KARIBIK KREUZFAHRT MIT DER MSC POESIA – GRENADA, DIE GEWÜRZINSEL

Heute unternehmen wir eine Inselrundfahrt, erkunden warum die Insel den Beinamen „Gewürzinsel“ zu Recht trägt und erfahren einiges über die Muskatnuss. Wir besuchen den Grand Etang National Park und den dortigen Kratersee. In der Hauptstadt St. Georg’s, die zu Recht als eine der schönsten Hafenstädte der Karibik gilt, genießen wir die Aussicht vom Fort Georg und schlendern durch Carenage, den Binnenhafen.

 

GRENADA, DIE GEWÜRZINSEL

 

Grenada liegt zwischen der Karibik und dem Atlantischen Ozean, etwa 200 Kilometer nordöstlich der Küste Venezuelas und südlich von Saint Vincent und den Grenadinen.

Der Staat besteht aus mehreren Inseln und der Inselgruppe der Grenadinen, einem Teilarchipel der kleinen Antillen, von denen die Insel Grenada selbst die größte ist. Der Großteil der Bevölkerung lebt auf der Hauptinsel Grenada und in der Hauptstadt St. George.

 

MSC POESIA GRENADA 2017

 

Die Einwohner Grenadas stammen zu über 95 Prozent ganz oder teilweise von Afrikanern ab, die von den europäischen Kolonialisten zur Sklavenarbeit auf die Insel verschleppt wurden.

 

MSC POESIA GRENADA 2017

Auf Grenada wachsen pro Quadratmeter mehr Gewürze als sonst irgendwo auf der Welt. Die Antillen-Insel ist bekannt für Zimt, Nelken, Ingwer und Kakao. Nur die Muskatnuss, die sogar die Landesflagge ziert, ist seit Hurrikan Ivan selten geworden.

 

Ivan“, der neuntstärkste Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnung, traf am 7. September 2004 auf Grenada, wo niemand mit ihm gerechnet hatte, weil derartige Unwetter früher immer an der Insel vorbeigezogen waren.

Doch „Ivan“ walzte einmal quer über das Eiland, tötete 39 Menschen und zerstörte 85 Prozent der Gebäude und Gewürzpflanzen.

 

Grenada war vorher ein tropisches Paradies, in dem Früchte und Gewürze so reichhaltig wild wuchsen, dass niemand arbeiten musste, wenn er nicht wollte – man konnte einfach die herabgefallenen Muskatnüsse aufsammeln und verkaufen.

Oder die Mangos essen, von denen zur Reifezeit so viele auf dem Boden landen, dass sie verfaulen.

 

Die Hauptstadt St. Georges ist jährlich das Ziel für über 300 Kreuzfahrtschiffe. Extra für diese wachsende Tourismussparte wurde im Jahre 2004/2005 der neue Kreuzfahrtanleger samt Welcome Center und die Esplanada Mall eingeweiht.

 

Die MSC POESIA legt pünktlich an und mit Blick von der Balkonkabine sehen wir bereits viel Grün und dazwischen bunte Häuser. Fein! Wir sind sehr gespannt was uns der heutige Tag und die Insel Grenada bieten werden.

 

WASSERFALL ANNENDALE

 

Nach dem Frühstück starten wir pünktlich und fahren zunächst 7 km Richtung Nordosten ins Landesinnere zum Wasserfall Annendale.

Die Wege rundherum laden zu einem kleinen Spaziergang ein und unterwegs stehen viele hübsche Pflanzen und Bäume und warten nur darauf fotografiert zu werden.

 

Bunte Häuser, bunte Mauern und sogar bunte Bordsteinkanten… das fällt mir schon nach kurzer Fahrstrecke auf. Leider ist es schwierig bis unmöglich diese hübschen Motive während der Fahrt „sauber“ einzufangen.

Entweder steht die Sonne direkt auf den Scheiben, die entgegenkommenden Fahrzeuge flitzen durch das Bild oder das Motiv springt einem zu spät ins Auge…

Das sind die Momente in denen man sich gar sehr wünscht alleine mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Anhalten wo es einem gefällt und weiterfahren wenn dem nicht so ist.

 

FISCHERDORF GOUYAVE UND DIE MUSKATNUSS

 

Gouyave ist mit 3378 Einwohnern nach der Hauptstadt St. George’s der zweitgrößte Ort auf Grenada.

Die Menschen in dieser Stadt leben zum größten Teil vom Fischfang und so ist Gouyave die offizielle Hauptstadt der Fischerei auf Grenada und trägt den Beinamen „The fishing town that never sleeps“ (deutsch „das Fischerdorf, das niemals schläft“).

