Sonnenanbeter

HISTORISCHE ALTSTÄDTE NRW: LIPPSTADT UND RHEDA-WIEDENBRÜCK

ZU Fuß DURCH LIPPSTADT: Entlang ev. Marienkirche (um 1220 geweiht) im Herzen der Stadt durch hübsche Gassen laufen wir zur Stiftsruine aus dem 12. Jahrhundert, die zu den schönsten Kirchenruinen Deutschlands zählt. Neben dem historischen Rathaus und dem Stadtpalais zeugen prächtige Fachwerkhäuser mit wertvollen Balkenschnitzereien von Tradition und Beständigkeit. Mit ihrer gepflegten und großzügigen Fußgängerzone in der „Lange Straße” hat sich Lippstadt zu einer der beliebtesten Einkaufsstädte der Region entwickelt. Was uns besonders gut gefallen hat zeigen wir euch im aktuellen Reisebericht. Lasst euch inspirieren!

WARSTEIN INTERNATIONALE MONTGOLFIADE 2017

 

 

Nach unserem begeisterten Besuch der 27. WARSTEINER MONTGOLFIADE fahren wir am Samstagmorgen weiter nach Lippstadt und besuchen am Sonntag Rheda-Wiedenbrück. Lasst euch zwei sehenswerte historische Städte in NRW zeigen.

Bei meinen Recherchen zum Beitrag „Lemgo“ habe ich zufällig die Seite „Historische Ortskerne NRW“ entdeckt. Da Lippstadt nahe Warstein liegt fahren wir die knapp 40 km gemütlich über Landstraßen durch das Sauerland und parken den Pössl auf dem schönen und kostenlosen Stellplatz an der Bückeburger Straße.

 

LIPPSTADT IST CAMPERFREUNDLICH

 

Wohnmobile können auf einem neu errichteten Stellplatz  vor den Toren der Altstadt im Westen südlich des Kombibades an der Bückeburger Straße parken. 

 

Hier ist Platz für elf Wohnmobile. Die größer dimensionierten Plätze wurden mit einer Ver- und Entsorgungsstation ausgestattet. Lippstadt-Besucher, die mit ihrem Mobil anreisen, können hier für 1 Euro 100 Liter Frischwasser tanken und ihr Abwasser entsorgen.

Die Stromversorgung kostet jeweils einen Euro für vier Stunden.  Die Übernachtung ist gebührenfrei und der Weg in die Altstadt ist vorbildlich beschriftet. Mit Klick findet ihr hier „Camping- und Stellplätze in und um Lippstadt“ mehr Info.

 

 

LIPPSTADT UND SEINE GESCHICHTE

 

 

Das im Kreis Soest zwischen Dortmund und Paderborn gelegene Lippstadt ist mit etwa 70.000 Einwohnern die größte Stadt des Kreises.

Archäologische Funde belegen die Anwesenheit der Römer am Ufer der Lippe vor etwa 2000 Jahren.

 

 

Bedingt durch ihre Lage am Fernhandelsweg von Frankfurt am Main zu den Seehandelsplätzen im Norden, der hier an der Furt die Lippe überquerte, entwickelt sich die quadratisch angelegte Stadt zu einem Handelsknotenpunkt, der bereits 1220 das Stadtrecht und zehn Jahre später auch das Münzrecht erhält.

 

 

Den Dreißigjährigen Krieg übersteht man weitgehend unbeschadet, vielleicht weil der Rat die Stadt jeweils kampflos übergibt und die kriegsführenden Parteien Lippstadt mehrfach wechselnd als Einquartierungsort nutzen.

 

 

Um 1800 hat Lippe etwa 3.000 Einwohner. Durch die um 1820 einsetzende Industrialisierung wächst die Stadt rasant, innerhalb von 30 Jahren verdoppelt sich die Einwohnerzahl. 1902 leben bereits 13.000 Menschen in der Stadt.

 

Altstadtrundgang Lippstadt
Altstadtrundgang Lippstadt

 

Obwohl die Lippstädter Metallindustrie mit Beginn des 2. Weltkrieges auf Anweisung der Nationalsozialisten Waffen und Kriegsgerät produziert, bleibt die Stadt von schweren alliierten Bombenangriffen verschont.

 

Lippstadt - fast wie in Venedig
Lippstadt – fast wie in Venedig

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirtschaftlich beginnt nach der Währungsreform der steilste Aufstieg in der Geschichte der Stadt, der sehr eng mit der Lampenfabrik Hella KG Hueck & Co verbunden ist. 

