Willkommen in Barcelona

BARCELONA – ZWÖLF STUNDEN ZU FUSS KREUZ UND QUER

Urlaub! Herrliches Nichtstun… Ausschlafen… So kennen und lieben wir unsere Urlaubstage. Heute ist jedoch alles anders. Heute trennen sich nach fast drei Wochen Wohnmobiltour durch Frankreich unsere Wege. ER (Ehemann, Freund, Chaffeur und Kaffee kocher) fliegt heute für drei Tage nach Mallorca und macht sein „Männerding“ und ich habe vier Tage Zeit Barcelona zu erkunden.

Der Wecker reißt uns um 3:45 Uhr aus dem Tiefschlaf! Ja, ihr habt richtig gelesen! Der liebe Ehegatte brüht wie gewohnt den Kaffee frisch auf und liefert ihn ans Bett. Das wird mir auf jeden Fall in den nächsten Tagen auch fehlen.  

Zwei Tassen Kaffee später fährt uns um halb fünf das am Vorabend bestellte Taxi nach Mataró und der Zug von dort nach Barcelona. All die Grübelei an den Tagen vorher war völlig unbegründet. Es läuft alles wie am Schnürchen oder wie die Fußballfans unter euch sagen würden „wie ein Länderspiel“!

 

 

Fünf Uhr fünfundzwanzig in Barcelona, milde 20 Grad und der Zug erreicht pünktlich den Bahnhof. Es ist zweifelsohne ein seltsames Gefühl sich nach fast drei Wochen „gemeinsam auf engstem Raum“ zu verabschieden.

Wir sind an diesen Trennungsschmerz gewöhnt da wir in der urlaubsfreien Zeit von MO bis DO auch getrennt leben. Ab Donnerstagabend ist dann „langes Wochenende“ und wir pössln durch die Gegend.

 

 

Keine Viertelstunde später sehe ich dem Airbus Shuttle mit ein wenig Wehmut nach. Nein, zu diesem Zeitpunkt ist mir noch nicht zum Heulen. Betonung auf noch! ER nach Mallorca und SIE „allein in Barcelona“! So war es geplant und das ziehen wir jetzt auch durch.

 

 

Und so stehe ich da und stelle erst einmal fest, dass es ja immer noch dunkel ist. Darüber hatte ich irgendwie nicht wirklich nachgedacht.

Was läge näher als zu dieser frühen Stunde über die Rambla hinunter zum Hafen zu laufen? Überhaupt nichts!

 

LA RAMBLA – BARCELONAS BEKANNTESTE FLANIERMEILE

 

Die La Rambla oder Les Rambles verbindet auf 1258 m Länge die Plaça de Catalunya mit dem Hafen. Beidseitig wird sie von Fahrbahnen für den Individual- und Busverkehr flankiert.

Tagsüber flitzen Kellner kreuz und quer um die Gäste an den Café-Tischen auf der Rambla zu bewirten. Weitere Info zur Rambla und die Antwort auf die Frage ob es der, die oder das Rambla heißt beantwortet euch Wiki mit Klick hier.

Morgens um 5:45 Uhr flitzt hier kein Kellner und es werden auch keine Gäste bewirtet. Und genau das wird nach kurzer Zeit mein erstes Problem. Kein Café, kein goldenes „M“ und auch kein Bistro haben zu dieser Tageszeit geöffnet.

 

 

Heruntergelassene Rollläden oder Gitter versperren die Türen und außer ein paar Betrunkenen, zwei Touristen mit Rollkoffer und einigen Tauben bin ich die einzige Person weit und breit.

Ein ganz und gar tolles Gefühl! Ich habe die Rambla für mich ganz alleine. Wäre da nicht der Guten-Morgen-Kaffee der unaufgefordert wie dringlich auf die Blase drückt. Fast habe ich das Gefühl er wolle durch die Augen ins Freie! Ach menno, ich muss mal, die Frage ist nur wo? Kein Busch weit und breit.

