HALBINSEL COTENTIN, UNHEIMLICHER NEBEL UND DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS

Dieser Reisetag wird so einige Überraschungen für uns bereit halten. Sightseeing in Valognes, „dichte Mist“ in Jobourg, very happy am Cap de Carteret und ein feuchtfröhliches Finale in Granville. What a Day!

Wir starten am Sonntagmorgen in Grandcamp Maisy und fahren auf der N13 gen Norden. Über Sainte-Mere-Eglise erreichen wir um kurz nach 11 Uhr Valognes.

 

VALOGNES, DAS GEOGRAFISCHE HERZ DES COTENTIN

 

Valognes, genannt das kleine Versailles der Normandie, empfängt uns freundlich, ruhig und wirkt fast verwaist. Gut so! Mir kommt der Song von Volker Lechtenbring und der Sonntagsbraten in den Sinn „Sonntag morgen“. Wie kommt man auf so etwas… Naja, egal!

Barocke Adelspalais und Straßenzüge künden vom Glanz des Ancien Regime. Trotz erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb das elegante Hotel de Beaumont erhalten.

 

 

Laut Reiseführer beeindrucken im Inneren das monumentale Treppenhaus und Räume mit Mobiliar die mit Möbeln vom 17. bis 19. Jh. ausgestattet sind. Als Outdoorbegeisterte glauben wir diese Information ungesehen und streifen weiter ziellos aber begeistert durch die verlassenen Gassen.

 

Mit der Rue de la Poterie blieb ein fast kompletter Straßenzug des 18. Jh. samt Herrenhäusern und Palais erhalten. Hier fühlt man sich binnen kurzer Zeit wie durch eine Zeitmaschine in eine andere Epoche versetzt.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

Hübsches Detail und zeitlos schön: Pont Saint Georges
Hübsches Detail und zeitlos schön: Pont Saint Georges

 

Am Pont Saint George kann ich mich erst nach etlichen Aufnahmen von der idyllischen Szenerie verabschieden. Welche der folgenden Aufnahmen gefällt euch denn am besten?

 

Das Cidre-Museum im „Maison du Grand Quartier“ beherbergt das einzige Museum in Frankreich, das dem Apfelwein gewidmet ist. Der Besucher erfährt alles Wissenswerte über die Tätigkeit der Apfelweinherstellung, aber dies sei nur rein informativ am Rande erwähnt.

Nach zwei Stunden haben wir genug Eindrücke gesammelt um euch einen Besuch dieser schönen Stadt empfehlen können.

Auf der N13 setzen wir unsere Fahrt in den äußersten Zipfel im Nordosten des Cotentin.

Damit ihr überhaupt eine geographische Vorstellung dieses Reisetages bekommt nachfolgend eine kleine Übersicht.

 

 

Natürlich haben wir eeetwas mehr Zeit für diese Rundtour verwendet. Im Departement La Manche kommt man an einem Besuch des Cotentin nicht vorbei. Laut Reiseführer kann man sich hier erholen und viele interessante Dinge entdecken.

Der blühende Ginster rechts und links der Fahrbahn gefällt uns auf jeden Fall ausgesprochen gut.

 

 

Schön und gut aber was ist das? Exakt auf Höhe der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ist es plötzlich, unaufgefordert und unnötigerweise neblig. Man sieht die Hand vor Augen nicht. Hängt das etwa mit dem unheimlich wirkenden Betrieb zu unserer Rechten zusammen?

Dieser Industriekomplex der Cogema-Gruppe im Gebiet La Hague ist etwa 2,5 Kilometer lang und etwa einen Kilometer breit und wirkt im Nebel echt gespenstisch.

Ebenso gespenstisch und unfassbar sind die Berichte rund um diese Wiederaufarbeitungsanlage. Umweltverschmutzung, erhöhte Krebserkrankung sind nur zwei unschöne Begriffe über die ich bei Recherchen stolpere.

