Ein perfekter Mix von allem - unser Freitag, 13. Mai 2016

KÖNIGSWINTER, DRACHENFELS UND ONKEL MIT U = UNKEL

Warum istes am Rhein so schön? Darum!
Warum istes am Rhein so schön? Darum!

Wochenend und Sonnenschein? Nein, leider sagt der Wetterbericht in der Woche vor Pfingsten nur mäßiges Wetter voraus. Aber wie heißt es so schön „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Bekleidung!“ Und es kommt ganz anders. Freitag der 13.!

Von Drachen und Schlangen, Wegen und Umwegen, Berg und Tal und reichlich viel Natur und Landschaft berichten wir euch auf dieser „Siebengebirgstour“.

 

Ein perfekter Mix von allem - unser Freitag, 13. Mai 2016
Ein perfekter Mix von allem – unser Freitag, 13. Mai 2016

Wir wären ja bereits am Donnerstagabend losgedüst aber Frank muss am Freitag erst noch beim Straßenverkehrsamt die Auflastung des Pössl in den Zulassungspapieren vermerken lassen.

7:50 Uhr im Straßenverkehrsamt und schon warten 14 Fahrzeugbesitzer, dass die Bediensteten um 8 Uhr ihren Dienst antreten.

„Ist Jemand mit Terminvereinbarung hier?“ fragt die nette Dame am Schalters. „Ja, ich!“ antwortet Frank und ist keine 10 Minuten später mit der eingetragenen Nutzlaständerung auf dem Heimweg. Freitag der 13. fängt ja gut an – abwarten ob es auch so weitergeht.

TIPP – beim nächsten Behördenbesuch einmal schauen ob sich online ein Termin vereinbaren lässt. Spart Zeit und Nerven!

 

Erst einmal für Durchblick sorgen

Zurück zur Tour. Wie auch am vorherigen langen Wochenende wollen wir allen angedrohten Staus aus dem Weg gehen und fahren daher am Freitag zeitig los. Selbst auf der A1 rollt es sich um diese Tageszeit entspannt gen Süden.

 

Halb elf in Deutschland – noch gilt „freie Fahrt ins Wochenende“

Als erstes Etappenziel haben wir uns das Siebengebirge ausgesucht. Über diesen Tipp bin ich bei Twitter „gestolpert“ – besten Dank auf diesem Wege an „Fotografische Reisen und Wanderungen“ und „Aktiv durch das Leben“.

Das Siebengebirge liegt rechtsrheinisch südöstlich von Bonn und im östlichen Stadtgebiet der Städte Königswinter und Bad Honnef. Das Mittelgebirge besteht aus ca. 50 Bergen und Anhöhen, ist vulkanischen Ursprungs und gehört komplett zum Naturpark Siebengebirge, einem der ältesten Naturparks Deutschlands.

 

Wandern im Siebengebirge? Ja, unbedingt empfehlenswert!
Wandern im Siebengebirge? Ja, unbedingt empfehlenswert!

Da viele Wanderwege durch das Siebengebirge am Parkplatz Kloster Heisterbach starten ist dies unsere erste Anlaufadresse.

Kurz nach 12 Uhr erreichen wir den Parkplatz am Kloster. Jede Menge Platz, strahlender Sonnenschein und eine prima Aussicht! Freitag der 13. eben! Ob sich diese Euphorie heute den ganzen Tag hält?

 

Es gibt sicher schlechtere Parkplätze
Es gibt sicher schlechtere Parkplätze

Eigentlich wollten wir, oder besser und ehrlicher ich, den Wanderweg Nr. 1 laufen, aber kaum am Startpunkt angekommen entdecke ich das Ziel „Drachenfels“ und das klingt doch viel spannender – oder? Und genau davon hatte Elke in ihrem Bericht erzählt.

Also laufen wir los… und haben es nach nicht einmal 20 Minuten bzw. 2 km geschafft die Markierung aus den Augen zu verlieren.

Was Rundwege betrifft sind wir wahre Experten. Also wieder zurück und diesmal bitte mit „Augen auf beim Wandern“.

Und siehe da der Weg ist perfekt beschriftet – man muss nur hinschauen. Apropos Hinschauen – am Wegesrand fordert ein Hinweisschild auf die Aussicht auf den Rhein zu genießen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen.

 

Die Aussicht hat den bisherigen Weg voll entlohnt
Die Aussicht hat den bisherigen Weg voll entlohnt

Mittlerweile sind wir auf dem Petersberg gelandet. Der Petersberg erhebt sich 336,2 m hoch östlich des Rheins oberhalb und im Stadtgebiet von Königswinter sowie gegenüber dem Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg.