Bei gutem Wetter fahren mehr als 30 Fischerboote hinaus auf die Karibische See. Aufgrund des Fischreichtums findet jeden Freitag im Ortszentrum von Gouyave der Fish Friday (deutsch „Fisch-Freitag“) statt. Dieser Markttag ist bei Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen beliebt. Leider ist ein Besuch der Hafenstadt nicht im Programm enthalten, schade.

 

 

Neben dem Fischfang ist Gouyave auch noch bekannt für ein anderes sehr wichtiges Produkt in Grenada, die Muskatnuss. Das größte Gebäude in der Stadt, direkt am Strand ist die Heimat für Grenadas größte Muskatnussfabrik.

Um elf Uhr erreichen wir Gouyave und parken direkt an der Muskatnussfabrik. Leider sind wir nicht die einzigen Besucher und es ist schon etwas schwierig die Erklärungen der Reiseleiterin zu verstehen.

 

In dem Fabrikgebäude aus den Vierziger Jahren stehen meterlange Holzgestelle auf dem die Muskatnüsse getrocknet werden.

 

Die getrockneten Nüsse werden oben in einen überdimensional großen „Nussknacker“ geworfen und unten sortieren die Arbeiterinnen die Nüsse nach Größe und Qualität.

Es ist heiß hier, stickig und staubig. Soweit das Auge reicht stehen Säcke mit Muskatnüssen. Wir entdecken Jutesäcke und Schablonen mit denen der Zielhafen auf die Säcke gedruckt wird: Hamburg, France, New York und London.

 

 

Die ersten Muskatnussbäume wurden von den indonesischen Banda-Inseln nach Grenada geschmuggelt. Die dunklen Muskatnüsse galten dort lange Zeit als das schwarze Gold der Insel.

Tatsächlich war Grenada nach Indonesien der zweitgrößte Exporteur für Muskatnüsse.

 

Durch den Hurrikan Ivan änderte sich dies am 7. September 2004 schlagartig. Ivan beschädigte nicht nur 85 Prozent aller Häuser auf Grenada, sondern vernichtete zudem etliche Muskatnussplantagen. Neben der Stromversorgung brach auch die Wasserversorgung zusammen und viele Straßen sackten durch den Starkregen ab.

Da der Muskatnussbaum erst nach acht Jahren Früchte trägt brach der Export zusammen. Für viele Landwirte eine zu lange Wartezeit, ein Großteil der ehemaligen Flächen liegen brach oder werden mit kurzlebigen Pflanzen bestellt.

Muskatnuss wird hauptsächlich als Gewürz oder Rauschmittel verwendet. In der Küche wird normalerweise frisch geriebene Muskatnuss verwendet während in der Lebensmittelindustrie das Muskat Öl eine wichtige Rolle spielt.

Was wären Kartoffelpüree und Blumenkohl ohne Muskatnuss? Nicht wirklich lecker…!

 

Die berauschende Wirkung der Muskatnuss rührt von dem im ätherischen Öl enthaltenen Myristicin her und führt bei den betreffenden Personen unter anderem zu Halluzinationen und einem euphorischen Zustand.

Netter link für die Muskatnuss der Zukunft: Auf Grenada duftet es rund ums Jahr nach Weihnachten

Euphorie ist nicht gerade mein Zustand als wir die Fabrik wieder verlassen. Ok, wenn man Grenada besucht dann führen die Wege unweigerlich zu Muskatnuss & Co, aber so wirklich supertoll und „must see feeling“ kommt bei uns nicht auf.

Hin und wieder beschleicht uns das Gefühl im Laufe der Zeit einfach schon zu viel gesehen und erlebt zu haben und es die sogenannten Sehenswürdigkeiten einfach schwer haben bei uns für wahre Begeisterung zu sorgen.

 

GRAND ETANG FOREST RESERVE UND DER KRATERSEE

 

Weiter geht die Fahrt und um halb eins erreichen wir den Grand Etang National Park. Der Park liegt im Zentrum von Grenada und ist das größte Naturschutzgebiet der Insel.

Der National Park ist die Heimat unzähliger Palmenarten, tropischer Bäume und riesiger Baumfarne. Mitten im National Park befindet sich der Grand Etang Vulkankratersee.

 

Am Grand Etang Welcome Center erklärt uns die Reiseleiterin in einem kleinen Kräutergarten die verschiedenen Pflanzen ehe sie uns von der höchsten Stelle aus auf den Kratersee hinweist.

 

 

Der See an sich ist eher relativ unspektakulär. Die Besonderheit liegt eher in den geologischen Tiefen, denn Grenada ist neben Dominica die einzige Insel mit einem Kratersee, der wahrscheinlich vor zehntausenden Jahren entstanden ist.