 

 

Mittlerweile im Hafen angekommen ist das Problem ziemlich groß und ich entdecke, gerade noch rechtzeitig, die Leuchtreklame eines geöffneten Cafés. Den Cappuccino schnell bestellt bin ich auch schon im WC verschwunden. Ach, pinkeln kann so herrlich sein!

 

PORT VELL – DER ALTE HAFEN

 

Und was sehen meine entzückten Augen als sie nach dem Cappuccino wieder ins Freie schauen? Die Sonne geht auf! Und wie sie aufgeht!

So schnell die Füße tragen laufe ich bis an die Kaimauer und in unzähligen Bildern versuche ich diese kitschig schöne Szene einzufangen.

 

 

Nun schaut euch das doch einmal an. Mir ist als würde jemand sagen „Hey, ich bin es! Mein Name ist Barcelona und ich habe da einen ganz besonderen Tag für dich vorbereitet!

Und ehe ich mich versehe habe ich schon wieder „Pipi inne Augen“. Ach, ach ach, das kann ja heiter werden. Und wird´s auch!

 

 

Das Hafenviertel von Barcelona beginnt am Ende der berühmten Flaniermeile Las Ramblas mit dem 60 Meter hohen Kolumbusdenkmal und der Skulptur “Ones” des Künstlers Andreu Alfaro.

Dabei handelt es sich um eine gewaltige, über 40 m hohe, Edelstahlrohrkonstruktion aus sieben zusammengesetzten Bögen.

 

Ganz in der Nähe findet sich auch der Anleger für die Boote der „Golondrinas“. Es stehen drei Hafenrundfahrten zur Auswahl, die kürzeste dauert 35 Minuten. Diese Rundfahrt führt durch den alten Hafen, vorbei an den Anlegern der Kreuzfahrtschiffe und die 2000 fertiggestellte Klappbrücke „Porta d’Europa“.

Hier herrscht ebenfalls noch gähnende Leere. Die Sonne zeigt sich mittlerweile in voller Größe und für Sonnenaufgangsbilder scheint sie schon zu grell. Zu meiner völligen Verzückung zaubert sie mir alternativ wunderschöne Spiegelbilder.

 

 

Der Torre Jaume I war übrigens bis zum Jahr 1966 die höchste Seilbahnstütze der Welt und wäre mit seinem Spiegelbild sicher eine kniffelige Herausforderung für ein Ravensburger Puzzle – oder? 

 

 

Und hier fehlt jetzt tatsächlich die beste Ehehälfte. Während er vielleicht schon im Flieger sitzt bleibt mir nichts anderes übrig als meine Begeisterung mit den Möwen zu teilen. Es interessiert sie nicht! Welches Spiegelbild gefällt euch denn am besten?

 

 

Falls ich den Rest des Tages nicht im Hafen verbringen möchte sollte ich mich langsam von diesem schönen Ort loslösen und in Richtung City laufen. Ich habe zwar noch mein 2-Tage-Hop-on-Hop-off-Ticket allerdings setzen sich die Busse vor 9 Uhr nicht in Bewegung.

 

PARC DE LA CIUTADELLA

 

Vorbei am Castell des Tres Dragons und dem historischen Postgebäude erreiche ich den Parc de la Ciutadella.

Dieser Park liegt am Rand der Altstadt im Stadtteil Ciutat Vella und befindet sich im Dreieck zwischen dem Bahnhof Estación de Francia, dem Arc de Triomf und der Villa Olímpica.

 

 

Der Park breitet sich auf einer Fläche von 30 Hektar aus und schafft eine grüne Oase mit großen Palmen im Zentrum der spanischen Metropole.

Im Park befinden sich ein Zoo, ein See mit kleinen Schildkröten und Fischen und der Möglichkeit, ein Ruderboot zu mieten, eine große Fontäne, verschiedene Museen sowie das katalanische Parlament.

Noch mehr Info zu diesem empfehlenswerten Rückzugort könnt ihr euch mit Klick hier besorgen.

