinen hübschen Ort Andahuaylillas und dessen Kathedrale, erklimmen den höchsten Punkt der gesamten Reise in über 4300 m Höhe und erreichen am Abend unser Hotel in der Nähe von Puno direkt am Titicacasee.

Was passiert, wenn man nicht hören kann und wie der Grenzübergang zwischen Peru und Bolivien über die Bühne geht erfahrt ihr in diesem Bericht.

Wie schon in Teil eins dieser Neuauflage „Rundreise Südamerika 2013“ erwähnt, erreichen uns oft Anfragen zu dieser Reise. Seinerzeit habe ich die komplette dreiwöchige Rundreise durch fünf südamerikansche Länder auf unserer vorherigen Reiseseite www.unterwegs888.de zusammen gefasst. Dieser Bericht wird dieser Tour in keinster Weise gerecht. Das „Remake“ lässt mich diese Reise noch einmal erleben und ich hoffe, ihr habt auch ein wenig Spaß mit uns virtuell durch die Anden zu reisen. Den ein oder anderen Tipp werde ich ebenfalls unterbringen. Genug der Vorworte – los geht´s!

 

RUINENSTADT PIQUILLACTA

 

Da unsere Fahrstrecke bis Puno mehr als 500 km beträgt starten wir unsere Busfahrt durch die typischen Andenlandschaften des Altiplano bereits am frühen Morgen.

Den ersten Stopp des Tages legen wir bereits um kurz vor acht Uhr ein. Die Ruinenstadt Piquillacta liegt auf einer Höhe von 3.300 m etwa 30 km von Cusco entfernt.

 

Während der Präinkazeit war der Ort eine Wari-Stadt und hatte eine Größe von circa 50 ha.

Noch heute steht in Pikillacta ein Großteil der bis 12 m großen Bruchsteinmauern sowie Gassen und Plätze.

 

Pikillacta war sowohl religiöses Zentrum als auch ein Militärstützpunkt um das Hochland Cuzcos mit Lagerkapazitäten in Zeiten der Krisen zu beherrschen.

 

DAS MALERISCHE DORF ANDAHUAYLILLASDAS

 

Unmittelbar danach schauen wir uns in der Nähe den kleinen hübschen Ort Andahuaylillas an.

 

 

Die Kirche von Andahuaylillas stammt aus dem Jahr 1580 und wird auch „Sixtinische Kapelle der Anden“ genannt.

Ihre unauffällige Außen Fassade steht im kontrastreichen Gegensatz zu den aufwändigen Malereien und Dekorationen im Barockstil im Kircheninneren.

Während unserer Besuchszeit war allerdings im Innenbereich das Fotografieren verboten. Wir halten uns grundsätzlich an solche Vorschriften!

 

ARCHÄOLOGISCHEN PARK VON RAQCHI

 

Aller guten Dinge sind drei und so besichtigen wir direkt danach die Ruinen Raqchi, in der Nähe von San Pedro gelegen. Sie überraschen mit einem sehr großen Tempel im Zentrum einer einst rechtwinkligen Siedlung.

 

 

In der Siedlung stehen Häuser und rund gebaute Lagersilos von denen in der Zwischenzeit wieder einige restauriert wurden.

 

 

Die Stätte wird mit der Präinkazeit, der Tiwanaku-Kultur in Zusammenhang gebracht. Es wird angenommen, dass das sehenswerte Bauwerk erst später dem achten Inka Wiracocha geweiht wurde, der den Namen des Schöpfergottes der Inkas trug.

Unweigerlich werden wir an den Verkaufsständen der Einheimischen vorbeigeführt. Die bunten Farben sind definitiv „Eyecatcher“. Hinter den hohen Mauern entdecken wir noch eine Herde Alpakas – sind sie nicht niedlich?

 

 

Ich weiß nicht wie der junge Mann heißt, der sich echt gerne fotografieren lassen wollte. Laut Reklameschild kann die potentielle Kundschaft auch mit Visa Karte zahlen.

Mir gefällt diese Aufnahme echt gut – irgendwie strahlt „der Typ“ Lebenslust und Lebenserfahrung aus. Seht ihr das auch so?

 

Arechäologische Park von Raqchi
Arechäologische Park von Raqchi

 

So oft wie vor der Reise auf Bildern oder Videos die einheimischen Frauen mit Hut gesehen haben so sehr gefallen sie uns vor Ort.

