Lemgo Altstadt

LEMGO – ALTE HANSESTADT UND NOCH VIEL MEHR

Das Schloss Brake von innen und außen, Obstwiesen und sehenswerte Rathausdetails, unzählige wunderschöne alte  Fachwerkhäuser, ein Beach in der Stadt und eine schöne Sauna lassen uns ein abwechslungsreiches Wochenende in Lemgo verbringen.

Die Qual der Wahl! Auf meine Frage „Wohin wollen wir eigentlich am Wochenende fahren?“ gab es im Laufe der Woche die typische Antwort von der besseren Hälfte „Such etwas Schönes aus, denk aber daran, dass es das letzte Ferienwochenende ist.“

 

Für uns Stau Allergiker musste schlussfolgernd ein nahes und bisher nicht bereistes Reiseziel gefunden werden.

Zufälligerweise fiel Frank ein Fernsehbericht über Lemgo ein den er neulich gesehen hatte. Das Konzept der behutsamen und gleichzeitig auch erhaltenden Erneuerung der Stadtmitte wurde dort sehr positiv dargestellt. Und genau das schauen wir uns an diesem Wochenende einmal aus der Nähe an.

 

Nach drei Wochenenden „freitags arbeiten weil der Kollege Urlaub hat“ können wir diesmal endlich wieder Donnerstagabend auf Tour gehen. Wie schön! Im „Autobahn meiden Modus“ fahren wir gemütlich durch das Münsterland und fahren am späten Abend zum ersten Mal durch Bielefeld.

Es gibt es doch, dieses Bielefeld! Wisst ihr woher der Satz „Bielefeld gibt es nicht“ kommt? Klickt euch gerne zur Antwort und Geschichte der „Bielefeld Verschwörung“ Mir gefällt dieses kleine Video immer wieder gut.

 

 

Lemgo liegt 25 km östlich von Bielefeld und ist von Greven aus über Land- und Bundesstraßen nach 117 km schnell erreicht.

 

WOHNMOBIL STELLPLATZ UND CAMPING

 

Dem Wohnmobilisten oder Camper, wie ihr wollt, stehen in Lemgo sowohl ein Campingplatz als auch ein kostenloser Wohnmobil Stellplatz zur Verfügung.

Den CAMPING PARK Meyer zu Bentrup findet ihr an folgender Adresse:

Regenstorstraße 10, 32657 Lemgo – weitere Info mit Klick hier

 

Der Wohnmobil Stellplatz befindet sich auf dem großen Parkplatz direkt daneben bietet aber außer Platz nichts. Leider! Im hinteren Bereich des Parkplatzes stehen LKW, Wohnwagen und allerlei andere Fahrzeuge und dort dürfen auch Wohnmobile stehen. Hier hat die Stadt Lemgo noch ein (großes) Verbesserungspotential.

Uns ist es egal, da wir am liebsten „irgendwo“ stehen und für drei bis vier Tage mit den Ressourcen an Bord auskommen.

Am Freitagmorgen machen wir uns auf den Weg um uns zunächst am naheliegenden Schloss Brake umzusehen. Der Weg dorthin ist gut beschildert und dennoch schaffen wir es beim ersten Versuch komplett daran vorbei zu laufen und landen, als wenn es so sein sollte, mitten in der Streuobstwiese des BUND.

 

STREUOBSTWIESE BUND UND RADWANDERWEG

 

Was haben Streuobstwiesen mit einem Radwanderweg zu tun? Ganz einfach, die Streuobstwiese am Lindenhaus in Lemgo ist eine Station des Radwanderwegs Eule, der von den Stadtwerken Lemgo konzipiert wurde.

 

Auf einer Strecke von 26 km präsentieren sich auf diesem Lehrpfad insgesamt 9 Stationen, die zeigen, wie umweltbewusste Energiewirtschaft heute aussehen kann. Hierzu geben Schautafeln vor Ort nähere Informationen zu jeder Einrichtung. 

Uns begeistern nicht nur die vielen verschiedenen Obstsorten sondern auch die in hübschem Design gestalteten Informationstafeln.