Ungeklärt ist noch heute die Entstehung des Sees, der zwar mehrere Abflüsse hat, jedoch keinen sicht- und erkennbaren Zufluss.

 

Wie so häufig endet auch dieser Ausflug mit einer kleinen Verkostung (kleiner Rum Punch aus Plastikbechern) und um halb zwei erreichen wir wieder das Schiff.

Diesen Ausflug kann man machen – oder auch nicht. Ich würde eher zu einer privaten Tour raten und einen der vielen Wanderwege laufen.

Hier noch ein schöner Link zum Thema Wanderungen: Grenadas schönste Wanderungen sind ein gut gehütetes Geheimnis.

 

Zurück am Schiff stärken wir uns mit einem kleinen Mittagessen ehe wir uns St. George, Carenage, den Tunnel und das Fort George aus der Nähe anschauen.

 

 

 

 

ST. GEORG’S – HOCH ZUM FORT, RUNTER ZUM HAFEN UND DURCH DEN TUNNEL ZURÜCK

 

 

Da Stufen, Treppen & Co. eine magische Anziehungskraft ausüben wählen wir zuerst einmal natürlich die Stufen rechts neben dem Tunnel und klettern hoch zum Fort. Ja, da hat der Reiseführer nicht übertrieben. Die Sicht von hier oben ist grandios und jede einzelne Stufe wert.

Fort George thront über der Hauptstadt Grenadas in strategisch idealer Position auf einem Vulkankegel etwa 60 Meter über dem Hafen von St. George.

Errichtet wurde die monumentale Befestigungsanlage zwischen 1705 und 1710 und spielte von Beginn an aufgrund seiner optimalen Lage eine maßgebliche Rolle in diversen Kampfeshandlungen.

 

 

 

Im Fort George befindet sich heute die Polizeistation von St. George, einige Bereiche sind jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von hier oben hat man einen traumhaften Blick auf St. George und den Carenage, „der Aufstieg“ lohnt sich auf jeden Fall.

 

 

 

Und während ich euch ein paar Aufnahmen von hier oben zeige noch ein wenig zur Geschichte von Grenada.

Grenada wurde 1498 von Kolumbus entdeckt. Die Franzosen schafften es die Insel über 100 Jahre in ihrem Besitz zu halten und zum wichtigsten französischen Flottenstützpunkt in der Karibik aufzubauen.

 

 

Nach einigem Hin und Her zwischen den Engländern und Franzosen übernahmen die Briten 1795 die Insel endgültig. 1877 wurde Grenada der Status einer Kronkolonie verliehen und 1974 endlich ein unabhängiger Staat und Mitglied des Commonwealth of Nations.

 

 

Nachdem wir die Aussicht in etlichen Bildern eingefangen haben laufen wir auf der anderen Seite wieder bergab und erreichen Carenage, den Binnenhafen oder inneren Hafen von St. George.

 

 

CARENAGE – BUNTES TREIBEN IM BINNENAHFEN

 

Wir schlendern durch die Gegend und beobachten das geschäftige Treiben der Fischer. Am Pier entlang liegen Ausflugsboote, Fischerboote und viele kleine Jachten und auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen alte, wunderschöne Häuser.

In den hübsch renovierten Gebäuden sind B&B, Hotels, Bars und Restaurants untergebracht. Und ja, es gibt tatsächlich auch ein von Deutschen geführtes „Schnitzelhaus“.

 

 

 

Nachdem wir ein wenig durch den Hafen und durch einige Gassen gelaufen sind erreichen wir den Tunnel an dessen Ende die MSC POESIA auf uns wartet.

Im Jahre 1894 war es wohl auch dem damaligen Gouverneur zu anstrengend den steilen Weg über den Berg zu gehen und so wurde ein 110 Meter langer Tunnel durch den Berg gebaut den sich Fahrzeuge und Fußgänger teilen.

Fotos durfte ich im Tunnel nicht anfertigen da Frank die „Verkehrssituation“ ,Fahrzeuge und Fußgänger müssen sich hier eine schmale Fahrbein teilen, schnell hinter sich bzw. uns bringen wollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob St. Georg’s tatsächlich die schönste aller Karibikstädte ist können wir nicht beurteilen denn dazu müssten wir alle anderen auch besucht haben, aber sie hat uns ausgesprochen gut gefallen und lädt auf jeden Fall zum „auf eigene Faust erkunden“ ein.

Ich habe dazu ein recht schönes Video gefunden – mit KLICK geht es zu bewegten Bildern von St. Georg´s

Auf der Reiseroute liegt morgen die Insel Dominica von der wir dann als nächstes berichten werden. Schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

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