BRETAGNE: COTE DE GRANIT ROSE ODER WO DER FROSCH DIE LOCKEN HAT

Von Ploubazlanec fahren wir durch die Artischockenfelder an Paimpol und PLOUGUIEL vorbei und wandern bei strahlendem Sonnenschein auf dem Zöllnerweg GR 34 am Pointe de Chateau entlang der Küste. An der Côte de Granit Rose klettern wir an den namensgebenen Felsen und lassen diesen unvergesslichen Reisetag in St. Michel-en-Greve gemütlich ausklingen. Viel Spaß beim virtuellen Mitreisen… aber Vorsicht, der Bericht könnte Fernweh wecken!

 

PLOUBAZLANEC – KLEIN ABER FEIN

 

Und ich wollte doch so gerne den Sonnenaufgang vom Bett aus beobachten. Mit Wolken davor macht es aber keinen Spaß. Es wird  merklich heller und im gleichen Maße lauter.

 

 

Irgendwelche Tauben gurren,  kleine Vögel zwitschern um die Wette und einige große Federtiere geben Geräusche von sich die an Affengeschrei erinnern. Ich bin putzmunter  die bessere Hälfte eher noch nicht.

Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster zeigt einen diesigen Himmel. Ach, das wird schon noch. Zweckoptimismus!

 

Um halb sieben hält mich nichts mehr und wieder einmal schleiche ich mich aus Bett und Wohnmobil und mache mich „auf leisen Sohlen“ auf Erkundungsgang. Diese frühen Morgenstunden sind einfach mein Ding.

 

Ich sammel ein paar Muscheln und schaue den Fischern bei ihrer Arbeit zu und ehe frau sich versieht hat sie beide Hände voller Muscheln und muss erst einmal zum Wohnmobil zurück und die Fundstücke ablegen.

Ein Teil der Muscheln ist für die liebe Anja – liebe Grüße an dieser Stelle ins Sauerland! Wir sehen uns Mitte Juli – wo auch immer.

 

 

CHAPELLE DE LA SAINTE TRINITE PLOUBAZLANEC

 

 

Ein kleines Schild am Wegesrand weist mir beim zweiten Versuch den Weg zur kleinen Kirche oben auf dem Berg. Na, das schauen wir uns doch einmal aus der Nähe an- oder?

 

 

 

Die kleine Kapelle „Chapelle de la Sainte-Trinité à PLOUBAZLANEC“ wurde nach der Landspitze benannt auf der sie erbaut wurde, nahe dem Strand am Ufer gegenüber des Bilgen Pors-Even.

 

 

Die Kapelle ist hübsch aber die Sicht von hier oben begeistert mich in diesen frühen Morgenstunden und so ganz allein hier oben um ein vielfaches mehr.

Jetzt ’ne schöne Tasse Kaffee? Oh ja, das fehlt mir morgens am meisten wenn ich mich aus dem „Haus“ schleiche. Und wie sollte es anders sein – der Kaffee ist fertig als ich ein Weilchen später wieder am Wohnmobil eintreffe.

 

Jetzt noch kurz den Pössl durch´s Nadelöhr und ab durch die Artischockenfelder zum ersten Reiseziel des Tages.

 

 

ARTISCHOCKEN SO WEIT DAS AUGE REICHT

 

 

Apropos Artischocke, bereits gestern sind uns die riesigen Felder aufgefallen und auch am heutigen Tage sehen wir diese „bretonischen Gemüsedisteln“ rechts und links der Fahrbahn.

 

Der warme Golfstrom an der Atlantikküste bringt ein recht mildes Klima mit sich und begünstigt damit den Gemüseanbau in dieser Region. Rund 90 % aller französischen Artischocken, die zwischen Mai und Oktober reifen, wachsen übrigens in der Bretagne.

 

HAFENSTADT PAIMPOL

 

Unterwegs fällt uns bei Paimpol diese wunderschöne Brücke auf. Die muss ich mir natürlich direkt aus der Nähe anschauen.

 

 

Paimpol liegt im Bereich starker Gezeitenunterschiede. Der Tidenhub von über 12 Meter lässt die Bucht, die den Ort mit dem Meer verbindet, regelmäßig bis auf ein kleines Rinnsal trockenfallen.

Lesetipp: In jedem Frühling brechen die bretonischen Fischer aus der Umgebung von Paimpol zum Dorschfang in die rauen Gewässer von Island auf. Monatelang arbeiten sie unter härtesten Bedingungen fernab von der Bretagne, und viele kehren im Herbst nicht wieder zu ihren Familien zurück. In diese harte, gefahrenvolle Lebenswirklichkeit bettet Pierre Loti eine Familiengeschichte rund um den bretonischen Fischer Yann.

