KARIBIK KREUZFAHRT MIT DER MSC POESIA – MARTINIQUE, GUADELOUPE UND ST. MAARTEN

Da war doch noch was… ja, genau es fehlen noch so einige Reiseberichte zu unserer Karibikkreuzfahrt. Waren wir am Vortag noch auf der grünen und ursprünglichen Karibikinsel DOMINICA in Roseau unterwegs hat uns die MSC POESIA über Nacht nach MARTINIQUE befördert. Von unserem Stadtrundgang durch Fort-de-France und Pointe-à-Pitre und von landenden Flugzeuge, die in weniger als 20 m Höhe über die Köpfe der Badegäste am Maho Beach auf St. Maarten herfliegen.

FORT-DE-FRANCE, MARTINIQUE

Die Insel Martinique gehört zu den kleinen Antillen in der Karibik. Die Nachbarinsel Dominica im Norden und Saint Lucia im Süden haben wir bereits besucht und euch davon berichtet.

Der Weg in die Stadt ist gut beschriftet

 

Ebenso wie Guadeloupe ist Martinique ein französisches Übersee-Departement und als solches Bestandteil der EU.

Die Insel wird vom Vulkan Mont Pelée überragt, der am 8. Mai 1902 ausbrach, die Stadt Saint Pierre vollständig zerstörte und dabei 30.000 Menschen tötete.

 

Der erste Eindruck ist auf anderen Karibikinseln (etwas) freundlicher – oder liegt es heute nur am Wetter?

Das Schiff legt pünktlich um 8:00 Uhr in Fort-de-France an und nach dem Frühstück machen wir uns (wieder einmal) bei bedecktem Himmel auf den Weg in die City.

 

Hin und wieder entdecken wir hübsche Farbtupfer…

 

Na klar hätten wir einen weiteren Ausflug buchen können oder mit einem der bereit stehenden Taxen „ans andere Ende der Insel“ fahren können, aber irgendwie geht nach den Erfahrungen der vorherigen Tage die „Kosten Nutzen Rechnung“ eher für den Veranstalter als für den zahlenden Gast auf.

Im Hintergrund Fort Saint Louis heute eine Basis der französischen Marine

Und jetzt muss ich uns, damit sind wir VIER gemeint, outen. Es ist noch nicht einmal 12 Uhr sondern fünf vor zwölf als wir uns vor einer Hafenbar ein Bierchen gönnen.

 

Auf euer Wohl ihr Lieben!

Nach diesem Bier werden wir den Rat „erst Wifi testen dann Bier bestellen“ beherzigen, denn a) ist das Bier nicht günstig und b) funktioniert das Wifi sowas von gar nicht!

 

 

Wunderschönes Wandtatoo…

Wir schlendern durch die Stadt, aber so wirklich haut uns diese Stadt „nicht vom Hocker“.  Während Bernd und Corinna zum Schiff zurückgehen laufen Frank und ich noch ein wenig durch die Gassen und auf den Berg.

 

Wie ausgezeichnet das T-Shirt zur Fassade passt ….

Die Sicht von hier oben ist nicht sensationell oder gar gigantisch aber schon ganz nett…

 

Vom alten Charme ist hin und wieder noch etwas erkennbar

Auf unserem Rückweg laufen wir eine Stunde später noch an der Festungsmauer entlang und entdecken in einer Baumkrone einen Leguan. Das ist für mich quasi das Highlight dieser Stadtbesichtigung.

 

Könnt ihr den Leguan mitten im Bild erkennen?

 

 

POINTE-À-PITRE, GUADELOUPE

Am nächsten Tag liegt die MSC POESIA zum zweiten Mal auf dieser Kreuzfahrt in Point-á-Pitre auf Guadeloupe vor Anker. Habt ihr den Reisebericht von unserer Guadeloupe Inselrundfahrt gelesen?

 

Wo fängt der Himmel an und wo hört das Meer auf?

 

Wir nutzen unseren Aufenthalt heute nicht für eine weitere Inselbesichtigung, sondern schauen uns zu zweit ein wenig in Point-á-Pritre um. Die Sonne lacht und wir machen uns vergnügt auf den Weg.

 

Ich liebe farbenfrohe Wandmalereien wie diese…

Pointe-à-Pitre liegt ganz im Westen der Insel Grande-Terre und die schätzungsweise 16.000 Einwohner verteilen sich auf weniger als 3 km².

 

Und was wäre „Holland“ ohne orange??

Der Flughafen wird täglich von Paris aus angeflogen und im Hafen liegen stetig mehr Kreuzfahrtschiffe vor Anker.