 

ARC DE TRIOMF – DER TRIUMPHBOGEN VON BARCELONA

 

Den Arc de Triomf schaue ich mir noch ein wenig aus der Nähe an. Der aus roten Backsteinen im neu-maurischen Stil erbaute Triumphbogen wurde als Eingang zur Weltausstellung 1888 gebaut. Weitere Info erhaltet ihr bei Interesse mit Klick hier.

 

 

Sind die nachfolgenden Laternen nicht prächtig? Egal wo auf der Welt entdecken meine Augen Laternen stehenden Fußes. So, wie sich Männer für PS starke Motoren und tolle Autos begeistern, bin ich fasziniert von Laternen, Brücken, schönen Fenstern und Möwen. Und natürlich Treppen!

 

 

Eifrig sammle ich diese Motive um sie passend zum jeweiligen Wochentag bei Instagram zu posten. Eigens dazu gab es vor einiger Zeit den erklärenden Bericht: „UND IRGENDWANN HAT DER GANZE WAHNSINN ANGEFANGEN. Das findet ihr verrückt? Ja, ihr habt vollkommen Recht! Lieber verrückt das Leben genießen als normal langweilen – oder?

 

PARC GÜELL – GAUDIS HOMMAGE

 

Auf meinem Stadtplan entdecke ich den Parc Güell. „Einfach nur 4 km geradeaus!“ denke ich so bei mir und laufe los. Dieser Parc hatte es mir gestern auf der ersten Busrundfahrt schon angetan.

 

 

Der Park Güell ist sicher eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Barcelona und wird als Antoni Gaudís Hommage an die Natur bezeichnet. Weltberühmt ist die mit Bruchkeramik verzierte gewundene Bank oberhalb der römischen Tempel und der freundliche Drache, der den Aufgang zur Markthalle bewacht.

 

 

Nachdem ich die buntgeflieste Mauer, natürlich die schöne Laterne und einige andere hübschen Gebäudeteile fotografiert habe kaufe ich mir ein Ticket. Ich muss da näher ran!

 

An der Kasse erhalte ich ein Weilchen später mein Ticket. Freundlich und ziemlich bestimmt teilt mir der nette Herr am Schalter allerdings mit, dass ich nicht jetzt (9:00 Uhr) sondern exakt von 14:30 – 15:00 Uhr in den Parc darf. Na prima, wer lesen kann ist und bleibt im Vorteil.

 

 

Und jetzt? Da ich zum Parc Güell auf den letzten Metern ganz schön steil bergauf laufen musste liegt nahe, dass man von hier aus irgendwo auf die Stadt hinabschauen kann. Diese Stelle gilt es jetzt erst einmal zu entdecken.

 

 

Wenn mich etwas noch mehr begeistert als Laternen & Co. sind das Höhen und die dazugehörigen Aussichten. Es kann nicht hoch genug sein. Was dem einen die Höhenangst ist bei mir genau verkehrt herum gepolt – ich habe Höhenbegeisterung!

Die Höhenbegeisterten unter euch finden auf der Seite „Aussichtspunkte in Barcelona“ einige Tipps.

 

GRÜNANLAGE PARK GÜELL – umsonst und draußen!

 

Halb zehn in Deutschland futtert man ein Knoppers. Ich steige zur gleichen Zeit auf den Berg. Bis auf ein paar Jogger und einige Rentner, die mit ihren Hunden Gassi gehen bin ich alleine unterwegs. Die Ruhe ist herrlich.

Die Grünanlage des Park Güell erstreckt sich über den gesamten Hügel und stellt ein Wirrwarr aus Wegen, Laubengängen, Mauern und Brücken dar.

 

 

Der Weg führt stetig bergauf und am Gipfel angekommen verschlägt mir die Aussicht zunächst einmal die Sprache. Von hier oben, umsonst und draußen, hat man einen wahrlichen Panoramablick auf die gesamte Stadt.