 

Auf dem Streuobstwiesenlehrpfad habt ihr die Möglichkeit euch Anregungen für die Anpflanzung alter Obstsorten im eigenen Garten zu holen oder auch unbekannte Sorten zu bestimmen.

Die Obstwiese mit den dort weidenden Schafen lohnt aus unserer Sicht den Abstecher vom Parkplatz am Schloss. Die Bildergalerie mag den ein oder anderen von euch anregen die Obstwiese einmal zu besuchen.

Weitere Info zur 26 km langen Rad- oder Wanderstrecke „EULE“ erhaltet ihr mit Klick hier.

 

WESERRENAISSANCE SCHLOSS BRAKE

 

Mit Umweg über das Gelände des Feuerwehrausbildungs-zentrums erreichen wir ein Weilchen später im zweiten Anlauf das Schloss Brake.

Im Stil der Renaissance wurde das Schloss Brake ab 1587 als Residenz der Grafen zur Lippe erbaut.

Es ist von einem Wassergraben umgeben und steht auf den Grundmauern einer der größten mittelalterlichen Burgen Norddeutschlands.

 

 

Mich faszinieren zunächst die Brücke und die Spiegelung im Wasser. Im Wassergraben sonnen sich einige sehr große Fische. Ob die wohl noch schmecken?

Über die Brücke gelangen wir zum Innenhof. Hier ist am frühen Morgen noch alles ruhig. Herrlich!

 

 

Der markante Turm macht das Schloss zum weithin sichtbaren Wahrzeichen der alten Hansestadt Lemgo. Die Gebäude im näheren Umfeld des Schlosses vermitteln noch heute ein eindrucksvolles Bild einer frühneuzeitlichen Residenz.

Bei dem schönen Wetter reizt uns das Museum nicht wirklich. Dieser Besuch wird erst einmal verschoben nicht aufgehoben.

 

 

Ein kleines Video zum Schloss Brake habe ich hier gefunden „SCHLOSS BRAKE“

Nachdem wir das Wasserschloss einmal umrundet haben setzen wir unsere Wanderung fort und entdecken ganz in der Nähe die historische Ölmühle.

 

ES KLAPPERT DIE ÖLMÜHLE AM RAUSCHENDEN BACH

 

Die Mühle wurde in der jetzigen Form 1805 erbaut. An dieser Stelle wurde jedoch bereits seit 1630 Öl gewonnen. 1925 wurde die Produktion jedoch eingestellt. Die originalen Wassermühlen wurden durch den hier gestauten Fluss, der Bega angetrieben.

 

Nur mal so am Rande – kennt ihr den Deutschen Mühlentag? Am Pfingstmontag öffnen viele Mühlen ihre Pforten und ihr könnt euch über die Historie und Funktionsweise vieler Mühlen erkundigen.

Über den Kastanienwall, vormals Krämerwall erreichen wir die Altstadt und entdecken die ersten hübschen Fachwerkhäuser.

 

 

Sogar das Gebäude, indem die Volksbank untergebracht ist, lohnt einen zweiten Blick. Während unseres Aufenthaltes war es dort grundsätzlich zwölf vor zwölf. Gratis Tipp für die Volksbank: Fünf vor zwölf wäre um einiges origineller!

 

KANZLERBRUNNEN UND DIE TRANKSTEUER

 

Der deutsche Bildhauer Bonifatius Stirnberg stellt mit diesem Brunnen den „Streit um die Tonne“, der Anfang des 17. Jahrhunderts durch die Einführung einer „Tranksteuer“ ausgelöst wurde dar.

 

 

Der Brunnen wurde 1977 gebaut. Die beweglichen Gelenke der Bronzefiguren laden zum spielerischen Verweilen am Brunnen und werden von den jüngeren Besuchern auch in die unterschiedlichsten Stellungen verbogen.

