KARIBIK KREUZFAHRT MIT DER MSC POESIA – ST. LUCIA

St. Lucia liegt zwischen Martinique im Norden und St. Vincent im Süden und gilt als eine der gastfreundlichsten und schönsten Inseln der Karibik.

Tagesausflug St. Lucia – Über Castries zu den Pitons

Wir haben bereits einige Wochen vor der Reise zu viert über die Internetplattform „RENT A GUIDE“ den Tagesausflug „über Castries zu den Pitons“ gebucht und sind echt gespannt was uns die dritte Insel dieser Karibikkreuzfahrt zu bieten hat. Habt ihr Zeit und Lust euch die Insel St- Lucia ein wenig anzuschauen? Dann mal los…

 

Ach ist das herrlich… morgens um sieben Uhr stehe ich auf dem Balkon unserer Kabine und schaue mit der Kaffeetasse in der Hand den Hafenarbeitern beim Vertäuen des Schiffes zu.

Der Himmel ist noch ein wenig bedeckt, aber das wird schon noch. Ganz sicher!

 

Nachdem uns Guadeloupe gestern nicht so wirklich überzeugen konnte sind wir heute zu viert ganz optimistisch und freuen uns auf St. Lucia.

St. Lucia gehört zu den Inseln über dem Winde, die wiederum zu den Kleinen Antillen gehören. Sie liegt nördlich von St. Vincent und den Grenadinen und 33,2 km südlich von Martinique. 146 km im Südosten befindet sich Barbados.  Dort schauen wir uns morgen um aber heute steht St. Lucia auf der to do Liste.

 

Pünktlich werden wir von Michael, unserem St. Lucia Guide, begrüßt. Außer uns vieren steigt noch ein junges Ehepaar mit Kleinkind in den Minivan. Die junge Familie möchte wegen des Maxi Cosi gerne vorne sitzen und so landen unsere Oldenburger Freunde auf der hinteren Sitzreihe.

Schon beim ersten Schlagloch, davon gibt es auf St. Lucia reichlich, verlieren die beiden den Kontakt zum Sitz und hüpfen ungewollt in Richtung Wagendach. Eines steht fest, diese Stoßdämpfer sind „uppe“.

Aber Stoßdämpfer und der Minivan als solcher sind schnell vergessen. Während wir durch Castries fahren verbreitet Michael mit seinem österreichischen Dialekt direkt gute Laune und erzählt uns reichlich und unterhaltsam über die Insel.

 

Beim ersten Stopp des Tages können wir die MSC POESIA und den Hafen von einer Anhöhe aus fotografieren.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen auf St. Lucia in der Inselhauptstadt Castries an, entweder am Pointe Seraphine oder auf der anderen Seite des Hafens am La Place Carenage. Neben zwei Duty Free-Malls sind in den Kreuzfahrtterminals, Informationsschalter, Taxis und Mietwagenvertretungen zu finden.

Mir fehlt zwar vorne am Bug des Schiffes das vertraute Aida Smile, aber auch ohne ist dieses Kreuzfahrtschiff recht hübsch und fotogen.

 

Die Fahrt geht weiter und direkt auf den Hügel Morne Fortune und zum Sir Arthur Lewis College.

Einen lesenswerten Bericht zum Lebenswerk des Sir Arthur Lewis findet ihr mit Klick zum Link.

 

Bananenplantagen und Marigot Bay

Wieder bergab fahren wir durch Bananenplantagen und machen einen weiteren Halt mit Blick auf Marigot Bay.

 

Die Bucht „Marigot Bay“ auf der folgenden Aufnahme diente als Schauplatz für mehrere Filme, unter anderem für „Dr. Doolittle“ und auch das „Traumschiff“ lag hier vor Anker.

 

Übrigens findet der Besucher auf St. Lucia an insgesamt 158 km Küstenlinie traumhaft schöne Strände und sogar die Hotelstrände sind für jedermann zugänglich.

 

Das alte Fischerdorf Anse La Raye

Nachdem wir die Bucht fotografiert haben erreichen wir um halb zehn Anse La Raye, ein altes Fischerdorf mit historischen, karibischen Holzhäusern.

Anse-la-Raye liegt im Westen der Insel und ist mit 1480 Einwohnern der sechstkleinste Ort der Insel. Das Dorf besteht aus 100 Jahre alten Häusern, die noch aus der französischen und englischen Kolonialzeit stammen.

 

Michael witzelt herum „Wer auf St. Lucia verhungert ist selber schuld. Hier wachsen überall Bananen, Mangos und viele andere Obst- und Gemüsesorten.

Und wer Appetit auf Fleisch hat schnappt sich eines der freilaufenden Hühner!“ Tatsächlich laufen hier überall Hühner statt Hunde auf der Straße herum.

