BYE BYE FEHMARN – HELLO LÜNERBURGER HEIDE

Wie der Titel schon sagt sind wir unterwegs auf Fehmarn, verlaufen uns in Ratzeburg und genießen den Sonnenuntergang in der Lüneburgerheide. Am Sonntag springen wir förmlich aus dem Bett und wandern sowohl durch die Osterheide als auch durch das Pietzmoor. Lasst euch ein wenig in die Heide entführen…

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Teil eins endete mit dem versöhnlichen Sonnenuntergang in einem Ort namens Orth. Versöhnlich weil uns die Preise für einen Stellplatz „ohne alles“ auf Fehmarn doch ein wenig verstimmt hatten aber Haken dran und den Tag geniessen.

Da greift ein Lieblingsspruch:

Glücklich ist

wer vergisst

was nicht mehr zu ändern ist

PUNKT!

Würde ich das doch im Job auch immer beherzigen… Stöhn!

So, ungefragt wollten diese Worte jetzt raus und ich denk so – lass sie doch! Sind ja schon alt und können auf sich selbst aufpassen…

20160820_100108

FLÜGGER LEUCHTTURM – UND SEIN TOLLES TREPPENHAUS

Vor lauter Sorge wir könnten auf dem schmalen Weg zum Leuchtturm, es gibt nur den einen, in einen Stau geraten machen wir uns früh auf den Weg.

20160820_101429

Wir entern einen Parkplatz mit garantierter „Nicht zuparken können Garantie“ und laufen die letzten 1,5 km entspannt und gut gelaunt  bis zum Flügger Leuchtturm.

Noch zeigt sich die Sonne nicht und daher sind die ersten Bilder des 1915 erbeuten Turmes eher etwas duster.

20160820_102554

Nachdem 2009 am Treppenhaus erhebliche Mängel festgestellt wurden sind die 162 Stufen in fröhlichem himmelblau allein schon einen Besuch wert. Wie gefällt euch dieses „Schneckenhaus“?

Der Mann unten in der Mitte ist nur Deko und ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Und während wir die Aussicht über den Krummsteert, die Fehmarnsundbrücke hinweg bis nach Staberhuk und auf der anderen Seite nach Heiligenhafen und Großenbrode  in zahlreichen Bildern festhalten kommt wie bestellt die Sonne zum Vorschein. Das Leben ist schön!

Nach einem kurzen Gang zum Strand lässt sich der fast 40 m hohe Turm wesentlich besser ablichten. Fein!

 

FEHMARNSUNDBRÜCKE – WAHRZEICHEN MIT VERFALLDATUM

 

„Ich möchte gerne die Fehmarnsundbrücke aus der Nähe fotografieren!“

„Ja, dann fahren wir da mal hin…“ spricht der Gatte und fährt uns erst einmal unter dieses superschöne Bauwerk dessen Tage leider gezählt sind.

20160820_113629

Mehr als eine Sehenswürdigkeit ist die Fehmarnsundbrücke das Wahrzeichen der Insel Fehmarn.

Die über 900 Meter lange Brücke verbindet Fehmarn mit dem Festland und ist schon weitem erkennbar. Das vielfotografierte Baudenkmal gilt daher als Tor zu Fehmarn.

20160820_113310

Ihre Zukunft gehört in Zukunft aber nur noch den Fußgängern und Radfahrern sowie den Mähdreschern und Traktoren. Und selbst das ist fraglich. Denn die Bahn AG hat die 1963 eröffnete Sundbrücke aufgegeben.

Für den künftigen Belttunnel-Verkehr gilt sie bereits seit einem spektakulären Belastungstest im Jahr 2010 als nicht mehr zukunftstauglich. Seit November 2015 steht fest, dass die Entscheidung endgültig ist.

20160820_115306

Mit dem Bau der festen Fehmarnbeltquerung hat sie ausgedient. Eine Sanierung wäre viel zu teuer. Ob sie durch eine neue Brücke oder einen Tunnel ersetzt wird, soll 2018 entschieden werden, fertig sein soll der Bau 2028.

