IN GENUA SCHEINT DIE SONNE! OK, DANN FAHREN WIR HALT NACH LIGURIEN

Vom Glück das richtige Reiseziel gewählt zu haben und drei Gründen Ligurien auf jeden Fall noch einmal zu besuchen. Wir nutzen zwei Feiertage und einige Brückentage und fahren statt an die stürmischnasse Ostsee lieber ins sonnige Italien. Begleitet ihr uns nach Italien?

 

„Wohin fahren wir denn gleich? Ostsee kannste vergessen! Lass uns erst einmal eine Tasse Kaffee trinken und die Wetterberichte studieren.“ fordere ich Frank am Donnerstagabend ca. eine Stunde vor Abfahrt auf.

 

 

Wochenlang war für diese elf Brückentage um den Reformationstag herum eine Tour an die Ostsee geplant. So schön kann jedoch keine Ostsee sein als dass man sie im Regen und bei Sturm ertragen möchte.

„Und wie wäre es mit Genua?“ frage ich mit Blick auf die willkürlich gewählte Wettervorhersage im 1000 km Radius.

 

 

Und tatsächlich verkündet Genua als einzige Stadt im tausend km Umkreis für die kommenden Tage viel Sonne und milde Temperaturen. “Ok, dann lass uns das mal testen!” verkündet Frank kurzerhand und wir starten eine gute Stunde später gen Süden.

Um ca. 23 Uhr stellt sich nach einem arbeitsreichen Tag Müdigkeit ein und wir übernachten auf dem kostenlosen Stellplatz in Dillenburg.

Anschrift:  Parkplatz am Aquarenabad / Sportpark

Stadionstraße in 35683 Dillenburg

Ausgeschildert ab Bundesstraße

Mehr Info zum kostenlosen Stellplatz erhaltet ihr mit Klick hier.

 

Über die A5 geht es am nächsten Morgen gen Süden. Da die Dieselpreise in der Schweiz und auch in Italien keine wahren Schnäppchen sind füllen wir den Tank kurz vor der Schweiz noch einmal bis an den Rand voll.

 

 

Wir rollen gemächlich dahin und sind vom Blick aus dem Fenster begeistert. Es gibt so viel zu entdecken und zu bestaunen. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Auf der A 2 setzen wir am Grenzübergang Basel/Weil am Rhein unsere Reise fort. Die Gotthardroute führt auf ihren 295 km von der deutschen Grenze über Luzern, durch den Gotthard und Lugano an die italienische Grenze bei Chiasso.

Sie stellt die wichtigste Korridorverbindung durch die Schweizer Alpen dar und ist gleichzeitig auf ihrer gesamten Länge Bestandteil der Europastraße 35 (Amsterdam–Rom).

Auf der Strecke wechseln sich Brücken und Tunnel stets ab. Welch grandiose Ingenieurleistung sich in jedem einzelnen Bauwerk verbirgt.

Wichtige und imposante Bauten auf der Strecke sind unter anderem: Belchentunnel 3180 m – Sonnenbergtunnel 1500 m– Lehnenviadukt Beckenried 3150 m lang – Seelisbergtunnel 9292 m – Gotthard-Strassentunnel 16942 m  und das 110 m hohe Biaschina-Viadukt.

Mir imponieren solche Bauwerke ungemein! Wusstet ihr, dass der Gotthard Tunnel mit seinen 16,9 km Länge der viertlängste Straßentunnel der Welt und der längste Straßentunnel in den Alpen ist? Für unsere liebe Anette ist es somit eine “No-way-Strecke”. Liebe Grüße nach Iserlohn – wir haben in den Tunneln oft an dich/euch gedacht.

Mittlerweile in Italien angekommen stellt der Chauffeur nach fast 800 km gefahrenen km zu Recht fest, dass wir langsam (aber sicher) eine Runde schlafen sollten. Kurze Zeit später parken wir den Pössl rechts der Autobahn in der Nähe von Dorno und schlafen direkt ein.