Die Stadt wurde 1763 gegründet, nachdem Guadeloupe durch den Pariser Frieden wieder von England an Frankreich fiel und wurde im Jahre 1780 durch einen Großbrand zerstört.

 

Hübsche Balkone gibt es auch zu sehen…

Bereits sechzig Jahre später zählte die Stadt knapp 20.000 Einwohner die hauptsächlich in den über fünfzig Zuckerfabriken in und um Pointe-à-Pitre den Zucker vorrangig für den Export nach Frankreich bearbeiteten.

 

Allerlei Hochprozentiges…

Durch ein verheerendes Erdbeben im Jahre 1843 wurde die Stadt fast vollständig zerstört und etwa 6000 Menschen verloren ihr Leben.

Sehr sicher verschließen sieht sicher anders aus…

Hinter den öden Betonburgen am Stadtrand und am Rathausplatz entdecken wir beim Stadtbummel das alte Geschäfts- und malerische Hafenviertel. Wir laufen kurz über die Rue Frébault, eine reine Einkaufsstraße, die zum größten Teil in libanesischer Hand ist.

Hier gibt es viele kleine Lädchen in denen es alles Mögliche und Unmögliche zu kaufen gibt. Da aber einkaufen und shoppen so rein gar nicht unser Ding ist suchen wir uns recht schnell den Weg zurück ans Wasser.

 

Der Marktplatz – aber leider kommen wir an als die Händler bereits ihre Waren wieder einpacken

Die Marktfrauen auf dem Gewürzmarkt packen bereits ihre Waren ein und einige hundert Meter weiter wirkt die Stadt eher verlassen und fast wie ausgestorben. Am Samstagnachmittag und auch am Sonntag bleiben hier die Läden geschlossen.

 

„No Filter needed“ oder auch – hier ist das Wasser tatsächlich oft kitschig blau…

Wegen der vielen Erdbeben und verheerenden Brände in der Vergangenheit entdecken wir leider nur hin und wieder ein paar fotogene Gebäude im Kolonialstil.

 

Dieses Denkmal spricht für sich…

 

Nach einer Weile erreichen wir ein futuristisch wirkendes Gebäude. Das Kunstmuseum „Mémorial ACTe“ in Pointe-à-Pitre ist der Geschichte der Sklaverei gewidmet.

 

Das Memorial ACTe ist bereis von weitem erkennbar

 

2001 hat Frankreich die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschheit anerkannt und erst zehn Jahre wurde das «Mahnmal für die Abschaffung der Sklaverei» eröffnet. Das Projekt stieß im geschichtsverliebten Frankreich auf heftigen Protest.

 

Das Memorial ACTe verfolgt zwei Ziele: es berichtet über das erlittene Leiden der Opfer und versucht durch die Erinnerung an die tragischen Geschehnisse eine andersdenkende Gesellschaft zu erschaffen.

 

Früher stand hier die größte Zuckerrohrfabrik der Kleinen Antillen. Hunderte von Sklaven reinigten und zerteilten Tonnen von Rüben.

Ein Standort, der passender nicht sein könnte für das mehr als 85 Millionen Euro teure und 2015 eröffnete Museum der Sklaverei. Fünfzig Prozent der Baukosten wurden gemeinsam von EU und Frankreich getragen. Die andere Hälfte der Kosten wurde durch die Region finanziert, die mit über 50 Prozent die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich aufweist.

 

Das 7.800 m² große Museum bietet mehrere Besichtigungsrundgänge von unterschiedlicher Dauer an

 

Das jetzt eröffnete MémorialACTe hingegen ist eine Initiative der französischen Region Guadeloupe. Die schwarze Fassade soll an die Opfer des Sklavenhandels erinnern.

Bis zur Abschaffung der Sklaverei in Frankreich im Jahr 1848 sollen schätzungsweise bis zu 290 000 Sklaven auf Guadeloupe gebracht worden sein.

 

Farblich sortierter Müll – ist das Kunst oder kann das weg?

Uns reicht definitiv ein Blick auf das Gebäude – das Thema Sklavenhandel sorgt für Gänsehaut und lässt im wahrsten Sinne des Wortes die Nackenhaare zu Berge stehen.

Von der Rückseite des Gebäudes fangen wir noch einige Aufnahmen von „unserem“ Kreuzfahrtschiff ein und bedauern dass die Gastronomie trotz schönen Wetters nicht geöffnet hat. Na, dann eben nicht!

Oft höher als die Gebäude am Ufer – die MSC POESIA

Wir laufen noch ein wenig kreuz und quer durch die Gassen und verbringen den Rest des Tages an der Pool Bar.