 

LIPPSTADT UND DIE LIPPE

 

 

Das “Venedig Westfalens” ist von zahlreichen Wasserläufen der Lippe durchzogen. Die Lippe, der Fluss, dem Lippstadt seinen Namen verdankt, prägt mit seinen kleinen Kanälen und Seen das Stadtbild.

Der Wohnmobilstellplatz ist knapp 100 m vom Wasser entfernt und dort starten wir unseren Spaziergang durch die Stadt.

 

Mühlrad am Tivoli Eck
Mühlrad am Tivoli Eck

 

 

Zunächst laufen wir einfach so „auf´s Grade wohl“ am Wasser entlang und entdecken in der Nähe der Tivoli Insel (24) das Mühlenrad.

100 000 Euro teuer und „absolut spannend“ war 2016 die Installation des neuen Blickfanges für die Altstadt. Das mächtige Wasserrad aus der ehemaligen Burgmühle ist 2,20 m breit und knapp 7,50 m hoch und dreht sich mit drei bis vier Umdrehungen pro Minute.

Am Stellplatz waren, sehr löblich, mehrere Flyer neben dem Stadtplan erhältlich. Mit der nachfolgenden Übersicht „bewaffnet“ erkunden wir ab dieser Sehenswürdigkeit die Altstadt von Lippstadt.

 

 

 

 

EIN SPAZIERGANG DURCH DIE ALTSTADT VON LIPPSTADT

 

 

Frank läuft mit dem Stadtplan vorweg und ich suche, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, das nächste Objekt. Hier sei der Stadt Lippstadt ein dickes Lob ausgesprochen. Sowohl der Plan als auch die Beschilderung sind vorbildlich.

 

Skulptur am Tivoli Eck in Lippstadt
Skulptur am Tivoli Eck in Lippstadt

 

 

Kurz frage ich mich am Tivoli Park ob die entblößte Dame vielleicht frieren könnte und was der “Narr” von Wilfried Koch gerade so denkt, als Frank schon wieder aus meinem Sichtfeld entschwunden ist. Gut, dass er stets den Hut auf dem Kopf trägt – so finde ich ihn besser!

 

"Narr" von Wilfried Koch
“Narr” von Wilfried Koch

 

Auf unserem Weg zur „Startnummer (1) Bürgerbrunnen” entdecken wir schon die ersten von vielen fotogenen Fachwerkhäusern.

 

Fachwerkhäuser in Lippstadt
Fachwerkhäuser in Lippstadt

 

 

 

 

 

 

BÜRGERBRUNNEN – BEWEGLICH UND IMMER WIEDER ANDERS

 

Der Bürgerbrunnen stellt die Handwerkerzünfte historisch dar und lädt ein die einzelnen Figuren zu bewegen. Die Arme, Köpfe und Hände können in viele Richtungen bewegt werden.

Erinnert ihr euch an den Kanzlerbrunnen in Lemgo? Dort spielten die Kinder auch besonders gerne an den Händen und Füßen der Figuren herum.

 

Bürgerbrunnen Lippstadt
Bürgerbrunnen Lippstadt

 

 

In der Nähe dieses Brunnens befinden sich auch die nächsten drei Punkte unserer „Alttstadtwanderung“: Die Marienkirche, die Evangelische Pfarrkirche und das Stadtmuseum.

 

 

STIFTSRUINE – BEDEUTENDES BAUDENKMAL WESTFALENS

 

 

Die Kleine Marienkirche ist die denkmalgeschützte Ruine der ehemaligen Stiftskirche St. Marien in Lippstadt.

 

Das ehemalige Augustiner-Nonnenkloster
Das ehemalige Augustiner-Nonnenkloster

 

 

Das ehemalige Augustiner-Nonnenkloster wurde 1207 in einer päpstlichen Bestätigung erstmals erwähnt. Der Bau wurde gegen 1240 mit dem doppelgeschossigen Nonnenchor begonnen. Gemäß dem Zisterziensischen Geist bestimmten einfache und klare Formen die Vorgehensweise.

 

Ruine des ehemaligen Augustiner-Nonnenkloster
Ruine des ehemaligen Augustiner-Nonnenkloster

Ab etwa 1281 begann der Umbau zur Hallenkirche. Die Fenster wurden als frühgotische Maßwerkfenster angelegt.