Dreiviertelgut ausgeschlafen setzen wir am Samstagmorgen unsere Fahrt fort. Die Berge schimmern golden in der Morgensonne und sorgen direkt für gute Laune.

 

 

Das Leben ist schön! Gut, dass wir auf unser Bauchgefühl gehört haben, denn die Wetternachrichten im Radio verkünden nichts Gutes aus der Heimat.

Mit orkanartigen Böen wütet Herbststurm „Herwart“ an der Ostsee und wir suchen zeitgleich im Schrank die T-Shirts.

 

 

Nach einem 111 km langen Endspurt erreichen wir den kleinen ACSI Caravan Park La Visima in Arenzano (17 km westlich v. Genua)

Adresse: Caravan Park La Vesima

Via Pietro Paolo Rubens

IT 16158 Genova

Weitere Info zum Platz erhaltet ihr mit Klick hier.

 

 

Wir wählen einen Stellplatz mit direktem Blick aufs Meer und freuen uns in Italien zu sein.

Die Gartenstühle und der Tisch sind schnell platziert, die Füße zeitgleich hochgelegt und das Meeresrauschen heißt uns „Willkommen am Meer“.

 

 

Ach wie ist es doch schön! Ja, bis der erste von zahlreichen Zügen an unserer Tischkante vorbei rattert…

Upppss, die Schienen haben wir irgendwie bei der Platzwahl übersehen. Darüber kann man sich jetzt ärgern oder auch nicht. Uns gefällt Variante zwei besser. Hauptsache der Sekt ist kalt!

Wie ist das bei euch? Zieht ihr um, wenn euch etwas auf Stell- oder Campingplätzen nicht gefällt? Wir versuchen in allem noch etwas Positives zu entdecken und meistens gelingt uns das auch. Ok, nicht immer… wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben.

 

 

Nach zwei gemütlichen Stunden in der Sonne wird uns (mir mehr als Frank) direkt langweilig. „Wollen wir uns mal den Ort anschauen?“ frage ich also und bekomme ein „Dann mal los!“ zur Antwort.

Der Weg führt vom Campingplatz aus gut 2 km direkt am Meer entlang nach Arenzano.

 

 

ARENZANO – BADEORT AN DER RIVIERA LIGURE DI PONENTE

 

 

Arenzano ist mit seinen knapp 12.000 Einwohnern der erste Badeort der „Riviera Ligure di Ponente“ und ein recht hübsches Städtchen.

 

 

Die Uferpromenade ist breit und recht lang, zahlreiche Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

Wir laufen bis ans Ende des Hafenbeckens und schauen den Anglern ein wenig bei der Ausübung ihres Hobbys zu.

 

 

Für Tauchfreunde hat Arenzano übrigens etwas Besonderes zu bieten. Nur 20 Minuten Fahrt mit dem Schlauchboot sind nötig und man kann zum größten Wrack im Mittelmeer hinabtauchen. Hier liegt der Öltanker M/T Haven auf Grund, der 1991 havarierte und dabei glücklicherweise kein Öl verlor.

Das Wrack der Haven beginnt in einer Tiefe von 34 Metern, der Tauchgang ist daher nur erfahrenen Tauchern zu empfehlen. Diese Tatsache erklärt auch warum es im Hafen einige Geschäfte mit Taucherzubehör gibt. Wir hatten uns schon gewundert.

 

 

Vom Hafen aus laufen wir entlang historischer Gebäude, Villen und Palazzi und erreichen einen der Stadtparks und die imposante Villa Pallavicini-Negrotto-Cambiaso aus dem 16. Jahrhundert.

 

 

Sehenswert ist auch der zartgrüne, filigrane Pavillon (um 1900), ein beliebter Rastplatz der Pfauen von Arenzano.