Das 1886 erschienene und in Frankreich gefeierte Buch Islandfischer von Pierre Loti ist mit seinen facettenreichen Beschreibungen des Meeres und der bretonischen Küste ideal für den Bretagne-Urlaub oder für die Zeit danach um sich zurück zu träumen…

 

 

Um einige Brückenbilder reicher fahren wir im Anschluss über die Brücke weiter Richtung Norden. Um kurz vor elf fahren wir in Trédarzec über die Jaudy und fahren durch Triguier. Im Nachhinein stelle ich fest, dass wir uns hier und auch in Paimpol länger hätten umschauen können aber „now it´s to late“.

 

PLOUGUIEL

 

In Plouguiel fällt uns zuerst der hübsche Kirchturm auf. Die „Eglise paroissiale Notre Dame“ ist gewiss kein „Must see“, aber wenn man vorbei fährt lohnt ein Blick auch ins Innere.

 

 

 

Den schiefen Kirchturm in Plougrescant finde ich einfach nur lustig – ist er nur krumm oder auf seine eigene Art und Weise auch hübsch?

 

 

 

 

Genug der Kirchen, lasst Natur und Landschaft folgen. Und um halb zwölf erreicht der Pössl für eine ganze Weile seine „parking position“ und wir machen uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zum Pointe du Chateau.

 

 

 

 

 

POINTE DU CHATEAU UND RIESIGE GRANITBLÖCKE

 

 

An der nördlichsten Spitze der Halbinsel von Plougrescant, die im Osten durch den großen Mündungsarm des Jaudy begrenzt ist, liegt „Pointe du Château“ und riesige Granitblöcke. Genau die schauen wir uns jetzt einmal aus der Nähe an.

 

 

Wir schauen den Fischern zu und wundern uns über ziemlich windgebeugte Bäume.

Noch ist kaum jemand unterwegs – ein Hoch auf die Wochenmitte und noch einen auf die Vorsaison.

 

Es fällt mir unsagbar schwer aus einer Vielzahl wunderschöner Landschaftsaufnahmen nur ein paar wenige in den Reisebericht einzufügen.

Während ich so schreibe bin ich direkt wieder vor Ort und recht sentimental wünsche ich mich direkt an die Cote de Granit zurück.

Einen ganz lieben Gruß sende ich nach Borghorst und wünsche dir, Wolfgang (allen anderen natürlich auch) viel Freude beim Mitreisen und „sich an frühere Reisen erinnern“. Es hat mir gestern sehr viel Freude bereitet unsere Reiseerlebnisse mit dir zu teilen. Herzliche Grüße an Lissi!

 

 

 

Diese Landschaft hat es uns angetan. Ich hüpfe von einem Felsen zum anderen und weiß so Recht gar nicht wohin mit mir. Könnte heulen soooo schön ist das hier. Oder habe ich geheult? Doch, das ist mir durchaus zuzutrauen…

Und wenn ich hier auch hundert Bilder einfüge ist es doch nicht das Gleiche – wer diesen zauberhauften Ort besucht hat weiß was ich meine.

 

 

 

Auf dem Wanderweg GR 34 setzen wir unseren Weg entlang der Küste fort. Die wundervolle Aussicht auf das Meer mit einer Vielzahl kleinerer Inseln und größerer Felsen ist sehr abwechslungsreich und das Wetter spielt uns heute komplett „in die Karten“.

 

 

Das „Haus zwischen den Felsen“, das wohl meist fotografierte Haus der Bretagne, möchten wir natürlich auch sehen.

Was macht denn der PKW davor im Bild? Aus meiner Sicht fehlt dort ein absolutes Halteverbot Schild. Einige Aufnahmen später setzen wir unsere Wanderung entlang der Küste fort.

 

 

Die wunderbare Blütenpracht in dieser Region sollte auch erwähnt werden. Der ältere Herr muss sich ganz schön quälen um diese Blütenpracht am Hang zu pflegen und freut sich über unsere anerkennenden Worte.

 

 

 

Ob Vorgärten, Trockenmauern oder einfach nur so am Wegesrand, fast wie Unkraut, scheint die Blumenwelt Ende Mai in diesem Teil des Landes fast zu explodieren. Die Farben sind fast unnatürlich. Aber was sollte natürlicher sein als die Natur selbst?

