AUF DEM JAKOBSWEG DURCH DAS MÜNSTERLAND

AUF DEM JACOBSWEG – quasi vor der Haustür

Ortsmitte Lengerich

SAMSTAG 28.FEBRUAR 2015 – AUF DEM JACOBSWEG VON LENGERICH BIS SCHMEDEHAUSEN

Nach unserem Saunabesuch des Nettebades am Freitag haben wir die Nacht auf dem zum Nettebad gehörenden Wohnmobilstellplatz verbracht. Kosten für die Übernachtung – mit 5 Euro recht günstig.

Schon seit Jahren möchte ich auf dem Jacobsweg laufen. Die Wettervorhersage für diesen Samstag verspricht Sonne und keinen Regen. Zeit genug habe ich auch. Also genug der Worte – laßt Taten folgen oder wie schon oft zitiert:

ES GIBT NICHTS GUTES

AUSSER MAN TUT ES!!

Punkt 9:30 Uhr steige in im Ortskern von Lengerich aus dem Pössl und mache mich auf den (Jacobs)Weg – Richtung Ladbergen.

Symbol des Jacobweges und Begleiter dieser Wanderung: die gelbe Jacobsmuschel

 

Der Weg führt von der ev. Stadtkirche Lengerich zunächst durch die Altstadt, über die Münsterstraße weiter der Ladbergener Straße entlang in den Vortleger Damm.

 

Welch Freude – Schneeglöckchen am Waldrand

 

Auf dem Vortlager Damm geht es am Haus Vortlage vorbei und rechts in den Kuhdamm und über den Niederlengericherer Damm links in den Poolweg und weiter rechts in die Johannesstraße.

 

Hübsches Spiegelbild am Lengericher Aabach

 

Herrliches Anwesen in der Nähe von Ladbergen

 

Haus Vortlage – Im Süden Lengerichs an der Straße Richtung Ladbergen liegt der ehemalige Rittersitz “Haus Vortlage”, der seit dem 13. Jahrhundert als befestigtes Haus auf einer Motte (Erdhügel umgeben von einem Wassergraben) mit hölzernem Palisadenzaun nachweisbar ist.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Herrensitz unter Aufgabe der alten Standorte zu Beginn des 18. Jahrhunderts an seinen heutigen Platz verlagert. Noch heute erinnert die Flurbezeichnung “Zur alten Vortlage” daran.

 

Über weite Strecken führt der Jakobsweg über verlassene Wege – hier der Kuhdamm bei Ladbergen

Die Hinweisschilder des Jakobsweges sind bis auf wenige Ausnahmen schon von weitem erkennbar.

 

Die Wegführung ist traumhaft schön gewählt – kaum Verkehr, kaum Menschen – nichts außer Ruhe, Vogelgezwitscher, Natur und viel viel Gegend. Die Strecke ist übrigens auch durchaus Radfahrerfreundlich.

 

Sogar Krokusse entdecke ich unterwegs am Strassenrand…

 

Augen auf – überall leuchten die gelben Muscheln auf blauem Grund in der Sonne

 

Einer von mehreren Weihern am Wegesrand…

 

Kraniche und Reiher – im Münsterland nicht selten anzutreffen

 

Ich höre gerne und viel Musik und habe reichlich Lieblingstitel auf dem Handy im Rucksack dabei.

Aber Musik hören passt heute nicht zur Stimmung – Musik so schön sie auch sein mag hätte die Eindrücke beeinträchtigt.

 

Auch der Versuch “nebenher” dem aktuellen Hörbuch zu lauschen wird bereits nach einigen Sätzen wieder beendet. Einfach nur laufen und sonst nichts…

 

den Kopf frei kriegen…

man sollte es einmal ausprobiert haben.

 

Ich freue mich schon auf die nächste Etappe und noch mehr auf jene Lebensphase in der ich hier im Münsterland starten und Wochen (Monate?) später in Spanien am Ziel  ankommen werde.

 

Wäre es nur schon so weit!!

 

Ein wunderschönes Beispiel denkmalgeschützter Häuser – dieses Gehöft Baujahr 1713

 

Die haben´s gut… können sich das schöne Münsterland von oben anschauen

 

Ja,stimmt wir fliegen gerne in fremde Länder oft genug auch ans andere Ende der Erde aber hier “zuhause” ist es auch wunderschön.

 

Und haben wir uns vor einigen Wochen noch die Grafschaft Bentheim aus der Nähe betrachtet so werden wir in der nächsten Zeit das Münsterland “bewandern” und “bewundern”.

 

Über weite Strecken ein plätscherndcer Begleiter des Jakobsweges: der Mühlenbach

 

Sonne und Schatten – tolle Lichtspiele im Wald nahe Ladbergen

 

Und mitten im Wald noch ein sehr schönes denkmalgeschütztes Haus im Wald

 

Die Kirche in Ladbergen

Das erste Etappenziel meiner heutigen Pilgertour ist die evangelische Kirche in Ladbergen.

 

Aber da ich ja noch keinen Pilgerausweis besitze und die heutige Wanderung einzig und allein dem Vergnügen gelten soll gehe ich an der Kirche vorbei und halte Ausschau nach den nächsten Muschelzeichen.

 

Neugierige Schafe…

 

Glitzert in der Sonne: der Dortmund-Ems-Kanal

 

Und an dieser Stelle habe ich die Qual der Wahl… Die Pilgerschilder weisen den Weg nach links mit dem Hinweis den Kanal ander nächsten Brücke an der Ostbevener Str. zu überqueren.

Die Verkehrsschilder informieren darüber das mich der Weg nach rechts in Richtung GREVEN (sprichen Zuhause) bringt.

Wohl oder übel entscheide ich mich für rechts und verlasse den Jakobsweg.

Keine gelben Muscheln mehr am Wegesrand…

Und auch keine schöne Streckenführung mehr.

So folge ich den Wegweisern nach Greven und leider bedeutet dies an der viel befahrenen Bundesstrasse entlang zu laufen.

Das macht ja überhaupt keinen Spaß! Ich vermisse die gelbblauen Pilgerschilder, vermisse die wärmende Sonne (im Schatten ist es arg frisch!) und jetzt will ich auch nach Hause.

 

Plötzlich schreckt mich ein Luftzug – ein extrem schneller PKW rast direkt an mir vorbei – jetzt reicht´s!! Dieser “Spinner” wollte kurz vor der Kanalbrücke noch kurz überholen und es hätte nicht viel gefehlt und er hätte mich auf meinem ersten und vielleicht letztem Jakobsweg erwischt.

 

Hier trennen sich unsere Wege: Am Dortmund-Ems-Kanalinnert  Aber auf Fränki ist Verlass – kurze Zeit später holt er mich ab. Heiss baden und auf geht´s nach Bochum!

 

Ach so – fast vergessen – unterwegs habe ich noch kurz mit Christian telefoniert – wer hätte gedacht das wir uns heute wieder “zufällig” auf der Party in Bochum treffen? Ha ha ha… immer diese Zufälle!

Résumé: Jakobsweg – sollte man ausprobieren!! Ich bin auf jeden Fall mehr als begeistert und werde wieder berichten.

 

Besten Dank für deinen Kommentar und bis zum nächsten Mal...