IM RELAXMODUS DURCH BARCELONA

Nachdem wir die Odyssee am Samstag, wie schon berichtet, heil überstanden haben fahren wir am Sonntagmorgen vom Campingplatz in Mataró mit dem Shuttlebus endlich nach Barcelona. Das wird nach 18 Reisetagen und 3570 km kreuz und quer durch Frankreich auch langsam mal Zeit.

 

Ich bin dem Anlass entsprechend aufgeregt und irre gespannt. Der Herr Gemahl wie immer tiefenentspannt. So isser halt! Und das ist auch gut so – zwei von meiner Sorte wäre des Guten sicher zu viel und würde auf Dauer nicht funktionieren. 

Der Bus fährt pünktlich um halb elf ab und nach 30 km auf der Autobahn C32 und weiteren 8 km im Stadtgebiet von Barcelona erreichen wir den Plaça de Catalunya pünktlich um viertel nach elf.  

 

PLACA DE CATALUNYA

 

Die Plaça de Catalunya ist ein Platz im Zentrum Barcelonas. Da er das Bindeglied zwischen der Altstadt und der Neustadt darstellt, nimmt er eine zentrale Rolle ein und wird von den Einwohnern dieser Stadt und ihrer Umgebung als das Zentrum Barcelonas betrachtet.

Charakteristisch für diesen Platz ist sein als sternförmige Figur aus blauen, roten und grauen Fliesen gestalteter Untergrund und die Verkehrslärm abschirmende Bepflanzung mit Springbrunnen, die den Platz umgibt.

 

 

In südöstlicher Richtung wird die Plaça de Catalunya durch die Promenade Les Rambles mit dem ehemaligen Hafen verbunden. Dazu und einem Tag voller Spannung, Verwirrung und Begeisterung mehr im nächsten Bericht „Petra allein in Barcelona“.

 

Am linken Rand des Mittelstreifens der Rambles befindet sich die Font de Canaletes, ein gusseiserner Trinkwasserspender, dem nachgesagt wird, dass jeder, der daraus trinkt, nach Barcelona zurückkehren wird.

Ich habe es glatt vergessen, werde diese grandiose Hafenstadt auch ohne diesen „Zaubertrank“ wieder besuchen, sehr gerne sogar!

 

Ehe wir uns ins Gewühl stürzen will Frank natürlich noch checken wo der Zug ankommt, der ihn am Montag frühmorgens von Mataró hierher fährt. Die Sorge die Kumpels auf Mallorca aus irgendwelchen Gründen nicht zu erreichen geht ihm einfach nicht aus dem Sinn. Naja, ich kann ihn verstehen! Ich kenne diese Kumpels und erinnere mich oft und gerne an unseren gemeinsamen Mallorca Urlaub.

 

STADTRUNDFAHRT MIT DEM CABRIOBUS

 

Heute wollen wir uns erst einmal die Stadt gemeinsam und ziemlich relaxed anschauen. Was liegt näher als eine Fahrt mit dem Cabrio Bus?

Während wir auf dem Deck entspannt die Sonne genießen fährt uns der Doppeldeckerbus von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten.

 

Auf drei Linien können wir ganz nach Lust und Laune an 45 Haltestellen ein- und aussteigen. Für Fränki kaufen wir ein Tagesticket und für mich ein Zweitageticket. Das es auch eine Kombi incl. „Telefèric de Montjuïc“ lese ich erst jetzt bei der Recherche für euch… wieder mal typisch.

Enthaltene Leistungen der Bus Turístic-Tour

  • Busticket für ein oder zwei zusammenhängende Tage gültig auf allen drei Linien (im Winter zwei)
  • Sie können an 45 Haltestellen nach Belieben ein- und aussteigen
  • Routenplan mit den Haltestellen (auch zum Download)
  • Jeder Gast erhält im Bus seinen eigenen Ohrhörer
  • Deutscher Audiokommentar und in 16 weiteren Sprachen
  • Kleiner Reiseführer mit vielen Informationen (im Bus)
  • Coupons mit vielen Rabatten (im Bus)
  • Free WiFi an Bord
  • Unterdeck ist für Rollstühle befahrbar

Weitere Info zur Tour und die Möglichkeit die Tickets schon im Voraus zu buchen findet ihr mit Klick hier.

 

ANTONI GAUDI – DER BAUKÜNSTLER AUS KATALONIEN

 

Wir wählen zunächst die blaue Linie. Nur 500 m von der der Plaça de Catalunya entfernt befindet sich am Passeig de Gràcia 43 die Casa Batlló. Dieses Gebäude gilt als eines der baulichen Glanzstücke Barcelonas.