Ich bin gerührt und völlig verzückt. Barcelona du liegst mir wahrlich zu Füßen.

 

 

Von den Hügelspitzen des Parc Güell aus sieht man nicht nur auf den Stadtkern, den Hafen und die Strände von Barcelona, sondern auch auf die Berge im Norden und im Osten der Stadt.

Und was ist das? Warum ist der erste Akku vom Handy bereits leer? Zum Glück habe ich ein zweites dabei. Viel mehr allerdings auch nicht. Meine Idee „Je weniger ich mitnehme desto weniger kann abhandenkommen!“ schien mir gestern noch vernünftig, ja fast schlau. Allerdings könnte mir das Akkupack jetzt schon gute Dienste leisten.

Es dauert noch ein Weilchen bis ich mich auf dem Berg von dieser faszinierenden Aussicht losreißen kann. Recht ziellos laufe ich durch die Gassen wieder bergab und stehe eher unverhofft vor der Sagrada Familia.

 

 

Zumindest von außen sollte die Basilika bei einem Barcelona Besuch auf der Liste stehen. Ich bin kein großer Freund der sogenannten „Must see!“ „Top ten“ und „Unbedingt ansehen“ Kommandos.

Sie setzen nur unnötig unter Druck. Und wem steht schon zu dem Leser Vorschriften zu machen? Ich muss gar nichts und auf Reisen erst Recht nicht.

 

 

Was mir gefällt (be)schreibe ich und stelle dem Leser frei sich das ein oder andere zu notieren. Die einen lieben Kirchen, Museen und Ausstellungen, sind von Architektur begeistert und andere geraten bei Natur und Landschaft ins Schwärmen.

So unterschiedlich die Menschen so verschieden die Vorlieben und Reiseziele. Dies nur so am Rande. Zur Sagrada Familia habe ich im vorherigen Barcelona  Reisebericht schon einiges geschrieben und so lasse ich heute nur ein paar weitere Bilder folgen.

 

TORRE AGBAR – EINES DER HÖCHSTEN GEBÄUDE KATALONIENS

 

Auf meinem weiteren Spaziergang entdecke ich kurze Zeit später, mittlerweile ist es kurz nach elf Uhr, den Torre Agbar.

Der Torre Agbar ist Barcelonas jüngstem Wahrzeichen, das wie eine gigantische Patrone in den Himmel ragt, höher als die bisher vollendeten Türme der Sagrada Família.

 

Außen trägt Jean Nouvels Bürokomplex einen gläsernen Panzer aus Tausenden gekippter Lamellen. Das 32-stöckige Hochhaus hat eine Nutzfläche von 39.000 m² und gehört mit 142 Metern zu den höchsten Gebäuden Kataloniens.

 

Auf dem Weg zum Olympiapark bieten reichlich viele Parkbänke, teilweise im Schatten, Erholungspausen an. Mich treibt es jedoch noch stets voran.

 

Wie beflügelt eile ich auch nach fünf Stunden noch voller Tatendrang durch die Straßen und Gassen der Stadt und stehe Punkt zwölf am Strand. Ach ist das schön hier… Barcalona erobert mich quasi binnen Stunden im Sturm!

 

BARCELONETA  – ZWISCHEN STRAND UND HAFEN

 

Die Mischung aus Strand und Großstadt ist sicherlich einer der Faktoren, die Barcelona unwiderstehlich machen. In dem kleinen, ehemaligen Fischerviertel Barceloneta kann man mediterranes Urlaubsflair inmitten der Metropole Barcelona genießen.

Barceloneta ist der kleinste Stadtteil Barcelonas und liegt auf einer Halbinsel zwischen dem alten Hafen Port Vell und dem Platja de Barceloneta.

 

 

Im letzten Jahrhundert erlebte mit dem Niedergang der Fischerei auch das Viertel Barceloneta seinen Niedergang und verfiel mehr und mehr. Zu den Olympischen Spielen 1992 wurden jedoch große Teile saniert. Auf der von Palmen gesäumten Strandpromenade lässt sich herrlich laufen.

