AUF DEN SPUREN VON KOMMISSAR DUPIN AUF DEN HÖCHSTEN BERG DER BRETAGNE UND ÜBER STOCK UND STEIN IM WALD VON HUELGOAT

Von Carantec aus fahren wir auf den Spuren von Kommissar Dupin zum höchsten Berg der Bretagne. Im Wald von Huelgoat bestaunen wir die “Moulin du Chaos”, klettern auf Felsen im rauschenden Silberbach und in die Artusgrotte und zwängen uns fast im Dunkeln in die Teufelsgrotte. Ein herrlicher, abwechslungsreicher Reisetag… kommt mit!

 

WER VON EUCH IST FAN VON KOMMSISSAR DUPIN?

 

Über 2,8 Millionen Mal gingen die ersten fünf Fälle Dupins – „Bretonische Verhältnisse“, „Bretonische Brandung“, „Bretonisches Gold“, „Bretonischer Stolz und Bretonische Flut – bereits über den Ladentisch. Die ersten Bände sind bereits in mehrere Sprachen übersetzt und im Auftrag der ARD verfilmt worden.

 

 

Wer Bannalecs Erstlingswerk liest oder wie in meinem Fall hört, verspürt in der Tat plötzlich ein dringendes Reisebedürfnis. Selbst das raue Klima an der Atlantikküste schreckt nicht mehr ab.

Bannalec schildert das sturmgepeitschte Meer und den durchdringenden feinen Regen so anschaulich, dass man beim Umblättern meint, ein wenig Salz in der Luft zu riechen.

 

 

Begeistert habe ich nach dem ersten Hörbuch alle weiteren Folgen verschlungen, wie man so schön sagt.

Von Catarec aus, unserem Stellplatz in der vergangenen Nacht, ist er, der höchste Berg der Bretagne Roc’h Trévezel, nur einen Katzensprung entfernt. Und genau dort schauen wir uns am frühen Freitagmorgen um.

 

 

MONTS D’ARREE – DAS HERZ DER BRETAGNE

 

 

Mitten im Parc Naturel Régional d’Armorique‘, im Naturpark der Region Armorique, teilt ein Gebirgsmassiv das Departement Finistère in zwei Teile: die Monts d’Arrée.

Eine beeindruckende, fast irreale Landschaft, in der Heidekraut, Stechginster und Felskämme sich so weit das Auge reicht miteinander vermischen.

 

 

Die märchenhaften Ausblicke, die die Berge über die gesamte Region bieten, begeistern uns schon ehe wir die höchste Erhebung der Breatgne erreichen.

 

Direkt an der Landstrasse finden wir am frühen Morgen einen Parkplatz und machen uns um halb zehn zu Fuß auf den Weg um den “Berg” zu erklimmen.

 

Die Gipfel sind an der Landstraße ausgeschildert und zu Fuß erreichbar. Trotz der relativ geringen Höhe gedeihen auf dem Roc’h Trévezel wegen der salzwasserhaltigen Winde von der Küste nur einige genügsame Gräser, Heide und Ginster.

 

Die typische Vegetation besteht hauptsächlich aus Heide. Zu Füßen der Berge befinden sich vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Felder, Moorgebiete, Waldgebiete und wenig besiedeltes Land.

 

 

In „Bretonischer Stolz“ erklärt der bretonische Polizist Brioc L’Helgoualc’h fast schon rührend, warum man die Monts d’Arrée nicht als kleine Hügel verspotten sollte… Für Bretagne Fans ist diese Krimireihe aus meiner Sicht fast Pflichtprogramm zumindest aber einen Tipp wert.

Man kann sich herrlich auf den Urlaub freuen oder sich nach der Reise zurückträumen. Ich bevorzuge die Hörbuchvariante und freue mich schon auf die nächsten Folgen. Zurück auf den Hügel…

 

 

 

Da die Landschaft ringsum so flach ist, hat man von hier eine weite Sicht auf die Umgebung, bei klarem Wetter sogar bis zur Bucht von Morlaix. Kalon Breizh, das Herz der Bretagne, wird diese verwunschene Region auch genannt.