Die Kirche wurde 1831 wegen Baufälligkeit geschlossen. König Friedrich Wilhelm IV. verfügte 1855 die Erhaltung der Ruine. Der Bau gehört zu den bedeutenden frühgotischen Baudenkmälern in Westfalen.

Diese Ruine gefällt mir besonders gut erinnert sie mich doch sehr an die wunderschöne und fast mystisch wirkende Ruine Abbaye du Beauport, die wir uns in der Bretagne angeschaut haben.

 

ALTSTADT UND RUNDGÄNGE

 

Ehe ich jetzt detailliert sämtliche Punkte aufliste lasse ich einfach die Bilder sprechen und verweise euch auf die übersichtliche Seite historischer Orte NRW. Dort sind sowohl der Stadtplan als auch sämtliche Sehenswürdigkeiten aufgelistet.  

 

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Ihr habt keine Lust mit Stadtplan bewaffnet durch Lippstadt zu laufen? Kein Problem, denn für solche Besucher bietet die Stadt Lippstadt verschiedene geführte Touren an. Weiterführende Info gibt es mit Klick hier.

Die Baudenkmäler Lippstadts sind bei Wikipedia aufgeführt und teilweise mit weiterführenden Links versehen.

 

Es wird am Nachmittag tatsächlich so warm, dass wir uns am (20) Metzgeramtshaus ein Bierchen im Freien gönnen können. Danach überqueren wir noch einmal den Platz vor dem Rathaus und laufen am schönen Bürgerbrunnen vorbei.

 

 

Wir wollen ans Wasser und entlang der „blauen Linie“ zum Pössl zurück laufen. Der Wasser-Rundgang ist an weiteren 14 Stellen beschildert und insgesamt ca. 4,4 km lang.

Er verläuft, wie zu vermuten ist, entlang der Lippe und dem Schifffahrtskanal schön im Grünen. Nach reichlich km durch die Gassen von Lippstadt und städtischen Eindrücken ist uns der Wechsel ins Grüne sehr willkommen.

 

 

STEINWEHR – UND EINE SELTSAME TAFEL

 

 

Im Jahre 1711/1712 wurde dieses Wehr zum Aufstau des Wassers in den Festungsgräben von Ingenieur Capitain de la Broue erbaut. Es ersetzte  eine hölzerne Stauanlage des preußischen Festungskommandanten Von Müntz.

Beim Bau wurden Steine des mittelalterlichen Lippertores verwendet. Die Anlage wurde im 19. Jh. umgebaut und erweitert und 1984 restauriert.

 

 

So habe ich die dort angebrachte Tafel verstanden. Hat hier jemand den Text aus einer fremden Sprache bei Google Translate übersetzen lassen und ihn 1:1 auf die Informationstafel “geklöppelt”?

Lest euch einmal den Text auf dem nachfolgenden Bild durch – verständlich ist das nicht – oder? Ich hoffe, dass meine „Übersetzung“ der Wahrheit recht nahe kommt.

 

 

 

LICHTPROMENADE – WÄRE SICHER SCHÖN GEWESEN

 

Eigentlich wollten wir uns abends noch die Lichtpromenade anschauen. Vom Mattenklodtsteg, dem Tor zum “Grünen Winkel”, über den Lippebug, am Kanal entlang bis zum Soesttor sind inzwischen vierzehn Installationen deutscher Lichtkünstler entstanden.

Die Lichtkunstobjekte werden parallel zur Straßenbeleuchtung ca. 30 Minuten nach Sonnenuntergang in Betrieb genommen.

 

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Klingt total toll und ich liebe solche Installationen, aber um bei der Wahrheit zu bleiben „ich hatte einfach keine Lust mehr“. Das kommt nicht oft vor, aber in Lippstadt war es einfach so.

 

Fazit unseres Besuches: Lippstadt ist sehr abwechslungsreich! Kleine Gassen, verschwiegene Ecken und wunderbare architektonische Schmuckstücke (z.B. viele schöne Haustüren s.o.) findet man hier reichlich und gut beschriftet. Dazu viel Grün, noch mehr Wasser und ein kostenloser Wohnmobil Stellplatz!

Wir kommen bestimmt noch einmal wieder und wer weiß, vielleicht schauen wir uns dann auch die Lichtpromenade und die Stadt vom Wasser aus an.