 

Die Sehenswürdigkeiten Barcelonetas

 

Besonders das mediterrane Flair Barcelonetas macht diesen Stadtteil aus. Ich schaue mir das Treiben in der zentral gelegenen Markthalle an und schlender durch die Gassen.

Aus Küchenfenstern duften südländische Gewürze. Zwischen den Balkonen trocknet die Wäsche. Viele, besser noch fast alle Holzläden schützen das Hausinnere vor der Hitze.

 

 

Fast 5 km Strand säumen die Küste Barcelonas und laden zu Sport, Spiel und Spaß ein. Mich bzw. uns reizt „Relaxen am Strand“ so rein gar nicht. Wir laufen alternativ lieber stundenlang an der Küste entlang. Der Aussicht wegen bevorzugt an einer Steilküste.

Warum ist der zweite Akku jetzt auch schon wieder bei unter 50%? Ehe ich später am Tag ganz ohne Handy (sprich Navi und Kamera) auskommen muss schalte ich das Akku fressende GPS bis zum Parc Güell vorsichtshalber ab. Was wäre dieses „Highlight“ wenn ich keine Bilder machen kann?

 

 

Am Casino bestaune ich noch die auffällige Dachkonstruktion und erreiche danach die bunte Skulptur deren Name ich erst einmal recherchieren muss.

 

SKULPTUR GESICHT BARCELONAS UND DIE LÄCHELNDE KRABBE

 

Wusstet ihr, dass die des amerikanischen Bildhauers Roy Skulptur „Gesicht von Barcelona“ Lichtenstein für die Olympischen Spiele von 1992 entworfen wurde?

Es wird gesagt, sie sei eine Hommage an Picasso, Dali und Miro. Das Juwel aus Beton und Keramik ist 19,5 m hoch und stellt den Kopf einer Frau mit Haaren im Wind dar. Mir persönlich gefällt die „lächelnde Krabbe“ noch besser.

 

Um 13 Uhr erreiche ich wieder den Ausgangspunkt des heutigen Spazierganges und halte am alten Hafen nach dem passenden Hop-on-Hop-off Ausschau.

Das alte Hafengebäude habe ich heute früh schon bestaunt, so in der Sonne glänzend ist noch ein wenig schöner!

 

 

Das 8 Euro Ticket für den Parc Güell Parc schleppe ich schließlich seit Stunden mit mir herum. Und diese Investition soll sich doch noch bezahlt machen – oder?

 

PARC GÜELL (die 2.)

 

Die beiden Eingangshäuschen am Eingang wirken als seien sie von einem Zuckerbäcker hergestellt worden. Auf dem Vorhof befindet sich ein kleines Restaurant mit Terrasse.

Parc Güell

 

Über eine große Freitreppe gelangt man, vorbei am Gaudí-Salamander, zum Mittelpunkt des Parks, der riesigen ovalen Aussichtsterrasse.

 

Diese ca. 3000 m² große Terrasse wurde künstlich hergestellt und wird von 86 Säulen getragen. Zur Begrenzung dient die berühmte, über 100 Meter lange, wellenförmig angelegte Mosaikbank.

 

Parc Güell

 

 

Aus den in der Nähe liegenden Keramikfabriken besorgte sich Gaudí die Abfälle um daraus seine bekannten Mosaike herzustellen.

Die wellenförmigen Sitzflächen erinnern mich spontan an die ähnlich (oder gleich?) aussehenden Bänke in Port Leucate. Erinnert ihr euch?

Oh sorry, dass ich euch von der Güell Bank nur Ausschnitte präsentieren kann. Alle anderen ca. 96 m waren belagert von „Selbstdarstellern“.

Irgendwie will bei mir auch keine richtige Stimmung für diesen Ort aufkommen. Vielleicht habe ich mich zu sehr darauf gefreut und bin ob des Aufwandes mit Zeitfenster auch ein wenig enttäuscht.