 

Unser Guide besorgt uns von einer Bäckerin am Straßenrand frisch gebackenes Fladenbrot. Dies ist die erste von etlichen kleinen Kostproben von denen wir vorher weder wussten noch stand davon etwas in der Tour Beschreibung. Sympathisch!

 

Gerne würde euch die freundlichen Gesichter zeigen, aber ich fotografiere ungern fremde Menschen aus der Nähe…

Uns fällt die Freundlichkeit der Verkäufer an den bunten Verkaufsständen auf. Anstelle aufdringlichen Anbiederns schauen wir in freundliche Gesichter.

Sehr angenehm und gewiss verkaufsfördernder als die häufig anzutreffende „nervige“ Variante bei der jede Lust zu Stöbern oder Kaufen vergeht.

THE BEACON – farbenfroher geht es kaum

Michael kennt scheinbar jedes Schlagloch auf der weiteren Strecke Richtung Süden. Geschickt weicht er diesen häufig riesigen und auch tiefen „Kratern“ im Asphalt aus.

Über eine kurvige Strecke durch die grüne Landschaft der Insel erreichen wir um halb elf das bunteste aller Restaurants „THE BEACON“

Es gibt eine weitere Verkostung. Landestypisch kosten wir frisch frittierten Fisch.

Jedenfalls glaube ich mich daran erinnern zu können denn im Grunde habe ich nur Augen für das Lokal als solches.

 

Ich fange binnen 40 Minuten fast 100 Bilder ein. In etwa die gleiche Anzahl wie gestern während des ganzen Tages auf Guadeloupe.

 

Diese Farbkombinationen finde ich einfach total faszinierend. Ja, genauso habe ich mir Karibik vorgestellt! Bunte und knallige Farben.

 

Während ich auf Fotosafari treppauf und treppab über vier Etagen hüpfe überlege ich direkt wo ich daheim diese Farben einsetzen kann… Schaut man in unseren Kleiderschrank findet man bis auf wenige Ausnahmen nur die „Nichtfarben“ schwarz, weiß und diverse Grautöne. Warum faszinieren mich hier diese Farben so ungemein?

Wahrzeichen von St. Lucia – die Pitons

Ist die Sicht auf die beiden Pitons nicht herrlich? Die erloschenen Vulkane Gros Piton und Petit Piton liegen südlich der Stadt Soufriere und sind das Wahrzeichen von St. Lucia. Das Gebiet um die Vulkane herum steht auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes.

 

Die beiden Pitons sind Überreste vulkanischer Aktivität auf St. Lucia. Zeuge ihrer Vulkanvergangenheit sind heute noch stinkende Schwefelquellen und blubbernde Schlammlöcher in der Caldera der Pitons.

 

Upppsss habe ich doch in Begeisterung für das Gelände wieder die bunten Farben ins Bild gebracht. Ich habe die Pitons natürlich auch ohne diese Sichtschranke für euch eingefangen:

 

Der Gros Piton („große Bergspitze“) erreicht eine Höhe von 771m, der südlich davon gelegene Petit Piton („kleine Bergspitze“) eine Höhe von 743m. Beide Gipfel liegen dicht nebeneinander und befinden sich in der Nähe der beiden Siedlungen Soufrière und Choiseul an der Südwestküste von St. Lucia.

Morne Coubaril Estate – alles über Kokosnuss und Kakao

Ehe ich die Speicherkarte zum Glühen bringe geht unsere Inselrundfahrt weiter und wir erreichen um halb zwölf die Kakaoplantage und das Heimatmuseum „Morne Coubaril Estate“.

 

Es ist eine mit Liebe zum Detail angelegte Plantage. Michael erklärt uns die einzelnen Pflanzen und auch die Verarbeitung von Kakaobohnen.

 

Ein Maulesel treibt die alte Zuckerrohrmühle zur Sirup Gewinnung an. Aber irgendwie schaut uns doch ein wenig traurig an.

 

Auf unserem Rundgang entdecke ich hinten unter einem Carport ein kunterbuntes Wohnmobil. Hier hat sich ein Angestellter zum Mittagsschläfchen eingenistet und schaut uns mit ziemlich glasigen Augen an… sehr tiefenentspannt!

 

Michael überzeugt ihn mit wenigen aber deutlichen Worten uns die Verarbeitung von Kokosnüssen zu demonstrieren und wir kosten Kokuswasser und auch das frische Fruchtfleisch.

 

 

Kokoswasser – Als Schlankmacher flop, als Fitmacher top

Eine weitverbreitete Annahme ist, dass sich im Inneren der Kokosnuss die Kokosmilch befindet. Doch weit gefehlt. Während Kokosmilch aus dem Fruchtfleisch der erntefrischen Kokosnuss hergestellt wird, kann das Kokoswasser, welches in den noch jungen, grünen Kokosnüssen zu finden ist, direkt und frisch „abgezapft“ werden. Kurz aufbereitet stellt dieses Wasser ein besonders leckeres und exotisches Getränk dar.