 

RHEDA-WIEDENBRÜCK

 

Wie schon im vorherigen Reisebericht „Warstein“ erwähnt bin ich eher zufällig über die Seite „RADROUTE HISTORISCHE STADTKERNE NRW“ gestolpert. Waren wir gestern noch in Lippstadt liegt auf der Route gen Norden und somit auf dem Heimweg Rheda-Wiedenbrück.

Mühle am Schloss Rheda
Mühle in der Nähe vom Schloss Rheda

 

 

 

Am Sonntagmorgen treffen wir uns recht spontan mit (ortsansässigen) Freunden um zehn Uhr bei strahlendem Sonnenschein zu einem gemeinsamen Stadtrundgang durch Rheda-Wiedenbrück.

 

RHEDA UND WIEDENBRÜCK

 

Rheda wurde 1088 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung des Klosters Marienfeld fand im Jahr 1185 statt. Die Stadtrechte erhielt Rheda 1355.

Wiedenbrück wurde vermutlich 785 gegründet und erhielt vor 1200 die Stadtrechte.

 

RHEDA-WIEDENBRÜCK

 

Rheda-Wiedenbrück entstand 1970 im Zuge der Kommunalreform durch Zusammenlegung der Städte Rheda und Wiedenbrück und umliegender Gemeinden.

Die Doppelstadt liegt innerhalb der Emssandebene in der Westfälischen Bucht südlich des Teutoburger Walds, der etwa 30 km entfernt ist. Quer durch beide Stadtteile verläuft die A2 und längs fließt die Ems hindurch.

Die Ems und die Umflut umfließen die Wiedenbrücker Altstadt und fließen hinter dem Emssee auf Höhe des Ratsgymnasiums wieder zusammen.

RHEDA-WIEDENBRÜCK
Wasser gibt es reichlich in Rheda-Wiedenbrück

 

Die Ems durchfließt danach das Gelände der Landesgartenschau von 1988, verbindet das Wiedenbrücker Zentrum mit dem Zentrum von Rheda und verlässt das Stadtgebiet im nördlichsten Zipfel.

Außerhalb der Siedlungsflächen ist die Stadt geprägt von Landwirtschaft. Für das Umfeld relativ große Wald- und Forstgebiete befinden sich im Osten des Stadtteils Rheda und mit dem Rhedaer Forst nordöstlich der Stadt zwischen der Ems und der Nachbarstadt Gütersloh.

Zu Beginn unseres Spazierganges schauen wir uns im Flora Westfalica um.

 

FLORA WESTFALICA

 

Flora Westfalica ist der jetzige Name des Landesgartenschaugeländes aus dem Jahre 1988. Die Flora verbindet die etwa 2,5 km auseinanderliegenden Stadtteile Rheda und Wiedenbrück entlang des Flusslaufes der Ems.

 

Flora Westfalica GmbH
Flora Westfalica

Wir starten im Stadtteil Wiedenbrück. Am Eingang steht eine große Übersichtskarte und es steht sofort fest – hier können wir uns heute nur einen kleinen Eindruck verschaffen.

 

Flora Westfalica Streichelzoo
Flora Westfalica Streichelzoo

Vorbei am Streichelzoo und durch Wiese, Wald und Weidelandschaft erreichen wir ein Weilchen später das Schlossgelände in Rheda.

Unterwegs treffen wir eine ältere Dame und unsere Freunde erklären ihr, dass man den Münsterländern (also uns) Rheda-Wiedenbrück zeigen wolle.

Schloss Rheda
Schloss Rheda

 

 

„Aber doch hoffentlich nur das schöne Wiedenbrück – oder?“ fragt die Dame erstaunt, fast vorwurfsvoll. „Nur kurz zum Schloss…!“ lautet die fast entschuldigende Antwort unserer Freunde.

Wir erfahren, dass der Zusammenschluss von Rheda und Wiedenbrück „primär auf dem Papier“ stattgefunden hat.

Diese Verbundenheit zur Heimatstadt findet man in fast allen Orten die aus welchen Gründen auch immer vor Jahrzehnten zusammengeschlossen wurden.

 

SCHLOSS RHEDA

 

Das Wasserschloss Rheda wurde erstmals 1170 erwähnt. Widukind errichtete am Emsübergang zwischen Münster und Paderborn eine Wasserburg und nach dessen Tod ging die Herrschaft nach 1190 an Bernhard II. zur Lippe. Bernhards Nachfolger Hermann II. baute die Burg Rheda zu einer der größten Burgen Norddeutschlands aus.