 

 

 

ALTSTADT UND UNZÄHLIG VIELE SCHÖNE FACHWERKHÄUSER

 

Lemgo wurde 1190 an einem Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege als Planstadt durch die Herren zu Lippe gegründet und ist neben Lippstadt eine der ältesten lippischen Städte.

 

 

Seit 1245 besitzt Lemgo die Stadtrechte, war im Spätmittelalter Mitglied der Hanse und nennt sich daher auch Alte Hansestadt Lemgo.

Zum dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte gehören die berüchtigten Hexenverfolgungen in vier Wellen zwischen 1566 und 1681.

Der Niedergang seit dem 30-jährigen Krieg hatte dazu geführt, dass noch bis 1890 die städtische Bebauung nur minimal über die mittelalterlichen Wallanlagen vorgedrungen war.

 

Erst nach dem späten Bahnanschluss 1905 begann das stetige Wachstum zu einer Stadt mit heute rund 42.000 Einwohnern.

Die im Zweiten Weltkrieg unzerstörte Altstadt war bis 1970 Verfall der historischen Bausubstanz und ein mittelalterliches Straßennetz gekennzeichnet.

 

 

Das 1972 vorgelegte Sanierungsgutachten sah den Abriss von 47 % aller Gebäude vor und den kompromisslosen autogerechten Ausbau der Straßen vor. Dieses Radikalkonzept wurde aber nicht realisiert.

Stattdessen wurde ein vom städtischen Planungsamt entwickeltes neues Konzept der behutsamen „erhaltenden Erneuerung“ in den nachfolgenden Jahren konsequent umgesetzt.

 

 

Davon können wir uns während unseres Spazierganges überzeugen. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden nicht nur der innerstädtische Straßenraum vom übermäßigen Autoverkehr befreit und zahlreiche hochkarätige Baudenkmäler restauriert, sondern auch die ursprünglich für den Abriss vorgesehenen Straßenzüge mit Kleinbürger-Häusern des 19. Jh. (z. B. an der Orpingstraße) und zugehörigen Gärten als schutzwürdige Ensembles erhalten.

 

 

Vom Kanlzerbrunnen aus laufen wir auf der breiten Mittelstraße an Cafés und verschiedenen Läden vorbei.

Die vielen, aufwendig gestalteten, meist giebelseitig ausgerichteten Patrizierhäuser sind sehr auffällig und lassen mich kaum von der Stelle kommen.

 

 

So viele schöne Fotomotive, ein Haus ist schöner als das andere. Sie geben Lemgo einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter, zumal jeder Giebel auch noch ein ganz eigenes, sich erheblich von den Nachbarhäusern abgrenzendes Aussehen besitzt.

Besonders stark hat der regionale Stil der Weserrenaissance hier seine Spuren hinterlassen. Ein bedeutendes Beispiel hierfür ist das Rathaus, das sogar in die UNESCO-Liste aufgenommen wurde.

 

 

Freitagmittag, warum sollte es in Lemgo anders sein als in anderen Orten – es wird geheiratet. Das Brautpaar hat Glück mit dem Wetter, wie schön!

Nachdem wir etliche „Aufnahmen im Kasten“ haben und ja schließlich schon seit vier Stunden unterwegs sind gönnen wir uns „am Beach im Lippegarten“ ein Bierchen in der Sonne. Wir haben wieder einmal viel Glück mit dem Wetter und genießen jeden einzelnen Sonnenstrahl.

 

 

Fühlt sich wie Urlaub an und das tut einfach gut. Bis 2016 fand dieses Sommerspecial übrigens unter dem Namen „Beach Island“ statt wurde aber im Sommer 2017 durch die Sandi Bar abgelöst.

 

 

 

WANDERUNG ZUM AUSSICHTSTURM – OHNE AUSSICHT

 

Wer rastet der rostet und das wollen wir auf keinen Fall. Mit meinem Faible für Aussicht bietet sich der oben auf dem Berg stehende Aussichtsturm nahezu ein. Also machen wir uns um kurz vor eins auf den Weg.

