LEMMER, DEN HELDER UND TEXEL – ODER WIE 2,50 EURO GLÜCKLICH MACHEN KÖNNEN

Mit dem Segelboot von Makkum nach Texel hört sich nach einem guten Plan an! Ja, wenn das Wetter mitspielt und genau das hat es am letzten Wochenende zunächst nicht gemacht. Wie 2,50 Euro uns doch noch einen Inselbesuch auf Texel ermöglicht haben und wie uns der Stellplatz in Den Helder gefallen hat erzählen wir euch im nachfolgenden Text.

 

LEMMER AM SCHÖNEN IJSSELMEER

 

Nachdem der Plan von der Segelpartie nach Texel verworfen wurde lautete der Treffpunkt für einen Segelausflug auf dem Ijsselmeer „Jachthaven Lemmer“.

Still ruht der See bzw. der Hafen

Seitdem unsere lieben Freunde stolze Bootsbesitzer sind zieht es uns regelmäßig an diesen schönen Ort.

Der Wohnmobilstellplatz liegt direkt am Jachthafen und mit ein wenig Glück kann direkt vom Womo aus der Schiffsverkehr beobachtet werden.

 

Strom abklemmen, alles wetterfest verschliessen und schon können wir unsere Wohnmobiltour starten

Als wir am Freitagvormittag „so um 10 Uhr rum“ am Jachthafen ankommen ist der Himmel grau verhangen, es ist kühl und die Aussichten mehr als betrüblich. Ach nö, das hatten wir uns bei der Planung zu viert alles ganz anders vorgestellt. So macht segeln ja gar keinen Spaß!

Nicht über sieben Brücken sondern über mehr als 40.000 Brücken kann bzw. muss man in den Niederlande fahren…

Zu viert 2,5 Tage und 2 Nächte auf engstem Raum – nee, kurz entschlossen wird der Segeltörn verworfen und Anja und Christian packen kurzerhand die ganzen Klamotten vom Boot ins Wohnmobil und wir fahren gemeinsam ohne konkreten Plan erst einmal gen Norden.

In Zurich bei Harlingen fahren wir auf den Abschlussdeich und nach gut 30 km erreichen wir das westliche Ende in Den Oever.

 

Links das Ijsselmeer und rechts hinter dem Deich die Nordsee

 

Während der Fahrt über den Abschlussdeich sieht man (von Osten kommend) auf der linken Fahrseite das Ijsselmeer. Der Blick auf das offene Meer ist leider durch den hohen Deich zur Rechten verdeckt.

 

Im Norden begrenzt der Abschlussdeich das Ijsselmeer

 

Der Bau des 32 km langen und 90 m breiten Deiches begann 1927 und wurde fünf Jahre später am 28. Mai 1932 fertiggestellt. Das nach Schließung des Deiches entstandene Binnengewässer ist das uns allen bekannte Ijsselmeer.

 

DEN HELDER AM NÖRDLICHEN ZIPFEL VON NORDHOLLAND

 

„Warum nicht einfach nach Den Helder!“ lautet die Frage als wir zu viert in Den Oever kurz überlegen wohin wir eigentlich fahren wollen. „Ja, ok warum nicht!“ Also fahren wir kurzentschlossen zum Stellplatz nach Den Helder.

Bei der Ortsdurchfahrt sehen wir schon rechts und links am Straßenrand die ersten parkenden Wohnmobile. Oh jee – ist der Stellplatz etwa schon voll?

 

Parking Position erreicht…

Der Stellplatz in Den Helder ist zwar für 12 Wohnmobile vorgesehen, aber als wir ankommen parken bereits 16 Wohnmobile auf dem Platz.

 

Nicht dicht an dicht sondern reichlich Platz…

Zwölf stehen auf den vorgesehen Wohnmobilstellplätzen die anderen auf dem angrenzenden Parkplatz. Das scheint insgesamt kein Problem darzustellen.

Als wir uns beim sehr freundlichen Platzwart erkundigen erhalten wir die Münzen für die Stromversorgung und die Karte zum Öffnen des Sanitärgebäudes. Eine ausführliche Wegbeschreibung in die Stadt und Tipps zur Freizeitgestaltung gibt es gratis dazu.

Die Daten zu diesem Stellplatz sind bei Promobil (Link unten auf der Seite) nicht mehr ganz aktuell – wir haben 12,50 Euro pro Nacht und Mobil bezahlt. Allein schon aufgrund der Lage und der vorbildlich sauberen Duschen und Toiletten ein fairer Preis.

Wir buchen für beide Wohnmobile zwei Nächte und freuen uns auf ein entspanntes Wochenende am und nicht auf dem Meer.

 

Frisch gestärkt machen wir uns am frühen Nachmittag zu viert auf Erkundungstour. Der Stellplatz grenzt direkt an das Gelände des Marinemuseums und dort schauen wir uns als erstes um.

