BELLANO AM COMER SEE

JETZT FAHREN WIR ÜBERN SEE, ÜBERN COMER SEE UND ÜBER ST. MORITZ BIS KONSTANZ AM BODENSEE

Wer kennt es nicht, das Kinderlied “Jetzt fahren wir übern See, übern See”? Nicht mit einer hölzernen Wurzel, sondern mit dem Pössl fahren wir vom wunderschönen Bellagio, Perle des Comer Sees, über den Comer See nach Varenna. Vorher besuchen wir den kleinen Ort Nesso und laufen im zauberhaften Bellaggio treppauf und treppab. Varenna wird mit Ballago verwechselt und spontan fahren wir noch kurz nach St. Moritz und stellen wieder einmal fest, dass der Weg oft schon das Ziel ist. Lasst euch ein wenig ins sonnige Italien und in die herbstliche Schweiz entführen.

Italien, Italien… irgendwie hatten wie dieses Land hinter den Alpen nie so wirklich “auf dem Schirm”. Klar, wir waren in Rom, mehrmals in Venedig und auch auf Sardinien und Sizilien. Das waren jedoch alles verlängerte Wochenenden und Reiseziele, die wir mit dem Flieger erreicht haben.

Anfang Oktober testen wir zum ersten Mal ob es sich lohnt mit dem Wohnmobil über die Alpen zu fahren um dem deutschen Herbst und seinen “Nebenwirkungen” sprich Kälte, Regen und Nebel zu entkommen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen: Auf jeden Fall!

 

Den Feiertag 3. Oktober haben wir mit ein paar Brückentagen zu insgesamt 10 Reisetagen aufgepeppt und sind direkt am Donnerstagabend losgefahren. Hier können die „Quereinsteiger“ mit einem Klick die ersten Teile der Tour nachlesen… und sich hier die Gesamtstrecke im Detail anschauen.

An diesem Reisetag, mittlerweile der 3. Oktober fahren wir morgens vom Stellplatz in Como am östlichen Ufer des Comer See entlang gen Norden nach Bellagio.

 

NESSO – HÜBSCHER ORT DIREKT AM COMER SEE

 

In der italienischen Provinz Como, genauer gesagt zwischen den Orten Como und Bellagio, liegt der kleine, überschaubare Ort Nesso.

Gerade einmal 1500 Einwohner nennen dieses entzückende Städtchen am wunderschönen See Lago di Como ihr Zuhause.

Parkmöglichkeiten gibt es entlang des Comer Sees eher wenige, umso mehr freuen wir uns am frühen Morgen über eine Parklücke am Straßenrand in die sogar der Pössl passt.

Wir laufen durch den verlassen wirkenden Ort und freuen uns darüber die einzigen Besucher zu sein. Die nachfolgenden Bilder zeigen euch ein wenig von diesem kleinen, charmanten Ort am Comer See.

 

 

Das erklärte Ziel des Tages ist allerdings Bellagio und dort schauen wir uns kurze Zeit später um.

Den ausgewiesenen Stellplatz finden wir als Baustelle vor und später erfahren wir in der Touristeninformation, dass es keinen Stellplatz mehr gibt und geben wird, schade.

 

 

Den Pössl parken wir drei km vom Zentrum entfernt am Friedhof und laufen die Strecke fröhlich bergab. Das herrliche Wetter und die Sicht auf den See sorgen direkt für gute Laune.

 

BELLAGIO – PERLE AM COMER SEE

 

Bellagio liegt zu Füssen des zentralen Vorgebirges des Larios und gilt als einer der schönsten Ferienorte überhaupt – nicht nur am Comer See, sondern weltweit.

Seine Schönheit wird seit dem 16.Jhdt. von italienischen und ausländischen Besuchern gerühmt.

 

Belaggio - Perle am Comer See

 

Der Reiz von Bellagio liegt in erster Linie im Panorama, denn von hier aus überblickt man einen großen Teil des Larios.

Hinzu kommen die prächtigen Villen, die verschwenderische Natur in Form von Bäumen und Blumen, die malerischen Treppen und die zahlreichen Spaziermöglichkeiten.

Wir laufen am Seeufer entlang und gönnen uns in einem der zahlreichen Straßencafés einen Cappuccino in der Sonne.