 

 

Die Casa Batlló steht seit 1962 unter Denkmalschutz und wurde 2005 zusammen mit anderen Werken Gaudís in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das Gebäude kann besichtigt werden was uns bei diesem schönen Wetter jedoch nicht so sehr reizt.

Apropos Gaudi, wer möglichst viel oder gar alle Bauwerke dieses Künstlers besichtigen möchte dem sei die Seite Gaudis Werke in Barcelona empfohlen. Dort findet ihr weitere Info und sogar einen passenden Stadtplan.

 

Das Wetter könnte nicht besser sein. Mittlerweile zeigt die Uhr halb zwei und wir suchen unter dem zurückgeschobenen Faltdach ein wenig Schatten.

„Sommer ist, wenn der gewöhnliche Norddeutsche sich freiwillig in den Schatten setzt“.

 

SAGRADA FAMILIA – EINES DER BEEINDRUCKENSTEN BAUWERKE DER STADT

 

Wohin ein Barcelona-Besucher auch geht, Antoni Gaudí ist schon da. Die spanische Stadt wird geprägt von den Bauwerken des katalanischen Architekten. Das berühmteste ist noch gar nicht fertig – obwohl Gaudí schon lange tot ist. Und so erreichen wir unausweichlich auch eines der berühmtesten Wahrzeichen von Barcelona, die Sagrada Familia.

 

 

Die Kirche wurde im Jahre 2010 von Papst Benedikt XVI. geweiht und wird oft aufgrund ihrer riesigen Ausmaße als „Kathedrale“ bezeichnet.

Seit 1882 wird an der Kirche im Stadtteil Eixample gebaut. 1883 übernahm der katalanische Architekt Antoni Gaudí bis zu seinem Tod 1926 die Führung der Bauarbeiten. Gaudí hat den Bau bis heute maßgeblich geprägt.

 

Im Oktober 2015 verkündete der verantwortliche Architekt Jordi Fauli, dass die Sagrada Familia im Jahr 2026 vollendet sein wird – ganze 144 Jahre nach Baubeginn und pünktlich zu Gaudis 100. Todestag.

 

 

 

Ein Video, das bereits seit 2013 zu sehen ist, zeigt mithilfe von Animationen wie die Kirche, deren Fassade zum UNESCO-Welterbe gehört, aussehen wird, wenn sie fertiggestellt ist.

Am Rande: finanziert wird der Bau ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern. 

 


Von hier aus fährt uns die blaue Linie durch das Szeneviertel Gràcia. Enge Gassen gesäumt von Gebäuden mit eleganten Balkonen, schattige Plätze mit alten Kirchen und gemütliche Straßencafés. Wir steigen am nächsten Stopp im Norden der Stadt aus.

 

TIBIDABO – DER HÖCHSTE BERG DER COLLSEROLA BERGKETTE

 

Der etwa 520 Meter hohe Tibidabo ist der höchste Berg der Collserola-Bergkette und schirmt die Stadt vor dem Wetter des Hinterlandes ab.

Der Tibidabo lohnt allein schon der atemberaubenden Aussicht wegen. An klaren Tagen haben Sie eine Sicht bis hin zum Montserrat. So steht es im Reiseführer und das wollen wir mal so glauben.

 

 

Denn mittlerweile ist es schon 14 Uhr und wir haben Bedenken ob unsere Zeit für die Fahrt mit der blauen Straßenbahn „Tramvia Blau“ (und wieder zurück!) ausreichend ist um unseren Shuttle Bus um 18 Uhr zu erwischen.

 

 

Ein Päuschen im kaum besuchten und herrlich schattigen Park ist eine willkommene Alternative. Der Berg läuft uns ja nicht weg.

 

FUßBALLSTADION, OLYMPIAGELÄNDE UND DIE HÄFEN

 

Vorbei am Fußballstadion wechseln wir am Plaça de Francesc Macià auf die rote Linie.

 

Schon von weitem ist der weiße Telekommunikationsturm des Architekten und Ingenieurs Santiago Calatrava aus Valencia zu erkennen. 

 

Der 120 Meter hohe Turm stellt einen Athleten dar, der sich verneigt, um eine Medaille zu erhalten. Durch seine perfekte Neigung funktioniert der Turm auch als eine gigantische Sonnenuhr. Seit 1993 ist der Telekommunikationsturm außer Betrieb.