 

Nach einer Stunde haben wir den Berg umrundet und ausreichend Berg, Ginster und Landschaftsaufnahmen “im Kasten”.

Das nächste Tagesziel, der Wald von Huelgoat, liegt etwas südlicher und über Landstraßen erreichen wir den Stellplatz um kurz vor 11 Uhr.

 

 

 

Eine Übersicht sämtlicher Tat- und Lieblingsorte von Kommissar Dupin findet ihr bei Google und Interresse durch Klick auf den Link.

 

 

DER WALD VON HUELGOAT – GROTTE ARTHUS U. DIABLE, WACKELSTEINE UND CHAOSMÜHLE

 

 

Durch den Ort und am See vorbei liegt der kostenlose Stellplatz auf der rechten Seite direkt an der Rue du Général de Gaulle. Hinter den Stellplätzen verläuft ein Fußweg und es plätschert sehr idyllisch ein kleiner Bach.

 

Ehe wir zur großen Wanderung aufbrechen laufen wir am See entlang in den Ort und kaufen ein wenig ein. Baguette, ein bisschen Hühnerfleisch, Paprika, Champignons – hhmmm lecker, das wird ein feines Abendessen.

 

 

Zurück am Pössl noch kurz ein Kaffee in der Sonne und danach laufen wir zunächst im großen Bogen um den See herum. Hier ist es herrlich ruhig, naja, bis auf die Feuerwehrfahrzeuge die sich zu einer Übung getroffen haben.

 

Der kleine, sympathische Ort liegt im Landesinneren der Bretagne an einem respektablen See, an dessen Ablauf das Wasser mit viel Getöse unter einer Brücke hindurchstürzt.

 

 

 

Dahinter verbirgt sich die große Sehenswürdigkeit, die diesen Ort berühmt macht: Der Wald von Huelgoat, eine beeindruckende, mystisch-romantische Felsenlandschaft, geschmückt durch einen herrlichen Wald entlang eines zunächst unter den Felsen dahin rauschenden Wildbachs.

 

 

 

Laut MICHELIN ist der am Südhang der Monts d’Arrée gelegene Wald von Huelgoat “eine der schönsten Gegenden der inneren Bretagne”.

Huelgoat ist ein ganz besonderes Erlebnis – nicht nur im Herbst. Und wie geschaffen zum Spazierengehen und Wandern. So steht´s im Reiseführer und das werden wir uns jetzt aus der Nähe anschauen.

 

 

 

Zunächst muss man sich zwischen beeindruckend großen Felsbrocken hindurchschlängeln oder hindurchzwängen, je nach Gewandtheit und Statur.

Die Mühle an dieser Ansammlung heißt nicht umsonst “Moulin du Chaos”.

 

 

Steil und felsig ist der Weg hier und da, nicht gerade leicht zu gehen, nass kann es sein und glitschig und rutschig.

Wir sind im Mai unterwegs und rundherum ist alles trocken und das frische Grün macht einfach gute Laune… Ach ist das schön hier!!

 

 

Insbesondere bei der Wahl des Schuhwerks sollten sich Familien mit Kindern und ältere Besucher auf rutschigen Untergrund einstellen!

 

 

 

Ein Hoch auf Vorsaison und Werktag – wir möchten uns diesen schönen Ort überhaupt nicht vorstellen wenn sich die “Touris” gegenseitig auf die Füße treten.

Aber im Herbst oder auch im Frühjahr ist eine Wanderung hier sicher auch durchaus empfehlenswert. Wir lieben solche Orte!

 

 

Und schon sind wir an der ersten Sehenswürdigkeit. Es gilt in die Teufelsgrotte (La Grotte du Diable) hinabzusteigen und sich unter den riesigen Felsen dem unheimlichen Grollen des reißenden Wassers zu nähern.

 

 

 

Die Felsen sind einfach unwiderstehlich – da muss man(n) einfach drauf und drüber klettern bzw. springen!