Durch Eingabe der Heimatadresse fällt uns auf dass wir uns durch unser gestriges „hier und dort hin fahren“ ein wenig vom Münsterland entfernt haben. Wir sollten uns der Heimat wieder ein wenig näher und fahren auf der A1 / A 20 ein kurzes Stück um spontan in Ratzeburg zu landen. Kennt jemand Ratzeburg? Nein, dann zeigen wir euch ein bisschen…

RATZEBURG – UND VON DER FESTSTELLUNG DASS ES HIER MEHRERE SEEN GIBT

Am Ortseingangsschild entdecke ich WOMO Hinweisschilder und lotse den Pössl samt Fahrer auf den Wohnmobilstellplatz „Am Güterbahnhof“.

20160820_135231

Kann ja so weit nicht sein und wir laufen gerne. Denke ich so bei mir und so marschieren wir schnurstraks geradeaus Richtung City.

20160820_135625

Nach 2 km entdecken wir den See und nach 30 Minuten Gehzeit stehen wir am Rathaus.

Die Innenstadt kann uns nicht so wirklich überzeugen aber der See und die Parkanlagen, die reetgedeckten Häuser sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

20160820_140309

Aber was bitte schön haben sich die Stadtväter bei dieser Namensgebung gedacht?? Nach einer kleinen Runde durch die Alstadt springt mir die „Krone der Straßennamen“ ins Auge und wir biegen selbstverständlich ab. Etwas Stinkiges bleibt uns aber erfreulicherweise erspart.

Aufklärung: Ein *Stinkbüdel * ist jemand der immer auf Streit aus ist oder auch sonst nicht sonderlich gut gelaunt ist. Ob die Anwohner ständig im Nachbarschaftsstreit liegen? Man weiß es nicht… frau auch nicht!

Unten am See angekommen laufen wir gekonnt im Zickzack und bekommen irgendwann Hunger und wollen zurück zum Pössl.

20160820_135831

„Dort müssen wir nach rechts!“ „Nein, nach links!“ entgegnet der Navi bewaffnete Ehegatte. Da ich am Vortag mit meinem Tipp eeetwas daneben lag hülle ich mich in Schweigen und denke mir meinen Teil.

20160820_142540

ER wollte sich ja meine Luftaufnahme des ganzen Ortes nicht ansehen. Und so laufen wir über den Damm bis an das Ende des Domsee und stellen fest dass es hier nicht aber auch so rein gar nicht aussieht wie auf dem Hinweg.

„Ob rechts herum wohl richtig gewesen wäre?“ klugscheisser ich ein wenig und wir kommen beide aus dem Lachen nicht raus. Wir sind eben nur als Team zu irgend etwas fähig und verlaufen uns für unser Leben gern.

Eine 180 Grad Wende und wir laufen die ganze Strecke wieder zurück. Ich liebe diese Aha-Effekte!

Der Biergarten direkt am Wasser wäre noch eine Option gewesen – aber wir wollen heute noch weiter und begnügen uns mit diesem Bild um euch davon berichten.

Info für die Womofahrer unter euch – es gibt einen zentrumsnahen Platz in Ratzeburg – KLICK HIER!

 

LAUENBURGER SEENPLATTE

ODER

LÜNEBURGER HEIDE?

 

Über Landes- und Bundesstrassen fahren wir weiter durch Stoppelfelder Landschaft bis Salem und an Seedorf und auch Lauenburg vorbei.

20160820_160839

20160820_170635

Lauenburg ist ein hübsches Städtchen, keine Frage aber da wir dort schon öfter mit Freunden bei Freunden waren lassen wir es rechts liegen, fahren über die Elbe und landen…

 

Trommelwirbel und Applaus für die Lüneburger Heide!!!

Kaum direkt in und an der Heide angekommen sind Stühle und Tisch ausgepackt und die Füße hochgelegt. Aus dieser Position der Sonne beim Untergang zuschauen ist einfach mit Geld nicht zu bezahlen.

20160820_181425

Das Bild oben ist zwar hundsmiserabel verschwommen/verwackelt aber dennoch möchte ich euch zeigen was das Navi zeigt wenn man sich der Heide nähert – allles lila im Display! Ich kenne keine Gegend in der dies der Fall ist – oder?