Ein Weilchen später fährt uns die rote Linie durch Barcelonas Häfen. Derer gibt es drei:

 

 

Die sehr gut erhaltenen Hafengebäude der Verwaltungs- und der Zollbehörden sind eine Augenweide. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das 60 m hohe Kolumbusdenkmal. All das schaue ich mir morgen in Ruhe an und nehme euch natürlich wieder mit auf Entdeckungstour. So ihr denn möchtet!

 

Oh, wie ich mich darauf schon freue. Aber noch mehr fasziniert mich im Moment die Seilbahn. Könnt ihr die Gondeln in der Mitte des Bildes erkennen? Damit muss ich auf jeden Fall fahren. Da führt kein Weg dran vorbei.

 


Nicht morgen und auch nicht übermorgen aber in drei Tagen werde ich nicht locker lassen um mir Barcelona und den Hafen im Speziellen aus der Vogelperspektive anzuschauen.

Es wird, wieder einmal so einiges schief gehen und ich werde mir „die Füße platt laufen“, aber all die Mühe wird durch eine grandiose Aussicht mehr als entlohnt. Ihr dürft also gespannt sein und bleiben.

 

„Wieso fährst du nicht mit dem Fahrrad?“ könnte der ein oder andere mich fragen. „Gute Idee, aber nix für mich!“ wäre dann die ehrliche und direkte Antwort.

Mittlerweile durchkreuzen ca. 250 km Radwege die Gaudi-Stadt, es gibt zahlreiche Anbieter für geführte Touren und Leihräder stehen an jeder Ecke.Mehr Info dazu gibt es mit Klick hier.

 

Mir wäre das aber alles viel zu lästig und hinterlich. Fahrrad abstellen, abschließen, Sachen auspacken und wieder einpacken und all solch Kram.

 

 

 

Nein, da laufe ich lieber einfach drauf los. Kann anhalten wo und wann ich will und nach Herzenslust fotografieren. Das ist eher so mein Ding.

 

 

16:45 Uhr in Barcelona und die Kehle brennt. „Hast du auch Appetit auf ein kühles Bierchen?“ „Du stellst aber seltsame Fragen!“ Wer jetzt welchen Teil der Unterhaltung von sich gegeben hat ist völlig egal denn wenn es um ein kühles Bier geht sind wir uns immer einig.

Ansonsten aber auch fast immer. Läuft! Läuft sogar seit über 13 Jahren sehr gut! Und heute (08.08.2017 geschrieben) feiern wir immerhin schon unseren 9. Hochzeitstag.

 

Ja, lieber Leser gut aufgepasst, geheiratet haben wir am 08.08.08! Daher auch der Name unserer ersten Reiseseite www.unterwegs888.de

Und so landen wir, wie könnte es anders sein im Hard Rock Café  (am Plaça de Catalunya, 21) und schauen dem Barkeeper beim Cocktail mixen über die Schulter. Anderen Leuten bei der Arbeit zuschauen „hat was“, besonders wenn sie so talentiert sind wie dieser junge Mann.

 

 

Um halb sechs stehen wir wieder draußen und warten auf den 18 Uhr Shuttle. „Wollen wir noch mal kurz zu den Springbrunnen?“ frage ich und schwupps stehen wir auf der anderen Straßenseite zwischen unzähligen Tauben.

 

Schau hier und staun dort und ehe wir uns versehen ist es 17:55 Uhr und wir stehen am anderen Ende des riesigen Platzes. Wie konnte das denn passieren? Jetzt aber mal flott! Über die rote Ampel und so schnell uns die müden Füße noch tragen erreichen wir den wartenden Bus um 17:58 Uhr. Passt! 

Ein herrlich entspannter Tag neigt sich dem Ende. Na klar haben wir nur einen Bruchteil von Barcelona gesehen, aber erstens setzen die sogenannten „MUST SEE!“ nur unnötig unter Druck und zweitens verbleiben ja noch drei Tage:-) Wir hatten jedenfalls einen sehr relaxten Tag und das ist doch das Wichtigste!

 

 

Am Pössl angekommen zieht es uns noch einmal an den Strand nach Mataró ins „BULULU“. Quasi ein Abschiedsbierchen. Denn morgen heißt es in der Früh „Bye bye my love“ and „Hello Barcelona again!“

Durch das Bilderbuch zum heutigen Reisetag könnt ihr euch mit Klick hier blättern.

 

Schaut also gerne wieder vorbei und denkt bis dahin immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare – Formular am Seitenende!


2 Kommentare

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