Gegenwärtiger Hauptzweck dieser Wiederaufarbeitungsanlage ist die Trennung von Bestandteilen aus abgebranntem Kernbrennstoff. Damit möchten wir uns hier und heute allerdings nicht beschäftigen und legen die Fahrt gen Norden im nebelangepassten Schneckentempo fort.

 

Laternenidylle im Nebel...
Laternenidylle im Nebel…

 

JOBOURG UND NEZ DE JOBOURG

 

In Joburg legen wir direkt am Friedhof einen Orientierungsstop ein und mir kommt MATERIAs Textpassage vom Titel Welt der Wunder in den Sinn „es bleibt ein mystischer Ort“.

 

 

Während die beste aller Ehehälften frischen Kaffee aufbrühtt, ja so richtig mit Wasserkessel und Filter, stochern ich mich durch den Nebel zum Friedhof.

 

Unheimlich schön, so oder so
Unheimlich schön, so oder so

 

Sieht das nicht gespenstisch schön aus? In Schwarzweiß sogar noch mystischer… Ach, irgendwie reißt mich erst das schrille Pfeifen des Wasserkessels aus meinen Tagträumen.

Sonntagnachmittag halb zwei in Jobourg am Friedhof fällt bei Kaffee und Keksen die Entscheidung auf die 3,5 km Geisterfahrt zum „Nez de Jobourg“ zu verzichten.

 

Nah dran, aber bei dem Nebel sagen wir „Nein danke!

 

Nez de Jobourg ist der Name der Felsklippen, die 128 Meter hochragen und die zu den höchsten auf dem europäischen Kontinent zählen.

Nez de Jobourg wird als Überwachungsposten für den Schifffahrtverkehr auf dem Meer genutzt. Der CROSS-MA, ungefähr 170 Meter hoch gelegen, überblickt den Ärmelkanal und beobachtet die Cargoschiffe und Tanker entlang des Kaps.

Man kann somit von der Felsnase Nez de Voideries den Panorama auf die Felsnase Nez de Jobourg, die Landspitze von Goury und die Kanalinseln genießen.

Auf der Felsnase Nez de Jobourg, die als Vogelschutzreservat klassifiziert wurde, nisten Haubenkormorane, Eisturmvögel, Silbermöwen und Kolkraben.

Die Felsnase Nez de Jobourg, ist nach dem Mont Saint Michel der zweit meistbesuchte Ort der Region La Manche.

 

Könnt ihr hinter dem Pössl das Windkraftrad erkennen?

 

Aber was nutzt uns all das wenn man es weder sehen geschweige denn fotografieren kann? Nix! Gar nix! Direkt am Pössl können wir vom Windkraftrad nicht einmal die Flügel erkennen.

 

Die Nebel lichten sich… geht doch!

 

Also fahren wir an der Westküste ein Weilchen gen Süden und siehe da, der Nebel lichtet sich. Und das ist auch gut so weil ich sonst doch glatt das braune Schild mit weißer Schritt übersehen hätte.

 

Und wie von Geisterhand strahlt plötzlich die Sonne…

Auf Höhe Beaumont-Hague biegen wir von der D901 rechts ab auf die D403 und jetzt wird es kurvig und landschaftlich traumhaft schön. Welt der Wunder…

 

Mitten in der Natur und weit und breit kein Mensch... unser Ding!
Mitten in der Natur und weit und breit kein Mensch… unser Ding!

 

Und jetzt mal kurz Quasselpäuschen… Wir gehen wandern – kommt mit und genießt Ruhe, viel Grün, tolle Aussichten, hübsche Blümchen, ein kleiner Wasserfall und ach, einfach schön. 

 

Der Wanderweg, auf dem selbst wir uns nicht verlaufen können, führt uns sicher hin und zurück. Und wieder zurück am Pössl sind Nebel und Nez de Jobourg vergessen. Uns geht’s gut und das ist doch wohl das Wichtigste.