 

 

Sie tragen Faltenröcke in mehreren Schichten, ein buntes, handgewebtes Tragetuch namens Aguayo – und den vorwitzig auf dem Kopf platzierten Hut.

Für die allermeisten Frauen in Peru und Bolivien scheint das Tragen des Huts genauso Pflicht wie in London der 17-Uhr-Tee. Sitzt der Hut schräg, soll die Frau noch zu haben sein, so wird in La Paz geunkt.

 

DER HÖCHSTE PUNKT DER REISE: LA RAYA PASS

 

Das Altiplano ist eine abflusslose Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien zwischen den Hochgebirgsketten der West- und der Ost-Anden zwischen 3600 und 4700 m Höhe. Das Hochplateau erstreckt sich von Vilcanota in Peru bis Humahuaca im Norden Argentiniens.

 

 

Das andine Hochland ist seit jeher bevölkert. Die wichtigsten Hochkulturen waren die des Tiwanaku.

Die heutigen Quechuas und Aymaras sind die größten Volksgruppen auf dem Altiplano und machen in Bolivien über 50 Prozent der Bevölkerung aus.

 

Eine der weltweit schönsten Zugreisen führt übrigens von Puno nach Cusco.

Auf Höhen zwischen 3800m (Puno) über 4300m (La Raya) bis nach Cusco (3600m) ist unter Umständen für empfindliche Reisende nicht so sehr geeignet. Doch keine Sorge, Sauerstoff wird mitgeführt.

 

 

Zur Mittagszeit erreichen wir die Passhöhe des Abra la Raya. Sie stellt die Grenze der Regionen von Puno und Cusco dar. Auf 4335 m Höhe legen wir einen Fotostopp ein.

Wer weiß, ob wie in unserem Leben je einen höher gelegenen Punkt erreichen werden?

 

 

Anschließend geht die Fahrt weiter zum Hotel nach Puno direkt am legendären Titicacasee.

Unser Zimmer ist in der 2. Etage untergebracht. Auf einer Rundreise ist üblich, dass jeder Teilnehmer seinen eigenen Koffer vom Bus zum Zimmer befördert, falls nötig wird natürlich geholfen. Und genau diese Hilfe wird uns an diesem Abend auch angeboten.

„Wir sind jung, wir sind sportlich und wir schaffen das!“ Denken wir so naiv und unbekümmert wie immer. Auch die angebotenen Sauerstoffflaschen lehnen wir großzügig ab.

Es geht es uns doch (noch) gut. Es hätte uns allerdings stutzig machen sollen, dass sich der Weg über die Treppe in den 2. Stock anfühlt wie eine Alpenüberquerung. Völlig aus der Puste kommen wir schließlich oben an und sind für den Rest des Tages einfach nur noch platt.

Zunächst kann ich gar nicht einschlafen, obwohl ich bleiern müde bin, danach werde ich durch starke Kopfschmerzen vom wieder einschlafen abgehalten. Normalerweise kenne ich gar keine Kopfschmerzen und kann sie daher nicht recht einordnen.

Am nächsten Morgen klagen auch ein paar andere Reiseteilnehmer über die gleichen Symptome. Sie hat uns erwischt, die Höhenkrankheit. „Wer nicht hören kann muss fühlen“ Den Satz musste ich mir als Kind schon des Öfteren anhören… Sollten wir je wieder in hohe Gefilde reisen werde ich die folgenden Tipps gewiss befolgen.

Wie schon im ersten Bericht zu dieser Reise erwähnt hier noch einmal für die „Quereinsteiger“:

TIPP: Um den Nebenwirkungen der sogenannten Höhenkrankheit vorzubeugen solltet ihr folgendes beachten:

  • Legt einen „kleinen Gang“ ein! Auch wenn ihr während der Reise möglichst viel sehen und erleben möchtet, lasst es ruhig angehen! Selbst wenn ihr daheim im „selbst ist der Mann/die Frau“ Modus die Koffer selber tragen würdet – lasst es in der Höhe von den Kofferträgern erledigen. Nutzt den Fahrstuhl auch wenn ihr sonst die Treppe hoch eilt. Zur Akklimatisierung gehört aus unserer Sicht in erster Linie, dass man seine körperlichen Aktivitäten auf Sparflamme setzt, denn dem Körper steht weniger Sauerstoff zur Verfügung als sonst.
  • Nutzt die angebotenen Sauerstoffflaschen! Am Flughafen, in den Hotels und sogar im Reisebus stehen Sauerstoffflaschen zur Verfügung und der Reiseleiter fordert euch sicher auf diese zu nutzen. Wir haben dankend abgelehnt und es anschließend bedauert. Wenn der Kopfschmerz sich erst einmal festsetzt dauert es eine Weile und ihr verderbt euch im schlimmsten Fall unnötig den Reisetag oder kriegt nachts kein Auge zu. Das wäre doch zu schade, oder?
  • Nehmt leichte Speisen zu euch! Reduziert den Alkoholgenuss auf ein „Minimum“ oder noch besser trinkt stattdessen Koka Tee.
  • Kaut Koka Blätter! Koka-Blätter kauen oder als Tee trinken ist eine Jahrhunderte alte Tradition in den Anden. Die Koka-Blätter enthalten gerade einmal rund 0,4 Prozent Kokain, dafür aber viel Kohlenhydrate, Calcium, Proteine, Eisen, Vitamin A und B und was die Inka vor der Höhenkrankheit bewahrt schadet uns sicher auch nicht.
  • Schützt eure Haut vor der starken Sonneneinstrahlung! Die Sonnenanbeter unter euch sollten sich in Peru gut vor der Sonneneinstrahlung schützen. Aufgrund der Höhe ist die UV-Strahlung wesentlich höher. Die Sonne brennt regelrecht auf der Haut und hinterlässt neben Sonnenbrand ein unnötiges Gefühl von Erschöpfung und Unwohlsein.

In der Hotelrezeption erhalten die „Patienten“ am nächsten Morgen Sauerstoff, spezielle Kopfschmerztabletten und Coca Blätter.

Ob uns nur eines der drei Hilfsmittel oder die Kombination aller drei geholfen hat ist schwer zu sagen, aber eines steht fest – wollt ihr euch während der Tour in den höheren Bergregionen den Spaß nicht selbst verderben befolgt einfach die o.a. Tipps!

 

VON PUNO (SÜDPERU) BIS LA PAZ (BOLIVIEN)

 

Am nächsten Morgen setzen wir unsere Rundreise Richtung Copacabana fort. Mit Blick aus dem Fenster entdecke ich gerade noch rechtzeitig einen grandiosen Sonnenaufgang und schaffe es ihn vor dem Frühstück „einzufangen“.

 

Viele Leser verbinden mit dem klangvollen Namen Copacabana sicherlich den berühmten Strand in Rio de Janeiro, gemeint ist hier aber (noch) die bolivianische Stadt. Den Strand besuchen wir erst gegen Ende dieser Rundreise.

 

COPACABANA STADT

 

Den Erzählungen nach lehnt sich der Name des berühmten, brasilianischen Strandes an Marienkunstwerke an, die aus dem bolivianischen Ort Copacabana eingeführt wurden.

 

 

Der Wallfahrtsort am Titicacasee war somit der Namensgeber für die brasilianische Copacabana. In der Indigenen Sprache bedeutet Copacabana „Sicht auf den See“, allerdings leitet sich der Name anderen Erzählungen zufolge von einer früheren Wassergottheit der Einheimischen ab.

 

 

Heute ist die brasilianische Copacabana bekannter als die bolivianische am Titicacasee. Wie auch immer, sie gehören sicher beide zu den sehenswerten Orten einer Südamerika Rundreise.

Unterwegs legen wir einen kurzen Fotostopp ein – von hier oben ist die Sicht auf den tiefblauen Titikakasee einfach traumhaft.

 

 

Ich hasse Kopfbedeckungen, allerdings haben mir die Kopfschmerzen in der vergangenen Nacht als Erfahrung völlig gereicht.

Frank hat mir kurzerhand einen „Machu Picchu Hut“ verpasst. Der liegt seitdem für den „Notfall“ im Pössl. Uppps, zurück nach Südamerika…

 

 

Der Bus fährt uns bis zur Grenze und dort müssen wir auf der peruanischen Seite erst einmal den Bus verlassen.

Das Gepäck wird auf Karren geladen und mit „Körperkraft“ auf die bolivianische Seite transportiert. Zimperlich geht man dabei mit den Koffern nicht um.

 

 

Nachdem die Grenzformalitäten erledigt sind steigen wir auf der bolivianischen Seite in einen anderen Bus.

Dieser ist allerdings so klein, dass die Koffer auf dem Dach verstaut werden müssen.

 

 

Für die knapp 10 km bis Copacabana Stadt ist er völlig ausreichend. Es soll ja Menschen geben, die sich darüber schon wieder aufregen können…

 

 Copacabana

 

Welches Fest genau hier gefeiert wird habe ich leider vergessen, ist mir (und euch hoffentlich) auch nicht so wichtig.