Der Weg führt uns zunächst durch eine Wohngegend und über die Spiegelberg Straße direkt an den Wald. Hier sind wir die einzigen Wanderer und hören außer Vogelgezwitscher keinen Laut.

 

Herrlich! Die Brombeeren am Wegesrand haben reichlich Sonne abbekommen und schmecken richtig gut.

 

 

Laut Hinweisschildern sind wir vom Aussichtsturm um 13:23 Uhr noch 1,4 km entfernt. Kurze Zeit später stehen wir zwar vor unserem Wanderziel und sind auch direkt enttäuscht.

 

 

Verriegelt und verrammelt steht der Turm vor uns. Nix da mit rauf klettern und Aussicht genießen. Kein Hinweis auf Öffnungszeiten. Wie doof ist das denn?

Und liebe Stadt Lemgo – lasst das „Herzlich willkommen Schild im Stadtwald Lemgo“ einmal säubern… die Info lassen sich kaum entziffern.

 

 

Naja, nutzt ja nichts – wir hatten den tollen Weg durch den Wald. Haken an den Turm und weiter. So einfach ist das.

Am Turm ist auch direkt das Wildgehege ausgeschildert. 1,7 km sollten zu schaffen sein und Wildgehege hört sich doch gut an – oder? Das schauen wir uns einmal an. 

 

 

Die schöne Aussicht an der „Schöne Aussicht“ ist leider abgeschlossen und bis 15 Uhr wollen wir nicht warten. Schade eigentlich…

In unmittelbarer Nähe der Gaststätte befindet sich das Gehege mit Hirschen. In weiteren 10 Gehminuten, direkt beim Parkplatz der Försterteiche, erreichen Sie das Wildschweingehege und eine Gruppe Sikka-Hirschen.

 

 

So haben wir es im Internet gelesen, aber außer drei in der Sonne dösende Wildschweine können wir keine weiteren Tiere entdecken. Schade, da hat der Naturwildpark Granat im Norden es Ruhrgebietes schon ein wenig mehr zu bieten.

 

 

Auf unserem Weg zurück in die Stadt geht es bergab und vorbei am STAFF Landschaftspark in Lemgo, der 1990  nach preisgekrönten Entwurf des Planungsbüros Drecker gestaltet wurde.

Wir lassen ihn links liegen und gönnen uns den Rest des Nachmittags lieber ein bisschen „rumgammeln in der Sonne“.

 

 

Am Abend gehen wir noch einmal „auf ein Bierchen in die City“ und auch jetzt ist es „natürlich“ zwölf vor zwölf an der Volksbank.

Am Schloss Brake gibt es am Abend ein Livekonzert und wir laufen auch dorthin noch um ein wenig zu lauschen.

 

 

Konzerte im historischen Ambiente sind schon besonders schön, aber irgendwie wird uns doch langsam müde und das Bettchen ruft. Werden auch wir langsam alt?

 

SCHLOSS BRAKE MUSEUM UND WIEDER KEINE AUSSICHT

 

Am Samstagmorgen starten wir um halb elf abermals den Weg zum Schloss Brake, es liegt ja um die Ecke. Diesmal wollen wir uns auch das Museum anschauen und den Turm besteigen. Oh ja, Aussicht!!! Freu!

 

 

Ab 1584 wurde das stattliche Renaissanceschloss Brake erbaut. Bauherr Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613) war Gesandter und Hofrat Kaiser Rudolfs II.

Er verstand sich als gebildeter Renaissancefürst und war höchst interessiert an Kunst und Wissenschaften. Er besaß eine umfangreiche Bibliothek und beschäftigte Alchemisten. Vom Schlossturm aus beobachtete er die Sterne.

 

 

Sterne will ich nicht beobachten, aber kaum habe ich die Treppen entdeckt zieht es mich wie magisch nach oben. Was gibt es hier zu entdecken?

Die Treppenstufen werden von Treppe zu Treppe schmaler und enden in steilen und engen Wendeltreppen. Wie die Damen seinerzeit mit ihren weiten Reifröcken hier hoch steigen konnten?