20160820_181719

Erinnert ihr euch an Emma? Emma die Eselin die vor 14 Tagen unbedingt kuscheln wollte. Der betreuende Schäfer hat uns im Gespräch vom Pietzmoor bei Schneverdingen erzählt quasi mit den Worten „Das müssen Sie sich ansehen!“ Und genau das werden wir machen, aber nicht heute sondern morgen früh. Früh früh!

20160820_183539

Nach und nach trudeln weitere Womos ein und so endet der Abend mit lustigen Unterhaltungen nach rechts zum Ehepaar aus Korbach das vergessen hat einzukaufen und noch einmal losfährt.

20160820_184128

Oder wir lauschen dem feierlaunegetränkten Gesang der Nachbarn zur linken die seit Jahren einmal im Jahr im August egal wo in Deutschland von Kind und Kindeskind besucht wird um den Familientag zu feiern! Toll!! Nachdem Oma und Opa wieder allein sind fragen sie freundlich ob wir nachts aufpassen können. Sie stehen nicht gerne alleine. Ach herrje, na klar, das machen wir doch gern.

20160820_185359

Der alleinreisende Senior mit dem 8 Wochen jungen „Malibu“ Kastenwagen braucht Strom für den Fernseher, tja, schade – den brauchen wir nicht. Fernseher und Strom nicht. Er fährt also weiter…

Aber den Malibu schauen wir uns vorher noch von innen an. Tolles Bad! Endlich mal eine gescheite Lösung für das Bad im Kastenwagen… Nein Frank, jetzt noch nicht! Das können wir unserem Pösslchen nicht antun. Aber irgendwann vielleicht schon! Aber bitte nicht in weiß – schwarz oder grau – dann kommen wir der Sache schon viel näher!

20160820_195202

Sonntagmorgen um 6:30 Uhr in Deutschland und in der Heide im Speziellen. Das Rollo kurz hochgeschoben und zack brennt mir die Sonne punktgenau auf die Nase.

20160821_065256

Sehen und aus dem Bett springen sind eins. „Ich bin dann mal weg, sag mir Bescheid wenn der Kaffee fertig ist!“ Das „ok“ kommt ganz tief aus den Kissen und klingt noch sehr verschlafen.

Sonntags um sieben

bleibt der Gatte gern liegen!

Nicht das Pietzmoor durchwandere ich mutterseelenallein sondern die Osterheide. Sie liegt nur durch eine Straße getrennt gegenüber des Pietzer Moores.

Naturschutzgebiet Osterheide

Die Osterheide ist entstanden aus einem Truppenübungsgebiet. 1994 wurde der Übungsbetrieb eingestellt und der Verein Naturschutzpark e.V. übernahm die Rekultivierung des zerstörten Geländes.

Den malerischen Silvestersee, der nach einem britischen Offizier benannt ist, schaue ich mir später nur auf Bildern an. Dafür reicht die Zeit nicht denn schon um 7:38 Uhr verkündet das Handy „Kaffee fertig“ und schlußfolgernd dass die bessere Hälfte aus dem Land der Träume erwacht ist.

Das Fazit Osterheide verschiebe ich auf „nach dem Pietzmoor“

 

PIETZMOOR? JA! QUADRATISCH! PRAKTSICH! GUT! SEHR GUT!

 

Nach Kaffeegenuß in der Sonne (so muß August sein!) noch kurz die Betten gemacht und die geniale Aussicht vom Bett aus dokumentiert machen wir uns auf den Weg ins Moor.

2016-08-20 20.20.25

Hat uns der nette Schäfer zu viel versprochen und ist die Aussage auf der Internetseite vielleicht doch ein wenig hoch angesetzt? Wir werden es herausfinden.

 

20160821_084653

An der Übersicht (oben rechts im Bild) stellen wir erst einmal fest dass dieser Rundweg nicht rund sondern eckig ist und somit die Gefahr des (wieder einmal) Verlaufens gebannt sein sollte.

Von Holzbohlenstegen aus lässt sich das Moor gut studieren. Das Allerbeste – wir sind allein unterwegs. Vor uns niemand und hinter uns auch nicht. Perfekt! Der frühe Vogel fängt halt doch den Wurm – und heute heißt dieser Wurm weder Rudi noch Peter sondern „Alleingang bzw. Zweisamkeit“.