 

Weiter geht die Fahrt. Über Vasteville, Benotville und setzen wir unsere Fahrt auf der Route de Cherbourg (D650) gen Süden fort. Und wer sagt’s denn, stehen wir zack, wieder bei strahlendem Sonnentscheiden, am Cap de Cateret😀.

 

CAP DE CARTERET UND HATAINVILLE

 

Über den Dünen von Hatainville thronend bieten die Felsen des Cap de Carteret einen außergewöhnlichen Ausblick auf die Kanalinseln.
Auf dem Felsplateau des Kaps sind Heide und Stechginster der Lebensraum für die Provencegrasmücke, den Kolkraben und den Wanderfalken.

 

Wir laufen bis zum Leuchtturm als sich unsere Wege, also die des zuverlässigen Chauffeurs und meine, für ein Weilchen trennen.

 

Keinen Schritt weiter!

 

 

ER pflegt die Augen und ich marschiere los um euch diese tollen Eindrücke einzusammeln.

 

 

 

Um den Leuchtturm herum tragen die kürzlich restaurierten Trockenmauern zum Erhaltung des Kaps bei und führen mich entlang der Klippen der Côte des Isles.

 

 

 

 

Zwischen dem Cap de Carteret und dem Cap du Rozel erhebt sich die Dünenlandschaft von Hatainville bis in eine Höhe von über 60 m und bedeckt Felsen, die älter als 70.000 Jahre sind. Vom Meer bis zum höchsten Gipfel der Dünenlandschaft ist die Vegetation stufenförmig angeordnet.

Zahlreiche seltene Arten leben in den Dünen, deren Farben sich mit den Jahreszeiten ändern: vom Blau des Strandroggens über das Violett des Sand-Thymians und das kräftige Rosa des Pyramiden-Hundswurz bis hin zum Gelb und Braun des großen Spinnen-Ragwurz. Zugegeben ich bin kein Botaniker. Mir reicht wenn mir Blümchen und Pflanzen gefallen. Und derer gibt es hier reichlich.

 

Könnt ihr die Strandläufer erkennen?

 

 

Von hier oben sehen die Strandläufer winzig aus. Und ich will auch dorthin. Im zweiten (oder dritten?) Anlauf finde ich den passenden Weg und juchhuuuu stehe ich ein Weilchen später am Meer.

 

Wunderschöne Wanderweg ziehen sich am Strand entlang

 

Der Strand, die Felsen und insgesamt alles macht mich fast melancholisch. Welt der Wunder… Ich kriegs nicht aus dem Kopf.

 

Sind sie nicht hübsch? Die Badehäuschen von Carteret…

 

Auf dem Weg zum Strand entdecke ich die Badehäuschen von Carteret. Sind sie nicht hübsch? Die schauen wir uns auf dem Rückweg noch aus der Nähe an… weiter geht´s!

 

Nachdem ich etliche Strandeindrücke und viele Muschelkolonien fotografiert habe sind die Badehäuschen mein „Objekt der Begierde“. Ich zeige euch nachfolgend nur 4 von schätzungsweise 30 Aufnahmen.

 

 

 

 

 

Spiegelbilder üben analog zu Laternen, Brücken, Landschaften und Parkbänke eine magische Wirkung aus.

„Ich muss da wieder hoch!“ denke ich so bei mir und „ob Schatzi wohl noch schläft?“

Von hier unten am Strand sehen wiederum die Menschen oben auf dem Wanderweg sehr winzig aus…

 

Und so laufe ich den gleichen Weg wieder zurück. Jetzt bloß keine Experimente😀

Es ist schon ziemlich merkwürdig, aber bereits am vierten von insgesamt 25 Reisetagen freue ich mich auf unseren 10 tägigen Urlaub Ende September.

Hierher möchte ich auf jeden Fall noch mindestens einmal reisen. Der Wunsch diese Info Fränki mitzuteilen lässt mich zum Pössl zurück „fliegen“. Ich denke die folgenden Bilder lassen diesen Wunsch nachvollziehen.