Diese Frage beschäftigt mich ein Weilchen bis ich auf der letzten Treppe an einer verschlossenen Tür nicht weiter komme.

 

 

Rütteln und ziehen nutzt nichts – hier ist „Ende Gelände“. Ach menno – ich hatte so sehr gehofft oben vom Türmchen das Umland fotografieren zu können. Ein Satz mit X – das war wohl nix!

 

 

In einem Teil von Schloss Brake wurde 1986 das Weserrenaissance-Museum eingerichtet. Es zeigt die Vielfalt der Kultur des Weserraums im 16. und frühen 17. Jahrhundert: Gemälde Möbel, Keramik, Bücher und naturwissenschaftliche Instrumente und sakrales Gerät.

Mehr Info liefert die Museumswebsite und wer sich lieber Videos anschaut ist HIER genau richtig.

 

 

Auf unserem Weg zurück nach unten und draußen fange ich noch ein paar Aufnahmen vom Innenhof ab, aber entweder durch eine Masche durch das vor den Balkon gespannte Netz oder „mit Netz“.

Vom Schloss aus gehen wir im Zickzackkurs durch Wohnsiedlungen zum Junkerhaus. Rechts und links des Weges gibt es immer wieder schöne Fachwerkhäuser zu bestaunen.

 

JUNKERHAUS – SEHR SPEZIELL UND SEHENSWERT

 

Das ungewöhnlichste Museum von Lemgo ist das östlich der Altstadt liegende, 1891 fertiggestellte Junkerhaus. Es ist vollständig, sowohl innen als auch außen, mit Schnitzereien versehen und ebenso eingerichtet.

Der eigenwillige Künstler Karl Junker schuf hier einen ganz eigenen, nicht einzuordnenden Stil und damit ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.

 

 

Karl Junker bewohnte das Haus bis zu seinem Tod im Jahre 1912 und arbeitete beständig an der weiteren Ausgestaltung.

Der als eigenwillig geltende Künstler gestaltete in jahrelanger Arbeit das Gebäude mit phantasievollen Schnitzereien und schuf auch die Zier- und Einrichtungsgegenstände im Inneren.

 

 

Das schöne Wetter hält uns von einem Indoor Besuch ab. Das Museum wird gewiss auch in der „Schlechtwetterjahreszeit“ geöffnet haben. Wir laufen alternativ weiter zum Hexenbürgermeisterhäuschen.

 

 

HEXENBÜRGERMEISTERHÄUSCHEN UND DIE HEXEN IN LEMGO

 

Im späten 16. Jahrhundert als Kaufmannshaus erbaut gilt das Gebäude als bedeutendes Baudenkmal städtischer Architektur der Renaissance im Weserraum.

Da es zugleich Baudenkmal und Museum ist gilt es in Lemgo zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

 

 

Bis ins frühe 20. Jahrhundert war das Haus in privatem Besitz. Seit 1926 wurde es in mehreren Bauphasen zum Museum umgewandelt.

Nach Abschluss der umfangreichen Instandsetzungsmaßnahme sind im Hexenbürgermeisterhaus, wie in nur wenigen Bürgerhäusern des 16. Jh., die Spuren einer mehr als 400jährigen Bau- und Nutzungsgeschichte zu entdecken. 

 

 

Das Stadtmuseum von Lemgo widmet sich der Hexenverfolgung in Lemgo, dem Leben und den Werken Engelbert Kaempfers, dem Handwerk und Gewerbe der Stadt, der Stadtgeschichte und vielem mehr.

Zum dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte gehören die berüchtigten Hexenverfolgungen in vier Wellen zwischen 1566 und 1681.

Über viele Jahre prägten die Inszenierungen des alten Heimatmuseums, wie der Folterkeller, die Bauernküche und das Biedermeierzimmer, das öffentliche Bild des Hexenbürgermeisterhauses.

 

 

Uns reicht der Anblick des Gebäudes. Das Wetter ist viel zu schön um es im Museum zu verpassen. Wie schon beim Junkerhaus erwähnt – Museen laufen selten weg.