Das Leben ist schön! Kennt ihr den Inseltest? Dieser Cappu hat ihn definitv bestanden…

 

 

Gut gelaunt laufen wir wahllos in den schmalen Gassen, die häufig mit Stufen versehen sind, bergauf und bergab und erreichen nach einem Weilchen den nördlichsten Punkt des Ortes.

 

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Einige Fischerboote dümpeln in dem kleinen Hafenbecken und wir schauen einem Fischer bei seiner Arbeit zu. Tage an denen man nicht auf die Uhr schauen muss sind doch immer noch die besten – oder?

 

 

 

Bellagio war bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt, bestand während des Mittelalters als befestigtes Dorf, als freie Gemeinde während des Zehnjährigen Krieges in dem es gegen Como antrat, war dann zuerst im Besitz der Visconti, danach der Marchesino Stanga und schließlich der Familie Sfondrati.

 

 

Wir wollen im Laufe des Tages noch weiter nach Varenna, laut Reiseführer ein ebenfalls sehenswerter Ort. Von Bellagio aus bestehen zahlreiche und günstige Schiffsverbindungen nach Varenna und zu den anderen Orten entlang des Comer Sees.

Das Fährticket mit Abfahrtszeit 14 Uhr ist schnell besorgt und wir überbrücken die Zeit bis zur Abfahrt und schlendern weiter durch die Gassen von Bellaggio. Es gibt hier so viel zu sehen und zu entdecken.

 

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In Bellagio gibt es abgesehen von der Villa Melzi und der Villa Serbelloni zahlreiche weitere erwähnenswerte Villen. Langweilig wird es hier so schnell nicht.

 

 

Wir erreichen den Pössl zwar noch trockenen Fußes jedoch bricht der Himmel genau in dem Moment auf als wir am Fähranleger ankommen. Was soll das denn jetzt?

Ach menno, wie hatte ich mich gefreut den schönen Ort vom Wasser aus zu fotografieren. Ich hoffe, dass eure Phantasie ausreicht um euch die nachfolgenden Aufnahmen bei strahlendem Sonnenschein vorzustellen.

 

 

Am anderen Ufer in Varenna angekommen sind, wie befürchtet, sämtliche Parkplätze zugeparkt und wir fahren unverrichteter Dinge weiter bis zum Campingplatz Europa in Dervio.

 

Adresse: Via Guglielmo Marconi, 10, 23824 Dervio LC, Italien

 

Der Stellplatz direkt am See entschädigt uns voll und ganz für das „verpasste“ Varenna. Nach einem gemütlichen Nachmittag im „Füße hoch Modus“ schauen wir uns ein wenig im Ort um.

 

 

Wie in vielen anderen Orten am Comer See sind hier kaum noch Touristen anzutreffen und viele Lokale haben bereits die Winterpause eingeläutet.

Wer Trubel und Abwechslung sucht ist hier im Oktober fehl am Platze. Uns gefällt diese Ruhe allerdings sehr gut. Ab und zu „nix los“ kann sehr erholsam sein. Aus meiner Sicht mit Betonung auf AB UND ZU!

Die untergehende Sonne liefert am späten Nachmittag noch reichlich viele schöne Motive und es fällt mir unsagbar schwer euch hier nicht mit der ganzen Sammlung zuzuschütten. Klickt euch einfach weiter…

 

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„Wollen wir heute noch einmal versuchen in Varenna einen Parkplatz zu finden?“ frage ich Frank nach einer ruhigen, sehr ruhigen, Nacht am nächsten Morgen. Das „Na klar!“ vom Chauffeur hätte ich mir allerdings gleich denken können.

 

 

Von Ehrgeiz getrieben und mit nötiger Geduld (die mich manchmal in den Wahnsinn treibt) parkt Frank den Pössl um kurz vor elf im (vermeintlichen) Varenna am Bahnhof.

Wer von euch weiß wie groß der Wendekreis bei einem 6 m Pössl ist wird mir zustimmen: Das Wohnmobil steht 1a in der Parklücke – oder?

Lieber Christian, ich möchte deinen Kommentar dazu gerne beim nächsten gemeinsamen Rotwein hören, ich freue mich schon darauf!

Irgendwie sieht es hier anders aus als im Reiseführer beschrieben. Daheim, jetzt beim Schreiben stelle ich fest, dass wir nicht in Varenna, sondern im nur wenige km entfernten Bellano unterwegs waren.

Und ich habe mich die ganze Zeit gewundert, dass ich das Beschriebene vor Ort nicht wieder erkenne. Hahaha – ich könnte mich kaputtlachen.