 

Viel geschlafen hat er nicht, sagt er jedenfalls, aber nichts desto trotz muss ja irgendein Ziel ins Navi eingegeben werden.

„In Granville gibt es einen schönen Stellplatz“. Diese Feststellung reicht meinem Chauffeur um die Daten ins Navi einzugeben. Auf geht’s gen Süden über die D650.

 

Auf den ersten Blick sieht diese Brücke recht normal aus…

 

Unterwegs entdecken wir im Vorbeifahren bei Pont de la Roque eine interessante Brücke. „Halt mal an!“ Aber Frank hatte sie (die Brücke) auch schon entdeckt und kurze Zeit später schauen wir uns diese Brücke aus der Nähe an.

 

 

 

Hier könnte ich Stunden wenn nicht Tage durch die Gegend juckeln. Einfach nur so. Aber um 19.17 Uhr Ortszeit erreichen wir den Stellplatz in Granville (Info dazu am Ende des Berichtes) und ein phantastischer Reisetag nähert sich dem Ende. Dachten wir jedenfalls bei der Ankunft auf dem Stellplatz.

 

Hatte ich erwähnt, dass wir sehr kommunikativ sind. Leser, die uns kennen wissen es, den Neulingen sei es kurz erwähnt.

 

Möwe auf Laterne vor ziemlich dunklem Himmel - was soll das denn jetzt?
Möwe auf Laterne vor ziemlich dunklem Himmel – was soll das denn jetzt?

 

 

Auf jeden Fall entdecke ich beim Versuch eine Möwe (auch so ein Lieblingsmotiv, aber bei uns daheim fliegen diese „Viecher“ ja ständig weg) ein weiteres „ST Kennzeichen“.

Ein fröhliches Hallo und abgekürzt … war die Party im Gange😎🍺🍸

Mit der lieben Marianne und ihrem unterhaltsamen Lars verbringen wir einen unverhofft feuchtfröhlichen Abend.

Die erste Stunde verbringen wir zu viert in unserem Pösl dann setzen wir diesen geselligen Abend drüben bei Marianne und lars fort. Und dann schüttet es plötzlich unglaublich heftig. Es regnet nicht sondern als hört sich an als hätte dort oben jemand den kompletten Schieber zur Seite gezogen und der Regen von Wochen würde sich lokal auf diesen Stellplatz ergießen.

„Sind unsere Dachluken alle zu?“ Etwas fragend schaut Fränki schon aus der noch trockenen Wäsche, macht sich aber vorsichtshalber auf den Weg um sich zu vergewissern.

Natürlich waren alle Dachluken ordnungsgemäß verschlossen. Leider gibt es keine Aufnahme um euch die nassen Klamotten zu zeigen, aber glaubt es mir, er war wirklich bis auf die Unterhose bleddernaß. Nach einigen Bierchen und Weinchen findet man soetwas ja sogar witzig. Wir drei noch mehr als Frank! Marianne hat aber mit reichlich Handtüchern den Schaden begrenzt und wir uns erst sehr spät von den Beiden verabschiedet.

Unsere Wege haben sich nach Granville leider getrennt, aber dieser Abend mit euch war die Krönung eines wunderschönen Tages. What a day😎

 

Weitere Informationen zur Normandischen Halbinsel Cotentin gibt es mit KLICK hier

Details zum Stellplatz in Granville erfahrt ihr mit KLICK hier

Noch mehr Info zu Jobourg und Nez de Joburg gibt es mit KLICK hier

Eine kleine kleine Videozusammenfassung dieses Tages gibt es mit KLICK hier

Morgen laufen wir bei Nieselregen durch Granville, statt eines Besuches vom „Le Mont Saint Michel“ entscheiden wir uns für die größte Alligatoren-Kolonie Europas, klettern auf den Mont Dole, lassen Saint Malo rechts liegen und werden auf dem Stellplatz in St. Michel-en-Greve von den drei Musketieren überrascht. Schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES
AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag.

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post:

4 Kommentare

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...