Wir sind von der ansteckenden Heiterkeit, den bunten Kostümen und vielen anderen, oft fremden, Eindrücken mehr als begeistert.

 

 

Waren zum Beispiel die Hüte der Damen in Peru noch eher groß und Cowboyhut ähnlich tragen die Damen hier den sogenannten Bowler.

 

Von Puno nach Copacabana, Bolivien

 

Im Andenland Bolivien gehören rund zwei Drittel der Bevölkerung indigenen Völkern an, meist den Quecha und Aymara – und nach Schätzungen trägt rund ein Drittel der Bevölkerung einen Hut.

Die Hüte sind seit mindestens hundert Jahren Teil der traditionellen Folklore. Es wird vermutet, dass britische Eisenbahningenieure den Bowler nach Bolivien brachten.

Als sie feststellten, dass der Filzdeckel mit seiner schmalen Krempe in der gleißenden Andensonne nicht als Sonnenschutz taugt, sollen sie ihn verschenkt haben. Wenig später thronte das urbritische Accessoire auf den Köpfen der Frauen aus dem bolivianischen Hochland.

 

Nachdem wir uns ein Weilchen in Copacabana umgesehen und reichlich Bilder und Eindrücke gesammelt haben steht auch schon das nächste Highlight auf dem Programm. Wir besuchen die „Sonneninsel“ und essen dort zu Mittag.

Bei Recherchen bin ich über eine Seite gestolpert in der die Entstehungsgeschichte des Titicacasees nett beschrieben wird. Klickt euch gerne einmal rüber.

 

ISLA DEL SOL – DIE SONNENINSEL

 

Auf der bolivianischen Isla del Sol (deutsch „Sonneninsel“) leben ca. 2000 Menschen. Vom bolivianischen Ort Copacabana aus verkehren regelmäßig Ausflugsschiffe zur Isla del Sol.

Die Insel ist 14,3 km² groß und 1 km vom Festland, der Copacabana-Halbinsel, entfernt. Die höchste Erhebung der Insel (Cerro Chequesan) ist 4.075 m hoch (sie erhebt sich also 265 m über das Niveau des Titicacasees).

 

Der ursprüngliche Name der Insel lautete Titicaca, nach dem später auch der Titicacasee benannt wurde.

 

 

Die Isla del Sol spielt in der Mythologie der Inka eine sehr große Rolle. Der Sonnengott Inti soll seine Kinder, den ersten Inka Manco Cápac und seine Frau Mama Ocllo, auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben.

Wir sitzen mittags auf der Terrasse in der Sonne mit grandiosem Blick auf den Titicacasee und genießen unser Mittagessen.

 

Sonneninsel Titikakasee

 

Der ca. 3-jährige Sohn der Restaurantbesitzer ist zwar zunächst recht schüchtern lässt sich nach einem Weilchen doch auf kleine Späßchen ein.

Nachfolgend zeige ich nur zwei von geschätzten zwanzig oder mehr Bildern. Mir hat das offene Gesicht unglaublich gut gefallen.“Isser nich süß“?

 

 

Ich fotografiere ungern und selten fremde Menschen – die Eltern dieses Kleinen und der Schamane von heute Morgen haben es quasi provoziert.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen in der Sonne und dem anschließenden Spaziergang auf den Berg und entlang des Ufers vom Titicacasee machen wir uns auf den Weg zur benachbarten Mondinsel. Nachfolgend noch einige Eindrücke der Isla del Sol. Uns hat es dort unglaublich gut gefallen.

 

 

ISLA DE LA LUNA – MONDINSEL

 

Die Isla de la Luna (dt. Mondinsel) ist eine Insel im bolivianischen Teil des Titicacasee. Sie ist 2,8 km lang und nicht einmal 800 m breit was eine übersichtliche Fläche von 2,1, km² ergibt.

 

 

Die Insel gehört zum Landkreis Copacabana, ist 4,1 Kilometer vom Festland und 7 Kilometer von der benachbarten Isla del Sol (dt. Sonneninsel) entfernt.

Die höchste Erhebung der Insel liegt lediglich 115 m über dem Wasserspiegel des Sees, damit jedoch 3.925 m über NN (Meeresniveau).

 

 

Während der 1940er Jahre fungierte die Insel als Boliviens wichtigstes Gefängnis bzw. Konzentrationslager.