 

Blick auf den Rhein und links oben erkennt ihr dort den Drachenfels? Dorthin laufen wir jetzt...
Blick auf den Rhein und links oben erkennt ihr dort den Drachenfels? Dorthin laufen wir jetzt…

Große Bedeutung für die deutsche Nachkriegsgeschichte erlangte der Berg als Sitz der Alliierten Hohen Kommission von 1949 bis 1952, die sich aus den höchsten Vertretern der westlichen Siegermächte in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zusammensetzte.

Von 1955 bis 1969 und wieder ab 1990 diente das Grandhotel auf dem Petersberg als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland.

 

Entlang des Weges gibt es immer wieder schöne Aus- und Weitsichten
Entlang des Weges gibt es immer wieder schöne Aus- und Weitsichten

Aber wichtiger als all das geschichtliche ist uns die umwerfende Sicht von hier oben auf den Rhein und die umliegenden Städte. Die Aussicht ist wahrlich atemberaubend und wir können in der Ferne sogar den Drachenfelsen erkennen.

Und „in der Ferne“ bedeutet in unserem Fall noch etliche km zu laufen.

 

Die Ofenkaulen sind ein Stollensystem im Siebengebirge zwei Kilometer östlich von Königswinter.
Die Ofenkaulen sind ein Stollensystem im Siebengebirge zwei Kilometer östlich von Königswinter.

 

Wir entdecken links des Weges Höhleneingänge und müssen natürlich wissen was sich dahinter verbirgt.

 

Es handelt sich um Ofenkaulen. Die Ofenkaulen sind ein Stollensystem im Siebengebirge zwei Kilometer östlich von Königswinter. Die Ofenkaulen sind seit 1980 eingetragenes Bodendenkmal, stehen unter Naturschutz und sind bereits seit 1969 massiv verschlossen.

Nur für Fledermäuse wurden Einflugschlitze gelassen. Die Ofenkaulen gehören zu den wichtigsten Fledermauswinterquartieren im südlichen Nordrhein-Westfalen und nördlichen Rheinland-Pfalz.

Leise schleichen wir weiter… wir wollen ja niemanden stören.

 

Das Grün im Frühjahr ist immer noch das Schönste!
Das Grün im Frühjahr ist immer noch das Schönste!

Warum wird es jetzt doch dunkel und tröpfelt vom Blattwerk über uns? Freitag der 13.? Das haben wir jetzt von unserer Heiterkeit!

Bestellt haben wir das gewiss nicht! Regen lassen wir uns ja noch gefallen aber was ist das denn für ein seltsames Grummeln?

 

„Eichen sollst du weichen und bei Buchen fluchen?“ Oder wie war noch die Gebrauchsanweisung für Gewitter im Wald? Wir wissen es nicht so genau und es ist uns egal was „man“ bei Gewitter im Wald macht! Wir laufen einfach weiter.

Das Grummeln ist noch in weiter Ferne und es ist gar kein Gewitter, sondern der Drache, der sich in seiner Höhle ein wenig hin und her bewegt. Unkritisch!

 

Waldrestaurant Einkehrhaus Waidmannsruh
Waldrestaurant Einkehrhaus Waidmannsruh

Am Waldrestaurant Einkehrhaus Waidmannsruh optimieren wir unsere Laufrichtung noch einmal ein wenig und bedauern nicht einkehren zu können. Die Gaststätte sieht sehr gemütlich und einladend aus. Aber der Drache wartet (oder auch nicht) und wenn wir uns jetzt hinsetzen „war´s das!“

 

 

 

Der Drachenfels, wohl der bekannteste Berg in der Region um Köln & Bonn, trägt auf seinem Gipfel die weithin sichtbare Burgruine und ist mit dem Drachenfelsplateau eines der meistbesuchten Naherholungsziele im Rheinland
Der Drachenfels, wohl der bekannteste Berg in der Region um Köln & Bonn, trägt auf seinem Gipfel die weithin sichtbare Burgruine und ist mit dem Drachenfelsplateau eines der meistbesuchten Naherholungsziele im Rheinland

Den selbstgewählten Umweg überspringen wir jetzt in der Chronologie und berichten stolz den Drachenfelsen nach 2,5 Stunden erreicht zu haben. Der Regen hat sich verzogen die dunklen Wolken noch nicht so ganz.

Blick auf den Rhein - vom Drachenfels aus sehr beeindruckend
Blick auf den Rhein – vom Drachenfels aus sehr beeindruckend

Aber zur Entschädigung haben wir die Sonnenterasse und die Aussicht fast für uns alleine. Freitag der dreizehnte eben. Den Kaffee haben wir uns mehr als verdient – oder?