Der kitschig schöne Sonnenuntergang versöhnt uns abends ein wenig und die Spiegelungen des „Mémorial ACTe“ sind das letzte was wir am Abend von Guadeloupe sehen.

Als Highlight wird auch Pointe-á-Pitre nicht in ewiger Erinnerung bleiben! Borkum, Wangerooge und Spiekeroog allerdings schon! Aber dies erst einmal nur so am Rande weil es mir gerade so einfällt.

 

UNVERGESSLICH: SINT MAARTEN – PHILIPSBURG UND MAHO BEACH

 

Ganz anders sieht es mit St. Maarten aus. Am nächsten Tag legt die MSC POESIA mittags in Philipsburg auf St. Maarten an und wir gehen zu viert von Bord.

Sint Maarten ist ein autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande und besteht aus dem südlichen Teil der Karibik-Insel St. Martin sowie einigen kleinen unbewohnten Inseln.

Der nördliche Teil der Insel wird vom französischen Überseegebiet Saint-Martin eingenommen.

 

Tolle Sicht auf die Bucht

Die einheimische Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Nachfahren von niederländischen Siedlern und aus Afrika entführten Sklaven.

 

Im HIntergrund die MSC POESIA

Die kleine Hauptstadt Philipsburg ist eine der geschäftigsten und meistbesuchten Ziele in der östlichen Karibik und der Hafen ist einer größten und modernsten Kreuzfahrthäfen der Karibik.

 

Diese Farben entsprechen in etwa dem Karibikklischee – oder?

Es gibt zwei lange Piere an denen mehrere der größten Kreuzfahrtschiffe festmachen können. Während der Hauptsaison (ca. Mitte Dezember bis Mitte April) liegen fast täglich mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen.

Kaum haben wir das Schiff verlassen erreichen wir ein kleines Dorf mit zahlreichen Geschäften, Restaurants, einem Büro der Touristeninformation, einem Anleger für Wassertaxi sowie Parkplätzen für Taxen und Busse.

 

Noch eine Aufnahme während der Strecke aus dem Taxifenster aus fotografiert…

Taxen sind ein gutes Transportmittel für Kreuzfahrer auf Sint Maarten. Alle Taxen werden von der Regierung reguliert und arbeiten mit festen Preisen, die auf Schildern am Hafen veröffentlicht werden. Man sucht das Schild mit dem gewünschten Ziel und stellt sich an. Nicht selten, handelt es sich um Minibusse. Die Insel wurde in Zonen eingeteilt. Die Zone und die Zahl der Fahrgäste bestimmen den Fahrpreis.

Philipsburg liegt auf einem schmalen Landstreifen zwischen der Grootbaai und dem Great Salt Pond, dessen Salz einst die holländische Westindische Handelskompanie auf die Insel lockte.

Der Aufbau der Stadt ist ebenso einfach wie genial. Vorne befindet sich ein sehr schöner Strand (Great Bay Beach). Dieser wird begrenzt durch den Boardwalk mit zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants.

Da wir alle „gut zu Fuß“ sind verzichten wir auf ein Beförderungsmittel und laufen erst einmal ein Weilchen über den „Boardwalk“ bis direkt neben uns ein Taxifahrer eine Fahrt an den Maho Beach anbietet.

Fast hätte ich es vergessen! Wie konnte das passieren? Ich hatte mich bereits daheim auf diesen Strand gefreut. Nicht wegen des besonders feinen Sandes und auch nicht wegen besonders grüner Palmen!

 

Maho Beach

 

Nein, einzig und allein wegen der direkten Lage am Princess Juliana International Airport und der sich dort bietenden Möglichkeit, Flugzeuge im tiefen Endanflug direkt zu beobachten, weltweit bei Planespottern bekannt. Und das müssen wir einfach aus nächster Nähe sehen.

Da wird nicht lange gefackelt und nach vierzig Minuten Taxifahrt erreichen wir Maho Beach.

Heute strahlt die Sonne vom Himmel als gäbe es kein Morgen mehr. Es ist heiß und somit nicht wirklich unsere Wohlfühltemperatur, aber mit einem Bierchen in der Hand und im Schatten sitzend ist es durchaus aushaltbar.

Früher wurden die täglichen Flugbewegungen (Fluggesellschaften, Landezeiten und Abflugorte) am Strand neben der Landebahn von einem Restaurant-Betreiber handschriftlich auf einem Surfbrett aktualisiert.

 

Wir sitzen im Schatten und gönnen uns ein Bierchen während wir auf den ersten Flieger warten…

Hier hat die Technik aber auch ihren Einzug gehalten. Die Ankunftszeiten werden wie am Flughafen direkt über der Theke des Strandlokals angezeigt. Huch ist das aufregend – wir können die Ankunft des ersten Fliegers kaum abwarten.