 

Schloss Rheda
Schloss Rheda

Durch Heirat gelangten Burg und die Herrschaft Rheda 1557 in den Besitz der Grafen von Bentheim.

Schloss Rheda
Schloss Rheda

 

Das Schloss wird bis heute als Wohnsitz von der Familie des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda genutzt und ist in Teilen als Museum zugänglich.

 

Schloss Rheda

 

 

Den mächtigen, über 800 Jahre alten Turm des Schlosses Rheda erkennen wir von weitem.

 

Während unseres Besuches bereitet sich man sich vor dem Schloss auf das Event Baroc’n’Picnicvor. Die Bühne ist bereits aufgebaut und davor stehen Stuhlreihen, die auf die Besucher am Nachmittag warten.

Leider ist das Schloss als solches wegen Bauarbeiten geschlossen und wir können es nur von einer Seite anschauen bzw. fotografieren.

 

 

Wer sucht der findet auch – Motive gibt es hier reichlich. Mir springt, dank Rikes Tipp!, der hübsche Briefkasten ins Auge. Die Mühle und der schöne Garten daneben sind auch einen zweiten Blick (durch die Kamera) wert. Ach, hier könnte ich stundenlang herumlaufen…

 

ALTSTADT WIEDENBRÜCK

 

Das für seine Geschlossenheit einst berühmte Stadtbild von Wiedenbrück wurde durch Abbrüche und Neubauten vielfach gestört.

Jedoch ging die Umgestaltung der Innenstadt hin zu Neubauten in den siebziger Jahren nicht so weit wie im Ortsteil Rheda.

Die Zahl älterer Wohnhäuser im historischen Stadtkern ist noch immer beachtlich. Hierbei handelt es sich zumeist um giebelständige Fachwerk-Dielenhäuser, die zum Teil mit Schnitzereien versehen sind.

Fachwerkschnitzerei in Wiedenbrück

 

 

Charakteristisch für diese Bauten ist die hohe zweigeschossige Diele, die an der Straße durch ein großes Tor erschlossen wird. Tore werden wir auf unserem Rundgang so einige bestaunen können.

Das Haus am Klingelbrink 25 mit seinem reich verzierten Torbogen stammt aus dem Jahre 1582.

In der Langen Straße finden sich zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten des frühen 17. Jahrhunderts. Besonders schön ist die Baugruppe Nummern 27–35.

Anker Villa

 

 

Mir fällt die Anker Villa besonders auf, vielleicht wegen des maritimen Erscheinungsbildes. Das derzeit zweit älteste bekannte Haus der Stadt wurde 1468 errichtet. Es dient jetzt als Café.

 

Schnitzereien am Ratskeller

 

 

Die schönen Fachwerkschnitzereien am Ratskeller (Markt 11) sind unübersehbar. Was mag der Künstler uns damit sagen wollen?

Am Markt angekommen gönnen wir uns erst einmal einen Kaffee in der Sonne. Das Wetter meint es heute wieder gut mit uns.

 

Markt Wiedenbrück

 

Die ehemaligen Besitzer sind auf dem nachfolgenden Torbogen unten rechts und links verewigt. Wenn ich es richtig verstanden habe sollen sie sich so wenig gemacht haben, dass sie sich hier „auf ewig“ nicht anschauen müssen oder wollen. Die Verzierungen sind auf jeden Fall einen Blick wert.

Altstadt Wiedenbrück

 

 

 

 

Gewiss gibt es in der Altstadt noch viele weitere schöne Gebäude die es zu entdecken gilt. Sie stehen seit Jahrzehnten und bleiben sicher bis zu unserem nächsten Besuch dort stehen.

 

ALLTAGSMENSCHEN

 

Es sind allesamt in der Tat Personen des Alltags, aber alltäglich sind sie längst nicht. Zum 12. Mal können die Besucher in Rheda-Wiedenbrück an 24 Stationen die Figuren der Wittener Bildhauerin Christel Lechner bewundern.

Einfühlsam und bemerkenswert ausgearbeitet wurden sie mit Kelle und Spachtel geformt und modelliert. Alltäglich im Ausdruck, nie vollkommen in ihrer Erscheinung. Kurz gesagt: »Es sind Menschen wie du und ich!«

 

Franziskaner und die vier Nonnen

 

An der Marienkirche entdecken wir den „Fansziskaner und die vier Nonnen und in der Nähe direkt auch den „Beobachter“ und den Mann mit Hut in der Marienstraße.