 

MARINEMUSEUM UND RETTUNGSBOOTMUSEUM

 

Wir laufen entlang an einem der ältesten, gemauerten Trockendocks Europas (90 m lang – 32 m breit – 6,5 m tief). Es wurde bis 1993 von der königlichen Marine genutzt und ist immer noch in Betrieb.

 

Das Rammschiff Schorpioen (Baujahr 1868) diente von 1868 bis 1906 der Küstensicherung der Niederlande und wurde danach als Wohnschiff verwendet.

 

 

 

Das riesige Unterseeboot Tonijn (Baujahr 1966) fuhr von 1966 bis 1991 mit 67 Mann Besatzung. Die „Tonijn“ war ein Nachkriegs-U-Boot mit küstennahen Aufgaben und ist heute ein voll begehbares Museumschiff.

 

Im Inneren des U-Bootes lassen sich die beengten Verhältnisse an Bord eines U-Bootes hautnah nachvollziehen.

Angetrieben von Diesel-und Elektroaggregaten verfügte die „Tonijn“ über Bug- und Hecktorpedorohre – „die man auch durchaus beklettern“ kann.

 

Wenn schon kein Segeltörn dann wenigstens ein Ausritt…

 

 

 

 

Und ohne es recht zu merken befinden wir uns bei unserem Erkundungsgang auf dem Gelände des Rettungsbootmuseum Dorus Rijkers.

Das Museum informiert auf insgesamt drei Etagen über die Geschichte der niederländischen Seenotrettung, insbesondere der niederländischen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Hier „springt“ uns natürlich das Feuerschiff Texel direkt ins Auge.

 

Was das Feuerwehrauto auf der Straße ist das Feuerschiff auf dem Wasser

 

Am 11. August 1951 lief das Feuerschiff „Texel“  von der “Rijkswerf Willemsoord” in Den Helder  vom Stapel. Das “Feuerschiff Nr. 10” wurde nach der Lieferung am 29. September 1952 zu seiner Position in der Nordsee gebracht.
Dabei handelte es sich um die 18 Seemeilen von der Küste entfernte “Position Texel”, die dem Feuerschiff seinen Namen gab. Das Licht wurde mit hereinbrechender Dämmerung am darauf folgenden Tag erstmalig eingeschaltet.

 

 

Anfang des Jahres 1992 wurde das “Feuerschiff Texel” zum letzten Mal hereingeholt. Nach 40 Jahren treuen Dienstes wurde der letzte Liegeplatz des “Feuerschiffes Texel” der Museumshafen der “Rijkswerf Willemsoord” in dessen Geburtsstadt Den Helder.

 

Da sowohl Wetter als auch die Gastronomie nicht zu einem „Bierchen im Freien“ einladen machen wir uns irgendwann wieder auf den Rückweg.

Am Wohnmobil zurück wird erst einmal lecker gekocht und gemütlich gegessen. Wer denkt, dass das doch zu viert in einem Pössl nicht passt, tja, der irrt.

Unser Rekord liegt zur Zeit bei sechs Erwachsenen. Wenn jemand auf der Bierkiste im Gang sitzt und zwei schmale Pos auf dem Beifahrersitz Platz nehmen,  reicht der Platz für eine recht gesellige und feuchtfröhliche Runde. Platz ist in der kleinsten Hütte, sagt man…

Den Rest des Abends verquatschen wir jedenfalls und es muss irgendwie recht spät geworden sein denn zum Frühstück am Samstag klettern wir erst ungewohnt spät aus den Federn.

Völlig aus dem Zusammenhang (wenn man an diesem Abend nicht dabei war) kurz die Frage: Wer von euch lacht gerne und/oder benötigt fachmännische Tipps für den Aufbau eines zerlegten Kleiderschrankes?

Wertvolle Tipps und einigermaßen garantierten Lachspass liefert mit KLICK hier: Kloidt Ze Di Penussen!

 

DEN HELDER UND FÜR 2,50 EURO NACH TEXEL

 

Nach dem Frühstück trennen sich am Samstag unsere Wege für ein Weilchen. Die Bootsbegeisterten möchten sich (verständlich) im Marinemuseum umsehen und das U-Boot von innen anschauen.

 

Das Gebäude der Koninklijke Marine (deutsch Königliche Marine)

 

Frank und mir ist nach Laufen. „Treffen um 14 Uhr an den Womos?“ „Ja, das passt!“ So einfach, schnell und unkompliziert ist es immer wenn wir mit unseren „Lieblingsmenschen“ unterwegs sind. Sonnige Grüße an dieser Stelle! Ich hoffe ihr habt auch Sonne auf dem Ijsselmeer.

 

Wir laufen zunächst durch das Zentrum über den Wochenmarkt und über den Deich an der Fähre vorbei zum Industriehafen.  Wieder in der Stadt angelangt ist es uns hier viel zu voll und so zieht es uns wieder ans Meer.

Was ist das? Kommt da etwa doch noch die Sonne zum Vorschein?