 

Aber ehe wir hier Rost ansetzen klettern wir noch kurz hoch zum eigentlichen Drachenfels. Toll! Würde man hier regelmäßig den Müll entfernen wäre dieser Ort hoch oben über dem Rhein sicher noch um einiges attraktiver.

Die ewige Diskussion „jeder nimmt seinen Müll mit heim“ sei hier und jetzt nicht angestoßen. Es gibt überall auf der Welt „solche und Strolche“ nicht wahr?

 

 

 

Ab hier geht es wieder zum Teil sogar stark bergab nach Königswinter
Ab hier geht es wieder zum Teil sogar stark bergab nach Königswinter

 

„Fußweg nach Königswinter“? „Ja, hört sich gut an!“ Und so laufen wir vom Drachenfels wieder bergab – streckenweise mit bis zu 20% Gefälle. Hui, das geht wieder auf die Schienenbeine…

 

 

Auf halber Strecke passieren wir die Mittelstation der Drachenfelsbahn und das Schloss Drachenburg. Da sich das Wetter zu diesem Zeitpunkt allerdings wieder von seiner besten Seite zeigt haben wir weder Lust auf „Indoor Schloss Drachenburg“ noch auf eine Fahrt mit der Bahn bergab.

 

Mir gefallen die Esel auf der Wiese viel besser und als der Schäfer auf der Weide nebenan die riesige Schafherde zusammentreibt ist das viel aufregender als sich das schlossartige Anwesen eines Börsenmaklers anzuschauen der selbst nicht einmal darin gewohnt hat.

 

Jede Menge Schafe...
Jede Menge Schafe und links am Fahrzeug eine Ziege… das Video zeigt wie dumm Ziegen zeigen können. Der Link zum Video folgt in Kürze

Mit dem Esel vom Tal auf den Berg – ja, das hört sich nach einem Späßchen an. Aber da wir schon auf dem Berg sind macht auch diese Möglichkeit keinen Sinn – und in die Kategorie „die Kleinen“ gehören wir wohl auch nicht.

Mit dem Esel auf den Berg reiten und mit der Drachenfelsbahn wieder bergab fahren ist für Kinder aber gewiss ein unvergessliches Erlebnis. KLICK zu mehr Info!

 

Fast hätte ich den Besuch der Nibelungenhalle vergessen und wahrscheinlich wäre das auch besser so gewesen. Der kleine grünblaue Kerl auf dem oberen linken Bild drückt es sehr deutlich aus „Laaangweilig!“

Weder „Zoo“ noch die Nibelungenhalle hauen mich vom Hocker und rechtfertigen aus meiner Sicht nicht den Eintrittspreis. Wer einmal eine Riesenschlange um den Hals getragen hat und weiß wie sie in Freiheit leben kann mit den armen Kreaturen in dieser veralteten Anlage nur Mitleid haben.

Ich war froh wieder an der frischen Luft zu sein. Man muß nicht alles toll finden nur weil man auf Reisen ist!

 

Da hat es die Wegschnecke besser...
Da hat es die Wegschnecke besser…

Heute schon gelacht? Antwort egal – klickt euch einmal zu dieser Schlange. Die Qualität des Video bitte ich zu entschuldigen und den Ton bitte auf „laut“ schalten.

Gehässiger kann kein Ehemann lachen wenn seine Frau droht erwürgt zu werden. Petra in Not und der „Kerl“ lacht sich schlapp… Aber dies so am Rande – fiel mir spontan zum Thema Schlangen ein.

 

Königswinter - Sightseeing
Königswinter – Sightseeing

Schließlich erreichen wir zwei Stunden später Königswinter und das Rheinufer. Der Fremdenverkehrsort Königswinter besitzt eine 5 km lange, schön gestaltete Uferpromenade die wir aber nicht komplett ablaufen.

Den Heimweg haben wir ja auch noch vor uns. Hätten wir ja fast vergessen. Klar könnte man zur Not ein Taxi oder den Bus nehmen, aber in mehr als 12 Jahren haben wir es immer noch laufend heim geschafft.

Für den Notfall ist aber immer der „Taxifuffi“ dabei.

 

Hinter dem Bahnhof gibt es in Königswinter einen Stellplatz, den wir allerdings nicht nutzen
Hinter dem Bahnhof gibt es in Königswinter einen Stellplatz, den wir allerdings nicht nutzen. Mit Info auf´s Bild geht es zu mehr Info

 

Die Haupterwerbsquelle der Einwohner von Königswinter war bis in das 17. Jahrhundert hinein die Trachytsteinbrüche am Drachenfels, die das Material für viele bedeutende Bauten lieferten.