 

 

Auf der Isla de la Luna befinden sich noch heute die Ruinen alter Inkastätten, die unbedingt besichtigt werden sollten.

Es handelte sich den Erkenntnissen der Archäologen zufolge um einen Tempel der Jungfrauen der Sonne. Die besondere Atmosphäre des sagenumwobenen Ortes ist bis heute spürbar.

 

 

Am Ufer erholen wir uns von der Wanderung zum Tempel der Jungfrauen und baden sogar unsere Füße im klaren Wasser des Titicacasees.

 

 

Waren wir zu Beginn der Reise noch ein bunt zusammen gewürfelter „Haufen“ Touristen so sind wir mittlerweile eine recht lustige Truppe die sich größtenteils duzt und jede Menge Spaß zusammen hat.

Auf unseren allein Reisenden, fast Achtzigjährigen, Senior passen alle gleichermaßen auf.

 

Das tiefblaue Wasser des Titicacasees, der gelbblühende Ginster, hin und wieder ein paar Alpakas und die Geschichten, die uns der Reiseleiter über Land und Leute erzählt, sorgen dafür, dass unsere Erwartungen an diesem Reisetag mehr als erfüllt werden.

 

SCHWIMMENDE SCHILFINSEL DER URUS

 

Die Fahrt von der Sonneninsel hinüber zur „schwimmenden Schilfinsel“ ist unterhaltsam und beinhaltet sogar eine Taufe.

 

Taufe während der Titikakasee Überquerung
Taufe während der Titikakasee Überquerung

 

Auf den schwimmenden Inseln lebt das Volk der Urus Die Uru (Plural: Urus; spanisch: Uro bzw. Uros) leben auf derzeit 49 „schwimmenden Inseln“, die sie aus getrockneten Totora-Schilf herstellen.

Die selbe Pflanze ist unter anderem auch der Rohstoff für Schilfboote und für die Häuser auf den Inseln.

 

Schwimmende Schilfinsel

 

 

Die Inseln, auf denen nur noch wenige hundert Urus leben, befinden sich 5 km östlich vom Hafen Puno.

Die Mehrzahl der Urus lebt inzwischen auf dem Festland, wo sich auch die Friedhöfe befinden.

 

Der Schilfboden der Inseln setzt sich aus zwei Meter aufgeschichtetem Schilf zusammen. Nach zwei Jahren müssen die Inseln neu gebaut werden, da das Schilf von unten verfault. Es fühlt sich seltsam an auf dem schwankenden Schilfboden zu laufen.

Die Inkas konnten die Uros nie besiegen. Immer wenn ein Angriff drohte, zogen sie sich mit den Inseln auf das Innere des Sees zurück.

 

 

Die Urus leben von der Fischerei und dem Verkauf von bunten Decken und Schals an die Touristen.

Der weiche Schal, den wir für Frank kaufen wird uns ewig an diesen schönen Tag auf der Schilfinsel erinnern.

 

Jetzt fahren wir übern See....

 

 

„Wer möchte noch kurz mit einem Schilfboot fahren?“ Da sagen Frank und ich natürlich nicht nein, obwohl es mir schwer fällt mich von dem kleinen Uros Jüngling los zu reißen. Ist er nicht zu goldig?

 

 Zuerst zögern die Damen als der Reiseleiter sie fragt, ob wie sie fotografieren dürfen.

Nach einer kurzen Beratschlagung willigen sie allerdings ein und freuen sich über das großzügige Trinkgeld. Es fällt jedoch auf wie wenig sie in die Kamera schauen…

 

Gruppenbild mit Damen

 

Die nachfolgenden Bilder wecken bei dem ein oder anderen von euch sicherlich „Südamerika Fernweh“ – oder?

 

Am nächsten Reisetag besichtigen wir das Freilichtmuseum Andean Roots Eco Village, erfahren wie die Aymara und Inka gelebt haben und lassen uns erklären wie Schilfboote gebaut werden.

Die anschließende Fahrt führt uns ins 80 km entfernte La Paz. Dort besuchen wir das „Mondtal“, für mich ein ganz und gar erstaunliches Highlight.

Nach der Stadtrundfahrt machen Frank und ich uns allein auf Erkundigungstour und stellen fest, dass die Bolivianer genauso Simpsons „bekloppt“ sind wie meine bessere Ehehälfte. Dazu mehr in der nächsten Folge von „Petra und Frank in Südamerika unterwegs“.

 

Schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

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