Was soll ich dazu sagen? Was wir in Varenna „verpasst“ haben wissen wir nicht, gehen jedoch davon aus, dass uns eine erfolglose Parkplatzsuche erspart blieb.

Widdewiddewitt und Drei macht Neune !! Ich mach’ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt…

Aus unserer Sicht ist dieser hübsche Ort auf jeden Fall einen Besuch wert und der Reiseführer verkündet zu Bellano folgendes:

 

 

 

Bellano am Comer See erhebt sich auf einem Vorsprung wenige Kilometer von Varenna entfernt in Richtung Colico, an welchem das weitreichende Panorma das Ostufer des Sees zum Umarmen scheint, von Menaggio bis hinauf nach Dongo.

Bellano erlebt im Laufe der Geschichte dramatische Zeiten: denn die Armeen aus Valtellina, die durch das Tal Valsassina die Poebene erreichen wollten, passierten im Norden Bellano und im Süden Lecco.

 

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Über Jahrhunderte hinweg war der Hafen von Bellano der größte und wichtigste am ganzen See.

Die tiefe Naturschlucht (L’Orrido), geschaffen durch das Wasser des Wildbachs Pioverana, schauen wir uns beim nächsten Besuch in Ruhe an, denn heute wollen wir noch durch die Schweiz bis Konstanz fahren. Mal schauen was uns unterwegs noch so einfällt.

Und ob uns etwas einfällt! Und zwar genau in dem Moment, als ich das Schild entdecke auf dem die Entfernung nach St. Moritz mit weniger als 50 km ausgewiesen ist.

 

 

 

„Wollen wir mal kurz nach St. Moritz fahren, sind nur 50 km von hier?“ frage ich und bekomme ein „Wenn es kein großer Umweg ist, na klar!“ zur Antwort.

Nächste Ausfahrt Blinker rechts und schon sind wir auf dem Weg nach St. Moritz.

Gaaanz vielleicht hätte ich die Berge in die Kalkulation aufnehmen sollen, denn um nach St. Moritz zu gelangen geht es nach einem Weilchen Fahrt recht steil bergauf. 50 km in den Bergen sind etwas anderes als die gleiche Strecke bei uns im Münsterland…

Der Weg ist das Ziel und wir lieben solche Strecken. Sagt mal ehrlich – diese Aussicht ist doch jeden Umweg wert – oder?

Wir entdecken Wasserfälle, fahren durch kleine Dörfer und lauschen den Kuhglocken. Das Laub rechts und links der Fahrbahn wirkt fast kitschig und wie gemalt. Zwischen hohen, grünen Tannen wechseln sich gelbe, braune, und kupferfarbene Laubbäume ab und dazwischen leuchten dekorative rote Baumkronen und wirken regelrecht künstlich.

Niemand malt besser und farbenfroher als Mutter Natur selbst? Nein. lautet die Antwort auf die nicht gestellte Frage! Die nachfolgenden Aufnahmen sind nicht farbmanipuliert obwohl bei dem ein oder anderen bei euch dieser Verdacht aufkommen könnte.

 

 

 

ÜBER DEN MAJOLAPASS

 

Der Malojapass war schon zu Zeiten der Römer Teil einer wichtigen Alpentransversale und führte von Comum (Como) bis ins Rheintal nach Chur.

Der seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert begangene Pass wurde endgültig im Jahre 1839 zur Fahrstraße ausgebaut und ist ganzjährig befahrbar.

Der Malojapass ist aus der letzten Eiszeit übriggeblieben, als die zurückweichenden Gletscher durch ihr hohes Gewicht Übertiefungen zurückließen. Der Pass selbst überwindet hier aus dem Bergell heraufkommend etwas um die 400m Höhenmeter.

Ganz nah vorbei am Ufer des Silser Sees (schöner geht nicht, sagt man) und dem für Wassersport bekannten Silvaplanersee erreichen wir um halb drei St. Moritz. Warum erinnert mich diese Landschaft ständig an eine eine Modelleisenbahn?

 

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„Was genau willst du denn hier anschauen?“ fragt der beste aller Ehemänner bei Ankunft in St. Moritz und meine Antwort erstaunt ihn dann doch ein wenig: „Nix, ich wollte einfach nur mal hier hin! Fahr jetzt bloß nicht ins Zentrum sonst landen wir noch im Feierabendverkehr!“

 

Und so wenden wir auf dem Parkplatz, drehen die Musik im Radio wieder lauter und fahren den Anweisungen des Navis folgend gen Heimat.