 

TREGASTEL – 12 STRÄNDE UND NOCH VIEL MEHR

 

 

Nach diesem herlichen Spaziergang am Meer und einem kurzen Zwischenstopp in Perros-Guirec erreichen wir um 14 Uhr Tregastel.

Wolken hatten wir heute aber nicht bestellt… Tztzzz, das wird doch jetzt nicht regnen?

 

 

COTE DE GRANIT ROSE – ZUM VERLIEBEN SCHÖN

Kein anderer Strandabschnitt der Bretagne erreicht die Beliebtheit der rosa Granitküste. Die rosafarbenen Granitfelsen geben der Küste ihren Namen „côte de granit rose“ (deutsch: rosa Granitküste).

 

Die über 300 Millionen Jahre alten Gesteinsbildungen und von Meer und Wind geformten, imposanten Steinansammlungen prägen einen Naturschauplatz von außergewöhnlicher Schönheit. Und wir mittendrin, wie geil ist das denn!

 

Am Promobil Stellplatz in Tregastel ist leider der automatische Zahlautomat defekt. Drei Wohnmobilfahrer versuchen mit verschiedenen EC/Visakarten ihr Glück, aber das nutzt alles nix – hier werden wir nicht den Rest des Tages auf Wunder warten. Schade, wir werden schon noch etwas anderes finden…

 

 

Der Parkplatztipp unserer Schweizer Freunde Aquarium Tregastel von www.nurmut.ch entpuppt sich ein Weilchen später als „über Nacht nur im Winter tauglich“.

Nach einem Kaffee in der Sonne laufen wir hier zum zweiten Mal an diesem Tag ans Meer und sind wieder hin und weg.

 

 

Kennt ihr die Redensart „Jemandem zeigen wo der Frosch die Locken hat? Bei dieser Felsformation kam mir der Spruch direkt in den Sinn. Der erste Beleg dieses Ausspruches stammt übrigens aus der Comedy-Serie „Alles Atze“, in der die Redensart dem Protagonisten Atze Schröder (dessen Haare ebenfalls lockig sind) in den Mund gelegt wird.

 

Und jetzt kommt der Reisebericht an die Stelle, an der ich, auch gegen gutgemeinte Ratschläge, etliche Bilder einfüge. Worte können diese grandiose Landschaft nur unzureichend beschreiben.

Zurücklehnen und einfach nur anschauen und genießen und im Hintergrund Louis Armstrong: What a wonderful world hören.

Alternativ könnt ihr diese Bilder einfach überspringen und am Ende zum Bilderbuch dieses Reisetages im Großformat wechseln.

 

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Man wird nicht als Bretone geboren, man wird es durch das Lauschen auf den Wind, das Meer und den Gesang der Zweige und der Menschen   

Xavier Grall

 

 

Es nutzt alles nix, wir können auf dem Parkplatz am Aquarium leider nicht die Nacht verbringen und so müssen wir diesen schönen Ort nach unserem Spaziergang leider wieder verlassen.

Bei Verbotsschildern verstehen wir keinen Spaß. Man muss die Wohnmobilzunft ja nicht unnötig in Verruf bringen – oder? Wie haltet ihr es mit den Vorschriften für Wohnmobile?

 

 

SAINT MICHEL EN GREVE – DOPPELT HÄLT BESSER

 

 

Der Straße gen Westen folgend entdecke ich auf der Karte „wieder einmal“ Saint-Michel-en-Grève. Warum nach solch einem Tag noch irgendwelche Experimente machen? Fahren wir doch wieder auf den kostenlosen und ruhigen Stellplatz auf dem wir auch schon vorgestern standen und die drei Musketiere für unsere Unterhaltung gesorgt haben.

 

 

Und was liegt bei diesem schönen Wetter näher als den Grill aufzubauen und etwas Leckeres zu bruzeln?

Und um die nicht gestellte Frage „ihr seid ja voll im Kreis gefahren“ direkt zu beantworten: Was macht frau nicht alles wenn das eigene Kind sich im tiefsten Frankreich zum Frühstück ankündigt? Man fährt einfach hin!

Ihr habt noch nicht genug Bilder angeschaut oder vermisst das Großformat? Dann blättert hier einfach weiter…

 

 

Morgen bestaunen wir das Eisenbahnviadukt und die sehenswerte Altstadt in Morlaix, entdecken einen tollen, kostenlosen Stellplatz direkt am Strand in Carantec und wandern zwischen den tollen Stränden auf der Halbinsel Carantec herum. Und warum in die Südsee wenn Tahiti auch in der Bretagne zu finden ist. Schaut also wieder vorbei und denkt wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich, wie auch immer!

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