Sie laufen frei herum und gefallen mir eindeutig besser als die weißen Exemplare auf der Isola Bella.

 

 

Eine Besonderheit von Arenzano und anderen Orten an der italienischen Italienische Riviera ist, dass hier Meer und Berg so nah beieinanderliegen.

Zwei Drittel des Gemeindegebietes von Arenzano sind bergig und es geht zum Gipfel des Monte Reixa auf 1183 Meter hinauf.

 

 

 

Wer also seinen Badeurlaub ergänzen möchte durch Trekking, Wandern und Mountainbiking ist in Arenzano genau richtig.

Ihr seid gerne mit dem Rad unterwegs? Prima! In Arenzano startet auch ein neu angelegter Radweg und führt über eine still gelegte Bahnlinie bis ins sieben Kilometer entfernte Varazze.

 

 

Durch hübsche kleine Gassen schlendernd erreichen wir später den Ortskern. Lautstark und fröhlich laufen viele verkleidete Kinder durch die Gassen und orangefarbene Kürbisse in den Schaufenstern verkünden: „Happy Halloween“.

Wir gönnen uns ein Bierchen in der Sonne und schauen dem Treiben ein Weilchen zu.

 

 

Leider fällt die Sonne hier abends nicht ins Meer, sondern hinter den Berg.

Als die Sonne komplett verschwunden ist raffen wir uns auf und laufen gemütlich am Meer entlang zurück zum Pössl.

 

Am nächsten Tag, mittlerweile ist Sonntag, gönnen wir uns einen weiteren St(r)andtag und schauen uns noch einmal in Arenzano um.

An das Geratter der vorbeifahrenden Züge haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Es gibt Schlimmeres…

 

GENUA – HAUPTSTADT VON LIGURIEN

 

Genua liegt von unserem Campingplatz nur 17 km entfernt und ist am Montagmorgen schnell erreicht. Die Fahrt dorthin ist zeitlich gesehen schneller erledigt als die anschließende Parkplatzsuche. Die gestaltet sich nämlich etwas schwieriger.

 

 

Es gibt zwar einen Wohnmobilstellplatz in der Nähe des Hafens, was uns jedoch nichts nutzt da er pickepacke voll ist.

Also steht der Pössl ein Weilchen später am Straßenrand und wir zahlen für drei Stunden fünf Euro Parkgebühr. Jetzt aber flott los und erst einmal zum Hafen.

 

Aus Anlass des Kolumbusjahres 1992 (500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas) wurde der alte Hafen von dem Genueser Stararchitekten Renzo Piano grundlegend verändert.

In diesem Teil des Hafens befinden sich unter anderem das Aquarium, die Kinderstadt, Museen und verschiedene kulturelle Einrichtungen.

Der Panoramaaufzug “Bigo”, eine 40m hohe achtarmige Konstruktion, die wie eine riesige Spinne aussieht und die nicht nur die runde Aussichtsgondel in die Höhe zieht, sondern auch das Dach des danebenliegenden “Piazza delle Feste” trägt wird zur Zeit leider repariert, schade! Der erste Grund noch einmal hierher zu fahren.

 

Den reinsten Augenschmaus stellt im Hafen das Piratenschiff Neptun dar. Im Jahre 1986 ließ Roman Polanski für seinen Film „Piraten“ dieses authentische, spanische Linienschiff bauen.

2000 Menschen bauten zwei Jahre lang nach genauen Angaben Polanskis und die Baukosten betrugen 8,2 Millionen Dollar. Imposante Fakten zu einem ebensolchen Schiff.

 

Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen in Richtung Bahnhof und hoch zur Zahnradbahn.

Die Zahnradbahn Principe–Granarolo ist ein öffentliches Verkehrsmittel in Genua und verkehrt tagsüber alle 20-30 Minuten.

Die 1901 eröffnete 1200-mm-Schmalspurstrecke ist insgesamt 1,130 Kilometer lang und bewältigt einen Höhenunterschied von 194 m bei max. 8 km/h. Genau mein Ding… wenn wir nicht ständig auf die Uhr schauen müssten.