„Konstanz wäre noch ein schönes Zwischenziel, dort gibt es doch den Stellplatz mitten in der Stadt! Wir haben beim letzten Besuch längst nicht alles gesehen“ fällt mir kurze Zeit später ein und im Nullkommanix ist die Route auf Konstanz geändert. Unverhofft kommt oft.

Auf dem Gipfel des Julierpasses legen wir eine Kaffeepause ein und während Frank den Kaffee wie gewohnt frisch aufbrüht fange ich ein paar Bilder ein.

 

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Der Julierpass verbindet Silvaplana (1815 m) im Oberengadin mit Tiefencastel (851 m) im Albulatal. Wirtschaftlich hat der Julierpass eine große Bedeutung als Hauptanschlussstrecke des Engadins an den Rest der Schweiz.

Der Pass liegt eingebettet in von Geröll durchzogenen Hochalpenwiesen und die schneebedeckte Berge erheben sich bis auf über 3000 m.

Mich erinnert diese karge wie faszinierende Landschaft ein wenig an eine Mondlandschaft oder die letzten 300 km vor dem Nordkap. Vielen ist diese Landschaft ja zu „langweilig“ – wir finden sie traumhaft schön!

Obwohl wir von St. Moritz außer dem Ortsschild nichts gesehen haben sind wir von diesem Umweg allein schon wegen der tollen Strecke über die zwei Pässe begeistert. „Alles richtig gemacht!“ nennen wir solche Aktionen.

Um kurz vor halb sieben erreichen wir den Stellplatz in Konstanz. Er ist teuer und es ist laut dort! Eine Empfehlung möchten wir hier nicht wirklich aussprechen. Einzig seine Lage sorgt wahrscheinlich für gute Belegzahlen und klingelnde Kassen.

Was uns in Konstanz gefallen hat erzählen wir euch in der Fortsetzung. Auf der Heimreise besuchen wir noch Rottweil, Horb am Neckar, klettern in Nagold zur Burgruine hoch und sind vom Schlossgarten in Schwetzingen geradezu entzückt. Auf welchen Stellplätzen ihr an dieser Strecke ruhig nächtigen könnt und einiges mehr verraten wir euch in der Fortsetzung.

Schaut einfach wieder vorbei oder klickt euch direkt zur Fortsetzung, denkt wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare – Formular am Seitenende!

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8 Kommentare

  1. Hallo, die Bilder von Bellagio sind wunderschön. Mein Protagonist Flavio Pandolfo hatte eine Erbschaft
    gemacht und ich habe ihn dorthin begleitet ,(Die italienische Erbschaft). Deshalb weis ich wie schön es dort ist.
    Herzliche Grüsse

    1. Hallo Petra,

      schön, dass dir die Bilder gefallen. Freut mich sehr! Leider fehlen die vom Friedhof… Dort schauen wir uns nächstes Mal um.
      Wie mag deine Erbschaftsgeschichte weiter gehen?
      Ich bin gespannt

  2. Guten Morgen Ihr zwei Reisende. Bin seit ungefähr seit 1 Jahr auch im Besitz eines Pössl Roadcruiser und lese nur zu gerne Eure Berichte. Der Zeit läuft die Planung für meinen schon jahrelang gehegten Traum, allerdings nicht wie gedacht mit dem Motorrad sondern mit dem Womo. Eine Fahrt ans Nordkap. Mit Spannung warte ich schon wieder auf Eure nächste Reise. Sie erleichtern mit die Wahl des Zieles. Ganz herzlichen Dank für Eure tollen, vor allem auch sehr amüsanten Berichte.
    Herzliche Grüße aus Veinau
    Klaus
    24.11.17

    1. Lieber Klaus,
      Kommentare wie deiner sind Motivation und Ansporn für die Arbeit, die solche Berichte leider auch manchmal mit sich bringen. Ganz lieben Dank für deine netten Worte, ich freue mich sehr darüber Mit dem Womo zum Nortkapp, ach das ist auch nach all unseren Reisen immer noch eine der allerschönsten Hast du den Bericht dazu gelesen? 8000 km in 3,5 Wochen und Tag und Nacht (fast) nur Sonne unglaublich!

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...