Irgendetwas wollen wir ja auch bis zum Winter noch auf der „to go Liste“ belassen. 

Ihr möchtet noch mehr über das Hexenbürgermeisterhäuschen und das Museum erfahren und nicht bis zum Winter warten? Klickt euch gerne zu mehr Info:  „HEXENBÜRGERMEISTERHAUS

 

ICH LIEBE DICH IN HERZFORM AUS LEMGO

 

Jetzt hätte ich glatt vergessen euch zu erzählen, dass es in Lemgo auch die Lebkuchenfabrik Pahna gibt, sogar schon seit 1920. Mitten in der Altstadt fängt Weihnachten im Juni an und endet am vierten Advent.

Mehrere Tausend Herzen werden täglich sogar in die Schweiz, nach Österreich und England verschickt.

 

 

Der Renner der Lebkuchendynastie für das kommende Frühjahr steht bereits fest: ein Herz mit rotem Rand und einem über die Festtage hinaus allgemeingültigen „Ich liebe Dich“.

 

LANGENBRÜCKER TOR

 

Das Langenbrücker Tor wurde erstmals 1369 schriftlich erwähnt. Auch die Brücke bestand wohl schon im 14. Jahrhundert, obwohl sonst nicht viel über ihre Geschichte bekannt ist. Tor und Brücke waren einst Teile der Befestigungsanlagen, mit denen Lemgo vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) umgeben wurde.

 

 

Das neu gestaltete Langenbrücker Tor ist ein 2016 Teil der Bauarbeiten, die der Bega mehr Raum geben. So soll Lemgo vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt werden. Ende Juli 2016 begann der Bau der Bega Terrassen unterhalb des Parkplatzes.

 

 

Seit Umgestaltung der Bega-Niederung am Langenbrücker Tor ziehen die Sitzbänke am „Bega Beach“ Einheimische und Besucher gleichermaßen an. Ja, diese kleine Oase im Grünen ist den Planern gut gelungen.

Die Wettervorhersage hatte uns für Samstag  bewölktes und zeitweise regnerisches Wetter vorhergesagt, daher hatten wir daheim schon einen Saunabesuch geplant.

„Wollen wir uns den Rest des Tages gemütlich in der Sauna erholen?“ „Gute Idee, da wird nicht viel los sein!“

 

EAU-LE – BADE- UND SAUNASPASS IN LEMGO

 

Am Pössl angekommen beobachten wir bei einer Tasse Kaffee wie aus etlichen Kofferräumen Isomatten, Kisten und Rucksäcke gekramt werden. Fröhliche Kinder hüpfen durch die Gegend. Wo wollen die alle hin? Wie sie sich später heraus stellt wollen alle zum Familiencamping ins Freibad. Na, das wird ja lustig…

 

 

Gesagt und getan testen wir nach unserer Tasse Kaffee am Nachmittag die Sauna „EAU LE“. Am Eingang sind wir zunächst ein wenig irritiert weil auch hier eine Schulklasse mit Bollerwagen und reichlich Utensilien den kompletten Eingangsbereich belagert, aber die wollen gemeinsam im angegliederten Spaßbad Geburtstag feiern.

Die sehr freundliche Dame an der Kasse beruhigt uns „In der Sauna sind zur Zeit nur 38 Besucher, dort werden sie ihre Ruhe haben!“

 

 

Das »Eau-Le Saunaland« bietet seinen Besuchern ein mediterran gestaltetes Ambiente zum Wohlfühlen. Auf zwei Ebenen laden verschiedene Saunen, ein Dampfbad, Ruheräume und der schöne Saunagarten mit der Meditations-Sauna »Lepo« dazu ein, Körper und Seele rundum zu verwöhnen.