Als wir endlich an der Haltestelle ankommen stellen wir fest, dass es knapp werden könnte binnen der drei Stunden Parkzeit wieder am Pössl anzukommen. Und solche Pokerspiele mag Frank ja so rein gar nicht. Also Grund zwei um ein weiteres Mal nach Genua zu fahren.

Ok, drei Stunden sind wenig, viel zu wenig für eine Stadt wie Genua. Und als seien die zwei aufgeführten Gründe noch einmal hierher zu fahren um sich die Stadt in Ruhe anzuschauen nicht schon genug, gibt es noch ein weiteres, wichtiges Argument!

Ich, Schussel mein zweiter Vorname, habe es irgendwie geschafft die Genua Bilder zu löschen… Den Neptun habe ich von allen Seiten fotografiert, die alten Villen und die schmalen Gassen ebenso und auch den Panoramaaufzug “Bigo”, futsch und weg sind sie. Wenn ich lösche dann richtig.

Geblieben sind nur die wenigen die ich euch hier zeige… besser die als keine – oder?

Kleiner Trost meinerseits für euch falls ihr gerne essen geht und mehr über Genua erfahren möchtet? Ich habe eine tolle Seite für euch entdeckt – mit Klick hier gibt es einige Restaurant Empfehlungen und Tipps – hohoho, doch erst rüber klicken wenn ihr hier zu Ende gelesen habt.

Viele Sehenswürdigkeiten, Bilder und Reisetipps gibt es ausserdem mit Klick auch bei Marco Polo und von uns die Empfehlung diese tolle Hafenstadt einmal zu besuchen. Wir werden auf jeden Fall noch einmal hinfahren – vielleicht mit dem Zug vom Campingplatz aus?

Wieder im Hafen angelangt nutzen wir das schöne Wetter noch für einen Cappuccino in der Sonne und machen uns danach auf den Weg zu unserem nächsten ACSI Campingplatz, ca. 70 km weiter östlich in Deiva Marina.

Camping The Sphinx 
Adresse: Località Gea, 19013 Deiva Marina SP, Italien

Nachdem wir uns einen sonnigen Stellplatz ausgesucht haben erkunden wir den 2,5 km entfernten Ort DEIVA MARINA und schlendern auf der Promenda am Meer entlang.

Zum wiederholten Male: Ein Hoch auf die Nachsaison!

 

 

Ein Heiligenschein ist es nicht und dennoch fasziniert mich dieser Schnappschuss ungemein…

In Deiva Marina fällt die Sonne herrlich ins Meer und wir sagen gute Nacht und tschüss bis zum nächsten Teil.

 

 

Die Bilder im Großformat gibt es mit  <Klick hier >

Zum Thema Zugfahrt, unseren (noch nicht vorhandenen) Erfahrungen, Lehrgeld und ahnungslosen Schwarzfahrten erzählen wir euch im nächsten Bericht so einiges.

Wir erzählen euch von unserer Wanderung zwischen den „Cinque Terre“ (fünf Dörfern), von nötigen und unnötigen Zugfahrten und unserer Begeisterung für die Hafenstadt La Spezia. Eine kleine Vorschau in Bilderform…

 

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Schaut also wieder vorbei und denkt bis dahin wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare – Formular am Seitenende!

2 Kommentare

  1. Die Idee mit Italien war sehr gut, ich war in der Zeit auf Rügen und kam wegen
    dem Sturm nicht zurück, weil ich mit der Bahn gefahren war. Auch die Fotos wurden
    nicht so gut – In einer Hand den Schirm in der anderen Hand den Fotoapparat freihändig und
    die Kapuze bis an die Nase.
    Da war Eure Wahl doch einfach super und natürlich auch die Fotos.
    Herzliche Grüsse

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...