20160821_090001

„Das glaube ich jetzt nicht!“ „Wieso, was ist denn?“ fragt unschuldig dreinblickend der Herr Gemahl mitten im Moor. „Dieser Wanderweg lässt weder Abkürzungen noch andere Alternativrouten zu – wie sollen wir da etwas falsch machen?“ Oder – deutsches Fragewort mit 2 Buchstaben: HÄ???

IMG-20160825-WA0000

„Schau mal – das sieht doch toll aus – oder?“ Mächtig stolz hält die bessere Hälfte mir das Handy unter die Nase und tatsächlich solch eine Luftaufnahme hatten wir bisher eher selten im Display. War das Display gestern noch lila ähnelt es heute einem Grabenlabyrinth oder dem Grachtensystem von Amsterdam oder Venedig.

Punkt 10 Uhr stehen wir wieder am Ausgangspunkt. Schade! Wirklich schade! Ich freu mich jetzt schon auf den nächsten Besuch – im Herbst oder auch im Winter früh morgens im Nebel oder abends ist diese Landschaft sicher traumhaft schön. Wir werden berichten.

20160821_095510

Fazit – lieber zweimal durch das Pietzmoor als einmal durch die Osterheide. Das ist meine ganz persönliche Meinung und sollte von allen Lesern überprüft werden. Gerne lesen wir von euren Erfahrungen.

Osterheide:

Koordinate Parkplatz Osterheide: N53.106761  E9.818611 (direkt an der L170)

Pietzmoor:

Koordinaten Pietzmoor Startpunkt: N53.09676  E9.81923

Heberer Straße 100 – 29640 Schneverdingen

Koordinate Parkplatz: N53.102210  E9.818930

Fast hätte ich vergessen euch von einem Buchtipp zu berichten. Die nette ältere Dame blätterte gestern Abend in einem Buch dessen Bilder mir sofort ins Auge sprangen. Kurz gefragt um welche Art Buch es sich handelt hielt ich es in den Händen.

20160820_183024

Ab sofort gehört dieses echt empfehlenswerte Buch zur Grundausstattung des Wohnmobiles:

WANDERN MIT DEM AUTO – Die 100 schönsten Autotouren in Deutschland ISBN 978-3-8289-3205-0

Auf dem Weg vom Start/Endpunkt der Wanderroute kommen uns schon so viele Spaziergänger entgegen das ein Blickwechsel reicht und das Kommando „Nix wie weg hier“ den Rückzug einläutet.

 

PESTERMOOR BEI WILDESHAUSEN 

„Wollen wir gleich noch eine Pause einlagen?“ fragt der Fahrer nach 150 km Heimweg.

Kurz vor Wildeshausen entdecke ich im Reiseführer das Pestruper Gräberfeld.

Klingt zwar eher negativ aber das schauen wir uns jetzt einfach einmal aus der Nähe an.

20160821_115346

Kaum sind wir der A1 bei Groß Ippener entflohen melden die Verkehrsnachrichten Stau ab dieser Anschlussstelle. Glück gehabt.

Und während die bessere Hälfte am Wanderparkplatz „Pestermoor“ das Heißgetränk zubereitet erkunde ich die Gegend.

Nach unseren Erlebnissen in der Lüneburger Heide kann diese Sehenswürdigkeit heute nicht mehr punkten kommt aber für einen späteren Besuch auf die Favoritenliste.

Bei den Verkehrsnachrichten reiht sich eine A1 Staumaldung an die andere – ach nö, das war ja aufgrund Ferienende in NRW zu befürchten. Die letzten 88 km bis daheim schaffen wir fein gemütlich und entschleunigt über Landstraßen – genau der richtige Ausklang für dieses abwechslungsreiche und dennoch gemütliche Sightseeing Wochenende zwischen Münsterland und Ostsee.

Am kommenden Wochenende schauen wir uns das Münsterland ein wenig näher an – schaut also wieder vorbei.

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

MEIN TIPP: Ab in die Heide solange sie noch blüht!

 

 

Ich bin gespannt auf euren Kommentar...