 

Parc Güell

 

 

Zu viele Menschen drängeln sich und es scheint als wäre nicht das Kunstwerk von Interesse sondern einzig und allein sich selbst möglichst vorteilhaft vor Selbigem zu postieren. Ein Bild ohne Selbstdarsteller vom Gaudi-Salamander? Wenn man ganz viel Glück hat vielleicht früh morgens bei Regen…

Wie euphorisch und begeistert war ich heute früh auf meinem Weg durch den Park hinauf zum Berg? Wenn ich einen Tipp abgeben darf oder soll – schenkt euch den Rummel im Gaudi Park, jedenfalls den im bezahlten Teil. Lauft lieber durch den Park hoch zum Berg und genießt die Aussicht.

 

 

Über 95% der Parkfläche sind kostenlos zugänglich, lediglich die so genannte Monumental Zone kostet Eintritt. Die gebührenpflichtige Zone umfasst den Eingangsbereich mit dem Drachen, die geschwungene Parkbank und die Markthalle und hier werden pro halbe Stunde nur 400 Besucher zugelassen.

Solltet ihr den Denkmalgeschützten Bereich gerne besuchen wollen empfiehlt es sich schon vorher online das Ticket zu besorgen um unnötige Wartezeit zu vermeiden. Mehr Info dazu gibt es mit Klick hier.

Um 15:30 Uhr laufe ich wieder bergab. Das Handy ist abgeschaltet und soll nur noch „im Notfall“ zum Einsatz kommen.

Mit Blick zum Himmel, so es in den schmalen Gassen denn möglich ist, versuche ich am Stand der Sonne die richtige Richtung in etwa beizubehalten.

Ich lasse mich treiben, schaue hier und staune dort und irgendwie werden die Gassen immer schmaler und Touristen habe ich auch schon länger keine gesehen. Wo bin ich denn gelandet?

16:45 Uhr Und dann beginnt ein Spielchen auf das ich hätte verzichten können. Ich frage mein Handy wo genau in Barcelona ich mich gerade aufhalte. Ergebnis, ich habe mich dem Plaça de Catalunya nicht genähert sondern bin vertieft und gedankenverloren gemütlich in die entgegengesetzte Richtung gelaufen. Schön war´s!!

Zu diesem Zeitpunkt ist der aktuelle Standort noch nicht weiter tragisch. Betonung liegt auf noch! Die vier km sind ja binnen 40 Minuten schnell gelaufen. Der Shuttle Bus zum 40 km entfernten Campingplatz fährt um 18 Uhr und jetzt ist es erst viertel vor fünf – das schaffe ich locker.

Das akkuschwache Handy in der Hand folge ich brav den Anweisungen des Navi. Wieso werden die Rest km mehr statt weniger?

17:05 Uhr, 4,8 km bis zur Haltestelle und 12% Akkuleistung. Das Handy schätzt die Ankunftszeit auf 17:50 Uhr. Hä? (Fragewort mit 2 Buchstaben) Das Navi meint schon wieder ich sei mit einem Fahrzeug unterwegs und weist mir den Weg in die entgegengesetzte Richtung, da Einbahnstraße. Schwitz!

„Du dummes Ding, ich bin zu Fuß unterwegs!“ schnauze ich das Handy an. Tut gut, hilft jedoch nicht weiter. Glaubt es oder nicht, aber genau diese Einstellung hatte ich vor einer Weile gewissenhaft überprüft.

Je schmaler die Gassen desto geringer der GPS Empfang. Und apropos geringer – GPS saugt natürlich gierig am Akku. Nicht ganz so günstig. Der Blick gen Himmel liefert in diesem Gassenwirrwarr auch keine Informationen. Mir wird übel…

17:20 Uhr und 8% Akku (quasi fast tot) An einer Kreuzung entdecke ich endlich in der Ferne eine Straßenampel. Das bedeutet breitere Straßen und somit bessere Orientierung und sauberen GPS Empfang. Ach Frän

Das Handy verkündet ohne rot zu werden eine Ankunftszeit die ich so recht nicht glauben möchte: 18:10 Uhr! Übel, ganz übel!