 

Nach einigen Saunagängen verschläft die bessere Hälfte den Rest des Nachmittages im Saunagarten und ich genieße die vollstündlichen Aufgüsse. „Sind sie neu hier?“ fragt mich Anne, die Saunameisterin nach einem der Aufgüsse. „Ja, wir sind zum ersten Mal hier.“ „Soll ich ihnen gleich einmal die ganze Anlage zeigen und erklären?“

 

 

Habt ihr das schon einmal erlebt? Uns ist die Freundlichkeit des Personales sowohl an der Kasse, im Gastronomiebereich und eben auch während der Aufgüsse sofort positiv aufgefallen. Man merkt direkt, dass den Mitarbeitern die Arbeit Spaß macht. Und so zeigt mir Anne „ihre Sauna“ nicht ohne Stolz. Uns gefällt die „Nordseeecke“ im Saunagarten rund um die 100°C  Strandsauna besonders gut.

Nicht nur aufgrund des Preis- Leistungsverhältnisses werden wir diese Sauna sicher auch ein zweites Mal besuchen.

Eau-Le Saunaland | Pagenhelle 14 | 32657 Lemgo

Kennt ihr die Saunaführer? Sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Gutscheinbücher für Restaurants – zwei saunieren und einer zahlt.

Saunaführer

 

Wir haben aktuell fünf dieser Bücher an Bord und wenn uns kein Reiseziel einfällt blättern wir durch diese Bücher, suchen eine schöne Sauna und umliegende Sehenswürdigkeiten aus und zack ist das nächste Wochenende geplant.

Anfang 2018 gibt es die neuen Ausgaben – ganz besonders freue ich mich auf einen Besuch im Bocholter Bahia – die Aufgüsse dort sind einfach meisterlich.

 

 

Nach der Sauna laufen wir noch einmal „auf ein Bierchen“ in die Stadt und wundern uns doch ein wenig über viele freie Plätze am „Beach“ Wohin geht man am Samstag üblicherweise in Lemgo? Was haben wir verpasst?

 

DURCH LEMGO UND EINMAL DRUM HERUM

 

Ehe wir Lemgo und seine Fachwerkhäuser am Sonntag wieder verlassen laufen wir über die Wälle noch einmal um den ganzen Stadtkern herum.

Bis etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts reichten die Gebäude der umwallten Stadt für die Bevölkerung aus. Die Neuere Zeit brachte Veränderung denn heute liegen Bahnhof, Post, Gas- und Elektrizitätswerk und drei Volksschulen bereits außerhalb der Umwallung.

 

 

Die Wallanlage entstand im 19. Jahrhundert auf der Fläche der ehemaligen Stadtbefestigung. Sie bildet bis auf den Abschnitt der Engelbert-Kaempfer-Straße einen autofreien grünen Ring um die alte Hansestadt.

Die Strecke ist beliebt und wird von Joggern, Hundebesitzern und Nordic Walker gern genutzt.

 

 

Wir laufen zunächst hinter dem Freibadgelände und am Campingplatz vorbei und starten am Ende Lindenwall Anfang Rotdornwall und laufen Richtung Norden.

Am Ostertor wechselt der Name auf Ostertorwall und im nördlichen Verlauf folgt der Slavertorwall. Das kurze Stück auf der Engelbert-Kaempfer-Straße ist schnell geschafft. Am Sonntagvormittag ist hier kaum Verkehr festzustellen.

 

 

Wieder zurück im Grünen verläuft der „Hohe Wall“ neben der Bega: Kinder plantschen im Wasser und die Eltern sitzen auf den neugestalteten Sitzreihen. Ein hübscher Treffpunkt.

 

 

Mit einem Eis in der Sonne runden wir am „Beach“ unser abwechslungsreiches Lemgo Wochenende ab und „tuckern“ über Land wieder ins schöne Münsterland zurück. Ob es uns gefallen hat?

Ein klares: JA! Wären wir sonst drei Tage geblieben?

Sämtliche Bilder im Großformat haben wir im Lemgo Bilderbuch (Klick hier) „eingeklebt“.

Wohin wir am nächsten Wochenende fahren? Keine Ahnung, wir warten erst einmal ab was die Wettervorhersage so sagt:-)

Schaut also wieder vorbei und denkt bis dahin wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare – Formular am Seitenende!

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