 

 

Und dann ist es endlich soweit. Stetig an Lautstärke zunehmend gleitet der erste große Flieger heran und mir bleibt vor Aufregung der Mund offen stehen. Welch ein Wahnsinn!

 

Die Landeschwelle der Landebahn 10 ist nur wenige Meter vom Strand entfernt. Landende Flugzeuge überqueren den Strand in etwa 10 bis 20 Metern Höhe.

 

Diese Aufnahme habe ich auf Wikipedia entliehen… solch eine große Maschine haben wir leider nciht gesehen…

Hier könnte ich es tagelang aushalten! Ach ich weiß gar nicht wohin mit mir und meiner Begeisterung. Und bei jedem einzelnen Flieger spukt der Gedanke „Ach, die haben es gut!“ im Kopf herum. Insider wissen wie es gemeint ist. Und genau an diese Insider sende ich ganz liebe Grüße.

 

Hier möchte ich am liebsten bleiben…

An diese schöne Insel möchte man sich direkt festhalten, aber irgendwann müssen wir auch wieder zu unserem schwimmenden Hotel zurück.

Auf der Rückfahrt lässt der Taxifahrer uns am Strand aussteigen. Wir laufen dort ein Weilchen am Wasser entlang und schlendern gemütlich durch die „Voorstraat“ und „Achterstraat“ (Vor- und Hinterstrasse) zur MSC POESIA zurück. Ich liebe die niederländische Sprache!

 

Shoppingmeile Philipsburg auf St. Maarten

In den Geschäften gibt es Kleidung, Schmuck, Uhren oder Spirituosen bekannter Marken zollfrei zu kaufen. Uns reicht es allerdings hier einfach nur gemütlich herum zu laufen. Die Einkaufsstraße in Philipsburg wirkt ganz anders als auf den vorherigen Inseln.

Hier ist es bunt, fröhlich, die Verkäufer freundlich und vielleicht erinnert mich alles hier ein wenig an unsere häufigen Amsterdam und Hollandtouren?

 

Diesen tollen Tag lassen wir abends bei einem (oder waren es zwei, drei?) Cocktail  ziemlich relaxed ausklingen. Und als I-Tüpfelchen wird uns gratis noch ein ziemlich kitschiger Sonnenuntergang beschert.

Fazit dieser drei Reisetage – St. Maarten hat uns super gut gefallen und sollten wir je wieder in die Karibik reisen dann wird diese Insel unser Reiseziel sein. Martinique und Guadeloupe eher nicht.

 

Ehe wir uns für heute verabschieden noch ein paar nützliche Links:

 

Als nächstes steuert die MSC POESIA die Insel Tortola an. Sobald ich Zeit finde werde ich auch davon oder von unserer nächsten Wohnmobiltour berichten. Schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

 

Diesmal lasse ich an dieser Stelle einfach ein Bild sprechen… Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag.

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:

 

7 Kommentare

  1. Bilder sagen sowieso mehr als tausend Worte! Ich bin begeistert. Vor allem, dass die Flieger quasi über einen hinweg fliegen. Ich hätte etwas Panik! Diesen Sommer gehts für uns in ein Erlebnishotel, aber nächstes Jahr kommt so eine Kreuzfahrt durchaus in Frage 😀 Ich freu mich allein schon bei dem Gedanken. LG

    1. Hallo Liss,

      es freut mich wenn dir Bericht und Bilder gefallen. St. Maarten hat uns von allen karibischen Inseln am besten gefallen.
      Welches Erlebnisshotel und wo habt ihr euch denn ausgesucht?
      Wir sind gerade mit dem Wohnmobil von Barcelona aus auf dem Heimweg. Da werde ich wieder wochenlang Reisebericht schreiben… Aber vorab: Barcelona ist traumhaft schön

      Liebe Grüße
      Petra

      1. Wir sind im Hotel Gassenhof, das haben uns Freunde empfohlen 🙂 Barcelona könnte für einen Kurztrip für uns auch sehr schön werden. Mit dem Wohnmobil wird es aber sicherlich lustiger! Ich freue mich auf deine Berichte 🙂 LG

        1. Hallo Liss,

          wow, da kannst du dich aber freuen. Das Hotel sieht total klasse aus… man möchte direkt loswandern oder ab in die Sauna. Danke für den tollen Tipp! Ich bin auf deinen Bericht gespannt…

          Liebe Grüße
          Petra

Besten Dank für deinen Kommentar