 

„Komm wir laufen noch kurz zur Fähre und schauen mal was eine Überfahrt kostet.“ Am Fähranleger angekommen hat sich mittlerweile die Sonne komplett durchgesetzt. Herrlich!

 

Eine Fährfahrt die ist lustig eine Fährfahrt die ist schön…

 

„Kann das denn sein? Nur 2,50 Euro für Hin- und Rückfahrt?“ Und ja, es kostet tatsächlich nur 2,50 Euro pro Person (ab 4 Jahre) wenn man mit der Fähre von den Helder rüber fahren möchte nach Texel. Da gibt es doch kein Halten mehr. Weitere Info zur Fähre nach Texel gibt es hier

„Es ist jetzt halb zwei und wenn wir uns direkt um 14 Uhr auf den Weg machen können wir die 14:30 Uhr Fähre noch erwischen!“

 

Und richtig vermutet denn als Anja und Christian am Wohnmobil eintreffen habe ich die Frage „wollen wir rüber nach Texel?“ noch nicht ganz ausgesprochen als wir uns direkt zu viert auf den Weg machen.

 

Die Fähre legt pünktlich ab und wir genießen Sonne, Wind und Meer.

Christian haben wir kurzfristig aus den Augen verloren… man kann vermuten dass er ein wenig wehmütig sein Segelboot herbei wünscht.

 

TEXEL UND EINE LANDESTYPISCHE MAHLZEIT IN DER SONNE

 

Die Insel Texel ist die größte und westlichste der Westfriesischen Inseln. Die Insel ist 23,7 km lang und 9,6 km breit und der höchste Punkt der Insel, de Hoge Berg, liegt 15 Meter über dem Meeresspiegel.

 

Bei Wikipedia steht: Die Landschaft ist sehr vielfältig („ganz Holland auf einer Insel“), aber „jetzt auf die Schnelle“ haben wir keine Lust die Insel zu erkunden und vertagen einen ausgiebigen Texel Besuch auf das nächste freie Wochenende.

 

Holland ist die geilste Stadt der Welt…

 

Stattdessen testen wir die regionale Küche und sitzen eine Weile windgeschützt in der Sonne. „Alles richtig gemacht!“ stellt unsere Grinsekatze fest und ja, sie hat vollkommen Recht.

Für den kleinen Betrag von 2,50 Euro hat diese Fährfahrt uns vieren doch ein tolles zufriedenes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Das Leben ist schön!

 

Ich wünsch‘ uns noch ’n geiles Leben mit knallharten Champagnerfeten…

Auf der Fährfahrt zurück nach Den Helder beobachten wir möwenbegeisterte Asiaten. Es hat sich wahrscheinlich noch nicht überall herum gesprochen das man Möwen nicht füttert. Und prompt wird die Asiatin übel von der Möwe in den Zeigefinger gebissen…  Darf man da laut lachen? Wir finden: Na klar!

 

Um 17 Uhr können wir am Wohnmobil angekommen noch ein paar Stunden in der Sonne sitzen. Also danach sah es heute früh noch gar nicht aus.

 

Wollte da jemand eine Abkürzung nehmen oder war der Kapitän angeduselt?

 

 

Und während wir am Sonntag auf dem Heimweg noch einen Abstecher in die alte Heimat „Grafschaft Bentheim“ machen und „auf´n Kaffee“ bei Freunden vorbeischauen machen Anja und Christian die SOMMERLIEBE klar und segeln über das Ijsselmeer.

Und wenn nicht schon am Sonntag so doch spätestens am Montag. Die Beiden haben noch eine Woche Urlaub, wie schön!

In zwei Wochen treffen wir uns schon wieder zum „75% von 8“ Wohnmobiltreffen. Wo? Keine Ahnung, das beschließen wir ein paar Tage vorher nach einem Blick auf die Wettervorhersage.

 

FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE

 

Und damit uns bis dahin die Zeit ein wenig schneller vergeht fahren wir am kommenden Wochenende nach Bad Segeberg. Aber nicht einfach nur so, sondern weil wir Tickets für „Fury in the Slaughterhouse“ an Bord haben und uns schon seit Wochen auf dieses Konzert freuen.

Gibt es Fury Fan in unserer Leserschaft? Was sind eure Lieblingstitel? Ich liebe Time To Wonder und zu Won’t Forget These Days fallen mir unendlich viele Tage ein, die ich nicht vergessen möchte. Viele andere Titel sind natürlich auch unvergesslich!

Ehe wir uns für heute verabschieden noch ein paar nützliche Links:

Egal wohin der nächste Weg uns führt, wir werden berichten – schaut also wieder vorbei und denkt immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Es muss ja nicht immer eine Reise oder ein Ausflug sein, aber  vielleicht einfach mal wieder mit lieben Freunden zusammen sitzen, ein gutes Buch lesen oder ein leckeres Brot backen! Oder die CD mit den Lieblingstiteln hören… Hauptsache glücklich! Jede(r) wie er/sie mag. Was macht dich so richtig glücklich?

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:

 

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