17:35 Von engen Gassen und Zickzackkurs habe ich jetzt erst einmal genug. Schneller bin ich nicht auf der „Abkürzungsstrecke“ sondern wenn ich ohne zu schauen möglichst lange gerade aus laufe um dann über „den oder die Rambla“ nur gerade aus auf den Bus los renne.

17:47 und Handy gibt keinen Mucks mehr von sich! Geliebte Rambla, hier hat heute für vor über 12 Stunden alles angefangen… und jetzt findet hier endlich auch der Zieleinlauf statt!

Hatte ich erwähnt, dass diese Odyssee bei schweißtreibenden 28 Grad stattfindet?  Und zur Toilette muss ich auch und überhaupt… wo ist die beste aller Ehehälften? Der sitzt sicher mit den Kumpels im Schatten und feiert Wiedersehensparty. Mir wird melancholisch!

17:58 Uhr Geschafft! Mit Hechtsprung erreiche ich die Trittstufen des Shuttles Busses und einen der letzten freien Plätze.

18:10 Uhr Abfahrt! Hätte ich gewusst, dass andere Urlauber die Abfahrt hinauszögern wäre mir in den letzten sechzig Minuten nicht so übel gewesen. Aber frau ist halt gern pünktlich. Im Kopf hatte ich allerdings schon den Werbeslogan „Für alles andere gibt´s die Visa Card“.

Trotz oder gerade auch wegen der schweißtreibenden letzten Stunde dieses Barcelona Besuches war es ein Hammer Tag, ein unvergessliches Erlebnis.

 

 

19:40 Uhr Frisch geduscht mit einem kühlen Bierchen in der linken und dem vollgetankten Handy in der rechten Hand setze ich mich in die Sonne vor den Pössl. Im Hintergrund läuft unsere Lieblingsmusik und mir wird „anders“.

So schön, ja geradezu grandios, dieser Tag auch war mir fehlt jetzt mein lieber Ehemann. Mir fehlt jemand dem ich die Bilder zeigen und dem ich von den ganzen schönen Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten erzählen kann. „Wish you where here“ ist ein genial passender Titel und ich heul ein bisschen… Bin halt voll das Weichei.

Der nächste Titel passt wie Faust auf´s Auge um mich im Nullkommanix aus dem Trauertal wieder heraus hüpfen zu lassen. „Kopf hoch tanzen“ Schade, dass dazu passende T-Shirt liegt leider zuhause… Klickt euch gerne zum Video – für Nicht Grönemeyer Fans gibt es hier den (lesenswerten) Text, nette Wortakrobatik. Und ja, ich mag Musik auch am liebsten wenn sie laut ist…

 

Oho, Kopf hoch, tanzen
Oho, Kopf aus und raus

Mach den Kopf aus
Mach dir keinen Kopf, komm tanzen

 

Respekt und Anerkennung für alle Leser die es bis hierher geschafft haben – ich verneige mich tief vor diesem treuen Publikum und wünsche euch noch ein geiles Leben!

Verursachte Kosten an diesem Tag = 8,20 Euro für 2 Cappuccino in der Sonne

Schaut gerne wieder vorbei und denkt wie immer daran:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, nur her damit – ich freue mich über Mails und Kommentare! Das Formular findet ihr wie immer am Seitenende!

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3 Kommentare

  1. fuer mich sind es schoene Erinnerungen an Barcelona. Wir waren einmal fuer ein paar Tage dort und hatten uns per Internet Karten fuer die Sagrada Familia bestellt. So kamen wir schnell rein, auch in der Park Guel. Wir sind auch mit den Rundfahr Bussen gefahren. Aber mein grosser Vorteil, wir waren zu zweit.