So wurde der römische Limes, die Kaiserpfalz Kaiser Barbarossas oder der Kölner Dom auch mit Steinen aus den Steinbrüchen Königswinters gebaut.

 

Schau mir in die Kleines
Schau mir in die Kleines

Die Innenstadt enttäuscht uns ein wenig. Im Siebengebirge in Königswinter möchten wir weder italienische Pizza, griechisches Gyros, thailändische oder chinesische Spezialitäten essen. Irgendwie scheint uns hier die „gute alte Zeit“ vorbei und fast vergessen zu sein.

Ein wenig mehr Müllentsorgung und „frischer Anstrich“ hier und dort könnte nicht schaden.

 

Vater Rhein
Vater Rhein

Aber Vater Rhein ist überall schön – der Stadt den Rücken gekehrt könnte ich den vorbeifahrenden Schiffen stundenlang zuschauen.

 

Dort, wo der Rhein …


Dort, wo der Rhein mit seinen grünen Wellen
So mancher Burg bemooste Trümmer grüßt,
Dort, wo die edlen Trauben saft’ger schwellen,
Und kühler Most des Winzers Müh versüßt.
Dort möcht ich sein, dort möcht ich sein,
Bei dir, du Vater Rhein,
An deinen Ufern möcht ich sein.

 

 

Die schönsten Dinge im Leben sind immer noch umsonst und draußen
Die schönsten Dinge im Leben sind immer noch umsonst und draußen

 

Wir kehren der Stadt den Rücken aber jetzt in Richtung Norden. Die letzten 3,5 km schaffen wir ohne uns zu Verlaufen und ohne nennenswerte Vorkommnisse.

Die insgesamt fast 23 km lange Wanderung durch das Siebengebirge haben wir sehr genossen. Die Landschaft ist wunderschön und der Wanderweg optimal was die Qualität und Wegführung betrifft. Es gibt übrigens viele verschieden lange Wandertouren – für jeden Geschmack das passende quasi.

Selbst die Beschilderung ist vorbildlich so man denn nicht zu sehr ins Gespräch vertieft ist und die Hinweise übersieht.

 

Kurz vorm Ziel noch kurz ein Fotopäuschen - ist die Bank nicht schön? Ok, Fränki du natürlichauch!!
Kurz vorm Ziel noch kurz ein Fotopäuschen – ist die Bank nicht schön? Ok, Fränki du natürlichauch!!

Nach einer stärkenden Tasse Kaffee (oder war´s Cappuccino?) fahren wir weiter. Im Promobil App haben wir einen kostenlosen Stellplatz in Unkel entdeckt. Wo? Ja, wie Onkel nur mit U wie Unkel!

Über die L331 einmal um den Berg (wir mögen Serpentinen) und kurz am Rhein entlang parken wir direkt auf einem der letzten freien Plätze auf dem Wohnmobilstellplatz in Unkel ein. Freitag der 13.

Über „Onkel mit U“ berichten wir morgen mehr. Ich muß ins Bett und der Bericht endlich fertig werden.

Er, der Bericht wird ja auch sonst viel zu lang! Schaut also wieder vorbei und denkt immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

 

´Nen Reptilienzoo einfach doof finden und das auch in den Bericht schreiben! Oder auf den lieben Gemahl hören der gleich gesagt hat „Nö, keine Lust!“ Er mag weder Zoo noch Zirkus. Ach macht was wir wollt, macht euer Ding!!

Wir werden an diesem Pfingstwochenende übrigens noch ins Bergische Land fahren, uns im Ruhrpott über einen hübschen Ort mit reichlich Fachwerkhäusern wundern und uns abschließend am Deutschen Mühlentag im Münsterland eine Doppelmühle und reichlich historisches Handwerkszeug anschauen.

Nix langweilig, sondern wirklich sehenswert! Schaut also wieder vorbei bla bla bla… und nu isse wech!

 

Hier noch als Nachtrag der Link zur aufgezeichneten Tour KLICK MICH!

4 Kommentare

  1. Liebe Petra,
    sehr schöne Bilder und einmal mehr ein toller Bericht! Man hat bei dir immer das Gefühl, direkt dabei zu sein. :o)
    In Königswinter und auf dem Petersberg war ich einmal bei einem Betriebsausflug nach Köln und Umgebung, leider war damals das Wetter sehr regnerisch und kalt.
    Liebe Grüße, Karina

    1. Lieben Dank Karin,
      besser kann ein Kommentar zum Geschriebenen und zu den Bildern nicht verfasst werden. Ich bin sehr happy wenn jemand den Bericht so empfindet.

      Liebe Grüße aus Marokko
      Petra

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...