 

Ganz in der Nähe entdecke ich noch das „Hamburger Paar“ am Marktplatz. Es scheint als sollten sie von der Figur am Brunnen verspeist werden.

Alltagsmenschen in Wiedenbrück Alltagsmenschen in Wiedenbrück

 

 

Ein kleines Stückchen weiter steht der gewichtige Koch an der „Tischinszenierung“.

Frau mit Einkufswagen

 

Die “Frau mit Einkaufswagen“ in der Einkaufsstraße könnte man zu geschäftigen Zeiten sicher aus Versehen umlaufen. Sie sieht sehr echt und wie alle Figuren freundlich aus.

Auf dem Heimweg treffen wir noch einige Alltagsmenschen wobei mir im Moment egal ist wie sie heißen.

Sonnenanbeter

 

 

Die Sonnenanbeter mitten im Blumenbeet an der Hauptstraße gefallen mir auf jeden Fall noch besonders gut. Die Dame, die gemütlich auf der Gartenbank liegt, natürlich auch.

Alltagsmenschen Wiedenbrück

 

 

Das Schwein Eberhard, das „Heidi Esemble das rote Sofa und einige andere sicherlich sehenswerte Objekte entdecken wir während unseres Spazierganges leider nicht.

Vielleicht kommen wir ja noch einmal wieder nach Wiedenbrück um uns alle Figuren und auch den schönen Park noch einmal ausführlicher anzuschauen?

Eine Übersicht und weitere Info zu diesen Figuren findet ihr mit Klick hier.

Sollte Wiedenbrück für euch zu weit entfernt sein ist Mosbach vielleicht besser zu erreichen. Dort gastieren die liebenswerten Figuren noch bis zum 07. November dieses Jahres.

Weitere Info: Alltagsmenschen in Mosbach

 

Altstadt Wiedenbrück

 

Nach einem letzten Blick durch die Giebel auf den Kirchturm und einer kurzer Strecke durch den Park sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt.

 

Wiedenbrück

 

 

 

 

Nach einer Tasse Kaffee bei unseren Wiedenbrücker Freunden heißt es Abschied nehmen denn „die Heimat ruft“.

Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Ortskundigen und versprechen bald einmal wieder zu kommen. Schön war´s in Wiedenbrück.

Info für die Wohnmobilisten unter euch, es gibt insgesamt drei kostenlose Wohnmobilstellplätze:

Stellplatz der Westfalia Mobil GmbH

Gebührenfreier Stellplatz für 10 Mobile außerhalb von Wiedenbrück. Der Stellplatz liegt auf einem Parkplatz. Befestigter Untergrund. Strom: 0,50 Euro/kWh. Ganzjährig geöffnet.

Stellplatz Am Werl

Gebührenfreier Stellplatz für 10 Mobile in Rheda. Der Stellplatz liegt auf einem Parkplatz. Überwiegend ebener Platz. Befestigter Untergrund. Freizeitmöglichkeiten im Umkreis: Hallenbad. Wasser: 1 Euro/Tag. Maximaler Aufenthalt: 3 Nächte. Ganzjährig geöffnet.

Stellplatz am Hallenbad

Gebührenfreier Stellplatz für 6 Mobile am Ortsrand von Rheda-Wiedenbrück. Der Stellplatz liegt an einer Sportstätte und auf einem Parkplatz. Überwiegend ebener, sonniger Platz. Befestigter Untergrund. ÖPNV-Anschluss in der Nähe. Service am Platz: Pool/Schwimmbad. Freizeitmöglichkeiten im Umkreis: Dusche und WC im Hallenbad gegen Gebühr Im Preis inklusive: Hunde. Ganzjährig geöffnet.

Blättert gerne durch das großformatige Bilderbuch vom Wochenende “Warstein, Lippstadt und Rheda-Wiedenbrück”.

Wohin es uns am nächsten Wochenende zieht steht noch nicht fest. Wir warten was der Wetterfrosch uns empfiehlt. So wie es ausschaut wird es eher ein Relaxwochenende mit Saunabesuch.

Schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende!

4 Kommentare

    1. Hallo liebe Vivi, danke für deine netten Worte. Die Kommentare und ihre “Nichtfunktion” hat mir schon viele Nerven gekostet, aber es scheint jetzt (wieder) zu funktionieren. Ich freue mich sehr wenn dir die Berichte gefallen. Schönen Abend noch und einen guten Wochenstart!

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...