 

 

Wieder aus der Unterwelt zurück beginnt nach einigen weiteren zu meisternden Stufen der Weg entlang des weiterhin von Felsen überdeckten rauschenden Silberbachs (Rivière d’Argent).

 

 

Ein kleiner Abstecher führt zum Zitterfelsen (La Roche Tremblante). Wenn man an der richtigen Stelle richtig drückt, so soll man dieses Ungetüm zum Wippen bringen können.

 

 

Vielleicht hätten wir uns vor unserem Besuch die Videos bei Youtube anschauen sollen, denn es funktioniert wirklich.

 

 

 

Wer aber schon Probleme am Ellenbogen hat sollte im Urlaub keine Experimente machen – oder? Also weiter…

 

 

Weiter geht es den Silberbach entlang zum Haushalt der Jungfrau (Le Ménage de la Vièrge).

Man mag sich vorstellen wir herrlich es hier sprudelt wenn der Bach mehr Wasser mit sich führt… ein wahres Spülbecken!

 

 

 

 

 

 

Von dem oberen Weg der Verliebten (Sentier des Amoureux) kann man zum Feldlager von König Artus aufsteigen (Camp d’Artus). Hat hier der berühmte Heerführer der Artus-Sage gecampt?

Eine befestigte keltische Siedlung gab es hier auf jeden Fall. Nach der Rückkehr führt der Weg der Verliebten an einer Felsengrotte vorbei, der sogenannten Artusgrotte (La Grotte d’Artus).

Den hohen, fast kapellenartigen Raum bedeckt ein großes Felsendach. Ein Stückchen weiter bahnt sich ein anderer kleiner Bach seinen Weg ins Tal.

Er bildet ein Wasserbecken, den Tümpel der Wildschweine (Mare aux Sangliers).

Wandern in Huelgoat wird niemals langweilig. Neben dem hier beschriebenen Rundweg gibt es durch den Wald von Huelgoat noch einige andere Spazier- und Wanderwege und etliche Sehenswürdigkeiten mehr, z.B. eine weitere Grotte (Le Gouffre), daneben einen Aussichtspunkt (Belvedere) und ein Stückchen weiter den Silberbach entlang den Feenteich (La Mare aux Fées).

Auf uns wartet aber ein leckeres Abendessen und so machen wir uns entlang des Sees wieder auf den Weg zum Pössl zurück.

 

 

Lecker Salat und Hühnchen mit Gemüse und vielleicht ein Bierchen an der frischen Luft mit Blick auf den Bach – ach, das Leben ist schön!

 

 

Und wenn zum Schlummertrunk die Schwäne eine Armlänge entfernt friedlich schwimmen ist das schon recht kitschig schön!

Eine schöne Seite um sich auf Kommissar Dupin und/oder die Bretagne einzustimmen findet ihr mit Klick hier!

Das großformatige Bilderbuch zum heutigen Reisetag gibt es mit Klick hier.

Morgen geht es ans Ende der Welt und es wird ein “Hammertag” voller schöner Momente und Orte. Von Huelgoat aus fahren wir nach Locronan, eines der schönsten Dörfer Frankreichs.

In Douarnenez bestaunen wir die vier Häfen und am Pointe du Van sind wir von den Felsvorsprüngen, die dem offenen Meer trotzen schwer begeistert.

Als sei das alles noch nicht genug wandern wir anschliessend zwei Stunden an der Steilküste entlang zum Pointe du Raz und verlaufen uns in Combrit kurzfristig im dunklen Wald. Lasst euch ins Finistere entführen! Klickt euch rüber – oder schaut bei Gelegenheit wieder vorbei. Denkt jedoch wie immer daran:

 

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES

 

Hauptsache glücklich und jede(r) wie er/sie mag.

 

Ihr habt Fragen oder Anregungen, Kritik oder Korrekturen? Fein, ich freue mich über eure Post. Das Formular gibt es wie immer am Ende der Seite. Und tschüüüüüssss…

 

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