Das durchsichtige Kokoswasser hingegen ist sehr kalorienarm. Der Gehalt liegt zwischen 15 und 20 Kalorien pro 100 ml. Es enthält etwas Eiweiß und ein paar Kohlenhydrate.

Ich habe mich neulich im Supermarkt gewundert als im Einkaufskorb vor mir eine riesige Menge dieses tropischen Getränkes gestapelt standen. Was macht man damit?

Das US-Promis das neue Kultgetränk zurzeit schlürfen und Madonna angeblich so von Kokoswasser überzeugt ist und einen Millionenbetrag bei einem US-Hersteller investiert hat ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Kokoswasser hat angeblich reichlich Wunderwirkungen. Stimmt das? Mehr dazu gibt es mit einem Klick hier.

Heißt Kokosnuss – ist aber keine Nuss

Die Kokosnuss ist die Frucht der Kokospalme und keine echte Nuss, sondern eine einsamige Steinfrucht. Die Kokospalme wächst bis zu 25 Meter in die Höhe und am Ende trägt sie einen dichten Schopf aus dem etwa 30 drei bis sieben Meter lange, gefiederte Blätter wachsen.

Aus den Blattachsen wachsen oft schon ab dem sechsten oder siebten Jahr die verzweigten Blütenstände mit jeweils bis zu 40 weiblichen und über 10.000 männlichen Blüten.

Die Palme trägt das ganze Jahr über Früchte, die in ihrer Krone in Gruppen verschiedener Entwicklungsstadien wachsen, so dass reife Kokosnüsse 15 bis 60 Jahre lang nachwachsen. Das Höchstalter der Kokospalmen liegt zwischen 100 und 120 Jahren.

Ein indisches Sprichwort besagt, dass die Kokospalme 999 Nutzanwendungen gewähre und die tausendste nur noch nicht gefunden sei. Tatsächlich werden alle Bestandteile des Baumes von der Wurzel bis zur Krone auf vielfältige Weise verwendet. Mehr Lesenswertes dazu gibt es mit Klick hier.

 

Sulphur Springs – der „einzige Drive-in-Vulkan der Welt“

Auf unserem weiteren Weg nach Soufrière führt uns die Straße durch den tropischen Regenwald und wir erreichen um 13 Uhr die Sulphur Springs.

Die Sulphur Springs („Schwefelquellen“) auf der karibischen Insel St. Lucia werden auch gerne als der „einzige Drive-in-Vulkan der Welt“ bezeichnet.

 

 

 

 

Die vulkanische Attraktion von St. Lucia befindet sich im Südwesten der Insel in der Nähe der Stadt Soufrière auf etwa 300m Seehöhe. Auch der Name der Stadt weist bereits auf vulkanische Aktivität hin, denn „Soufrière“ ist das französische Wort für „Schwefel“.

Ok, es ist hier ein wenig zum „Naserümpfen“, aber wer den Gerbern in Fez (Marokko) bei der Arbeit zugeschaut bzw. zugerochen hat ist Schlimmeres gewohnt.

Auf der Rückfahrt fange ich noch ein paar Eindrücke aus dem fahrenden Van ein. Irgendwie erinnert mich dieses Straßenbild ab und zu an unsere Südafrikarundreise von Kapstadt nach Johannisburg…

Kein Wunder, denn der Großteil der heutigen Inselbevölkerung stammt von Schwarzafrikanern ab, die während der Kolonialzeit als Sklaven auf die Insel gebracht wurden.

 

Noch ein letzter Stopp an einer schönen Aussicht auf eine fotogene Felsformation und ein Gruppenbild zur Erinnerung und schon ist unsere St. Lucia Tagestour fast beendet.

 

Am späten Nachmittag erreichen wir wieder die MSC POESIA und sind rundherum gut zufrieden. Wir haben viel gesehen und einen herrlich entspannten Tag auf einer sehr schönen Insel verbracht.

Michael hat sich sein Trinkgeld mehr als verdient und wir möchten ihn als Guide gerne weiterempfehlen.

 

Zur Krönung wird uns noch ein kitschiger Sonnenuntergang beschert ehe unser schwimmendes Hotel sich auf den Weg nach Barbados macht.

Von unseren Erlebnissen und Eindrücken auf Barbados erzählen wir euch im nächsten Bericht. Schaut also gerne wieder vorbei und vergesst bis dahin auf keinen Fall:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Zum Beispiel bei schönstem Wetter einfach mal 19 km über Felder und Wiesen bis ins Nachbardorf laufen. Genau das haben wir am Wochenende gemacht und es sehr genossen…

Und falls jemand noch ein wenig mehr Bilder oder Videos von St. Lucia sehen möchte – bitte hier entlang klicken!

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